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Filmhochschule oder Ausbildung? (;Kamera)




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Frage von gfsluc:


Hallo,

ich stehe gerade vor einer wichtigen Entscheidung, wie ich meine berufliche Laufbahn weiter gehe. Ich habe mich bereits über mehrere Kunsthochschulen und Fachhochschulen informiert und bin sehr an den Kamera Studiengängen bzw Medientechnik interessiert.
Allerdings weiß ich nicht, ob ein Studium die richtige Wahl für mich ist. Ich will eigentlich unbedingt loslegen und arbeiten. Aber wie ich momentan merke, geht in der Branche nichts ohne ein überzeugendes Portfolio, welches ich bisher leider noch nicht besitze. Ein paar selbstständige Projekte (;Kurzfilme, Musikvideos, Skaterfilmchen) reichen leider nicht aus, um an Aufträge heran zu kommen.
Als weitere Option sehe ich eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton, aber ich vermute irgendwie, dass ich mein Potential dort nicht vollständig ausschöpfen kann. Ich liebe es kreativ zu arbeiten, Konzepte selbst auf die Beine zu stellen und zu realisieren. Ich will unbedingt auch mit der Kamera arbeiten. Meine Videos habe ich bisher immer selbst zusammen geschnitten und habe auch das Gefühl, dass mir dies ebenfalls ein wenig liegt. Motion Graphics sind dagegen weniger etwas für mich. Modelling macht mir Spaß, aber bleibt wohl eher ein Hobby.

Nunja, jedenfall würde ich gerne mal eure Sichtweise erfahren und evtl auch lesen, wie ihr in den Beruf rein gekommen seid. Was könnte ich machen, welche Optionen bieten sich mir noch an?
Habt ihr evtl Erfahrungen zu den unten aufgeführten Hochschulen oder wisst ihr etwas über diese?

Bachelor of Arts: (;Kamera)
- Hochschule für Film & Fernsehen Potsdam
- Hochschule für Film & Fernsehen München
- Kunsthochschule für Medien Köln
- Macromedia Fachhochschule Köln
- Internationale Film Schule Köln

BA. Eng.: (;Medientechnik - Richtung Video, Kamera)
- Fachhochschule Düsseldorf

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mir ein paar Tipps mit auf den Weg gebt, welche mir die Entscheidung erleichtern.

Grüße,
Luc




Antwort von Asparagus:

Hallo, bin auch gerade bei der Entscheidung. Ich denke die Mischung zwischen Theorie und Praxis im BA Studium ist das Beste...
Potsdam ist sehr schwer; schonmal die Aufnahmekriterien angeschaut? ;)



Antwort von eatis:

bedenke medientechnik ist ein ingeneur, ergo physik, mathe, elektrotechnik gleich am anfang bevor was interessantes kommt. da kachelts immer ne ganze menge raus. die wechseln dann oft auf wi (;nach meiner erfahrung) und der traum "was mit medien" endet im büro. in leipzig (;bestimmt auch anderswo) an der htwk gibt es kameramann als dualen studiengang sprich du machst deinen mediengestalter und deinen bachelor gleichzeitig, bist daher sofort in der praxis unterwegs und hast am schluss nen bachelor. kann dir keinen erfahrungsbericht dazu bieten, habe es bloß mal gefunden und finde das konzept ganz interessant, wenn man vorher noch nichts gemacht hat.



Antwort von Kino:

"eatis" wrote:
... in leipzig (;bestimmt auch anderswo) an der htwk gibt es kameramann als dualen studiengang sprich du machst deinen mediengestalter und deinen bachelor gleichzeitig, bist daher sofort in der praxis unterwegs und hast am schluss nen bachelor. ...

Die Idee ist wirklich reizvoll. Es werden dort zweierlei Ausbildungsrichtungen angeboten. Schwerpunkt (;Fernseh-)Kamera und Fernsehjournalismus. Für Letzteren habe ich an einer Infoveranstaltung teilgenommen. Wo ist der Haken?

Der Großteil der Ausbildung findet an der FAM (;Fersehakademie Mitteldeutschland) statt. Ich hatte den Eindruck die HTWK gibt dem Ganzen nur die akademische Patina. Eine Hürde zu Beginn besteht darin, einen Praktikums- / Ausbildungsbetrieb zu finden, der die monatlichen Kosten (;ich glaube es waren so ca. 380,- EUR/mon über alle sieben Semester) an die FAM zu überweisen bereit ist. Dafür steht der Bewerber während der Praxisphasen, im siebten Semester komplett dem Betrieb zur Verfügung - ein teurer Spaß für"s Unternehmen.

Gute Betriebe, bei denen der Bewerber auch wirklich etwas lernen kann, winken dankend ab, zumal man dort auch über den IHK-Abschluss Mediengestalter Bild/Ton nur müde lächelt und künftiger Personalbedarf nicht über dieses Engagement gedeckt werden muss.

Ich gewann den Eindruck, dass diese Ausbildung für Leute geeignet ist, die heute schon wissen, dass sie kündig selbstständig tätig sein wollen und sich einfach die Zeit gönnen, einen umfassenderen Einblick in ihr künftiges Tätigkeitsfeld zu bekommen. Ein "Plastik-Diplom" ziert nach dreieinhalb Jahren die Visitenkarte, unterwegs fällt auch noch ein IHK-Abschluss ab. Welchen Wert diese Zeugnisse haben, wenn man sonst keine Kontakte hat, kann sich jeder selbst vorstellen.

Vielleicht findet sich hier aber auch noch jemand, der diesen jungen Studiengang bereits absolviert hat und positiver berichten kann.



Antwort von PowerMac:

Frag mal Valentino hier im Forum. Der studiert irgendwas mit Kamera und Kameratechnik in Köln. Die HdM in Stuttgart könnte auch irgendwas haben.



Antwort von Colares-Pictures:

Bitte öffentlich fragen bzw posten weil mich interessiert das auch. ;)



Antwort von peterli:

An der HFF Muc nehmen sie jährlich 6 Kameramänner, 2 davon sind Frauen. Da brauchste mächtig was "in der Hose".

Ich denke, wenn du zum Film willst, solltest du was studieren, was mit Kamera zu tun hat. Fürs Fernsehen ist imo der Weg Praktikant -> Assistent -> Kameramann -> Kameramann/Cutter am Besten, weil du möglichst schnell reinkommst. Kamera ist auch hauptsächlich Handwerk und durch Praxis kommst du schnell rein. Beim TV arbeitest du auch nicht so szenisch wie beim Film. Auch wenn du MBT lernst, bleibt dir obiger Weg nicht erspart. Beim Studium weiß ich es nicht genau, aber wenn TV, dann geht es meistens über die Tonassitenz.

Dann gibt es noch Schulen wie die BAF (;in Muc), die dich für 7.000€ in 10 Monaten zum Kameramann ausbilden. Habe von Leuten gehört, die diese Ausbildung vorm Kamerastudium an der HFF gemacht haben (;um überhaupt rein zu kommen). Nur damit die schwere der Aufnahmeprüfung begreifbar wird. ;)



Antwort von NEEL:

Ich würde Dir zu einer Filmhochschule raten. Wenn Du die Aufnahmeprüfung schaffst, dann bist Du mit dem Studienfach Kamera am ehesten einigermassen drin (;HFF Konrad Wolf nimmt so um die 10 pro Jahr, Ludwigsburg ähnlich viele), auch wenn vermutlich erstmal harte Jahre vor Dir liegen werden. Eine Alternative ist es, das "duale System" zu beschreiten (;normales Studium + Kameraassistenz). Der Vorteil ist, daß Du hier noch einen Brotjob wählen kannst, der nichts mit Medien zu tun hat und der Dich über Wasser halten kann. Mediengestalterausbildungen u.ä. würde ich gründlich abhaken, der Markt ist einfach überschwemmt.



Antwort von Kameramensch:

Ich komme aus dem Hochschulbereich und kann immer nur empfehlen sich alle kostenpflichtigen Angebote sehr sehr genau anzuschauen. Und damit meine ich nicht irgendwelche Infoveranstaltungen von der Hochschule, sondern Foren durchforsten, bei Asten der Kooperationshochschulen nachfragen, sich mal in eine Klasse setzen, Studienordnungen durchschauen, wenn es geht, die Uni auf Zahlen und Fakten abchecken. Wieviele werden aufgenommen und wie viele brechen das Studium in den ersten beiden Semestern ab.

Letzteres sagt zwar wenig zu den Gründen, warum Leute abbrechen, sollte die Abbruchquote aber signifikant höher sein als bei vergleichbaren Studiengängen an anderen Hochschulen, hat das selten mit der Härte der ... naja ... nennen wir sie mal "Hochschule" zu tun.

Folgendes gilt nicht für jede Hochschule, die Gebühren nimmt! Aber nicht wenige kleine und neue "Hochschulen" arbeiten nach diesem Muster.

Ein kostenpflichtiges Angebot bedeutet ja immer, dass die Leute das nicht zum Selbstkostenpreis machen, sondern dabei Geld verdient wird. Um möglichst viele Leute in den Studiengang zu bekommen (;frei bleibende Plätze sind hierbei eine finanzielle Katastrophe), werden dann die Anforderungen rapide nach unten geschraubt. Das heißt, man hat dann so Kurse wie "Small Talk" (;ja ja, ernsthaft, kein Witz - mal sehen ob ich noch den Link zum "Seminar" finde), Fundraisung (;Wie schreibe ich einen Antrag an die Filmförderung) oder Einführung in die Kameratechnik (;Erste Lehreinheit: "Akku einlegen leicht gemacht"). Das sind sicherlich interessante Fakten, bewegen sich aber eher auf Volkshochschulniveau.

Auch eine Akkreditierung sagt wenig über die Qualität aus. Erstmal muss man prüfen, von welcher Agentur die Akkreditierung stammt. Akkreditierung ist kein geschützter Begriff. Akkreditieren kann ich auch. Ihr im übrigen auch. Es sollte schon von einer größeren Agentur sein (;AQAS, AQUIN usw.). Aber selbst dann sollte man bedenken, dass die Akkreditierung von Hochschullehrern einer anderen derartigen (;Fach-)Hochschule gemacht werden kann. Und da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Also gibts die Akkreditierung, damit man später auch eine Akkreditierung erhält. Das ist teilweise auf universitärer Ebene nicht anders.

Auch dem Hinweis, der hier schon kam, kann ich nur voll zustimmen. Manchmal geben namhafte Hochschulen ihren Namen in eine Kooperation, haben aber mit der Ausbildung wenig bis nichts zu tun. Das hat aber nichts damit zu tun, ob Dozenten der namengebenden Hochschule dort Lehrveranstaltungen anbieten - das ist nämlich für sie ein Zusatzverdienst - sondern in welchen Räumen die Lehrveranstaltung stattfindet. In der Hochschule oder extern. Als bestes Hilfsmittel erweist es sich meist im jeweiligen Fachbereich der namengebenden Hochschule anzurufen und nachzufragen, ob Veranstaltungen aus den Curriculum dieses Kooperationsprojektes auch im normalen Studium anerkannt würden. In der Regel ist das nicht der Fall, da die Partnerhochschule sehr genau weiß, welche "Qualität" die Lehrveranstaltungen so haben. Auch Arbeitgeber_innen wissen in der Regel von solcherlei Gebaren. Es zeigt sich ja schon daran, dass niemand derartige Ausbildungen finanzieren möchte.

Welche Auswüchse so etwas haben kann, kann man an Harvard sehen. Teilweise hat Havard Dependencen im Irak, Indien usw. Dan kriegt man am Ende ein schönes Zertifikat von Harvard. Von Harvard??? Ach nein, Nur von der Harvard Zertificate Inc (;oder so ähnlich). Die Abschlüsse dort sind z.B. an deutschen Hochschulen in der Regel flächendeckend nicht anerkannt.

Naja, falls noch nähergehende Fragen zu dem Thema sind, einfach Fragen. Vielleicht komme ich ja auch mal an die "Schwarze Schafe"- Datenbank unserer Uni ran. Aber das dauert etwas und da sind auch nur die ganz krassen Fälle drin.



Antwort von le.sas:

Kommt immer drauf an Wo du als Kameramann arbeiten willst.
Eins vorweg- sei vorsichtig bei kostenpflichtigen Privatschulen.
Meine Erfahrungen zeigen, dass diese einen durchaus weiterbringen können, WENN man vorher schon was in dem Bereich gemacht hat(;gearbeitet oder Praktikum). Denn dann kann man den ganzen Mist dem sie einem da erzählen rausfiltern, und nur das wichtigste behalten und lernen.
Ich würde dir auf jeden Fall ein Praktikum beim Kameraverleih empfehlen.
Das sollte übrigens Pflicht für jeden werden, der nicht mit seiner eigenen Kamera dreht.
Es ist unglaublich wie unfähig so manch "professioneller" Kameramann im Umgang mit der Technik ist.

Früher war der Weg bei uns relativ klar- Praktikum Kameratechnik, Matt Assi bei 16mm TV Serien, dann 1. Assi usw usw.
Da die meisten Verleihe nur noch Digitale Technik haben, ist das ein idealer Ausgangspunkt um alle gängigen Systeme kennenzulernen.

Auch habe ich die Erfahrung gemacht dass niemand nach dem BAchelor fragt, denn das ist heutzutage bei den ganzen wischi-waschi Schulen kein Qualitätsmerkmal mehr- merke also-wenn dir die Uni für dich was bringt du da noch was lernen kannst- abwägen ob du es dir leisten kannst und wenn ja tu es. Aber mach vorher auf jeden Fall ein Praktikum beim KAmeraverleih- dort ein gutes Zeugnis zu haben ist 100 Mal mehr wert.

Was an so ner Filmschule natürlich gut ist- du baust dir Netzwerke auf, und hast die Möglichkeit selber Kurzfilme zu drehen.
Bei manchen Studiengängen die 24.000 Euro kosten bleibt es allerdings abzuwägen ob man mit der Kohle nicht selbst dreht.
Ich würde einfach mal bei den jeweiligen Schulen vorbeigehen und direkt die Studenten da befragen.
Viel Erfolg!




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