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Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film



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Antworten
Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Di 05 Nov, 2019 19:00

Jott hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 11:19
Chiara hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 11:09


Wo genau meinst du?
Roter Platz, gleich Szene 2 und 4 zum Beispiel. Ich schreib jetzt nicht die Sekunden auf. Ich mag streng sein, aber feste Einstellungen statt unsauberer Schwenks wären hier wirklich angebrachter. Stört grundlos die meditative Stimmung. Außerdem kommen schiefe Aufnahmen, zum Beispiel die ersten aus Petersburg. Keine Wasserwaage am Stativkopf oder nicht beachtet? Das ist doch wirklich schade, wenn man sich sonst solche Mühe macht mit einem Film.
Vielen Dank. Habe ich korrigiert.




Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Mi 06 Nov, 2019 10:39

[/quote]
... dass er Distanz vermissen lässt, was aber aus der Person des Filmemachers bzw. der Filmemacherin entspringt und damit zu einer gewissen Authentizität beiträgt, ...
[/quote]

Wie kann man distanziert arbeiten? Ich bin eher der Meinung, dass man sich die Filmthemen absolut aneignen muss, damit sie authentisch rüber kommen. Man muss irgendwie die Umgebung verstehen wollen, sozusagen, einer von ihnen werden wollen. Idealerweise sollte man mit den Gedanken, die vermittelt werden, vollkommen übereinstimmen. Sonst wird kaum eine Botschaft vermittelt. Das sollte jedoch das Ziel des Films sein. Ich bin einfach überzeugt, dass man hinter den Filmen, die man selber macht, vollkommen dahinter stehen sollte. Solche Menschen werden zwar nie reich, aber sie besitzen einen Frieden, die Menschen, die beim Film oder im Leben billige Kompromisse eingehen, vermissen. Ich würde nie Filme machen, bei denen mir der Inhalt zuwider ist. Ich muss absolut identifiziert sein. Ist da dann eine Distanz überhaupt möglich?




Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Mi 06 Nov, 2019 10:44

Axel hat geschrieben:
Mo 04 Nov, 2019 18:42
dosaris hat geschrieben:
Mo 04 Nov, 2019 17:18
Nun wäre es natürlich spannend zu sehen, wie Du den geschnitten hättest.
(klar, ist wohl zu aufwändig)
Ich glaube nicht an die Fingerübung eines neutralen Außenstehenden. Der Glaube ist hermetisch, ein in sich selbst stimmiges Konzept, und der Filmemacher hat gar keine kritische Distanz zu seinem Thema.
Wie kann man distanziert arbeiten? Ich bin eher der Meinung, dass man sich die Filmthemen absolut aneignen muss, damit sie authentisch rüber kommen. Man muss irgendwie die Umgebung verstehen wollen, sozusagen, einer von ihnen werden wollen. Idealerweise sollte man mit den Gedanken, die vermittelt werden, vollkommen übereinstimmen. Sonst wird kaum eine Botschaft vermittelt. Das sollte jedoch das Ziel des Films sein. Ich bin einfach überzeugt, dass man hinter den Filmen, die man selber macht, vollkommen dahinter stehen sollte. Solche Menschen werden zwar nie reich, aber sie besitzen einen Frieden, die Menschen, die beim Film oder im Leben billige Kompromisse eingehen, vermissen. Ich würde nie Filme machen, bei denen mir der Inhalt zuwider ist. Ich muss absolut identifiziert sein. Ist da dann eine Distanz überhaupt möglich?




Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Mi 06 Nov, 2019 10:49

Frank B. hat geschrieben:
Mo 04 Nov, 2019 00:48
Erstmal ist der Film in meinen Augen handwerklich bis auf paar Kadrierungen, die ich vielleicht anders gemacht hätte, gut gemacht, ist aber mindestens eine viertel Stunde zu lang. Da sind viele Wiederholungen und ähnliche Aussagen drin.
Danke für Deine feedbacks und für Deinen Mut den Film ganz anzuschauen :-) Darf ich wissen, was Du meinst bei: "bis auf paar Kadrierungen, die ich vielleicht anders gemacht hätte".

Und wo empfindest du viele Wiederholungen und ähnliche Aussagen?




Frank B.
Beiträge: 9078

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Frank B. » Mi 06 Nov, 2019 10:50

Axel hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 17:04
Frank B. hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 07:36
Nicht unbedingt die Anzahl der Produktionen wird weniger, aber die Inhalte sind immer absehbarer und ähneln sich stark. Da werden zig Aufgüsse des gleichen Breis bis zum Erbrechen angerichtet.
Das ist es, was ich im Revenant-Thread mit Religion als Kontrastfolie zu Beliebigkeit meinte. Die Themen des Mainstreams sind gefühlt beliebig, sie sind zu praktisch 100 % absehbar und untereinander austauschbar. Und deswegen nur "gefühlt", weil sie in Wirklichkeit natürlich nur das behandeln, von dem die Produzenten glauben, dass es ankommt, d.h. sich verkaufen lässt. Merkantil affirmativ. Die Selbstähnlichkeit der Filme kommt von den berüchtigten Erfolgsrezepten.
Frank B. hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 07:36
Der Überlebenskampf der Kinos hat evtl. auch damit zu tun, neben natürlich noch anderen Effekten, wie z. B. dass die persönlich gewünschten Inhalte inzwischen leicht auf den heimischen FlatTV geholt werden können. Im Grunde ist das eine positive Entwicklung, die mit den Streamingdiensten und vorher schon mit Kassetten, DVDs und Blu-rays eingesetzt hat. Das rettet eben im gewissen Maße die kleinen Nischenproduktionen, die auf andere als die gängigen Zielgruppen insistieren.
Wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben, dass christliche Themen hier und heute nur noch eine Nische besetzen. Aber richtig ist, dass erst durch Nischen Pluralität möglich ist und (Jung'sche Terminologie:) Individuation im Gegensatz zum Mitschwimmen im kollektiven Unterbewussten.

Ich finde ja, dass eine Unmenge an christlichen Inhalten heute in vielen Filmen anzutreffen ist, meist natürlich ohne Beziehung zum christlichen Glauben direkt. Der Erlösergedanke, die Apokalyptik, die Schlachten der Endzeit, der Endzeitgedanke ansich, die Spannung zwischen Gesetzestreue und Liebe, die Universalität von Gedanken, die Einheit der Völker am Ende der Zeit usw.usf. All diese Dinge werden uns um die Ohren geschlagen und werden von der Gesellschaft so sehr verinnerlicht, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken, dass dies über Jahrhunderte bei uns vom Christentum getragen und vermittelt wurde. Der Herr der Ringe z.B. aber fast jeder andere Film heute und auch der von dir erwähnte The Revenant sind brechend voll von christlichen und religiösen Inhalten. Da aber den Meisten heute die Rückkopplung auf die christlichen Inhalte fehlt, fällt es nur sehr wenigen auf.
Ich denke einfach, ohne Religiosität geht das Leben nicht. Jeder fällt immer wieder in diese Denkstrukturen und Inhalte zurück. Ich bin sicher, dass hier im Forum die Allermeisten in irgendeiner Form daran glauben oder es erhoffen, dass mit ihrem Tod nicht alles vorbei ist mit ihnen.

Gestern kam ich spät von der Arbeit und meine Frau sah gerade einen uralten Boerne-Thiel-Tatort, in dem ein Priester heimlich eine Familie hatte. Die Konflikte wurden dort ausgiebig dargestellt. Das ist so ein Beispiel wie ich oben anführte, dass Kirche und Glauben im Film heute nahezu nur als Filz verwendet werden, um Einengung, Konflikte, den Verlust der eigenen ersehnten Existenz und um Glaube als Hindernis zur Selbsverwirklichung darzustellen. Glaube als Mangel. Wenn das so wäre, würden in der Tat nur dumme und minderbemittelte Menschen gläubig sein. Es ist aber nicht so.
Die Frage ist natürlich, warum verkauft sich das heute so gut und warum erwarten das die Leute?
Axel hat geschrieben:
Di 05 Nov, 2019 17:04
Ein solches totalitäres System war im Mittelalter hier und einst das Christentum. Es unterdrückte die Menschen so total, dass die Aufklärung, deren Enkel wir sind, die Religion zum Wissensfeind erklärte.
Ich denke, bei solchen Aussagen muss man etwas aufpassen. Christentum und Aufklärung sind nicht zu trennen und nicht gegeneinander auszuspielen. Die Aufklärung hätte es durch viele Reformbestrebungen innerhalb der Kirche und des Christentums niemals gegeben und selbst die Aufklärung war nicht grundsätzlich unchristlich. Viele Aufklärer waren selbst Geistliche.
Man muss bedenken, dass Europa seit der Antike in Schüben christianisiert wurde und dass diese "Missionsbewegungen" oft (allerdings nicht immer) mit Gewalt durchgeführt und begleitet wurden, was aber natürlich in der Antike und im Mittelalter und noch lange darüber hinaus eine vollkommen legitime Praxis war, natürlich auch außerhalb des Christentums. Dinge wie Hexenverfolgungen, Sklaverei, Kriege und Missachtung der Menschenrechte sind nicht nur vom Christentum zu verantworten. Es war Gang und Gäbe und wird/wurde in sehr vielen Kulturen praktiziert. Auch das Christentum war aber beteiligt, das ist wahr. Allerdings kamen aber auch daher die entscheidenten Impulse, dass diese Dinge als Unrecht empfunden wurden und teilweise abgeschafft wurden. Das sind nicht allein Werke und Verdienst derer, die sich vom Christentum in der Aufklärung abgewandt haben. Sie sind teilweise schon vor der Aufklärung stark kritisiert und teilweise geändert worden. Die Anfänge liegen da teilweise auch schon im Mittelalter und noch früher. Heute trifft man immer wieder die Überzeugung an, die Aufklärung wäre gegen das Christentum entstanden, sie ist aber gegen überkommene Strukturen im Christentum aus dem Christentum und der Kirche selbst entstanden.
Die Diktaturen der Neuzeit waren allesamt antichristlich und antikirchlich, mussten dafür aber eine Quasireligion aufbauen (Ideen, Symboliken, Strukturen, Hierarchien), wofür sie sich gerade auch in den Ideen der Aufklärung und Neuzeit bedienten (Kirchenkritik, Sozialismus, Kommunismus, Darwinismus). Es gab aber viele Christen und auch Funktionäre der Kirche, die sich aus Überzeugung oder Angst diesen Diktaturen unterwarfen. Das ist bis heute so. Christen sind nicht davor gefeit, nicht zu irren und sich nicht zu ängstigen und sich nicht falsch zu verhalten. Der Gedanke, dass ein Christ besser sei als ein Nichtchrist oder ein religiöser Mensch überhaupt besser sei als einer, der Religion ablehnt, kommt nicht aus der Bibel. Es ist eine Fehlinterpretation. Der Unterschied ist eine andere Verortung des Lebensinhaltes und das Setzen des Grundvertrauens in weltliche oder geistliche Dinge. Wenn einer dieser Gruppen denkt, er sei deshalb ein besserer Mensch, weil er eben an einen Gott glaubt oder nicht glaubt, obwohl er natürlich für sich selbst immer der Überzeugung sein wird, den besseren Weg gewählt zu haben, der geht in die Irre.
Dass Religion zum Wissensfeind erklärt wurde, entspringt eher den Diktaturen der Neuzeit als der Aufklärung, wiewohl das dort auch schon angelegt ist natürlich. Es war aber nicht Konsens.
Zuletzt geändert von Frank B. am Mi 06 Nov, 2019 12:23, insgesamt 2-mal geändert.




Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Mi 06 Nov, 2019 10:52

Darth Schneider hat geschrieben:
Mo 04 Nov, 2019 03:49
Allerdings wird es mir dann doch vom Inhaltlichen her schnell mal zu langweilig, vieles wiederholt sich irgendwie dann doch auch in den komischerweise schon verschiedenen Aussagen.
Was konkret meinst Du unter: vieles wiederholt sich? Ich persönlich bin mir keiner Wiederholung bewusst.
Danke für Dein feedback!




Frank B.
Beiträge: 9078

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Frank B. » Mi 06 Nov, 2019 10:58

Chiara hat geschrieben:
Mi 06 Nov, 2019 10:49
Frank B. hat geschrieben:
Mo 04 Nov, 2019 00:48
Erstmal ist der Film in meinen Augen handwerklich bis auf paar Kadrierungen, die ich vielleicht anders gemacht hätte, gut gemacht, ist aber mindestens eine viertel Stunde zu lang. Da sind viele Wiederholungen und ähnliche Aussagen drin.
Danke für Deine feedbacks und für Deinen Mut den Film ganz anzuschauen :-) Darf ich wissen, was Du meinst bei: "bis auf paar Kadrierungen, die ich vielleicht anders gemacht hätte".

Und wo empfindest du viele Wiederholungen und ähnliche Aussagen?
Es waren ein paar Bilder (ich kann es dir nicht mehr genau sagen wo, da müsste ich den Film nochmal ansehen), bei denen ich dachte, dass das eigentliche Geschehen beschnitten ist, während unwichtigere Teile des Bildes dominant waren. Ich bin allerdings nur Amateurfilmer und maße mir nicht an, nun hier jeden einzelnen evtln. Kompositionsfehler hervorzuheben. Das Gesamtwerk ist in meinen Augen sehr gut.
Bei den Wiederholungen ist es ähnlich. Ich müsste jetzt den Film nochmal, vielleicht sogar ein paar mal, ansehen, um dir Vorschläge machen zu können, was du evtl. weg lassen könntest. Ich hatte den Eindruck, dass einige Stadt- oder Dorfansichten sich sehr ähnelten und immer wieder kamen (die bunten Häuser aus der Vogelperspektive), aber auch inhaltlich kann man meine ich noch etwas raffen.
Weil der Film für ein sehr kleines Zielpublikum ist, wird dieses sicher mit der Länge von 50 Minuten leben können. Wenn er aber auch mal vor anderen Zielgruppen gezeigt werden soll (meinetwegen im Religionsunterricht einer Schule), ist er zu lang. Er sollte da nach meinem Gefühl zwischen 30 und 40 Minuten Maximum liegen. Es waren jedenfalls einige Stellen, an denen ich gedacht habe, das kam ähnlich doch schon mal.




domain
Beiträge: 10938

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von domain » Mi 06 Nov, 2019 19:44

Ein gewisses Manko bei dem Video sind die offenbar fehlenden dramaturgischen Vorüberlegungen. Wie schon von einem Vorredner gesagt, das Herumkreisende ohne stringentes Herangehen.
Ich denke, man müsste schon vor Drehbeginn einen zumindest minimal erkennbaren Spannungsbogen konstruieren, also vorher alles durchdenken und in der Szenenabfolge planen.




Chiara
Beiträge: 296

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Chiara » Do 07 Nov, 2019 10:17

domain hat geschrieben:
Mi 06 Nov, 2019 19:44
Ein gewisses Manko bei dem Video sind die offenbar fehlenden dramaturgischen Vorüberlegungen. Wie schon von einem Vorredner gesagt, das Herumkreisende ohne stringentes Herangehen.
Ich denke, man müsste schon vor Drehbeginn einen zumindest minimal erkennbaren Spannungsbogen konstruieren, also vorher alles durchdenken und in der Szenenabfolge planen.
Vielen Dank, für Dein feedback! Ja, ich sehe ein, dass meine Filme bis jetzt eine Art Informationsvideos waren.
1. Es würde mich freuen zu erfahren, ob es irgendwelche Bücher oder Trainings gibt, wo man besser die Filmdramaturgie verstehen kann. Mehr mit Handlungen zu arbeiten, als nur mit Infos, wie man besser eine Spannung erzeugen kann...
Kann man in meinem Fall so etwas überhaupt lernen? Is es nicht eher so: entweder hast Du es oder Du hast es nicht? Ich führte: es fehlt mir die notwendige Kreativität.
2. Wenn ich irgendwo hinkomme um etwas zu drehen, meistens weiss ich vorher gaaaar nicht, was mich erwartet. Daher bin ich absolut unvorbereitet.Eigentlich weiss ich gar nicht, was ich so genau will, weil ich die Umgebung und umstände kaum kenne.
3. Meine Filme entstehen wie folgt: Ich bin irgendwo und beobachte einfach das Leben, mit eingeschalteter Kamera. Um eine Handlung zu erzeugen, muss man meistens die Szenen wiederholen, die Protagonisten müssen einiger Massen natürlich wirken. Sie müssen schon fast ein wenig Schauspieler sein. Oder? Das mache ich in den seltensten Fällen, da ich immer fürchte, dass der Film dann zu wenig authentisch wirken würde.

Alles falsch?




Darth Schneider
Beiträge: 3675

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Darth Schneider » Do 07 Nov, 2019 10:57

Also ich denke du brauchst keine Film Making Lehrbücher, ich würde einfach möglichst viele Filme schauen, und Geschichten/ Romane lesen davon lernt man am meisten, wenn man sich dabei Gedanken und Notizen macht.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




srone
Beiträge: 7864

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von srone » Do 07 Nov, 2019 20:54

hallo chiara,

ich hab mir deinen film nicht mal angeschaut, aber das muss ich auch nicht, die art und weise wie du dich nur über deine fragen hier im forum weiterentwickelt hast, lässt mich erahnen, das du bei dir angekommen bist und das freut mich sehr...

lg

srone
"x-log is the new raw"




Frank B.
Beiträge: 9078

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von Frank B. » Do 07 Nov, 2019 21:54

Chiara hat geschrieben:
Do 07 Nov, 2019 10:17

2. Wenn ich irgendwo hinkomme um etwas zu drehen, meistens weiss ich vorher gaaaar nicht, was mich erwartet. Daher bin ich absolut unvorbereitet.Eigentlich weiss ich gar nicht, was ich so genau will, weil ich die Umgebung und umstände kaum kenne.
3. Meine Filme entstehen wie folgt: Ich bin irgendwo und beobachte einfach das Leben, mit eingeschalteter Kamera. Um eine Handlung zu erzeugen, muss man meistens die Szenen wiederholen, die Protagonisten müssen einiger Massen natürlich wirken. Sie müssen schon fast ein wenig Schauspieler sein. Oder? Das mache ich in den seltensten Fällen, da ich immer fürchte, dass der Film dann zu wenig authentisch wirken würde.

Alles falsch?
Ich glaube dir nicht, dass es wirklich so ist wie du vor allem in Pt 2 schreibst. Man fährt eigentlich niemals ins Blaue, wenn man weiß, dass man einen Film machen will. Du wirst recherchiert und vorher geplant haben. Du wusstest, wo du hin willst, wen du begleitest, warum du den Film machen wolltest. Dieser Film ist dir auch ziemlich gut gelungen, also stapele mal nicht zu tief. Ich würde so einen Film nicht hin kriegen. Müsste dazu über mich hinaus wachsen und unheimlich viel Zeit investieren, die ich eigentlich nicht habe, weil ich noch einen ganz anders gelagerten Beruf habe, der mit Filmemachen gar nichts zu tun hat. Aber selbst ich Hobbystümper recherchiere vorher jedes Mal, wenn ich verreise und die Kamera mitnehme, wohin ich komme, was dort sehenswert ist, vor allem auch abseits der bekannten Attraktionen, wie das Wetter wird, welche Leute mich begleiten, welche mir evtl. begegnen. Und dann überlege ich mir, wie der Film aussehen soll, eine kleine Story, in den ich den Film verpacke. Neulich war ich das erste Mal in meinem Leben ganz alleine mit meinem Wohnwagen im Urlaub. Meine Familie hatte kein Interesse und keine Zeit. Da hab ich den Film wie ein Tagebuch aufgezogen und es zum Thema gemacht, dass ich es auch allein packen kann, schöne Dinge zu erleben (nach einer längeren Erkrankung im letzten Jahr), indem ich direkt in eine Kamera meine Erlebnisse einsprach und dazu die passenden Bilder noch drehte. Das Ganze in einer eher ruhigen Grundstimmung. Schlimme Widrigkeiten habe ich nicht erlebt, aber trotzdem gabs immer mal paar kleine Dinge, die meine Pläne infrage stellten. Das habe ich alles mit verarbeitet. Mal sehen, wie er wird. Kann sein, dass ich am Ende alles im Sande verlaufen lasse, wenn es Mist geworden ist. Aber ich musste mir halt Gedanken darüber machen, wie ich einen Film, bei dem kaum ein bekannter Mensch zu sehen sein wird, irgendwie lebendig wirken könnte.
Ich bin ziemlich sicher, dass auch du sehr gut überlegt hast, was du wo filmst und was die Aussage deines Films sein soll. Dir fehlt halt nur eine Geschichte oder ein bisschen Stringenz, ein roter Faden, der auch mal unter Spannung gesetzt wird. Auf so ner Reise passieren doch jede Menge Unvorhersehbarkeiten. Die dürfen trotz Zielgedanken auch mit auftauchen.
Wenn ich einen Film mache, bei dem ich z. B. auf einen Berg steige, kann ich es so machen, dass ich irgendwie loslaufe, ein paar schöne Blicke einfange und mich dann stolz auf dem Gipfel filme. Das ist vielleicht schon eine Geschichte, aber sie interessiert keinen, weil sie keinen packt. Wenn ich mich aber unterwegs verklettere, eine unvorhergesehene Zwischenstation machen muss, vielleicht ein Wolf mich ein Stück verfolgt oder ich mal paar Meter den Hang abrutsche, dann bringt das sofort etwas Spannung in das Geschehen. Deshalb fragte ich weiter oben auch nach evtln. Konflikten, die aufgetreten sein könnten. All das verhindert ja nicht, dass du deine Geschichte erzählen kannst. Aber es bringt ein paar Spannungsmomente in deinen Film. Ich glaube ganz fest, dass du das auch irgendwann so hin bekommst. Das ist jetzt nicht ein Talent, das manchem verwehrt bleiben muss.
Bei alledem nochmal, dein Film ist überhaupt nicht misslungen oder so. Ich habe ihn mir gern angesehen. Aber du wolltest ja irgendwas hören, was ihn vielleicht hier und da noch etwas hätte verbessern können.
Das Niveau deiner Arbeit liegt über dem meiner Sachen. Von daher betrachte bitte meine Vorschläge und Ideen nicht als Verriss. Ich lerne selbst an diesen Dingen.




dosaris
Beiträge: 907

Re: Bitte um eine konstruktive Kritik bei meinem neuen Film

Beitrag von dosaris » Fr 08 Nov, 2019 09:33

Chiara hat geschrieben:
Do 07 Nov, 2019 10:17

... Wenn ich irgendwo hinkomme um etwas zu drehen, meistens weiss ich vorher gaaaar nicht, was mich erwartet. Daher bin ich absolut unvorbereitet.Eigentlich weiss ich gar nicht, was ich so genau will, weil ich die Umgebung und umstände kaum kenne.

... Ich bin irgendwo und beobachte einfach das Leben, mit eingeschalteter Kamera. Um eine Handlung zu erzeugen, muss man meistens die Szenen wiederholen, die Protagonisten müssen einiger Massen natürlich wirken. Sie müssen schon fast ein wenig Schauspieler sein. Oder? Das mache ich in den seltensten Fällen, da ich immer fürchte, dass der Film dann zu wenig authentisch wirken würde.
aber man sollte zuvor schon wissen, was man von den Protagonisten dargestellt haben will,
(nach dem Beobachten).

für Reportagen an unbekannten locations drehe ich iA je set min 1mal
- Totale des "set"
- Halbtotale (andere cam-position)
- Antexter: Protagonist kommt rein od ist mit seinem Metier beschäftigt (sieht aber nicht in die cam), etc
- set-spezifische SchniBis: Ortsschilder, Namenstafeln, typische Gebäude u Gerätschaften, Verkehr, etc

Antexter werden meist besser, wenn man die nach der "A-roll" dreht,
dann sind die Protagonisten schon etwas entspannter/eingewöhnter. Und die machen nix
anderes als sonst in ihrem Metier. Das kennen die schon alles, auch ohne Schauspieler zu sein.
Korrekterweise fragt man die ja ohnehin zuvor um Erlaubnis.

So hat man schon mal einige Ankerpunkte für's story-telling. Es wirkt dennoch nicht so
schematisiert wie dies jetzt klingen mag, weil bei jedem Set ja andere Protagonisten in anderer
location auftreten. iA sucht der Rezipient Orientierung im Thema, dabei sollte man ihm helfen!

Feintuning kann man später im cut immer noch machen, aber man hat diese shots zumindest im Kasten.
Unabhängig davon, ob man die später nicht mehr benötigt od dass man den set zuvor nicht kannte.

Natürlich kann man's auch anders aufziehen, aber so funktioniert's fast immer

Sieh mal die Intro von "Hengasch" an,
danach glaubt jeder, den Ort zu kennen, auch wenn's den gar nicht gibt.




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