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/// [Preisvorstellung] Musik-Clip
Beitrag aus dem slashCAM-Forum:[Asking price] music clip

[Preisvorstellung] Musik-Clip





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Frage von nonole:
Januar 2010

Hallo Community

Ich habe von einer lokalen Musikband eine Anfrage erhalten. Sie möchten, dass ich ein Musikvideo zu einem ihrer Lieder drehe.

Leider habe ich noch nie einen "kommerziellen" Auftrag erhalten, sondern immer nur für mich selber gefilmt.
Deswegen habe ich keine Preisvorstellung, wie viel ich verlangen kann/sollte.

Ich bin ein Amateurfilmer/-schneider habe aber schon ziemlich Erfahrung sammeln können (;u.a. auch mit After Effects). Mein Wissen habe ich mir autodidaktisch angeeignet.

Ich soll den Film drehen & schneiden. (;Kamera werde ich voraussichtlich auch selber bedienen)

Was für einen ungefähren Preis würdet ihr empfehlen/verlangen?

Vielen Dank!

PS: Ich weiss, pauschal eine Vorschlag zu machen ist aus eurer Sicht sicherlich schwierig. Mir geht es eigentlich nur darum, eine gewisse Vorstellung zu bekommen. :)



Antwort von Axel:

Du hast dann wohl auch kein Gewerbe angemeldet. Was bleibt dir übrig, als das Video umsonst zu machen und von der Band ein kleines Geldgeschenk zu bekommen. Du kannst keine Rechnung stellen, die Band (;bzw. deren Produzenten, bzw. die Platten- oder Eventfirma, das "Label", falls es sowas überhaupt gibt, i.d.R. genauso wenig wie deinen Gewerbeschein) kann es nicht absetzen, also, halte dich fest, rechne mit 300 €, wenn es sehr gut geworden ist.

Professionell sieht die Sache anders aus. Ein Musikvideo wurde in einem Club von Profis "zum Selbstkostenpreis" von ca. 50 000 € gedreht:
- Der Club wurde gemietet.
- Kamera und Equipment wurde gemietet, inkl. Kran & Dolly.
- Licht wurde gemietet, inkl. zweier Beleuchter (;viel Licht).
- Visagisten.
- Catering für knapp 60 Leute, inklusive der Statisten.
- Teile des Clubs wurden am Tag zuvor umgebaut (;Kulissenwände) und mussten anschließend rückgebaut werden.

Meine Beteiligung sah so aus, dass ich steuerbares Diskolicht mit einem Sprinter rankarrte, aufbaute und betreute. Die Lampen sind im Film zu sehen.

Der Clip ist super scheiße und mega langweilig. Edle Optik, aber von dem Aufwand sieht man nickes. Leute, die in einer Disko tanzen, so what? Weiterklicken.

Mein Kumpel (;Gewerbe) hat für die erwähnten 300 € ein Musikvideo als spec shot gemacht. 5 Lampen mit Zubehör, Stativ, Glider (;Nachbau des P&S Glider), eine Nebelmaschine, alles eigenes Equipment, 3 Gogogirls. Kosten: Pizza für alle, ca. 80 €. Das Video ist auch langweilig, die Optik ist aber die gleiche wie bei der Ben-Hur-Version.

Tip: Die Band leiht dir ihre Musik als Anlass, ernsthaft etwas richtig Gutes machen zu wollen. Sieh das als die Bezahlung. Mach es so gut wie du kannst. Lies diesen kurzen Thread. Viel Erfolg.


Antwort von Alf_300:

Möchte dem Vorposter nicht widersprechen, denn Er war vermutlich noch billig
Aber es geht auch Anders
http://www.weltentummler.de/blog/Artikel/1346/was-kostet-ein-musikvideo


Antwort von Maze:

Das wird unter Umständen rechtlich nicht funktionieren mit dem "Geldgeschenk". Dir bleibt nichts anderes übrig als es umsonst zu machen. Solltest du Geld dafür nehmen, machst du den Wettbewerb kaputt (;denn für sowas gibt es Firmen die von solchen Aufträgen existieren müssen) und das wird geahndet.

Hier auch zu sagen "rechne mit 300 Euro" ist überflüssig, denn man weiss nichts über die finanzielle Lage der Band, den Aufwand, Zeit etc.


Antwort von Alf_300:

So dramatisch mit dem "anden" wird das nicht sein,
wenn das Konzept steht, die Kosten errechnet sind, kostet die Gewerbeanmeldung 30 Euro


Antwort von Axel:

"Maze" wrote:
Das wird unter Umständen rechtlich nicht funktionieren mit dem "Geldgeschenk". Dir bleibt nichts anderes übrig als es umsonst zu machen. Solltest du Geld dafür nehmen, machst du den Wettbewerb kaputt (;denn für sowas gibt es Firmen die von solchen Aufträgen existieren müssen) und das wird geahndet.

Hier auch zu sagen "rechne mit 300 Euro" ist überflüssig, denn man weiss nichts über die finanzielle Lage der Band, den Aufwand, Zeit etc.


Du hast kategorisch Recht. Wahrscheinlich kommt es nicht zu einer Bezahlung mit Geld. Dies muss man Einsteigern von Anfang an unmissverständlich klarmachen: Wenn es eine Branche gibt, in der alles korrekt abläuft, ist es Video/Film ;-)

Es würde die Ernsthaftigkeit erhöhen, (;Klein-)Gewerbe anzumelden. Das hat auch den Vorteil, dass man das Equipment, das man anschafft, absetzen kann. Allerdings wird man steuerlich veranschlagt und sollte auf jeden Fall einen Steuerberater nehmen.

Einem Neuling, der sich selbst als Amateur bezeichnet und wahrscheinlich auch nur dementsprechende Ausrüstung hat, würde ich aber empfehlen, erstmal Erfahrung und Selbstvertrauen aufzubauen mit ars gratia artis.

Ohne dieses Prinzip kann nämlich gar nichts Gutes entstehen in diesem Land. Wer am unteren Spektrum von Video-Aufträgen tatsächlich leben muss, der kaut ein hartes Brot und wird kreativ regelmäßig frustriert. Nehmen wir an, du stellst Kosten von einigen Tausend Euro als Lohn für deine Arbeit in Aussicht (;dann bleibt dir kaum etwas anderes übrig). Für wie wahrscheinlich hältst du es, dass das Video zustande kommt? Ohne Referenzen? Von einer "lokalen" Band?


Antwort von MarcBallhaus:

"Axel" wrote:
Du hast dann wohl auch kein Gewerbe angemeldet. Was bleibt dir übrig, als das Video umsonst zu machen und von der Band ein kleines Geldgeschenk zu bekommen. Du kannst keine Rechnung stellen, die Band (;bzw. deren Produzenten, bzw. die Platten- oder Eventfirma, das "Label", falls es sowas überhaupt gibt, i.d.R. genauso wenig wie deinen Gewerbeschein) kann es nicht absetzen, also, halte dich fest, rechne mit 300 €, wenn es sehr gut geworden ist.


"Axel" wrote:

Es würde die Ernsthaftigkeit erhöhen, (;Klein-)Gewerbe anzumelden. Das hat auch den Vorteil, dass man das Equipment, das man anschafft, absetzen kann. Allerdings wird man steuerlich veranschlagt und sollte auf jeden Fall einen Steuerberater nehmen.


"Alf_300" wrote:
So dramatisch mit dem "anden" wird das nicht sein,
wenn das Konzept steht, die Kosten errechnet sind, kostet die Gewerbeanmeldung 30 Euro


Sorry, Axel, Alf & Co, aber das ist alles kompletter Unsinn den ihr da verzapft.

Jeder kann - ohne Gewerbeschein - eine Rechnung schreiben, vor allem im künstlerischen Bereich wo es keine Gewerbepflicht gibt. Das einzige was man machen muss, ist am Ende des Jahres eine Steuererklärung abgeben und dort den tatsächlichen Verdienst aus Jobs wie diesen angeben. Und um das machen zu können, ausserdem Buch führen und Belege aufbewahren. Fertig.

Wozu ein Gewerbeschein gut ist, wurde hier in anderen Threads schon zu Genüge erörtert. Ebenso wer Gewerbe anmelden muss und wer nicht. Vereinfacht: Der Gewerbeschein ist dazu da, damit die Stadt die Gewerbesteuer von dir kassieren darf, und sonst für absolut nichts. Daher ist es ein Vorteil eine Selbständigkeit auszuüben, die davon befreit ist, z. B. alle künstlerischen Berufe, alle Lehrberufe, Steuerberater, Anwälte, Ärzte, etc.

MB


Antwort von Alf_300:

@
alle Lehrberufe ???????


Antwort von MarcBallhaus:

Und nun zur Threadfrage:

Ich würde als Anfänger 150-200 EUR pro Tag nehmen den du damit zubringst, plus sämtliche Aufwandskosten. Alles Personal, das dazu kommt, auch mit einem Satz x dazu rechnen, und sieh zu dass du an externen Leuten verdientst, also wenn jemand 100 pro Tag will, verkaufe ihn weiter für 120 - denn DU hast den Aufwand mit der Person, DU besorgst sie, und DU bist nicht die Wohlfahrt. Wenn deine Kunden das nicht wollen, sag ihnen sie sollen die Leute besorgen und direkt bezahlen.

Mach vorher nen Kostenplan, was du schätzt wieviel Aufwand du brauchst und was an externen Aufwendungen dazu kommt und lass dir diesen schriftlich absegnen. eMail reicht. Schreib ausserdem dazu, dass du nur 1 Schnittversion machst, jeder weitere Schnitt weiteres Geld kostet, beispielsweise 2 Tage extra a 150 oder was auch immer du für angemessen hältst.

Lass dir die Hälfte im Voraus bezahlen und den Rest nach Abnahme. Lass dir Abnahme nach Fertigstellung schriftlich bestätigen, also eine eMail wo deine Auftraggeber schreiben: "OK, schön so, abgenommen."

Wenn du was um deine rechtliche Situation wissen willst, also all die Punkte die du nicht selbst in einem Vertrag klären willst, bemühe das Werkvertragsgesetz des BGB, dort ist deine Tätigkeit ganz gut und leicht verständlich umrissen, auch Dinge wie Abnahme, Mängel, etc. Es ist ein Vorteil sich damit auszukennen, denn dann musst du dir im Diskussionsfall keine Ammenmärchen anhören, sondern kennst dich ein bisschen aus.

MB


Antwort von nonole:

Danke für die Antworten!

Vor allem für die Antwort von Marc Ballhaus!!
Genau danach habe ich gefragt! :)

Ich bin auch dankbar für den Hinweis(;e) bezügl. Gewerbe, etc.

Ich möchte anständiger weise auf die Antworten eingehen:
Gratis mache ich so etwas grundsätzlich nicht.
"There ain't such thing as a free lunch."

Auch wenn ich ein Neuling bin, heisst das
1.) noch lange nicht, dass ich nichts könnte
2.) dass ich trotzdem viel Zeit investieren muss (;siehe: Zitat ;))
3.) genau so, dass eine Arbeit für "nichts" grundsätzlich auch als "nichts" empfunden wird.

Quote:
: Die Band leiht dir ihre Musik als Anlass, ernsthaft etwas richtig Gutes machen zu wollen. Sieh das als die Bezahlung


Die Band kommt auf mich zu, weil sie sich keine "professionellen" Leute leisten wollen/können.

Bezüglich des Gewerbescheins: Ich lebe in der Schweiz. Die Gesetzeslage sieht hier ein Wenig anders aus. Hätte ich erwähnen sollen.


Antwort von MarcBallhaus:

Freut mich wenn ich helfen konnte.

Das Werkvertragsgesetz ist sicher analog auch im Gesetz der Schweiz weitgehend identisch verankert, kenne mich da allerdings nicht aus.

MB


Antwort von nonole:

"Axel" wrote:
(;...) Lies diesen kurzen Thread. Viel Erfolg.


Tip Top Danke für die Antwort!
hatte nun endlich genug Zeit, dies in Ruhe zu lesen!

Du hast halt natürlich recht mit dem Vergleich von Aufwand & Ertrag.
Werde dies beachten, danke für den Hinweis. ;)



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update am 18.März 2010 - 16:10
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