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Passion für Lost Places



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3Dvideos
Beiträge: 397

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von 3Dvideos » Do 24 Jan, 2019 07:27

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Mi 23 Jan, 2019 21:16
r.p.television hat geschrieben:
Mi 23 Jan, 2019 21:02
Nope. Ich glaube nicht. Link?
Ich muß vorweg sagen, wir waren mit der Family dort und das ganze entstand dem Zufall, bzw wollte ich mal schauen ob ich was interesanntes einfangen kann, auch wenn es am Ende vielleicht wieder zuu langgezogen ist. ;-)

Das ist sicherlich ein Clip in der Kategorie Non-Plot und einer Art Tagtraum zuzuordnen, allein schon aufgrund der surrealen Slomo. In der Länge von 5 Minuten hat er die richtige Länge. Die meditative, beinahe sakrale Musik passt zu Haus Ohrbeck.




klusterdegenerierung
Beiträge: 12993

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Do 24 Jan, 2019 08:45

r.p.television hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 02:34
Muhahaha.
Also vorausgesetzt der unvollendete Satz inkludiert tatsächlich etwas Schmeichelhaftes: Sag Ihr einfach dass ich während der Roadtrips auch mal 5 Tage nicht dusche. Das wirkt in der Regel.
Falls das "..." für affig o.ä. steht einfach den obigen Satz ignorieren und ihr recht geben.

Hab mir das Video angesehen. Mir gefällt es sehr gut. Ich schaue mir gerne so entschleunigte Sachen an. Ist halt leider nichts was den Nerv der "relevanten Zielgruppe" trifft. Die holen bei sowas nach 20 Sekunden ihr Handy raus. Daher muss ich bei meinem Projekt eine Gratwanderung einschlagen die für meinen persönlichen Geschmack manchmal schon ein Kompromiss ist.
:-) Das erstere. ;-)
Ja mir geht es genauso, ganz extrem ist es wohl bei meinem Steinbruch Video, das ist für die meißten hier nicht zu ertragen, wo bei ich auch selber etwas zu geben muß, das ich hätte zumindest die ein oder andere Szene hätte ganz weglassen können.

Ich mag Slomo, das ist ein bisschen wie früher Fotoalben gucken, da verharte man ja auch ab und an lange auf einem Foto.

Zudem habe ich ein dauerhaftes eingenkonzept Problem, also wenn mir jemand sagt mach das und das, kein Problem, mach ich direkt, will ich mir aber in der Freizeit ein Projekt mit Konzept aufs Auge drücken, wird das oft nix, da kann ich manchmal schon besser nur meinen Kram ins Auto packen, gucken wohin es mich verschlägt und dann entsteht vielleicht eine kleine Geschichte, so wie meine Kletter Trilogie.

Vielleicht ist es auch einfach der Punkt, das man wenn man ehrlich zu sich ist, eigentlich recht schnelle feststellt, das man auch im Privaten alleine nicht viel leisten kann und doch fasst immer jemanden gebrauchen könnte. Irgendwie sind aber die guten Assi Zeiten auch vorbei habe ich das Gefühl, wenn da Heutzutage noch jemand kommt, dann meinen sie als unerfahrene das sie gleich Morgen schon die Topleute mit Topverdienst sind, da war ich 1995 ganz weit von weg, da war ich froh das ich schon direkt an die Fachkamera durfte und mit Studio ausfegen hatte ich auch nie ein Problem. ;-)
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




domain
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von domain » Do 24 Jan, 2019 14:38

Das Wesentliche bei diesen "Infiltrationserlebnissen" ist ja das Unerwartete, das ev. Verbotene und das Abenteuer. Ähnliche Erkundungen haben wir wahrscheinlich schon alle mal gemacht, genauso wie von Auf Achse beschrieben, mit dem ich mich darüber auch schon mal ausgetauscht habe.
Aber eine derart ausgeprägte Passion und ein derartiges Können in der Bildgestaltung etc. war für mich bisher unvorstellbar.
Schade, dass das Genre der Urban-Exploration mit der Unterkategorie Lost Places erst in den letzten Jahren so richtig aufgekommen ist, da kann mit entsprechender Motivation (und Nebelmaschine) ja schon eine Art Wettbewerb in der Fangemeinde entstehen :-)




3Dvideos
Beiträge: 397

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von 3Dvideos » Do 24 Jan, 2019 14:55

domain hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 14:38
Das Wesentliche bei diesen "Infiltrationserlebnissen" ist ja das Unerwartete, das ev. Verbotene und das Abenteuer. Ähnliche Erkundungen haben wir wahrscheinlich schon alle mal gemacht, genauso wie von Auf Achse beschrieben, mit dem ich mich darüber auch schon mal ausgetauscht habe.
Aber eine derart ausgeprägte Passion und ein derartiges Können in der Bildgestaltung etc. war für mich bisher unvorstellbar.
Schade, dass das Genre der Urban-Exploration mit der Unterkategorie Lost Places erst in den letzten Jahren so richtig aufgekommen ist, da kann mit entsprechender Motivation (und Nebelmaschine) ja schon eine Art Wettbewerb in der Fangemeinde entstehen :-)
Auch eine Nebelmaschine muss natürlich gezielt eingesetzt werden. Der Nebel muss also glaubhaft sein. Allein die Bildaussage: Es brennt außerhalb mal wieder so seltsam, vermag nicht zu überzeugen. Sie legt eher nahe, dass das Motiv nicht aus sich selbst heraus suggestive Kraft entfaltet.




Frank B.
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Frank B. » Do 24 Jan, 2019 14:56

Man sollte sich aber immer wieder bewusst machen, dass diese "Einbrüche" weitestgehend verboten sind. Da spielen auch Gedanken mit, seine gesellschaftliche Reputation zu verlieren oder evtl. eben mal die Handschellen klicken zu hören oder in den Lauf einer Waffe zu blicken, wie r.p.television das ja auch so schön beschrieben hat, möglicherweise auch, etwas harmloser, den Versicherungsschutz bei einem Unfall zu verlieren. Da sind dann wohl einige unter uns (ich eingeschlossen) doch ein wenig vorsichtig und abwägend. Es ist das alte Spiel zwischen Abenteuer und Risiko auf der einen und Sicherheitsbedürfnis und Bequemlichkeit auf der anderen Seite. Irgendwann kann man jede Seite bereuen, wenn es zu dieser gekippt ist. Eine gesunde Waage ist vielleicht nicht schlecht. Nicht zu bequem auf den Kissen ausruhen aber auch nicht zu sehr ins Risiko gehen. Doch den richtigen Weg muss man immer selbst finden.
Ich war w.g. auch schon zwei mal in solchen Gebäuden, aber da ging mir schon die Muffe ein bisschen, weil man da relaltiv allein ist und es wäre eher von Nachteil, wenn es nicht so wäre. ;)
Zuletzt geändert von Frank B. am Do 24 Jan, 2019 15:04, insgesamt 2-mal geändert.




Frank B.
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Frank B. » Do 24 Jan, 2019 14:59

3Dvideos hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 14:55

Auch eine Nebelmaschine muss natürlich gezielt eingesetzt werden. Der Nebel muss also glaubhaft sein. Allein die Bildaussage: Es brennt außerhalb mal wieder so seltsam, vermag nicht zu überzeugen. Sie legt eher nahe, dass das Motiv nicht aus sich selbst heraus suggestive Kraft entfaltet.
Gerade in solchen Locations ist sie wohl noch am ehesten glaubhaft. Bringt sie doch das "verstaubte Vergangene" ein wenig mehr zur Geltung. Auch das einfallende Licht wird sichtbarer und macht die Location ein wenig mystischer. Aber ich denke auch, das Ganze sollte nicht übertrieben wirken. Wenn da Schwaden umherwabern, ist das vielleicht dann doch das falsche Bild.




Auf Achse
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Do 24 Jan, 2019 15:15

Der Stil der TV Beiträge die man in Österreich über dieses Thema bisher gesehen hat war bestenfalls dokumentarisch bis journalistisch. Da wurden einfach ein paar Explorer bei ihren Touren mit einem Kamerateam begleitet.

Aber r.p. hat dieses Thema für mein Gefühl auf eine andere, höhere Ebene gehoben. Da ist das Schloß nicht mehr das Hauptthema, sondern der unglaublich geile Rahmen in dem sich die ästathischen Szenen mit der Schauspielerin abspielen, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Für mich ist das Kunst. Alles bisherige "nur" cooles Erforschen und Herzeigen. So wie ich es mit meinen Aufnahmen von Lost Places bisher auch gemacht hab.

Auf Achse




Auf Achse
Beiträge: 3536

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Do 24 Jan, 2019 15:20

Frank B. hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 14:56
Man sollte sich aber immer wieder bewusst machen, dass diese "Einbrüche" weitestgehend verboten sind .....

Frank, ich kenne deine Gedanken und du hast natürlich recht. Andererseits ist das eine Grauzone wenn ich in eine alte Fabrik reingehe von der ich weiß daß in ein paar Wochen der Bagger durchfährt. Da sehe ich es sogar als dokumentarischen Auftrag noch ein paar schöne Shots zu machen.

r.p., ich will deinen Thread nicht für meine Zwecke highjacken, aber es paßt grad so schön :-)

Noch ein paar Worte zu meinem Video bevor's wer anderer erwähnt: Das ist ein paar Jahre alt, mit einem Phantom P1, ohne Gimbal, ohne FPV, das gabs erst später. War mein erster Flug in einer Fabrik und ein ziemlicher Nervenkitzel zwischen den vielen runterhängenden Kabel, Ketten, Geländer usw herumzufliegen, teils auf Zentimeter ... ohne Kollisionsvermeidungs - Dings.

Grüße,
Auf Achse


Zuletzt geändert von Auf Achse am Do 24 Jan, 2019 16:48, insgesamt 2-mal geändert.




Frank B.
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Frank B. » Do 24 Jan, 2019 15:23

Auf Achse hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 15:15
Für mich ist das Kunst. Alles bisherige "nur" cooles Erforschen und Herzeigen.
So würde ich das nicht sehen, dass alles Bisherige nur Herzeigen ist. Ich denke, Lost Places schreien förmlich nach künstlerischer Umsetzung. Ob das immer so gelungen ist wie in diesem Fall hier, ist die zweite Frage. Aber ich denke schon, dass auch andere versuchen, einen künstlerischen Aspekt zu bedienen. Ich habe da jedenfalls schon einiges Gutes gesehen. Wo ich aber mitgehe ist, dass hier durch das Modell ein toller Kontrast gesetzt wird, der mit Sicherheit aber auch nicht erstmalig so gezeigt wird.




Auf Achse
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Do 24 Jan, 2019 15:26

Frank B. hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 15:23
Wo ich aber mitgehe ist, dass hier durch das Modell ein toller Kontrast gesetzt wird, der mit Sicherheit aber auch nicht erstmalig so gezeigt wird.

Ich habs bisher nur von den Fotografen gesehen die ihre Models in Lost Places ablichten. Da ist das sogar gang und gäbe. Aber von Filmern hab ich das noch nicht gesehen, noch dazu sooo geile Loations!

Auf Achse




Frank B.
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Frank B. » Do 24 Jan, 2019 15:30

Das stimmt. Wobei ich wahrscheinlich selbst auch eher fotografieren würde.




3Dvideos
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von 3Dvideos » Do 24 Jan, 2019 15:37

Frank B. hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 14:59
3Dvideos hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 14:55

Auch eine Nebelmaschine muss natürlich gezielt eingesetzt werden. Der Nebel muss also glaubhaft sein. Allein die Bildaussage: Es brennt außerhalb mal wieder so seltsam, vermag nicht zu überzeugen. Sie legt eher nahe, dass das Motiv nicht aus sich selbst heraus suggestive Kraft entfaltet.
Gerade in solchen Locations ist sie wohl noch am ehesten glaubhaft. Bringt sie doch das "verstaubte Vergangene" ein wenig mehr zur Geltung. Auch das einfallende Licht wird sichtbarer und macht die Location ein wenig mystischer. Aber ich denke auch, das Ganze sollte nicht übertrieben wirken. Wenn da Schwaden umherwabern, ist das vielleicht dann doch das falsche Bild.
Konsens besteht für die eigentlichen Locations, nicht unbedingt für die unmotivierte Rauchschwade aus dem Wald oder neben dem Friedhof. Konsens besteht sicher auch beim dezenten Einsatz für diffuses Licht.




domain
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von domain » Do 24 Jan, 2019 16:30

Ob bei dezenter Vernebelung nicht auch auch eine Hochleistungsshisha reichen würde, Autostaubsauber zum Saugen ev. angebracht :-)
Ab 6:30 sieht man eine Demo




Auf Achse
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Do 24 Jan, 2019 17:08

Danke domain, jetzt hab ich mir wegen dir das unnötige Geplapper von dem Schwachkopf reingezogen :-)

Aber die Idee so ein E-Dings zum Nebeln hat was .... vielleicht noch Motoröl rein, dann qualmt's erst richtig :-)

Auf Achse




domain
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von domain » Do 24 Jan, 2019 17:21

Der Typ wirkt wirklich ziemlich bescheuert, aber typisch.
Motoröl wäre nur was dich als Fan von großvolumigen Ami-Fahrzeugen, ich bevorzuge eher die angeblich gesunden Liquids ohne Nikotin in meinen kleinen E-Zigarren.
Aber eines ist doch interessant, am Endes Videos wirkt seine Bude doch schon ganz schön vernebelt und darauf kommt es schließlich an.




r.p.television
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Do 24 Jan, 2019 18:07

Wegen der Diskussion was Urban Explorer üblicherweise fotografieren bzw. ob mit Models oder ohne und welche Videos es darüber gibt:

Ich bin ja seit 10 Jahren in dieser Urban Exploring Community beheimatet. In Foren und FB-Gruppen. Urban Exploring - gerade in Mitteleuropa - beschäftigt sich hauptsächlich mit solchen Places wie ich sie im Prologfilm zeige – während beispielsweise die Russen gerne auf Dächern herumturnen oder in alte Raketensilos kriechen. Wobei sowas bei mir auch vorkommt, aber das wurde jetzt im Prologfilm weniger thematisiert.

Als ich angefangen habe hat so gut wie keiner der Urban Explorer gefilmt. Aus mehreren Gründen. Die Kameratechnik war da einfach noch nicht so weit. Es gab für „Gestalterisches“ grad mal die 5D ii oder wenig später die GH2 und wenn ich vergleiche was die im Vergleich mit heutigen Kameras für ein grottiges Bild bei 1600 ISO machten dann weiss man warum sich damit keiner anfreunden wollte. Und in den meisten Lost Places isses halt dunkel. Künstlich ausleuchten is ne Challenge. Zudem braucht man für das Filmen in guter Qualität eine gewisse Leidensfähigkeit. Ich hatte nicht selten 45 Kilo am Mann, während der normale Fotograf mit Stativ und Rucksack nur in Ausnahmefällen über 10 Kilo hinauskommt.

Viele Fotografen haben damals auch die ersten Schritte gemacht. Es gab nur sehr wenige die das schon länger betrieben haben. So gesehen ist das Jahr 2008/2009 ein Jahr in dem viele zu diesem Hobby gefunden haben. Initialzündung waren Bilder im Internet, die damals fast explosionsartig an die Oberfläche schwappten.

Nicht allgemein trennbar weil die Grenzen verschwimmen – aber es haben sich irgendwann 2 Lager gebildet. Fotografen die sehr hochwertige Fotos machen. Sie warten das ideale Licht ab, arbeiten mit Models, teilweise mit Nebel und künstlicher Ausleuchtung, Dekorationen etc. Meist nur an Orten die einfach zugänglich sind. Die schon ein wenig bekannt in der Szene sind und rein vom Ort keinen „Wow“-Effekt mehr auslösen, aber eben durch die Gestaltung glänzen.
Dann die Fotografen die mit möglichst exklusiven Locations auftrumpfen welche extrem schwer zu erreichen sind. Nicht selten unter Gefahr für Leib und Leben. Wie etwa die verwaisten Buran Shuttles im Weltraumhafen Baikonur. Diese Fotos sind oft von eher mittelmässiger Qualität – gestalterisch wie qualitativ. Aber beide Lager finden Anklang.

Im Laufe der Jahre habe ich viele TV-Beiträge über Lost Places oder über Urban Explorer gesehen. 95% davon waren die übliche TV-Kost. Die Redakteurin oder der PL hat mal bei Facebook schicke Bilder von einem Lost Places Fotografen gesehen und angefragt ob man den denn begleiten darf.
Was man da wissen sollte: In der Urban Exploring Community gibt es das ungeschriebene Gesetz dass man exklusive Places nicht an den "Mainstream" weitergibt. Sprich: Mit einem Fernsehteam geht man halt eher in die trashige Graffitihalle nebenan. Mit ebenerdigem Zugang und einem so großen Loch im Zaun dass man mit dem Auto hindurch fahren könnte. Der Fotograf macht dann aber trotzdem Werbung für sich und zeigt die schönsten Fotos der letzten Jahre.
Aber auch von Seiten des TV-Teams spielt der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Man kann ja mit einem Team aus Kameramann, PL, Redakteur und Tonmann nicht eben übern Zaun klettern und im Arbeitsverhältnis Hausfriedensbruch begehen. Oder gar in eine einsturzgefährdete Ruine klettern. Da bezahlt keine Versicherung mehr wenn was passiert und der PL hat mal richtig Ärger am Hals.

Deshalb ist das was ich mache da schon sehr exklusiv. Ich besitze selbst die Technik, ich besitze die Erfahrung, ich bin bescheuert genug und habe Freunde die alle ein fotografisches Auge haben und den selben Antrieb wie ich das einfach aus Idealismus und Abenteuerlust zu betreiben. Und an was viele gar nicht denken: Man muss auch eine Partnerin/Ehefrau haben die akzeptiert dass der Schwachkopf schon wieder ne Woche irgendwo in Kasachstan durch die Wüste läuft um russischen Weltraumschrott zu filmen. Da ist im Vorfeld viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit der Verwandschaft gegenüber nötig. Meine Frau hat ja immer das Kopfkino was alles passieren kann und unterliegt auch dummen Vorurteilen, wenn die Reise in bestimmte Gebiete geht. („Oh Gott ihr fahrt nach Georgien/Ukraine/Rumänien/Russland/Marokko, da überfallen die Euch, erschiessen, entführen....usw.) Was in vielen Fällen ausgemachter Blödsinn ist. Aber das sind auch alles Sachen die hinter den Kulissen eine gewisse Rolle spielen und ein nicht unerheblicher Teil in der Vorproduktion sind. Quasi heimliche Planung bis zu einem gewissen Punkt bis das Unternehmen spruchreif ist und dann muss man erstmal der Familie beichten welche Spinnerei man sich jetzt wieder ausgedacht hat. Und wenn die Frau bzw unsere Partnerinnen sagen: „Ja, dann mach halt Du Depp.“ kommt der Stein ins Rollen. Heute war zum Beispiel wieder so ein Tag. Den schiebt man auch gerne mal 2 Wochen vor sich her ;-)

Es gab ein paar beachtliche Filme im Fernsehen die entweder Urban Explorer bei sehr extremen Infiltrationen gezeigt haben - aber sehr oft in der Form dass Kameraarbeit und Bildqualität unter aller Sau waren. Oft hat man eben den Explorern auf den letzten entscheidenden Metern eine Gopro oder nen simplen keinen Camorder in die Hand gedrückt.
Dann gab es ein paar Filme mit sehr künstlerischen Bildern – diese aber eher im Netz, aber meist in sehr kontrollierter Umgebung. Wo man oft gar nicht von echten Lost Places sprechen kann. Das sind nicht selten Mietlocations die zwar nicht bewohnt sind, aber noch Strom haben und ein wenig am bröckeln sind und für gewisse Summen legal zu shooten sind.
Im Netz gibt es einige Videos von einem bekannten Urban Explorer der Ultrahardcore-Sachen macht. Aber alle nur sehr dokumentarisch gefilmt. Teils nur mit Handy. Die Filme sind auch meist nur für die Urban Exploring Community interessant, bis auf ein paar Ausnahmen.

Ich versuche über all das eine Brücke zu schlagen. Schöne Bilder, sehr exklusive Orte, Abenteuerfeeling... und das alles eben nicht exklusiverweise für das Nischeninteresse der Urban Explorer, sondern für einen breiteren Querschnitt.
Mein Hauptanliegen ist dass ich für mindestens 75% des Volumens eine hochwertige Bildästhetik liefern will, dann Making-of-Schulterblicke die das Abenteuerfeeling generieren. Und natürlich dem Zuseher die historischen Hintergründe zu vermitteln, kombiniert mit subjektiven, eigenen Reflektionen dazu.
Sowas gab es in dieser Konstellation tatsächlich noch nicht.

Darya, meine Schauspielerin spielt dabei als einzige von uns eine fiktive Figur, die ich sehr exemplarisch und fast schon überzeichnet die Eindrücke, Gedankenspiele, Träume, Ängste etc. ausleben lasse. Ich will das nicht in jedem Lost Place so machen und das auch nicht in alberne Kostümorgien ausufern lassen, sondern immer mal wieder wenn es passt. Sie wird so dargestellt dass sie eine unglaubliche Empathie für die Orte entwickelt und deshalb gelegentlich in diese surrealen Tagträume abgleitet, die man bereits auszugsweise im Prologfilm sieht. Man muss natürlich aufpassen dass man das nicht überstrapaziert und in den Kitsch abdriftet.
Im meinem Kopf sind die Puzzlestücke alle schon beisammen. Aber es fehlen hie und da noch Nachdrehs, Interviews. Aber ich weiss sehr genau wo die Reise hingeht.

Was mir aber fehlt sind die entscheidenden Kontakte. Ich bin an einer Projektförderung dran beim FFF Bayern. Die bürokratischen Hürden sind für so ne kleine Klitsche wie mich ein Pain in the Ass.
Ich habe noch nirgends direkt angeklopft weil ich immer noch im Hintergrund an dem Drehbuch für den Piloten feile und andere Episoden schreibe, auch wenn der halbe Pilot auf der Timeline schon steht. Wie schon mal geschrieben ist es mein Ziel den Piloten noch mit Eigenmitteln komplett zu finalisieren, damit Interessenten sehen worauf sie sich mit mir einlassen.
Am liebsten wäre mir eine Publikation über VoD-Dienste wie Amazon Prime oder Netflix. Viele Vorgaben erfülle ich. Das Problem bleibt wie schon in der Eröffnung geschrieben - und da bin ich einfach Realist: Ich mache bei diesem Projekt sehr viel in Personalunion. Ich bin Autor, ich bin (Line) Producer, PL, erster Kameramann, Regisseur, Redakteur usw. den nur seine Freunde unterstützen. Viele werden da kalte Füsse kriegen weil sie mir sowas nicht zutrauen bzw. sich nicht vorstellen können das sowas ohne die gewohnten Hierarchien funktioniert. Das wirkt auf dem Papier alles sehr hausbacken. Vorallem: Ich bin in der medialen Unterhaltungswelt ein Niemand.
Ob potenzielle Entscheidungsträger die Sinnhaftigkeit meiner Personalunion im Kontext der sehr speziellen Rahmenbedingungen des Projektes erkennen und werten können ist die Frage.
Das ist in der Tat meine größte Herausforderung.

Wer also Kontakte herstellen kann und will zu Entertainment Executives etc. - ich bin bzw. wäre da überaus dankbar, auch wenn ich noch ne Weile brauche bis ich alles präsentationsfertig beisammen habe.
Holla, die Waldfee. Jetzt habe ich mehr geschrieben als beabsichtigt. Sorry.




domain
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von domain » Do 24 Jan, 2019 19:17

"Man muss auch eine Partnerin/Ehefrau haben die akzeptiert dass der Schwachkopf schon wieder ne Woche irgendwo in Kasachstan durch die Wüste läuft um russischen Weltraumschrott zu filmen."

Pass nur auf, ziemlich bald könnte sie sich in einen weniger spinnerten Partner verlieben. Habe ich selbst erlebt. Teiweise getrennte Schlafzimmer, weil ich in meinem "Labor" regelmäßig bis 3h in der Nacht an meinen mechanischen und assemblerorientierten Entwicklungen arbeitete.




klusterdegenerierung
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Do 24 Jan, 2019 19:37

Wenn man eine Frau mit ähnlich ausschweifenden Hobbys oder Truckerin hat, sollte das kein Problem sein! ;-))
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




domain
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von domain » Do 24 Jan, 2019 19:53

Wer will schon eine Truckerin als Frau?
Wenn eine Frau Kinder hat, dann ändert sich alles, weil sie für ihre Pamper bedingungslosen Einsatz zeigt und der Mann nur mehr eine Sicherungsfunktion hat, wobei sie ihn, wenn er diese Rolle erfüllt, natürlich schon sehr lieb haben kann.




achtpfund
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von achtpfund » Do 24 Jan, 2019 20:03

Wenn du so viel Rückmeldung erhältst, hast du auf jeden Fall etwas richtig gemacht.
Mich catcht der Teaser leider nicht, obwohl ich absoluter Abandonded-Places-Fan bin.
Die Aufnahmen sind aber klasse, thumbs up!




r.p.television
Beiträge: 2855

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Do 24 Jan, 2019 20:04

Für meine Frau bin ich einfach nur ein Freak.
Aber sie meinte sie könne mit nem normalen Mann gar nix mehr anfangen. Auch wenn einige Sachen leichter wären....




Auf Achse
Beiträge: 3536

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Do 24 Jan, 2019 20:50

r.p.television hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 20:04
Für meine Frau bin ich einfach nur ein Freak.
Aber sie meinte sie könne mit nem normalen Mann gar nix mehr anfangen. ......

Ist ja auch eine Form von Weiterentwicklung. Somit erarbeitest du dir eine exklusive und wenig austauschbare Position :-)

Boah, bin ich gesegnet mit meiner Liebsten, die geht mit mir mit in die gammligen Keller und stinkigen Fabriken. Sie muß nur zuerst über die emotionale Hürde des "verboten - seins". Sobald wir drinnen und von draußen nicht mehr sichtbar sind entspannt sie sich, nimmt den Fotoapparat und beamt sich damit weg. Sie meckert nicht wenns kalt ist oder daß sie schon nach Hause will. Wir schaukeln uns oft unglaublich auf mit "hast du DAS schon gesehen, das mußt du filmen / fotografieren" .... allermeist sind wir auch nur zu zweit unterwegs. Wir vertiefen uns derart in die Beobachtungen und Umsetzung der Bilder ... das hält kein normaler Mensch aus mit uns.

Und wir sind gespannt wann wir unsere erste Leiche in irgendeinem Keller finden.

Auf Achse




klusterdegenerierung
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Do 24 Jan, 2019 22:01

Schade, ich konnte nur einen Daumen hoch geben! Spitzen Story!
Glückwunsch zur Traumfrau! :-)
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




r.p.television
Beiträge: 2855

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Fr 25 Jan, 2019 19:15

Auf Achse hat geschrieben:
Do 24 Jan, 2019 20:50

Boah, bin ich gesegnet mit meiner Liebsten, die geht mit mir mit in die gammligen Keller und stinkigen Fabriken.
Das ist natürlich wirklich ne schöne Sache wenn man in der Partnerschaft für das selbe brennt. Wobei da auch jeder anders tickt. Ich war am Anfang schon ein wenig enttäuscht dass meine Frau da überhaupt nicht mitzieht. Also die findet super was ich mache, aber dabei sein will die nicht. Ich war mit ihr ziemlich zu Beginn mal ne Woche in Belgien zum Exploren und Sightseeing unterwegs und gleich in der zweiten Bude hat die ne Panikattacke bekommen weil plötzlich im selben Gebäude Stimmen zu hören waren. Die kommt mit dem Aspekt der Illegalität überhaupt nicht klar. Da fliessen dann auch Tränen und es geht nichts mehr.
Mein guter Kumpel mit dem ich regelmässig unterwegs bin hat ne Verlobte die auch gerne in so verlassene Buden geht, aber er ist froh wenn sie keine Zeit hat, was oft genug vorkommt. Weil er sich dann besser auf das Fotografieren konzentrieren kann. Es ist auch einfach "anders" wenn sie dabei ist. So bleibt es halt ein Ding unter uns Jungs. Da wird abends natürlich gesoffen und blöd dahergeredet.
Mir jedenfalls ist mittlerweile das Kontrastprogramm zum Family-Life da echt wichtig. Meine Frau lässt mir da die Leine wirklich locker, was ich auch sehr zu schätzen weiss.




Frank B.
Beiträge: 8699

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Frank B. » Fr 25 Jan, 2019 19:22

Ihr habt aber ein hübsches Mädel dabei. ;) So ganz unter Jungs scheint es nicht zu sein.




Auf Achse
Beiträge: 3536

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Fr 25 Jan, 2019 19:29

Wenn du jeden Monat unterwegs bist und daheim trotzdem alles OK ist bist du eben auf andere Weise gesegnet als ich :-)

Wie erwähnt, bei uns ist es gegenseitige Inspiration. Viel mehr stört es wenn mal andere dabei sind die ein viel höheres Tempo als wir haben, dann wirds unrund.

Wir waren mal in einem Riesen - Silo drinnen wo ganz oben nur eine Gitterrost - Treppe durchging. Und danach eine stählerne Außentreppe in ca. 50m Höhe die total Im Freien hing, ziemlich wackelig. Die Seitenwand des Gebäudes war von unten bis oben offen weil da mal ein Zement - Brennofen stand der abmontiert wurde. Das ganze mit freier Sicht bis nach Wien :-)
Das ist meiner Frau dermaßen eingefahren daß sie in der Nacht heftige Träume hatte :-)

Das Reinklettern in alte Gebäude ist für mich irgendwie nicht mit "böse und verboten - Gefühlen" verbunden. Dafür hat vermutlich mein Vater gesorgt. Schon als ich ein Kind hat er mich auf Schrottplätze mitgenommen, das war soooo geil! Ich liebe Schrottplätze, leider verschwinden sie zusehends.

Ich hab wenigstens die Ausrede daß ich kindlich geprägt bin und nichts dafür kann ....

Auf Achse
Zuletzt geändert von Auf Achse am Fr 25 Jan, 2019 19:39, insgesamt 1-mal geändert.




klusterdegenerierung
Beiträge: 12993

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 25 Jan, 2019 19:36

Meine Frau ist eine Dekade jüger als ich und am Anfang als ich noch mehr mit Models und auch so mit jungen Menschen gemacht habe, war das nicht immer leicht für sie, aber das hat sich gottseidenk alles gelegt, denn sonst würde es für eine Selbständigkeit schon mal bedrohlich, aber verstehen kann ich immer alle Seiten.

Wenn man ins Alter kommt, wird es aber meißtens entspannter, puuhh ;-))
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




r.p.television
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Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Fr 25 Jan, 2019 19:54

Auf Achse hat geschrieben:
Fr 25 Jan, 2019 19:29
Schon als ich ein Kind hat er mich auf Schrottplätze mitgenommen, das war soooo geil! Ich liebe Schrottplätze, leider verschwinden sie zusehends.
Dann solltest Du in Schweden die ganzen geilen Schrottplätze kennen, oder? Das sind ja mit Abstand die größten. Ansonsten hat man - gerade in Frankreich - ja schon sehr viel Schrottplätze aufgelöst wegen der bescheuerten Auflagen vom Umweltamt.
Wir waren vor 3 Jahren ne Woche in Schweden unterwegs und haben nur diese legendären Schrottplätze besucht mit diesen ganzen Oldies aus den 30er bis 60er Jahren. Ist zwar ne verwirrende Nummer für nen Petrolhead wie mich weil ich die Hälfte der Karren am liebsten mitgenommen hätte zum wieder flott machen, aber das sind vor allem im Herbst bei morgendlichem Raureif schon genialste Motive.

Frank B. hat geschrieben:
Fr 25 Jan, 2019 19:22
Ihr habt aber ein hübsches Mädel dabei. ;) So ganz unter Jungs scheint es nicht zu sein.
Die ist ja nicht immer dabei. Ich war 2018 für 77 Tage "on Tour". Ohne jetzt ne genaue Inventur zu machen würde ich sagen dass Darya da nur ca 15 Tage anteilig dabei war. Das sind dann auch eher sehr geplante Dreharbeiten wo ich vorher schon sehr genau weiss was ich vorhabe. Sie macht zwar auch noch alles ohne Bezahlung aber wenn sie dabei ist pennen wir natürlich nicht mehr bei mir im Van, sondern da geht natürlich alles ziviler zu und ich buche für jede Nacht eine Ferienwohnung via AirBnB. Von daher muss ich wegen der Kosten schon kucken dass viel bei rum kommt. Da sind dann auch mal Locations dabei wo der Caretaker ein wenig Schmiergeld bekommt damit wir unbehelligt drehen können und uns niemand mit der Schrotflinte vom Hof jagt. Die ist zwar wirklich zu allem bereit und liebt das Abenteuer, aber die könnte vom Alter locker meine Tochter sein und von daher kann ich da meinen Beschützerinstinkt nicht unterdrücken bzw. will mit Ihr einfach nix wirklich Gefährliches machen.
Und meine Frau hat damit keine Probleme. Die kennt Darya. Wenn die dabei ist weiss meine Frau dass wenigstens ein gescheiter Mensch Teil der Crew ist ;-)

Den Rest der Zeit geht es eher sehr "rustikal" zu. Geduscht wird - wenn überhaupt - in den Duschen der Trucker auf den Rasthöfen. Geschlafen wird nur im Auto. Und es wird jede Nacht spät obwohl der Wecker früh klingelt und es gesünder wäre die Flasche mit dem Rennbenzin nicht bis zum Boden leer zu trinken.




Auf Achse
Beiträge: 3536

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » So 27 Jan, 2019 11:39

Die Schrottplätze kenn ich von Fotos und auch einer TV Doku, war selbst aber noch nie dort .... LEIDER!

Wir sind nur ein paar mal im Jahr auf irgendwelchen Lost Places, mehr geht sich nicht aus. Zuletzt sind wir in Rumänien in einen alten Rundlokschuppen reingekracht. Draußen sind noch einige Dampfloks in unterschiedlichen Verrottungszuständen gestanden. Als wir die durch hatten sind wir auf den letzten verbliebenen Mitarbeiter = Aufpasser gestoßen der anfangs recht abweisend war und uns nicht in den Lokschuppen lassen wollte. Mein rumänisch ist gut genug ihn zu überzeugen daß wir harmlos sind. Irgendwie hilfts immer wenn man erwähnt "aus Austria" zu sein. Ein netter Vertrauensvorschuß der uns schon oft Tür und Tor geöffnet hat, Bakschisch war noch nie nötig bei unseren Touren. Auch wird es hoch geschätzt wenn man sich in ihrer Landessprache bemüht.

Dann ist er aufgetaut und hat uns den Lokschuppen aufgesperrt wo leider eh nicht viel Interessantes drin war. Aber dann hat er uns in die alte Werkstätte geführt mit Maschinen wie Drehbänke, Schmiede, Hobelmaschine usw. Die Werkstätte hatte noch einen Transmissionsantrieb (!) und "Holzklötzelboden" und wurde während der K+K Monarchie errichtet! Und zum Abschluß hat er den Lok - Drehteller vorm Lokschuppen aktiviert uns ist stolz eine Runde mit uns gefahren.

Der Deal war daß wir nicht fotografieren + filmen durften. Aber echt wurscht, diese Erlebnisse und Erinnerungen sind genial, ich brauch nicht alles gefilmt.

Auf Achse




r.p.television
Beiträge: 2855

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Mo 28 Jan, 2019 15:05

@achse

Ich glaub den Bahnhof bzw. Ringlokschuppen kenne ich. Habt Ihr dort auch die langgestreckte Dampflock in einer Halle gesehen wo vorne an der Front der Stern der roten Armee auflackiert ist? Mittlerweile scheint diese Lok aber verschwunden zu sein. Die stammt wohl wirklich noch aus WW2.

Hierzulande hat man ja immer diesen Bammel vorm "Ostblock". Der Ivan ist ein Schreckgespenst. Wenn man dann aber vor Ort ist lernt man schnell dass die Leute dort unglaublich hilfsbereit, gastfreundlich und auch kulturell interessiert sind. Manche brauchen nur ein bisschen um aufzutauen. Am Ende des Tages muss man nur aufpassen dass man mit denen nicht das selbst-destillierte Zeugs saufen muss. Dafür ist so ein mitteleuropäischer Schädel nicht gebaut LOL.




Auf Achse
Beiträge: 3536

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Auf Achse » Mo 28 Jan, 2019 22:08

Nein, ich kenn den Lokschuppen schon länger, dort war keine Russenlok. Du meinst sicher einen anderen Lokschuppen.

Dort sind in der Nähe ein paar Steinkohlebergwerke, da haben wir letzten Mai auch einen Abstecher hingemacht. Beim Portier wacht der Aufpasser, der hat uns bei seinem Rundgang erwischt. Es braucht immer zuerst ein Gespräch daß der Aufpasser mitkriegt "daß wir für ihn keine Bedrohung sind". Klingt komisch, aber die haben zuallererst Schiß um ihren Job (verständlich) wenn rauskommt daß er nicht aufgepaßt hat. Wenn er schnallt daß wir eh OK sind, nix klauen wollen oder Fotos ins Internet stellen (und aus Austria sind :-) dann folgt meist rasch die Entspannung. Dann hat er ein paar Gebäude aufgesperrt mit den Kompressoren drinn und dem Antrieb für den Schachtaufzug :-)

Ein mal hats bei einem Stahlwerk nicht funktioniert, beim Haupteingang der Aufpasser, wir sind hinten rein wo auch die Einheimischen mit den Kutschen ein und ausfahren und alles brauchbare Metall abtransportieren. Irgendwann kam der Aufpasser, fuchsteufelswild mit einer schweren Eisenstange. Wir haben ihn schon von weitem gesehen, zum Glück sind wir mit dem Jeep ins Gelände reingefahren und konnten uns schnell aus dem Staub machen. Aber ich kanns verstehen daß der unentspannt war wenn ihm die Einheimischen die Hochöfen unter dem Arsch davonklauen :-)

Ja, und das mit dem Fusel kenn ich, da muß man auch in Rumänien sehr aufpassen. Damit hats mir auch schon mehrmals die Sicherungen durchgeschossen :-) Zuerst lustig, dann Filmriss .....

Auf Achse




r.p.television
Beiträge: 2855

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von r.p.television » Di 29 Jan, 2019 21:20

Wer Lust auf mehr hat:

Ich habe kurz vor Jahresende 2018 diesen rein visuellen Videoclip zusammengeschnitten. Der nichts erzählt. Ich hatte einfach nur Lust ein paar meiner Lieblingstakes aus 2018 wie einen Musicvideoclip zu montieren. Auch um mein Team ein wenig bei Laune zu halten, denn ausser dem Prologfilm gab es sonst nichts zu sehen was den immensen Aufwand der letzten Jahre gerechtfertigt hat.
Leider konnte oder wollte ich 2 der interessantesten Visits nicht reinschneiden um nicht frühzeitig im Sinne juristischer Folgen schlafende Hunde zu wecken. Den Ärger hebe ich mir für später auf ;-)

Also nicht zuviel erwarten:
Ist ein rein visuelles Best-of-2018 ohne narrativen Background:




Funless
Beiträge: 2931

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Funless » Di 29 Jan, 2019 22:08

Vielen Dank für das neue Video, ich kann nicht genug davon bekommen. Sind sehr wirklich schöne Shots dabei.
MfG
Funless


Gestern war Stromausfall, kein WLAN, kein Internet! Habe mich dann mit meiner Familie unterhalten, scheinen ganz nett zu sein.




Jörg
Beiträge: 7019

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von Jörg » Di 29 Jan, 2019 22:46

Wie ich solche Filme liebe,,,
du bist dabei, hier die Latte aber richtig hoch zu legen, ganz großartig.




klusterdegenerierung
Beiträge: 12993

Re: Passion für Lost Places

Beitrag von klusterdegenerierung » Di 29 Jan, 2019 22:59

Ich finds auch cool, aber diesmal finde ich die Musik nicht stimmig, aber vielleicht weil sie mir dafür einfach zu krachig ist. :-)
"Es reicht nicht keine Ideen zu haben, man muß auch unfähig sein sie umzusetzen!"




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