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Infoseite // Erfahrung mit MAMIYA Objektive?



Frage von RonMarKom:
April 2026

https://www.youtube.com/watch?v=EvmdUPt3ous

https://www.cined.com/kipon-baveyes-mam ... available/

Hallo,

ich möchte mir ein Set aus Vintage-, aber dennoch hochwertigen Objektiven zulegen, das sich gut für Z-Mounts wie z. B. die Komodo X oder Raptor X eignet. Ziel ist ein cooler, organischer Look, der trotzdem eine zeitgemäße Qualität liefert.

Meine erste Idee war, Canon FD zu nehmen. Allerdings finde ich die Linsen mittlerweile etwas überteuert, und die günstigeren Exemplare sind oft nicht mehr in einem wirklich sorgenfreien Zustand. Häufig haben diese Objektive schon viele Besitzer gehabt, keine nachvollziehbare Historie und wurden teilweise schlecht gelagert. Die guten Exemplare kosten meiner Meinung nach mehr, als sie eigentlich sollten – und Rehousing-Versionen sind ohnehin extrem teuer.

Ich bin dann zufällig auf ein ziemlich spannendes YouTube-Video gestoßen, und der Look hat mich direkt begeistert. Hat jemand von euch damit schon Erfahrungen gemacht?

Mein Plan wäre, sie in Kombination mit einem Kipon Booster mit Lock zu verwenden.

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Antwort von cantsin:

Die Kipon-Baveyes-Speedbooster, die mir bekannt sind, hatten eine grottige optische Qualität. Das würde ich mir bzw. den Mamiya-Objektiven nicht antun. Letztere haben ansonsten nur wirklich Sinn an Mittelformat-Sensoren. Ich nehme mal, dass die bei "The Dark Knight" an 70mm verwendet wurden.

Ansonsten der Tip, solche YouTube-Influencer-Videos mit der gebotenen Skepsis zu nehmen. Da werden immer wieder kurzlebige Trends hochgehypt, weil es ein leichtgläubiges Publikum gibt, dass hofft, durch simple technische Kniffe an der Kamera Kinobilder erzeugen zu können. Ich würde mich nicht mal wundern, wenn der YouTuber sich zuvor mit gebrauchten Mamiya-Objektiven eingedeckt hat, um mit dem selbst erzeugten Hype Geschäfte zu machen.


EDIT: Sieh' das Video mal gut an, am besten per Download mit einem Tool wie yt-dlp und Betrachtung in einem guten Mediaplayer (VLC, mpv). Sowieso ist bei der Porträtaufnahme 95% des Bilds im Bokeh-Unschärfebereich und kann man die optische Qualität der Mamiya-/Speedbooster-Kombi daher nicht ernsthaft anhand der Bilder beurteilen.

Wenn sich aber nur auf die (bei Objektiven immer am besten aussehende) Bildmitte konzentriert und sich die Bilder im 1:1-Crop ansieht, stellt man fest, dass die auch im Schärfebereich optisch extrem niedrig auflösen. Bei einer Porträtaufnahme wie hier kann das noch ein gewünschter Weichzeichner-Effekt sein, aber für sonstige Einsatzzwecke eher nicht:
mpv-shot0001-crop.png Nicht mal die Wimpern und die Augenpupille sind scharf bzw. in ihren Details gezeichnet. Normalerweise würde man hier von einer Fehlfokussierung ausgehen, aber das sind die Grenzen eines alten, für einen größeren Bildkreis gerechneten (und daher in lp/mm niedriger auflösenden) Fotokameraobjektivs an einem Speedbooster, der dessen Auflösung nochmal 'runterzieht.

Selbst wenn ich das 50% skaliere, sieht es immer noch weich aus. Die optische Realauflösung liegt also unter 2K/FHD.

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Antwort von RonMarKom:

Hast du denn wirklich Erfahrung damit? Also hattest du die Teile tatsächlich selbst in der Hand und auch an der Kamera im Einsatz? Sowohl die Mamiya- als auch die Canon-FD-Objektive sind im Rehousing ziemlich beliebt – so schlecht können sie also kaum sein.

Und warum sollte jemand extra Videos drehen, nur damit seine Sammlung an Wert gewinnt? Das halte ich ehrlich gesagt für ziemlich weit hergeholt.

Ich habe mir das Ganze in 8K heruntergeladen und finde, die Optiken bzw. der Look sehen wirklich richtig gut aus. Bedenke das noch YT und schon weichgespühlt und das ist voll OK

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Antwort von RonMarKom:

Ich hab die ganzen neuen Z Objektive 35 1.8 / 50 1.8 / 24-70 2.8 II / 70-180 2.8 an 6K - 8K Kameras

Aber es geht hier nicht um den letzten Kontrast oder Schärfe sondern um das Gesamtbild - Ich danke dir für dein Feedback aber die Thematik ist wie CD und Schalplatte

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Antwort von cantsin:

RonMarKom hat geschrieben:
Und warum sollte jemand extra Videos drehen, nur damit seine Sammlung an Wert gewinnt? Das halte ich ehrlich gesagt für ziemlich weit hergeholt.
Das ist ein eigener Markt und ein eigenes Influencer-Segment - google mal Namen wie Mathieu Stern, Zenography und vor allem Media Division, der im Alleingang den Hype an der Canon FD-Objektivserie losgetreten und deren Preise in die Höhe getrieben hat.

Die Rhetorik ist immer dieselbe: moderne Objektive werden als zu „klinisch“ oder zu scharf beschrieben, darum preisen Influencer Vintage-Objektive als Geheimtip wegen ihres einzigartigen „Charakters“ an, was die Nachfrage nach Zenith Helios, Pentax Super-Takumar und Canon FD steigert, jetzt wohl auch Mamiya. Wenn Influencer ein „hidden gem“ vorstellen, schießen die Ebay-Preise innerhalb von 24 Stunden durch die Decke und kaufen Spekulanten oft das gesamte verfügbare Angebot auf.

Inwieweit die YouTuber selbst Spekulanten sind oder mit Spekulanten ("Scalpern") zusammenarbeiten, ist die Frage. Naiv sollte man da nicht sein.


EDIT: Lies Dir mal diesen Thread of REDUser zu der Kipon-Lösung durch: https://reduser.net/threads/test-kipon- ... r.3798441/

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Antwort von RonMarKom:

Das sind zwei unterschiedliche Themen:

1. Es geht um das Objektiv – also Look, Feeling und ähnliche Aspekte

2. Es geht um Influencer-Marketing

Ich möchte dir nicht grundsätzlich widersprechen. Was Influencer machen und denken, ergibt oft wenig bis gar keinen Sinn und ist häufig eigennützig. Für mich geht es hier aber nicht um einen Hype, sondern um den tatsächlichen Ist-Zustand.

Was den Punkt Eigennutz betrifft, sehe ich in diesem Fall keinen relevanten Zusammenhang. Warum sollte jemand so handeln, dass sein eigenes Objektiv-Set im Wert von etwa 1.000 € plötzlich auf 2.000–3.000 € steigt? Das Kleingeld.

Zumal Mamiya-Objektive aktuell ohnehin relativ günstig sind – etwa 200–400 € pro Linse in sehr gutem Zustand.
Ich habe außerdem schon vor etwa 10 Jahren mit FD-Objektiven gearbeitet, und das sah wirklich gut aus. Am Ende spricht das Bild für sich.

Und im YT Video ist auch dieses besondere Feeling zu sehen und die Schärfe ausreichend genug.

Es ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber es geht um genau diesen Look – am besten erzielt mit einer Character Lens und offener Blende, um den typischen Mittelformat-Look zu erreichen.

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