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Digitalisieren mit ADVC300 oder HV40 ?




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Frage von nwanke:


Hallo,

ich möchte ca. 30 S-VHS Kassetten digitalisieren.
D.h. erstmal sicher und zukunftsorientiert mit einer bestmöglichen Qualität auf Festplatte speichern.
Lt. meinen Recherchen drängt sich da vermutlich ein ADVC300 auf.
Nun habe ich mir eine Canon HV40 (;miniDV) bestellt und lese, dass diese auch analoge Quellen wandeln kann.
"Wird eine analoge Bezugsquelle in den Videoanschluss der HV40 angeschlossen, die AV-DV-Umwandlung eingeschaltet und der Camcorder per FireWire an den Computer angeschlossen startet die Digitalisierung des Videomaterials".
Bevor ich eine falsche Entscheidung treffe und viele Stunden Arbeit investiere hoffe ich auf Erfahrungswerte/KnowHow.

Meine Fragen:
- Sind zwischen den genannten Varianten
1) S-VHS -> ADVC300 -> PC Festplatte
oder
2) S-VHS -> HV40 -> PC Festplatte
Qualitätsunterschiede zu erwarten?
Ist eine zus. Investition für den ADVC300 sinnvoll?

- In welchem FormatFormat im Glossar erklärt sollte ich speichern (;Auflösung)?
Eine spätere Bearbeitung ist geplant.


Danke im Voraus und Gruß
Norbert




Antwort von JMS Productions:

"nwanke" wrote:

- Sind zwischen den genannten Varianten
1) S-VHS -> ADVC300 -> PC Festplatte
oder
2) S-VHS -> HV40 -> PC Festplatte
Qualitätsunterschiede zu erwarten?
Ist eine zus. Investition für den ADVC300 sinnvoll?


Nun, beim ADVC-300 hast du halt die Möglichkeit, umfassende Bildverbesserungsfeatures einzuschalten, z.B. Rauschunterdrückung, oder kannst das Bildsignal feinjustieren durch verschiedene Regler.

Bei der DV-Cam-Variante wird halt das Videobild einfach nur durchgeschleift, du hast somit auch nicht die Möglichkeit dein Bild zu stabilisieren (;der ADVC-300 hat ja einen internen TimeBase Corrector).

Normalerweise sollte man Bildoptimierer und Verbesserungen immer am analogen Signal vornehmen, da dort die besten Resultate erbracht werden. Ist das Material einmal digitalisiert, kann man zwar auch noch Filter und Ähnliches drüber laufen lassen, aber ein nachträgliches entfernen von Jitter (;was der TimeBase Corrector automatisch abfangen sollte) ist meiner Meinung nach nur schwer möglich.

Für eine optimale Digitalisierung und Beurteilung des Analogbildes (;inklusive aller Bildoptimierungen) empfiehlt sich allerdings das Bild am ADVC-300 abzugreifen per Chinch-Ausgang und auf einem (;möglichst geeichten) Röhrenmonitor zu beurteilen. Denn Flachbildschirme geben Farben und Videobilder oftmals verfälscht wieder.

"nwanke" wrote:

- In welchem FormatFormat im Glossar erklärt sollte ich speichern (;Auflösung)?
Eine spätere Bearbeitung ist geplant.


Bei beiden Varianten wird automatisch eine DV-AVI-Datei erzeugt, die standardmäßig eine Auflösung von 720x765 Pixeln hat, also normale SD/DVD-Qualität.
Es empfiehlt sich das auch beizubehalten.

Es gibt zu dieser Thematik allerdings schon duzende Beiträge und Informationen. Benutze hierzu auch mal noch die Suchfunktion...

Geht es dir allerdings um eine wirklich qualitativ hochwertige und bestmöglichste Digitalisierung, würde ich in Erwägung ziehen, eine Fachfirma zu beauftragen. Es gibt da auch wirklich seriös-preisgünstige, die wissen, was sie tun und haben jahrelange Erfahrung in diesem Gebiet.

Ein Anfänger weiß meist nicht, worauf er zu achten hat und wo Probleme entstehen könnten bzw. wie man ihnen begegnet. Meist fängt es ja schon mit dem Wiedergabegerät an; 99% der normalen Heimanwender pflegen ihre Geräte kaum, bringen sie nicht regelmäßig zu professionellen Wartungen (;gemäß nach dem Sinnbild "Solang alles läuft und ich was seh' und hör', passt ja alles"), wodurch die Wiedergabegeräte mit der Zeit total abgenutzt sind und nicht mehr optimale Ergebnisse fördern.

Die Pflege und Instanthaltung dieser analogen Geräte ist wie beim Durstgefühl des Menschen: Setzt ein Durstgefühl ein (;in unserem Fall ein unsauberes Bild oder gar Bildausfall) ist es schon zu spät. Eine regelmäßige Wartung ist im analogen Bereich halt noch Pflicht!



Antwort von nwanke:

Hallo,

danke für die ausführliche Antwort!

Das das Thema für einen Einsteiger sehr komplex und unübersichtlich ist, wurde mir beim recherchieren sofort klar. Darum wähle ich auch die Strategie "Step by Step" mit "learning by doing".
Nach Deinen Informationen/Anmerkungen plane ich nun einen Doppeltest.

Da mein analoges S-VHS Ausgangsmaterial beim Betrachten keine technischen Mängel aufweist und mein Equipment die damaligen Panasonic Spitzengeräte (;Camcorder=MS50, Recorder=NV-HS1000EG) enthält, werde ich einen direkten Test durchführen. Zumal der Recorder auch einen TBC (;on/off) hat und definitiv kaum im Einsatz war. Allerdings soll der TBC (;interner TimeBase Corrector) lt. Panasonic-Handbuch n u r bei schlechtem Video-Material zugeschaltet werden. Sonst kann diese "Wunderfunktion" auch ins Gegenteil wirken. Ist da ein Widerspruch zur ADVC-Technik?

Im 2.Test werde ich diese Kassette einem Fachbetrieb zur Digitalisierung geben und anschließend die beiden Ergebnisse für mich bewerten. Dann habe ich alles versucht und werde mich hoffentlich später nicht ärgern (;?).

Wichtig für mich ist eben ein gutes digitales Rohmaterial um dann im nächsten Step die Bearbeitung für das Gebrauchsmaterial zu testen.

Gruß
Norbert



Antwort von vs:

Hi.

Erstmal solltest du dir die Frage stellen, ob DV oder Uncompressed.

DV hat Vorteile, nämlich die verhältnismäßig kleine DatenrateDatenrate im Glossar erklärt von 3.6MB/s bei sehr geringen Verlusten und die hohe Kompatiblität (;Firewire, wird erkannt wie ein Camcorder). Uncompressed braucht ungleich mehr Daten (;20MB/s YUVYUV im Glossar erklärt 4:2:24:2:2 im Glossar erklärt oder ohne jeden Gewinn von Qualität 30MB/s RGB), ist Treiber-gebunden (;PCI/PCIe-Karten oder USB), aber dafür hast du absolut keine Verluste.

Der Verlust bei DV entsteht hauptsächlich durch das 4:2:0-Farbsampling Das ist anders realisiert als bei MPEGMPEG im Glossar erklärt und führt bei grellen Farben und diagonalen Kanten gerne zu stark sichtbaren Klötzchen, die du bei einem DVD-MPEG2 nicht sehen würdest, wenn es von Uncompressed käme (;aber siehst, wenn es von DV kommt, weil es schon im DV-Material drin und sichtbar ist). Besonders anfällig sind Zeichentrick sowie bei Real-Material z.B. Neon-Reklamen, Beleuchtungen und Digitalanzeigen.

Der ADVC-300 hat halt die Besonderheit, dass man alle Bildparamter inkl. diverser Filter einstellen kann, während normale DV-Converter (;ADVC-110, Datavideo, Dazzle Hollywood) nicht mal einen Procamp haben der Helligkeit und Kontrast nachregeln kann. Problem: Das Herzstück ist ein Chip von Panasonic der primär für den Einsatz in TV-Geräten gedacht war. Stückpreis 10$ bei 1000er-Stückzahlen. Dieser Chip ist nicht für Restaurationszwecke gedacht und so sieht dann auch das Ergebnis aus: Die 2D NoiseNoise im Glossar erklärt Reduction sorgt für starke Unschärfe, die 3D NoiseNoise im Glossar erklärt Reduction verursacht starke Schlieren und Nachzieher, aber das Rauschen wirst du nicht so wirklich los. Zumindest in den alten Geräten hat zudem der TBC, im Übrigen ein recht primitiver Line-TBC, fehlerhaft gearbeitet und bei gewissen Fehlern, die Geräte ohne TBC (;z.B. Canopus ADVC-110, Pinnacle DC50, Pinnacle Moviebox USB500) oder andere Line-TBCs (;z.B. Darim M-Filter) oder echte Vollbild-TBCs (;z.B. Electronic Design TBC-Enhancer) kalt ließen, zusätzliche Verzerrungen ins Bild eingebaut. Dafür hatte er aber nicht alle Zeitfehler fangen können, im Gegensatz zu seinen TBC-Konkurrenten. Besser als ohne TBC ja, aber nicht perfekt. Panasonic hat den Chip zwar überarbeitet, aber ich glaube nicht, dass die Fehler mittlerweile behoben sind.

Der Line-TBC in deinem Panasonic Rekorder arbeitet besser, kann aber dazu führen, dass, wenn du diesen einschaltest, beim ADVC-300 das Bild anfängt, auf und ab zu springen.

Edirol hatte beim VMC-1 den gleichen Chip mit den gleichen Problemen drin, aber immerhin mit der Option, den TBC zu deaktivieren.

Der kleinere ADVC-110 arbeitet sauber, aber das Ergebnis dürfte nicht anders ausfallen, als bei deinem DV-Camcorder.

Kommerziell wie auch privat arbeite ich mit Decodern von Snell&Wilcox (;kommen wohl für dich wegen Kosten, Aufwand, Nebeninvestitionen und auch Lautstärke nicht in Frage). Nur wenn ich die Kisten aus lassen will, z.B. wenn es nur um eine 10 Minuten Quick&Dirty Demo geht (;die Snell&Wilcox Kisten sind für den Dauerbetrieb gemacht, die schmeiße ich nicht für 10 Minuten an), greife ich auf andere Geräte zurück. Damals eine Pinnacle Moviebox USB-500, die uncompressed arbeitet. Man sieht zwar gravierende Unterschiede zu Snell&Wilcox (;die Profi-Liga ist immer noch weit überlegen), aber mit den Canopus ADVC-Geräten spielt die Moviebox locker mit, hat aber nicht die DV-Artefakte - Also mehr Qualität für weniger Geld, aber dafür auch viel größere Dateien (;20MB/s oder wenn du nicht aufpasst und RGBRGB im Glossar erklärt aufnimmst 30MB/s). Nachteil bei der alten 500/700-Reihe: Bananen-Treiber unter XP die beim Kunden nachreifen und keine Windows 7 Treiber. Mac und Linux scheiden ganz aus. Der Nachfolger soll die Moviebox HD sein (;wobei HD irreführend ist: Das Ding ist SD, nur die mitgelieferte Pseudo-Schnittsoftware Pinnacle Studio ist HD-fähig), womit ich aber keine Erfahrungen habe.

Alternative für PCIe wäre die Blackmagic Intensity Pro, für die es Treiber für Windows, Linux und Mac gibt und die sich nahtlos in Vegas Pro und Premiere CS einfügt, aber natürlich auch ohne läuft.




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