| DV-AVI und VDub-NoiseReduction (unkomprimiert)
Frage von Ernst Killmann:
Guten Morgen allerseits
Ich bin verblüfft - folgendes ist "passiert":
Aufgabenstellung: 15 min alte verrauschte VHS-Aufnahme sollen - zusammen mit anderen qualitativ besseren Filmen - mit Premiere 6.5 geschnitten und dann auf eine DVD gebrannt werden.
Durchführung: VHS-recorder über analog-in an break-out-box von Pinnacle DV500 angeschlossen; besagtes Video per Scenalyzer gecapturet (;nur so kann ich beim capturen noch etwas anderes machen - beim capturen über Premiere will das capture-Modul den PC ganz für sich allein und duldet keine Nebentätigkeit) Auf der Platte landete ein ca. 3,3GB grosses DV-AVI-file.
VDub aufgerufen, den DenoiseFilter (;Standardeinstellungen unberührt gelassen) hinzugefügt, "no compression" gewählt, "full processing mode" für video-stream angeklickt (;audio = "direct stream"), neuen Namen vergeben und OK.
Ergebnis: nach 45 min. rechnen für 15 min Ausgangsmaterial: ein 26,5 GB (;!!!!) grosses unkomprimiertes AVI-file.
Fragen: - kann das sein? (;Blöde Frage: natürlich kann das sein, sonst hätte ich so ein grosses file nicht - aber *warum*?) - berücksichtigt VDub Filtereinstellungen auch im "direct-stream-verfahren"? - hätte ich also nur den Filter hinzufügen und "direct stream" wählen müssen, um die file-Grösse beizubehalten? - gibt es (;für mich mit meiner Ausrüstung) noch andere Wege, direkt beim Überspielen vom Video-Rekorder in den PC schon einen entsprechenden Filter anzuwenden? - VDub erkennt die DV 500-Karte leider nicht als geeignetes Aufnahmegerät, dafür müsste ich wohl eine TV-Karte mit BT-Chip haben - oder?
Vertrauensvolle Grüsse von Ernst
Antwort von Ottfried Schmidt:
On Wed, 7 Apr 2004 09:39:31 0200, "Ernst Killmann" wrote:
>VDub aufgerufen, den DenoiseFilter (;Standardeinstellungen unberührt >gelassen) hinzugefügt, "no compression" gewählt, "full processing mode" für >video-stream >angeklickt (;audio = "direct stream"), neuen Namen vergeben und OK.
>Ergebnis: >nach 45 min. rechnen für 15 min Ausgangsmaterial: ein 26,5 GB (;!!!!) grosses >unkomprimiertes AVI-file.
Na, das ist doch völlig normal, wenn Du "no compression" wählst. Unkomprimierte Videos werden nun mal so groß. Ich würd's an Deiner Stelle mal mit dem DV-Codec versuchen, statt mit "no compression". ;)
>- berücksichtigt VDub Filtereinstellungen auch im "direct-stream-verfahren"?
Nein, das sagt doch schon der Name. Würde er filtern, wäre es ja kein direktes Streaming mehr.
>- hätte ich also nur den Filter hinzufügen und "direct stream" wählen >müssen, > um die file-Grösse beizubehalten?
Genau, dann wäre allerdings nicht gefiltert worden. :-D
Antwort von Volker Schauff:
> nach 45 min. rechnen für 15 min Ausgangsmaterial: ein 26,5 GB (;!!!!) grosses > unkomprimiertes AVI-file. > > Fragen: > - kann das sein? (;Blöde Frage: natürlich kann das sein, sonst hätte ich so > ein > grosses file nicht - aber *warum*?)
Das kann sein. Wie soll Vdub wissen, welches Zielformat du haben willst? Für DV hast du oft keine VfW-Codecs sondern nur DirectShow Filter, also kann Vdub oft garkein DV encoden (;vom hören her glaube ich, Mainconcept bietet einen Software DV-Codec an der Vdub DV-encoding befähigt). Vdub nimmt als Ziel erst mal unkomprimiert an, du mußt einen Zielcodec auswählen, ob DV, MJPEG , DivX , HuffYUV oder sonst was haben willst.
> - berücksichtigt VDub Filtereinstellungen auch im "direct-stream-verfahren"?
Nein, es heißt Direct Stream COPY und nicht Direct Stream FILTER. Das Video muß ja dekomprimiert werden um es filtern zu können, und was dekomprimiert wurde muß nachher wieder komprimiert werden
> - gibt es (;für mich mit meiner Ausrüstung) noch andere Wege, direkt beim > Überspielen vom Video-Rekorder in den PC schon einen entsprechenden > Filter anzuwenden?
Entweder ein Timebase Corrector der bereits über Filter verfügt (;z.B. Darim M-Filter) oder der Canopus ADVC-300, ein DV-Wandler inkl. TBC und diversen Filtern. Oder ein Videorecorder mit TBC und Noise Reduction, wobei die oft nicht so effizient sind (;die integrierten TBCs kriegen selbst total vermurkste Videos noch mal auf Vordermann, die sind echt gut, die Noise Reduction eines VCRs taugt aber in der Regel nichts, beim Panasonic NV-HS930 sehe ich keinen Unterschied ob 3D-DNR an oder aus ist, bei den großen JVC mit diesen Features wurde das Bild eigentlich nur unschärfer)
> - VDub erkennt die DV 500-Karte leider nicht als geeignetes Aufnahmegerät, > dafür müsste ich wohl eine TV-Karte mit BT-Chip haben - oder?
Nein, das liegt entweder daran, daß man bei Pinnacle keine Treiber programmieren kann, oder, mit etwas Glück, nur daran, daß der WDM-VfW-Wrapper nicht installiert ist (;google mal nch dem Begriff, einer der ersten Treffer sollte dir schon bei der Installation helfen). Wenn die genauso einen Mist gebaut haben wie bei der DC50 hast du keinen VfW/VXD-Treiber (;den hatte die DC50 unter Win98 noch) und keinen WDM-Treiber den der VfW-WDM-Wrapper wrappen kann, sondern irgendwas proprietäres das mit der Pinnacle Aufnahmesoftware und mit etwas Glück mit einem Premiere Aufnahmeplugin und Pinnacle Studio funktioniert. Eine gute Schnittkarte hat mit allem zu funktionieren. Selbst DV-Cams bekommst du mit Vdub (;über VfW-Wrapper) ans laufen, daß auch Schnittkarten vom alten Schlag mit Vdub laufen zeigten die DC-Serie unter Win98 sowie Electronic Design mit jeder ihrer Karten unter jedem Betriebssystem.
Eine TV-Karte mit Bt-Chipsatz nützt dir ohne WDM-Wrapper ab Win2K auch nichts, und dürfte auch ne Ecke schlechtere Qualität liefern als die DV500
Antwort von Heiko Nocon:
Ernst Killmann wrote:
>- kann das sein? (;Blöde Frage
Stimmt.
Die Quelle war DV-komprimiert, als Ergebnis wolltest du es unkomprimiert. Da DV so ungefähr 5:1 komprimiert, MUSSTE logischerweise das Ergebnis ungefähr fünfmal so groß werden wie das Ausgangsmaterial.
>- berücksichtigt VDub Filtereinstellungen auch im "direct-stream-verfahren"?
Nein, natürlich nicht. Die Sache heißt "direct stream copy". Copy%Kopieren. Dabei werden nur die Videoframes unverändert kopiert.
Sobald du irgendwas am Bildinhalt ändern willst, mußt du immer den "full processing mode" nehmen, denn nur dann kannst du überhaupt Filter anwenden.
>- hätte ich also nur den Filter hinzufügen und "direct stream" wählen >müssen, um die file-Grösse beizubehalten?
Nein. Du hättest bloß das Ergebnis ebenfalls wieder DV-komprimieren müssen, dann wäre es auch wieder ungefähr so groß geworden wie die DV-komprimierte Quelldatei.
Das kannst du aber jetzt noch nachholen, ohne die Rauschfilterung erneut durchlaufen zu müssen. Einfach die fette Datei öffnen, Audio wie gehabt auf "direct stream copy", Video auf "fast recompress". Dann bei Compression den DV-Codec auswählen. (;Den du dazu natürlich entweder schon haben oder vorher erstmal installieren mußt)
Antwort von Ernst Killmann:
Ottfried, Volker, Heiko schrieben "unisono"
> Die Quelle war DV-komprimiert, als Ergebnis wolltest du es > unkomprimiert. Da DV so ungefähr 5:1 komprimiert, MUSSTE > logischerweise das Ergebnis ungefähr fünfmal so groß werden wie das > Ausgangsmaterial.
Dank für prompte und ausführliche Antworten!
Meine Logik war halt nicht die *richtige* Logik: Ich "dachte", bei unkomprimiert macht VDub an der Kompression des *geöffneten* Videos (;also an dem DV-AVI-file) gar nichts, sondern belässt es in der Grösse, wie es ist.
Dass es das DV-AVI-file als komprimiertes file versteht (;und ich nicht), war eben der Denkfehler - deshalb hat es in die "Normal-"Grösse rekomprimiert.
Für die Tips bezüglich der richtigen Vorgehensweise bzw. möglicher Alternativen ebenfalls merci !
Gruß Ernst
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