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Re: Junge Deutsche Filmemacher gesucht

Verfasst: Mo 29 Aug, 2011 00:59
von NEEL
Ikegami-DP hat geschrieben: Du hast meinen Beitrag nicht richtig aufgefasst. Ich hab noch nie No-Budget gedreht. Ich drehe nur mit professioneller Crew, ordentlicher Organisation und erstklassigem Equipment. Independent bedeutet nicht No Budget.
Dann hab ich Dich tatsächlich falsch verstanden. Was ich kenne: Sobald professionelle Teams professionelle Löhne erhalten und auch noch die Gewerkschaft ins Spiel kommt, platzt ein US-Budget aus allen europäischen Nähten. Bei mir hieß es damals, alles unter einer Million ist No-Budget, alles bis 20 ist Low Budget. Und dann gab es noch die magische Union-Hürde von 400.000 Dollar. Nur wenn man darunter lag, gabs keinen Ärger von der Gewerkschaft, wenn Tariflöhne nicht bezahlt wurden. Vielleicht ist das in den letzten Jahren ja anders geworden. Letztlich wars übrigens der nur spärlich vorhandene Geist, der mich aus Bush-USA vertrieben hat und der im Vergleich selbst die piefige deutsche Filmbranche zum intellektuellen Leuchtturm werden ließ;-). Ich hoffe das hat sich auch gebessert... Denn ohne Geist keine gute Haltung, kein guter Film.


@Alf: Hä?

Re: Junge Deutsche Filmemacher gesucht

Verfasst: Mo 29 Aug, 2011 02:11
von Ikegami-DP
NEEL hat geschrieben: Dann hab ich Dich tatsächlich falsch verstanden. Was ich kenne: Sobald professionelle Teams professionelle Löhne erhalten und auch noch die Gewerkschaft ins Spiel kommt, platzt ein US-Budget aus allen europäischen Nähten. Bei mir hieß es damals, alles unter einer Million ist No-Budget, alles bis 20 ist Low Budget. Und dann gab es noch die magische Union-Hürde von 400.000 Dollar. Nur wenn man darunter lag, gabs keinen Ärger von der Gewerkschaft, wenn Tariflöhne nicht bezahlt wurden. Vielleicht ist das in den letzten Jahren ja anders geworden. Letztlich wars übrigens der nur spärlich vorhandene Geist, der mich aus Bush-USA vertrieben hat und der im Vergleich selbst die piefige deutsche Filmbranche zum intellektuellen Leuchtturm werden ließ;-). Ich hoffe das hat sich auch gebessert... Denn ohne Geist keine gute Haltung, kein guter Film.
Ich sehe: Du kennst Dich aus. Im Prinzip so richtig, aber:

Ich bin Non-Union, obwohl z.b. meine Produzenten etablierte Regisseure sind, aber als Executive Producer agieren können, weil sich die DGA darum dann eben nicht schert...
Oder ich habe zum Beispiel den Manager eines A-listers als Hauptdarsteller - er ist selbst nicht in der SGA... unglaublich aber wahr, es gibt überraschende Nischen.
Ich habe bisher nur mit Non-Union-Cast und Crew gedreht, bzw. die Union eben geschickt ausgeklammert... Man muss mit Tricks und Kniffen vorgehen.
Es gibt eine ganze Gruppe von Leuten in Hollywood, die zwar in der Union sind, aber das Studio-System zunehmend ablehnen und gerne Independent-Projekte unterstützen.
Im Augenblick verschwimmen die Grenzen stark zwischen den einst unvereinbaren Fronten Independent und Studio-System, ich denke das wird durch den krassen Geldmangel der Studios begünstigt und den unsäglich hirnlosen Mainstream-Quark, der vielen Filmemachern den Spass gehörig verdorben hat.
Es hat sich stark verändert, man kann in den USA wieder künstlerisch anspruchsvolle Projekte realisieren und mit dem richtigen Netzwerk viel leichter als in Deutschland. Zumindest erlebe ich das so.