Tonaufnahme und -gestaltung Forum



Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh



Fragen zur Tonaufzeichnung, Ausrüstung (Mikros etc.), aber auch zu gestalterischen Aspekten.
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felix24
Beiträge: 96

Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von felix24 » Do 14 Mär, 2019 15:37

Hallo Leute,

ich würde gerne meinen FilmTon verbessern und überlege, ob ich mir ein Tascam DR 100 MK3 zulege. Ich drehe in der Regel als One-Man-Team und frage mich, wie ich das handeln kann. Es gibt ja Recorder, die man z.B. unter die Kamera schrauben und alles zusammen auf ein Stativ befestigen kann. Andere kann man sich in einer Tragetasche umhängen und so bedienen.
Aber wie mache ich das mit dem Tascam? Eine entsprechende Tragetasche zum umhängen, die Öffnungen für die Bedienelemente hat, konnte ich nicht finden. Die Bedienelemente und Anschlüsse sind auch für so einen Fall ungünstig verteilt.

Mich interessieren Erfahrungen anderer Filmer, die auch den DR100 benutzen. Wie macht ihr das?

Wenn alles statisch ist, ist es ja kein Problem. Aber stellt euch eine Situation vor, wo man sich mit der Kamera bewegt. Und der Ton muss mit. Sicher, irgendwie und irgendwo (Blitzschuh, Cage) kann man den festschrauben. Aber mir wäre das zu unhandlich. Es muss doch auch irgendwie anders gehen.

Oder muss ich dann doch zu einem Zomm F4 greifen... der allerdings zwar sehr gut ist, aber nicht alle Funktionen des DR100 hat, z.B. kein Klappensignal (wenn ich mich nicht irre) und andere Nachteile. Auch ist er eigentlich für meine Zwecke überdimensioniert.

Bin auch für andere Lösungen offen, um bestmöglichen Ton einzufangen.

Grüße
Felix




pillepalle
Beiträge: 2460

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von pillepalle » Do 14 Mär, 2019 16:02

Ich habe zwar keinen Tascam, aber Du brauchst doch nicht den Recorder an der Kamera befestigen? Oder möchtest Du dann die internen Mikrofone benutzen? Ich glaube das sind beim Tascam Kugelkapseln, also ohnehin wenig geeignet um sie aus der Kameraposition zu nutzen. Ich würde da eher was richtenderes als Mikro verwenden.

Ist natürlich nicht optimal aber Du kannst dann eigentlich nur weitwinkelig Arbeiten und versuchen möglichst nah dran zu bleiben. Oder Du mikrofonierst denjenigen vorher mit einem Lavaliermikro....

VG
Eigene Gedanken müsste man haben...




karl-m
Beiträge: 34

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von karl-m » Do 14 Mär, 2019 16:19

Ich unterscheide da schon, denn die eigebauten Mikros sind mit Kugelcharakteristik, nehmen also rundherum alles auf, auch das was stört!

Wenn ich mich mit der Kamera bewegen muss, dann hab ich entweder nen Tonassi dabei, der angelt, also das Mikrofon an einem "Einbeinstativ" so nahe als möglich an die Schallquelle bringt,
oder
ich hab mein Sennheiser MKE600 (Richtmikrofon) auf dem Blitzschuh der Kamera und dann ist das direkt an der Kamera angesteckt, so dass es auch gleichzeitig syncron ist.




Jalue
Beiträge: 938

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von Jalue » Sa 16 Mär, 2019 09:55

Tja, beim DR 100 fällt mir auch keine Lösung ein. Vielleicht ziehst du den DR 70 in Betracht, der hat auch Slate-Signal, etc. und lässt sich unter die Kamera schrauben, wahlweise mit deinem simplen Schultergurt umhängen, wobei man den Schraubverschluss z.B. nutzen kann, um den Emfpänger einer Funkstrecke zu befestigen.

https://www.tascam.eu/de/dr-70d.html

Genauso nutze ich ihn auch und es funktioniert, klar muss aber auch sein: Ohne Tonmann ist es immer ein Kompromiss. Der Limiter ist aber ganz gut und verhindert meist das Schlimmste bei Pegelspitzen.




Frank Glencairn
Beiträge: 11592

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von Frank Glencairn » Sa 16 Mär, 2019 10:50

Statt dem Slate Signal kann man auch einfach mit den Fingern schnipsen. Warum ist das so ein Thema?




Jalue
Beiträge: 938

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von Jalue » Sa 16 Mär, 2019 11:17

Frank Glencairn hat geschrieben:
Sa 16 Mär, 2019 10:50
Statt dem Slate Signal kann man auch einfach mit den Fingern schnipsen. Warum ist das so ein Thema?
Weil die berühmte "Handklatsche" im Eifer des Gefechts gerne mal vergessen wird oder im Bild dann doch nicht gut zu hören/erkennen ist. Die Slate Funktion hat diesbezüglich noch einen Vorteil: Als One-man-band vergisst man gerne mal, den Audiorecorder ein- oder auszuschalten. Das Tüüüt ist da eine nette Merkhilfe.




pillepalle
Beiträge: 2460

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von pillepalle » Sa 16 Mär, 2019 11:19

Ja, hatte der TO in seinem Post erwähnt das der Tascam ein Slate-Signal hat. Finde ich aber ehrlich gesagt auch nicht wichtig. Wer nicht klatschen, oder schnipsen möchte kann auch 'ne Handy App dafür benutzen. Wenn man vergisst den Recorder einzuschalten hilft einem der Slate Ton, der dann nicht kommt, aber auch nicht wirklich :)

VG
Eigene Gedanken müsste man haben...




Jott
Beiträge: 18077

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von Jott » So 17 Mär, 2019 19:49

„ Ich drehe in der Regel als One-Man-Team und frage mich, wie ich das handeln kann.“

Mit einer Kamera, die selber eine gescheite Tonsektion hat.

Abgesehen davon: was hoffst du zu verbessern? Stimmen? Oder was genau ist dein Problem?




felix24
Beiträge: 96

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von felix24 » Mo 01 Apr, 2019 13:10

Also es geht natürlich nicht um eine Spielfilmgroßproduktion, sondern z.B. um eine einfache Interviewsituation. Das kann man/frau schon alleine hinbekommen, auch wenn man Kompromisse machen muss. Ein Tascam DR 100 MK3 wäre eigentlich genau richtig für mich. Er hat eine sehr gute Audioqualität, wozu für mich möglichst geringes Rauschen gehört, und sinnvolle Funktionen. Ich hatte mal einen D60, der sich zwar unter der Kamera anschrauben lies und dadurch recht einfach zu handeln war, aber die Audioqualität war bei Einsatz eines Ansteckmikrofons im Grunde (was Rauschen und Pegel betrifft) nicht besser, als die Aufnahme direkt mit der VDSLR...

Dazu war dieser Aufbau auch nicht optimal... weshalb ich ihn oft auf ein zweites Stativ geschraubt habe. Das könnte ich mit dem DR100 auch machen. Aber wenn man mal die Position verändern möchte oder sich einfach spontan bewegen muss, ist das übel.

Deshalb hätte ich gerne eine Möglichkeit, den DR100 umzuhängen. Das wäre für mich die beste Lösung. Alles andere, wie irgendwo ablegen, auf ein Stativ schrauben, auf die Kamera oder einen Cage, ist mir alles zu umständlich. Da es aber keine Lösung gibt, der DR100 umzuhängen, werde ich das wohl so machen, das ich auf dem Stativ eine Schiene benutze, auf der ich die Kamera und den Tascam befestigen kann.




felix24
Beiträge: 96

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von felix24 » Mo 01 Apr, 2019 13:19

Noch was zur Handklatsche: ja das ist ja eine total simple Möglichkeit... in der Praxis musste ich aber feststellen, dass sie oft unbrauchbar sind, weil zu leise, zu früh, zu spät sind oder ganz vergessen wurden.

Dagegen das Einschalten des externen Recorders vergisst man so leicht nicht.

Wie gesagt geht es um ein einfaches Handling, dass es mindestens ermöglicht, sich mal etwas zu bewegen, ohne alles umzureißen oder umständlich umzubauen. Inzwischen gibt es ja ganz kleine Audiorecorder, wie der Tascam DR10. Wäre auch eine Möglichkeit, denn den kann man einfach auf den Blitzschuh stecken. Aber der hat nicht so gute Werte wie der DR100... was Rauschen betrifft...




felix24
Beiträge: 96

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von felix24 » Mo 01 Apr, 2019 13:21

Die ganzen anderen Lösungen wie der DR70 oder 701 könnten evtl. das Problem lösen, haben aber andere Nachteile. Deshalb für mich ist der DR100 eigentlich optimal. Werde es deshalb ausprobieren, ob das mit einer Schiene geht und hier mal berichten.




Sammy D
Beiträge: 1706

Re: Tascam dr 100 MK3 Handling beim OneManDreh

Beitrag von Sammy D » Mo 01 Apr, 2019 17:27

Fuer den DR-100 gibt es auch eine Clip-On-Tasche:

Sachtler SN615

Ich habe die von damals noch, bevor Vitech Petrol Bags kaufte. Muss man nur vorne die Klarsichtfolie rausschneiden, sonst ist das Ding nicht zu benutzen. :)

Der alte DR-100 war schon fummelig, der neue scheint mir ergonomisch nicht besser.
Der Zoom F4 ist um Welten leichter zu bedienen und meiner Meinung nach der bessere Recorder.
Welchen Vorteil hat der DR-100?
Slate-Ton hat der F4 ja...




felix24
Beiträge: 96

Zoom F4 neuer Preis!

Beitrag von felix24 » Mo 22 Jul, 2019 00:37

Ja, ich wollte nur mal Feedback geben, dass ich mich doch für einen F4 mit Tasche (Preisvorteil) entschieden habe und vollkommen begeistert bin. Supersolides Teil. Erfüllt alle meine Erwartungen und liefert einen astreinen Ton...

Der Preis ist auch gerade gesunken... von 499 auf 444 (ohne Tasche). Da kann ich nur empfehlen zuzuschlagen...
Ich benutze die Tasche bisher kaum, sondern schraube den F4 unter die Kamera und alles zusammen auf ein Stativ. Wie gesagt, wird der hauptsächlich für Interviews genutzt.... Weil der sehr flach und kompakt ist, ergibt das auf dem Stativ einen soliden Aufbau, mit dem sich gut arbeiten lässt.




felix24
Beiträge: 96

Erfahrungsbericht zum Zoom F4

Beitrag von felix24 » So 03 Mai, 2020 15:02

Eine aktuelle Ergänzung:

Ich hatte mal von einer Weile nach dem optimalen Audiorecorder für die Oneman Filmproduktion gefragt. Zur Auswahl standen für mich Tascam DR100 MKIII oder Zoom F4. Eigentlich wäre mir der Tascam lieber gewesen, aber ich habe mich dann doch für den F4 entschieden. Anfangs war ich echt begeistert von dem Gerät. Es ist sehr solide, hat eine fantastische Audioqualität und lässt sich gut unterbringen, dank Halterung unter der Kamera, die drauf geschraubt wird. Der F4 hat unten eine Stativbuchse und oben eine Halterung für die Kamera. Also alles Genial.

Doch tatsächlich hatte ich in der Praxis ein paar Probleme. Es stellte sich heraus, dass das Teil für so eine kleine Produktionen (wie befürchtet) etwas oversized ist und von der Bedienung ein klein wenig umständlich, so dass es auch mal bei einem wichtigen Dreh zu einem Fehler kam und quasi der ganze Ton ruiniert wurde. Ich hatte zwei Mikros angeschlossen und die Aufnahme auf Stereo (-Mix) gestellt. Leider werden dabei die beiden Kanäle tatsächlich zusammen gemischt, so dass man auf jedem Kanal jeweils beide Mikros zusammen gemischt hat. Der Sinn dieser Sache erschließt sich mir nicht und hatte ich auch nicht erwartet. Ich dachte, ein Mikro links, dass andere rechts, so dass man sie getrennt bearbeiten kann. Da aber die beiden auf einem Kanal zusammen gemischt wurden, ergeben sich auch merkwürdige Effekte. Der Ton war also unbrauchbar, was ich bei der Aufnahme natürlich so nicht hören konnte.

Sicher, mein Fehler, hätte ich wohl vorher testen sollen oder die Anleitung genauer lesen müssen. Aber die Bedienung finde ich etwas umständlich.

Trotzdem hab ich mir jetzt noch einen Tascam DR100 MKIII zugelegt. Wie befürchtet ist das Handling ein wenig Komplizierter. Aber mit einer Kameraschiene gehts dann doch ganz gut und das Teil ist einfach so unkompliziert und liefert so eine tolle Aufnahmequalität, das ich (wieder ;-) total begeistert bin. Damit kann eigentlich nichts schief gehen. Jedenfalls empfinde ich die Bedienung als total schlüssig und selbsterklärend, also viel einfacher und direkter, als beim F4. Liegt sicher auch am großen Display. Beim F4 ist es doch viel kleiner und wenn der unter der Kamera klebt, ist es auch etwas umständlich, ihn zu bedienen.

Da man den Tascam nicht unter die Kamera hängen kann, sondern nur daneben, ist er auch viel zugänglicher, auch weil seine Benutzeroberfläche größer ist. Also lässt er sich am Ende trotz kleiner Einschränkungen doch besser bedienen.

Aber ich hab mir das Teil nicht nur gekauft, weil ich mit dem F4 teilweise nicht so zurecht kam, sondern auch wegen der eingebauten Mikros. Ich will mit dem Tascam Atmos herstellen. Hatte dafür bisher einen H2n, dessen Aufnahmequalität mir aber nicht mehr reichte. Die Mikros des DR100 sind fantastisch und super geeignet für Atmoaufnahmen und anderes mehr. Hab die schon mehrfach statt externe benutzt, weil sie so gut sind und in manchen Fällen völlig ausreichend. Für mich ist der Tascam echt ideal, da er nicht nur eine Superaudioqualität liefert, sondern auch recht unkompliziert und dabei dank eingebauter Mikros doch sehr vielseitig ist.... und günstig! Auch das er etwas handlicher ist und leichter, macht sich positiv bemerkbar.




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