Ein Auftraggeber von mir hat gerade mal wieder einen Film von mir veröffentlicht. Es ging mal wieder in den Norden. Diesmal habe ich abweichend von meiner Regel, Bahnbaustellen mit der C 300 MK iii und dem Fujinon 20-120 zu filmen, die FX 9 mit dem Fujinon MK 18-55 genutzt, weil ich wusste, dass ich etwas mehr zu Fuß laufen muss und es mir ein paar Kilo leichter machen wollte:
Das war zum Teil morgens beim ersten Sonnenlicht, hat die FX 9 aber meiner Meinung nach ziemlich gut hinbekommen.
Die O-Töne habe ich mit meinem MKH 50 geangelt, wo ein Rycote Baby Ball mit Fell drauf ist. Der O-Ton vom Oberbauleiter auf der Lok war allerdings das Kameramikrofon, ein M 300 von Microtech Gefell, ebenfalls mit Baby Ball samt Fell. Da habe ich dann seltenerweise mal die Funktion "Stimmisolation" in FCP genutzt, um die Lok deutlich runterzudrücken.
Ich hätte auch eine Funkstrecke mit MKE 2 dabei gehabt, aber auf der Lok wäre das vermutlich nicht besser gewesen. Zeit zum Verkabeln war nicht, das war eine spontane Idee und wir hatten die Rampe zur Brücke rauf gerade so schön Schwung, da konnten wir nicht anhalten.
Der Ton hat bei mir traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Vor allem auch für die Off-Sprachaufnahmen. Und ich mische nach EBU R 128, also wie fürs Fernsehen, und dadurch ist alles vom Lautheitsempfinden her sehr ausgwogen (TM 3 von RTW).
Pianist hat geschrieben: ↑Do 29 Jan, 2026 16:55
Und ich mische nach EBU R 128, also wie fürs Fernsehen, und dadurch ist alles vom Lautheitsempfinden her sehr ausgwogen (TM 3 von RTW).
Matthias
Eigentlich macht das doch aber nur Sinn, wenn du primär an eine TV Auswertung denkst um im Mix mit anderen Formaten nicht (negativ) aufzufallen.
Und es hilft natürlich wenn man sich in einer bekannten akustischen Umgebung befindet und alles darauf eingestellt ist.
Theoretisch sollte aber auch eine Mischung bis sagen wir mal -16db LUFS vollkommen in Ordnung sein wenn man die sonstige Mischung ebenfalls daran angleicht.
Am Ende geht es bei EBU R 128 ja eher um eine Referenz, die aber auch durch eine andere Ziellautstärke und entsprechende Rücklaufzeiten aka jeweiliger RMS Einstellungen realisiert werden könnte.
Daher finde ich diese feste Normen heutzutage nicht mehr zwingend nötig, insbesondere auch dann nicht wenn andere Ausspielwege Relevanz haben. Auf YouTube müsste man deine Mischung wahrscheinlich etwas höher aufdrehen wenn man vorher andere Dinge konsumiert hat.
Ich weiß gar nicht, ob Youtube da im Hintergrund etwas macht und Pegel insgesamt absenkt oder anhebt. Bin gerade nur am Handy, aber rein vom Hören mit den Ohren würde ich sagen, dass mein Pegel ungefähr gleichauf mit den Pegeln aus ARD-Anstalten auf Youtube liegt. Andere scheinen etwas höher zu liegen. Muss ich am Schnittplatz mal einen Blick auf den TM 3 werfen.
In erster Linie geht es mir ja darum, dass eine Mischung in sich ausgewogen ist.
YouTube senkt ab - erhöhen tun sie meines Wissens nach jedoch nicht.
Ich glaube -14db LUFS ist hier häufig die magische Grenze ab der dann begrenzt wird - aber davon bist du ja "weit" weg.
Da innerhalb der Fernsehwelt bzw. den Öffis i.d.R. auch nach EBU R 128 gemischt wird, kommt das mit dem vergleichbaren Lautstärkeeindruck natürlich hin.
Anders kann es aber aussehen wenn Formate speziell für "online only" produziert werden - da würde ich mich nicht drauf verlassen das auch hier alle gemütlich nach dieser Norm fahren...
Darum ging es mir ja auch: Ausgewogenheit erreicht man auch unabhängig vom -23db LUFS Ziel-Pegel wenn man die Verhältnisse entsprechend im Griff behält.
Ein Zielpegel von sagen wir mal -18db LUFS erreicht einfach etwas mehr Durchsetzungskraft und hat immer noch ausreichend Reserven und Dynamik.
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