| [Linux] mke2fs: largefile oder largefile4 verwenden?
Frage von Martin Klaiber:
Ich möchte unter Linux eine 80GB-Platte nur für Videos einrichten. Dabei möchte ich so wenig Platz wie möglich verschwenden. Es würde sich doch also die Option -T largefile oder -T largefile4 bei mke2fs anbieten, so dass nur eine Inode je 1MB oder 4MB nötig ist.
Hat jemand praktische Erfahrungen damit? Gehen einem in der Praxis irgendwann doch die Inoden aus? Theoretisch sollte es ja kein Problem sein, eine Sekunde AV belegt etwa 3,6MB (;stimmt das?), und so kurze Szenen sind IMHO sehr selten. Meistens dauert eine Szene bei mir nicht unter 10s, das wären im Schnitt also Dateigrößen über 30MB, und damit sollte sogar largefile4 problemlos möglich sein, oder?
TIA, Martin
Antwort von Andreas Brachold:
Hi,
Am Wed, 22 Mar 2006 13:56:14 0100 schrieb Martin Klaiber:
> Ich möchte unter Linux eine 80GB-Platte nur für Videos einrichten. > Dabei möchte ich so wenig Platz wie möglich verschwenden. Es würde > sich doch also die Option -T largefile oder -T largefile4 bei mke2fs > anbieten, so dass nur eine Inode je 1MB oder 4MB nötig ist.
Ich glaube nicht das dies bei eine kleinen Platte wie einer mit 80GB überhaupt relevant ist. Aktuelle Festplatten haben 250...400GB. ;-)
Viel wahrscheinlicher ist bei großen Inoden die Platzverschwendung, da jede Datei eine vielfaches von 1MB bzw. 4MB belegt, auch wenn Sie nur wenige Bytes benötigt.
Ein 4,1MB Datei belegt dann auf der HDD per Inoden 5MB bzw. sogar 8MB. Dateien haben leider nie die exakte Größe eines Dateisystemblocks.
Meiner Meinung ist es bei größeren Festplatten viel wichtiger ein Journaling-Dateisystem (;ext3, xfs, ...) zu verwenden.
Andreas
Antwort von Helmut Hullen:
Hallo, Andreas,
Du (;0b7e6piy02) meintest am 23.03.06:
> Meiner Meinung ist es bei größeren Festplatten viel wichtiger ein > Journaling-Dateisystem (;ext3, xfs, ...) zu verwenden.
Warum? Die allermeisten Film-Dateien dürften sich nach dem Draufspielen nie mehr ändern.
Viele Grüße! Helmut
Antwort von Andreas Brachold:
Hi,
Am Thu, 23 Mar 2006 17:52:00 0100 schrieb Helmut Hullen:
>> Ich schrieb: >> Meiner Meinung ist es bei größeren Festplatten viel wichtiger ein >> Journaling-Dateisystem (;ext3, xfs, ...) zu verwenden. > > Warum? > Die allermeisten Film-Dateien dürften sich nach dem Draufspielen nie > mehr ändern.
Weil bei bei einem harten Rechnerneustart oder eine Stromausfall nicht das gesamte Dateisystem zu überprüfen ist. Sondern nur die zum Zeitpunkt des Restart offenen Dateien müssen überprüft und eventuell repariert werden. Dies bedeutet bei den heutigen großen Platten eine große Zeitersparnis beim Hochfahren, dauert das Überprüfen von einigen hundert Gigabyte großen Partitionen durchaus etwas länger dauert...
Leicht modifiziertes Zitat aus : http://de.wikipedia.org/wiki/Journaling-Dateisystem
Andreas
Antwort von Helmut Hullen:
Hallo, Andreas,
Du (;0b7e6piy02) meintest am 23.03.06:
> Hi,
>>> Meiner Meinung ist es bei größeren Festplatten viel wichtiger ein >>> Journaling-Dateisystem (;ext3, xfs, ...) zu verwenden.
>> Warum? >> Die allermeisten Film-Dateien dürften sich nach dem Draufspielen >> nie mehr ändern.
> Weil bei bei einem harten Rechnerneustart oder eine Stromausfall > nicht das gesamte Dateisystem zu überprüfen ist.
Dagegen hilft i.a. besser eine USV. Und eine Prüfung beim Neustart kann ich auch unterbinden.
Klar - bei einigen meiner grossen Partitionen habe ich auch "ext3" eingestellt. Aber nicht bei jeder.
Viele Grüße! Helmut
Antwort von Andre Beck:
Andreas Brachold <0b7e6piy02@sneakemail.com> writes: > Am Wed, 22 Mar 2006 13:56:14 0100 schrieb Martin Klaiber: > >> Ich möchte unter Linux eine 80GB-Platte nur für Videos einrichten. >> Dabei möchte ich so wenig Platz wie möglich verschwenden. Es würde >> sich doch also die Option -T largefile oder -T largefile4 bei mke2fs >> anbieten, so dass nur eine Inode je 1MB oder 4MB nötig ist. > > Ich glaube nicht das dies bei eine kleinen Platte wie einer mit 80GB > überhaupt relevant ist. Aktuelle Festplatten haben 250...400GB. ;-)
Das ist sogar ziemlich relevant. Die korrekte Wahl der i-node-Dichte gestattet Dir, ca. 10% der gesamten Größe des Blockdevice der passenden Verwendung zuzuführen. Dazu noch der reservierte Platz (;5% sind bei 80G auch schon 4G, so viel ist zur Aufrechterhaltung der Fragmentfreiheit nicht annähernd nötig) getuned und schon hat man ca. 8G mehr Platz.
> Viel wahrscheinlicher ist bei großen Inoden die Platzverschwendung, > da jede Datei eine vielfaches von 1MB bzw. 4MB belegt, auch > wenn Sie nur wenige Bytes benötigt.
Das ist, mit Verlaub, vollkommener Blödsinn. Es war die Rede von der i-node-Dichte (;wieviel i-nodes je KiB Daten), nicht von der Block- größe. Das einzige Problem bei sehr niedriger i-node-Dichte ist, dass man bei einer datenmäßig noch nicht annähernd vollen Platte ein ENOSPC kriegen kann, wenn alle i-nodes belegt sind. Aber da der Urposter sich sicher war, dass das FS ausschließlich wenige, große Files enthalten wird, ist das ja egal. Mit largefile4 sind immer noch 20000 i-nodes da, also Platz für bis zu 20000 Directories und Files.
> Ein 4,1MB Datei belegt dann auf der HDD per Inoden 5MB bzw. sogar 8MB. > Dateien haben leider nie die exakte Größe eines Dateisystemblocks.
Ein ext2/3-Block bei so einem großen FS ist typisch 4KiB, also durch- schnittlich 2KiB Verschnitt. Auf einem Wenige-aber-große-Files-FS ist das praktisch nicht spürbar.
> Meiner Meinung ist es bei größeren Festplatten viel wichtiger ein > Journaling-Dateisystem (;ext3, xfs, ...) zu verwenden.
Das sowieso.
BTW, was ich nicht verstehe ist, wieso bei ext2/3 kaum jemand dir index anschaltet oder überhaupt weiß, dass es das gibt. Das ist jetzt hier eher OffTopic, da es für Directories mit sehr vielen Einträgen nützt, was ja bei Video eher untypisch ist. Aber es wundert mich halt.
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-> Andre "ABPSoft" Beck ABP-RIPE Dresden, Germany, Spacetime <-
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