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Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Do 24 Mai, 2012 16:03
von ruessel
Ja, danke für die Rückmeldung. aber evtl. ist ab 2013 wieder alles anders, im Moment versucht die GEMA mehr Geld einzunehmen, bis zu 1500% mehr.

Hier der neue GEMA Tarifrechner für Discos und Straßenfeste: http://bdt.dehoga-bundesverband.de/
Eine große Tanzschule veranstaltet traditionsgemäß einmal im Jahr eine große GALA Nacht mit verschiedenen Paartänzen und Shows. Diese findet in einem großen Haus in mehreren thematischen Sälen statt. Es gibt Flanierkarten und Karten mit Sitzplatz, die teuerste Karte kostet 49.- Euro mit Diner und Sitzplatz. Da auch ein Gala-Diner serviert wird und ein ausgiebiges Showprogramm stattfindet, beginnt die Veranstaltung bereits um 19:30 Uhr und endet um 04:30 Uhr. Der große Hauptsaal hat 1000m², eine zweite Fläche 300m², eine dritte Fläche 230m² sowie das Foyer mit 500m². In der Summe kommen so 2030m² zusammen. Auf allen Flächen wird von DJs Musik aufgespielt. Diese nutzen hierzu Laptops mit MP3s.

Nach Tarif M-U 2012 ergibt sich eine GEMA-Gebühr in Höhe von 2.221,51 Euro

Nach Tarif M-V 2013 ergibt sich eine GEMA-Gebühr in Höhe von 20.580 Euro
Dies entspricht einer Steigerung der GEMA Gebühr von +826,40 %
Quelle: http://kultur-retten.de/index.php/fakten

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Do 24 Mai, 2012 16:15
von Jott
So bleibt der Laden wenigstens im Fokus und macht sich weiter unbeliebt. Sehr hübsch die Unterscheidung zwischen Vinyl, CD, Laptop und mp3 bei der Beschallungsquelle - das zeigt wunderbar, dass dort Psychopathen am Werk sind. Wie wär's noch mit einem hochkomplizierten Korrekturfaktor abhängig von Anzahl und Durchmesser der verwendeten Lautsprecherkalotten?

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Do 24 Mai, 2012 21:28
von stefangs
ruessel hat geschrieben:Ja, danke für die Rückmeldung. aber evtl. ist ab 2013 wieder alles anders, im Moment versucht die GEMA mehr Geld einzunehmen, bis zu 1500% mehr.

Hier der neue GEMA Tarifrechner für Discos und Straßenfeste: http://bdt.dehoga-bundesverband.de/
stimmt schon, trotzdem fuehle ich mich bemuessigt, auch das etwas zu relativieren. was bei dieser meldung naemlich komplett unter den tisch faellt, ist die tatsache, dass die kleineren betriebe nun deutlich entlastet werden, aber wer erzaehlt das schon so gerne rum.

unterm strich ist die rechnung m.e. so: wenn am abend 100 leute zwei bis dreimal die woche 10 euro eintritt zahlen, sind die gemakosten gedeckt. wenn ich mir vorstelle, wie diese laeden brummen, und was da noch an getraenken, parkplatzgebuehren, etc. zusammenkommt, haelt sich mein mitleid in grenzen. und diese laeden existieren ja nun massgeblich, weil (gema-)musik gespielt wird. eine disko, in der keine musik gespielt wuerde, haette auch keine gema gebuehren. welches geschaeftsmodell ist fuer den betreiber denn attraktiver?

das hauptproblem der gema ist in meinen augen die komplette unfaehigkeit in sachen PR. ich sag euch was - in kanada macht die socan (die schwesterngesellschaft der gema) vor, wie es richtig geht. die haben ein derart gutes image, dass restaurantbesitzer allerorten die aufkleber mit dem logo an ihre tueren pappen und stolz verkuenden, dass sie kanadische musikkultur unterstuetzen. und die socan vergibt fleissig preise fuer diejenigen, die das am besten machen. was wuerde hier wohl passieren, wenn ein restaurant- oder diskobesitzer das gema logo an die tuer klebt? die leute wuerden wahrscheinlich den laden meiden, weil sie befuerchten, mit der rechnung noch eine gema-pauschale zahlen zu muessen. nun hat die gema seit diesem monat die PR-stelle neu besetzt. ich bin mal gespannt, denke aber, dass der zug abgefahren ist. vielleicht die uebernaechste generation, wenn die gema bis dahin ueberlebt??

stefan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 10:49
von Alf_300

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 11:28
von blowup
stefangs hat geschrieben:nun hat die gema seit diesem monat die PR-stelle neu besetzt. ich bin mal gespannt, denke aber, dass der zug abgefahren ist. vielleicht die uebernaechste generation, wenn die gema bis dahin ueberlebt??
stefan
Jetzt sag aber nicht, der neue PR-Beauftragte ist der, der mit unglaublicher Kaltschnäuzigkeit als echter PR-Dilettant die Erhöhung ungefähr so kommentiert hat: "Wenn Diskotheken jetzt 500 % mehr zahlen müssen, so heißt das doch nur, dass die vorher 500 % zu wenig gezahlt haben". (man muss ja quasi froh sein, dass man nicht noch rückwirkend zur Kasse gebeten wird...). Unabhängig von der Erhöhung, aber so ein Mensch muss doch Berufsverbot erhalten. Eine Frechheit! Geschäftsschädigend!

Meiner Ansicht nach ist die ganze Gema-Politik ein einziges Desaster und einfach von Gier und Kontrollwut geprägt. Dabei bemühe ich mich wirklich, die Dinge differenziert zu sehen. Diese Monstererhöhung stößt mir gar nicht mal per se auf. Denn welchen Anteil hat die Musik am Geschäftserfolg von Diskotheken? Einen ziemlich großen, würde ich sagen (30 bis 50 % ?). Für Miete wird ja auch viel Geld ausgegeben. Könnte mir schon vorstellen, dass die neue Lizensierung das angemessener berücksichtigt.

Nur: wenn man die Bedeutung für den kommerziellen Erfolg berücksichtigt, dann muss man im Gegenzug auch so fair sein, auf Lizenzen zu verzichten, wenn der Anteil der Musik allenfalls im Promillebereich liegt (Arztpraxen, kleine Einzelhandelsgeschäfte, überhaupt Hintergrundmusik).

Re: Gema-Mafia

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:04
von Bischofsheimer
Heute Meldung : Gema verlangt Zwangsabgabe (ziemlich hoch ) für Speicher Medien
Da kann man nur noch Okjupay oder die Piraten wählen um diese Abzock
mafia evtl zu stoppen.
Ich verwende nur DVD `S für eigene Filme , die ich selbst erstellt habe
Ich brauche nur USB sticks nur für eigene Bilder oder eigenes Material zu speichern
dafür der Scheiss Mafia noch erhöhte Abgaben zu zahlen , bin ich nicht bereit
Habe eben an die Bundesregierung ( Marionetten Regierung ) ein Protest
Brief geschrieben.
Und ich weis auch was ich bei der nächsten Wahl wählen werde .

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:24
von carstenkurz
blowup hat geschrieben:
Jetzt sag aber nicht, der neue PR-Beauftragte ist der, der mit unglaublicher Kaltschnäuzigkeit als echter PR-Dilettant die Erhöhung ungefähr so kommentiert hat: "Wenn Diskotheken jetzt 500 % mehr zahlen müssen, so heißt das doch nur, dass die vorher 500 % zu wenig gezahlt haben". (man muss ja quasi froh sein, dass man nicht noch rückwirkend zur Kasse gebeten wird...). Unabhängig von der Erhöhung, aber so ein Mensch muss doch Berufsverbot erhalten. Eine Frechheit! Geschäftsschädigend!
Wenn solche Typen analog zu den GEZ Schnüfflern mit solchen Sprüchen und Behauptungen vor Ort auftauchen, am besten vor einem Zeugen mal ne Strafanzeige wegen Betrugs und Nötigung in Aussicht stellen, ausserdem sofortiges Hausverbot aussprechen.

- Carsten

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:35
von Alf_300
Wie sich die Zeiten Ändern ;-)
Hier im Forum gibts natürlich auch einen thread über Urheberrecht und den Lebensunterhalt der Künstler da klang das noch ganz Anders.
Jetzt kassiert die GEMA richtig ab zum Wohle der Künstler, aber das paßt nun scheinbsr auch nicht.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:39
von carstenkurz
Das Verhalten der GEMA und die berechtigten Ansprüche der Urheber sind nicht zwangsläufig deckungsgleich.

Es gibt auch genug Urheber, die bei der GEMA gelistet sind und am liebsten ne andere Vertretung hätten.

- Carsten

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:41
von dienstag_01
blowup hat geschrieben:der neue PR-Beauftragte...: "Wenn Diskotheken jetzt 500 % mehr zahlen müssen, so heißt das doch nur, dass die vorher 500 % zu wenig gezahlt haben"
Sehe ich übrigends genauso!
Viele Grüße
Euer Dieter Bohlen

;-)
;-)
;-)

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 13:57
von thos-berlin
Super, da auch Festplatten mit der Abgabe versehen werden, ist das für uns Filmer richtig teuer. Dank HD brauche wir immer größere Platten und dann kassiert die GEMA kräftig mit, vielleicht noch gemeinsam mit der VG Wort, denn auf den Platten können ja auch Texte enthalten sein.

Aber wenn damit die Einschränkungen in den Videoportalen "quersubventionierterweise" entfallen würden, warum nicht ? .....

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 25 Mai, 2012 23:31
von stefangs
da wir mit der USB-stick-geschichte wieder ein neues gema schreckgespenst haben, habe ich mich mal schlau gemacht, was es damit wirklich auf sich hat, weil ich es bislang noch nicht wusste. hier ist der deal von einem kollegen, der mir das netterweise zum kopieren ueberlassen hat:

<quote>
Die Gema hatte bisher eine Abgabe auf USB Sticks von 10 cent. Typischerweise für die Gema hatte man das nicht an Speichervolumen gekoppelt. Insofern ist ja klar, dass Heute, wo die Sticks von 8-128 GB haben eine andere Sitution besteht als zu der Zeit als Sticks noch 64 MB Hatten (bei 128GB sind es knapp 1900 mal mehr Speicherplatz). Daher ist die Anpassung nachvollziehbar und es gibt auch unterschiedliche Preise - man staune: in Abhängigkeit von der Speicherkapazität. Hätte man das von Anfang an in der Art gemacht gäbe es jetzt kein Geschrei und die Gema hätte schon seit einigen Jahren mehr Einnahmen in diesem Sektor gehabt. Fazit: Der Preis ist ok, aber man hätte das früher und besser machen müssen.
</quote>

unterm strich heisst das fuer mich, dass sich alle welt nun bei einem riesigen stick ueber 1,90 aufregt. wenn man natuerlich jeden tag 100 solcher sticks kauft, haut das ganz schoen rein. ansonsten einfach mal 10 zigaretten weniger rauchen, um die kosten wieder im griff zu haben. ist natuerlich nicht so schoen wie bashing, ich weiss schon... ;-)

stefan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 09:40
von Bischofsheimer
Zitat:
unterm strich heisst das fuer mich, dass sich alle welt nun bei einem riesigen stick ueber 1,90 aufregt. wenn man natuerlich jeden tag 100 solcher sticks kauft, haut das ganz schoen rein. ansonsten einfach mal 10 zigaretten weniger rauchen

Erwiderung:

Da ich noch nie Raucher war ( ist dein Zitat oder Anregung überflüssig )
Was mich aufregt , ist das solche nicht staatliche Firmen den Gesetzgeber so unter Druck setzen können , mit immer dem Argument " die armen Künstler brauchen mehr Geld ". Es ist doch schon ein Armutszeugnis , das heute im Kindergarten für Kinderlieder "Gema" gezahlt werden muss oder soll, nur um dieser Mafia noch mehr in den Rachen zu schmeissen.
Mal gespannt bin ich , wann bei Festen auf der Wiese ein solcher Armleuchter der Gema dabei steht und von den mitsingenden Leuten dann bar die " Gema " Gebühr abkassieren will

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 09:53
von Alf_300
http://www.zdnet.de/news/41526689/gema- ... ohling.htm

Also für Blu Ray seh ich da schwarz

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 09:54
von stefangs
Bischofsheimer hat geschrieben:Zitat:
unterm strich heisst das fuer mich, dass sich alle welt nun bei einem riesigen stick ueber 1,90 aufregt. wenn man natuerlich jeden tag 100 solcher sticks kauft, haut das ganz schoen rein. ansonsten einfach mal 10 zigaretten weniger rauchen

Erwiderung:

Da ich noch nie Raucher war ( ist dein Zitat oder Anregung überflüssig )
Was mich aufregt , ist das solche nicht staatliche Firmen den Gesetzgeber so unter Druck setzen können , mit immer dem Argument " die armen Künstler brauchen mehr Geld ". Es ist doch schon ein Armutszeugnis , das heute im Kindergarten für Kinderlieder "Gema" gezahlt werden muss oder soll, nur um dieser Mafia noch mehr in den Rachen zu schmeissen.
Mal gespannt bin ich , wann bei Festen auf der Wiese ein solcher Armleuchter der Gema dabei steht und von den mitsingenden Leuten dann bar die " Gema " Gebühr abkassieren will
ok als nichtraucher ist das natuerlich was anderes. die leier mit dem kinderliedersingen moechte ich bitte nicht schon wieder hoeren. wenn du den thread hier nochmal weiter oben liest, wirst du den grund dafuer finden. uebrigens setzt die gema nicht den gesetzgeber unter druck, sondern setzt die festgeschriebenen regeln um, die vom gesetzgeber ausdruecklich so gewollt sind. und dein statement, dass vielleiche bald von singenden leuten geld abkassiert wird, ist genau so unsinn wie meins mit den rauchern.

stefan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 10:33
von Bernd E.
Welchen Sinn soll dieser "News"-Link haben? Die Information im Text ist von 2010 und die genannten 3,47 Euro pro BD-Rohling waren der seit 2008 gültige Tarifsatz - um eine geplante Erhöhung, wie es der Artikel suggeriert, ging es schon damals nicht. Da man die Scheiben heute jedoch schon für zwei Euro bekommt, muss die Abgabe seitdem sogar deutlich gesunken sein. Und das wäre auch zu erwarten, denn das Urheberrechtsgesetz verlangt ja einen Betrag, der sich in einem angemessenen Verhältnis zur Speicherkapazität (die gleichgeblieben ist) und zum Kaufpreis (der gefallen ist) bewegt.
Die Verwirrung und Desinformation - leider auch durch so manchen Artikel, der im ganz seriösen Anzug daherkommt - ist bei diesem Thema offenkundig schon groß genug, da muss man nicht noch weitere Verwirrung durch solche Links reintragen.
Bischofsheimer hat geschrieben:Was mich aufregt , ist...
Versuch einfach, dich mehr über die Tatsachen zu informieren, anstatt irgendwelchen Parolen nachzulaufen, denn damit erledigt sich so mancher "Aufreger" von selbst. Und über das, was übrigbleibt, kann man sich dann wenigstens berechtigt ärgern und versuchen, es zu ändern.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 10:37
von Jott
Alf_300 hat geschrieben:http://www.zdnet.de/news/41526689/gema- ... ohling.htm

Also für Blu Ray seh ich da schwarz
So so. In 2009 (!) haben sie in einer Suchmaschine recherchiert, was ein Rohling kostet. Heute, in 2012, würde diese Gebühr den massiv gefallenen Preis eines Rohlings verdreifachen. Da gibt's nichts schönzureden, die haben sie nicht mehr alle.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 11:09
von Alf_300
Rummrekern bringt sauch keun licht ins Dunkel
drum mal die ZPÜ Tarife 2012 wie sue im Bundesaanzeiger veröffetlioch wurden

https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Sa 26 Mai, 2012 11:12
von Alf_300
Rummekern bringt auch kein licht ins Dunkel
drum mal die ZPÜ Tarife 2012 wie sie im Bundesaanzeiger veröffetlioch wurden

https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Do 14 Jun, 2012 23:56
von Jan
Mafia hoch Drei !


VG
Jan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 15 Jun, 2012 00:23
von Alf_300
Ich seh dass die GEMA sagt, dass die Mehrheit der Veranstalter deutlich weniger bezahlen wird. - Ganz Klar, wenn sie den Laden dicht machen zahlen Sie garnichts mehr, das ist eine Ersparnis vo 100%

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 15 Jun, 2012 09:51
von stefangs

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Fr 15 Jun, 2012 10:00
von Alf_300
Viel interessanter als GEMA-Gebühren für Discos sind für Filmemacher vielleicht die Überlegungen zum Themsa Remixes

http://winfuture.de/news,70238.html

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 00:09
von carstenkurz
Prozess zur GEMA-Vermutung:

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpoli ... 41099.html



- Carsten

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 06:34
von Jott
Interessanter Prozess. Es gibt schon immer Leute, die unter echtem Namen GEMA-Mitglied sind und unter Pseudonym GEMA-freie Musik anbieten.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 08:22
von motor-tv
Naja, es sieht so aus, als würden sich die Künstler, Musiker, sobald sie GEMA Mitglied sind, ihre Seele an sie verkaufen. Ich denke, jeder Musiker sollte selbst entscheiden dürfen, WELCHE Musikstücke er der GEMA überlässt, und welche nicht. Nicht pauschal einfach alles, auch wenn er unter Pseudonym produziert.

Was ist, wenn eine 2 Mann Band, einer bei der GEMA, der andere nicht, produziert?

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 08:34
von Jott
Genau das wäre eine sinnvolle Reform: die Wahlfreiheit der Mitglieder, welche ihrer Werke über das GEMA-System laufen sollen und welche nicht. Bei Verwertungsgesellschaften in anderen Ländern geht das, der Pseudonymtrick kann entfallen.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 09:38
von stefangs
Jott hat geschrieben:Genau das wäre eine sinnvolle Reform: die Wahlfreiheit der Mitglieder, welche ihrer Werke über das GEMA-System laufen sollen und welche nicht. Bei Verwertungsgesellschaften in anderen Ländern geht das, der Pseudonymtrick kann entfallen.
der gedanke ist im prinzip gut und klingt urheberfreundlich. das realproblem hierbei ist bloss, dass sofort jeder kunde in den vertrag schreiben laesst, dass die musik gemafrei zu sein hat. und schon ist es essig mit der wahlfreiheit!

der gemazwang fuer mitglieder soll ja den urheber genau in diesem punkt schuetzen, da er *immer* die schwaechere verhandliungsposition gegenueber den auftraggebern hat.

stefan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 09:49
von motor-tv
@ stefan ... so sehe ich das nicht ganz. Wenn ein Kunde ein bestimmtes Musikstück haben will, oder auch der Filmproduzent, dann nimmt er es, egal ob mit oder ohne Gema. Hauptsächlich werden die Interpreten, die GEMA Mitglied sind, eh fast alles überlassen, es sollte ihnen aber die Möglichkeit gegeben werden, gewisse Stücke NICHT gemapflichtig zu veröffentlichen.

Wer heute in seinen Vertrag reinschreiben lässt, bitte gemafreie Musik, muss ja 1. sowieso dem Urheber bezahlen, 2. macht er das so oder so.

Ich hatte letzthin mit einem sehr bekannten Musiker aus D gedreht, ich kann da einfach keine Musik von ihm verwenden, ohne der Gema berappen zu müssen. Hätte er die Freiheit, gewisse Stücke von der Gema auszunehmen, er hätte mir das ja frei überlassen. Nur zuzahlen wollten wir dann auch nicht, also keine Musik.

Aber, ist eh egal, ist nicht so, also ...

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 10:24
von Jott
stefangs hat geschrieben:der gedanke ist im prinzip gut und klingt urheberfreundlich. das realproblem hierbei ist bloss, dass sofort jeder kunde in den vertrag schreiben laesst, dass die musik gemafrei zu sein hat.
In anderen Ländern klappt's ja auch. Wieso sollte ein Musiker nicht den Soundtrack für einen Imagefilm für - sagen wir mal - 5.000 Euro Buyout anbieten und die GEMA in diesem Fall außen vor lassen können? Also mündig selbst entscheiden, auf welches Pferd er setzt für seine Einnahmen? Fakt ist: GEMA-frei wird beim Auftragsfilm aus der Industrie fast immer explizit verlangt.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 10:37
von stefangs
Jott hat geschrieben:Also mündig selbst entscheiden, auf welches Pferd er setzt für seine Einnahmen? Fakt ist: GEMA-frei wird beim Auftragsfilm aus der Industrie fast immer explizit verlangt.
das ist ja mein punkt. wenn es die freiheit gibt, wird's in den anderen bereichen bald genauso sein wie bei den imagefilmen. das ist auch kene schwarzmalerei, denn in den oeffentlich rechtlichen anstalten wird ganz aktuell mit genau diesem argument bereits gedroht!

stefan

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 10:41
von stefangs
motor-tv hat geschrieben:@ stefan ... so sehe ich das nicht ganz. Wenn ein Kunde ein bestimmtes Musikstück haben will, oder auch der Filmproduzent, dann nimmt er es, egal ob mit oder ohne Gema.
bist du komponist? also ich bin einer und ich kann dir versichern, dass das nicht so ist. im TV klappt das noch recht gut, wobei es hier eher um die person geht und nicht um dies oder jenes stueck.
motor-tv hat geschrieben:Ich hatte letzthin mit einem sehr bekannten Musiker aus D gedreht, ich kann da einfach keine Musik von ihm verwenden, ohne der Gema berappen zu müssen. Hätte er die Freiheit, gewisse Stücke von der Gema auszunehmen, er hätte mir das ja frei überlassen. Nur zuzahlen wollten wir dann auch nicht, also keine Musik.
wenn du einen film machst, der keine einahmen generiert, ist das natuerlich aergerlich, das ist es aber auf mehreren ebenen. ansonsten berappt die gema derjenige, der den film auffuehrt und nicht derjenige, der den film dreht.

Re: Gema-Vermutung

Verfasst: Mi 27 Jun, 2012 12:05
von mella
Bischofsheimer hat geschrieben: Was mich aufregt , ist das solche nicht staatliche Firmen den Gesetzgeber so unter Druck setzen können , mit immer dem Argument " die armen Künstler brauchen mehr Geld ".
Da hast du was falsch falsch verstanden: Das Argument lautet:
" die REICHEN Künstler brauchen mehr Geld ". Denn bei der GEMA findet eine sehr starke Umverteilung von unten nach oben statt. Wer viel hat darf über den Verteilungsschlüssel mitbestimmen und sich noch mehr rausnehmen. Kleine Künstler zahlen in der Regel mehr als sie rausbekommen, nur mit der Hoffnung, irgendwann auch mal zu den großen gehören zu dürfen. Und U-Musiker finanzieren dazu noch die E-Musiker quer.
Die GEMA holt sich das Geld in des Discos und gibt es den klassischen Musikern. Und dann kommt erst Bohlen dran. Wer in einem Club mit elektrischer Musik gespielt wird, zahlt viel, bekommt aber in der Regel gar nix raus, wenn er auf einem kleinen Label veröffentlich und keine nennenwerten Radio-Plays hat.

Meines Wissen weigert sich die GEMA auch weiterhin trotz inzwischen deutlich vereinfachten "Logging"-Möglichkeiten nach tatsächlich gespielten Songs abzurechnen. Gerade wenn man MP3s auflegt, könnte man anschließend der Gema eine Liste vorlegen, was man gespielt hat. Dann könnten die von mir aus ihre unsäglichen 15% Verwaltungsgebühren von den 20.000 Euro aus der Disco abziehen und die restlichen 17.000 Euro direkt an die Urheber aus der Liste auszahlen. DAS wäre FAIR.
Aber warum will das GEMA wohl nicht? Warum muss hier eine Pauschale herhalten? Na weil sonst die E-Musiker bluten müssten, die sich als Vollmitglieder die Säcklein vollmachen...

Vielleicht sollte man mal Bohlen in der Richtung darauf hinweisen, dass er wahrscheinlich noch 5 x mehr bekommen würde, wenn er über Playlists von den ganzen Dorfdissen direkt und fair abgerechnet werden würde ;)