rob hat geschrieben: Di 07 Jul, 2026 08:49Wer sich hingegen auf Resolve einläßt, wird sicherlich umfassender/tiefer bedient - hat dafür aber auch eine deutlich längere/steilere Lernkurve vor sich.
Am Anfang muss jede Lernkurve "steil", d.h. vertikal sein. Bevor man Algebra anfasst, muss man die Grundrechenarten pauken, bis man sie, wie man so schön sagt, "beherrscht". Wäre bezogen auf Farbkorrektur Kurven und Farbräder und Verstehen der Scopes. Auf diesem Lernpfad der "36 Kammern des Shaolin" kann man sich per aspera ad astra hochlernen, also zum Beispiel Resolves Handbuch, von Seite 0001 bis 4020 sequenziell durchgearbeitet, und bei einem Fehler gibt's mit dem Rohrstock auf die Finger.
Ziel jeder Ausbildung muss es sein, den individuell besten Punkt für den Knick in der Kurve zu finden, den Moment, an dem die Person einen spontanen horizontalen Transfer macht, d.h. das bisher Gelernte übertragen kann. Erst ab diesem Moment kann man von Kompetenz sprechen. Und hier finde ich, dass in allen freundlichen Farbkästen mit, Zitat,
slashCAM hat geschrieben:... einer visuellen Konzentration auf das Wesentliche.
ein
negativer Transfer stattfindet. Und zwar, weil es gar keine grafische Darstellung irgendeines Workflows gibt (wie es der Node-Tree zum Beispiel ist), sondern ein hattu-muttu, klicki-bunti- Adventskalender. Ein negativer Transfer ist quasi die Kontamination eines Lernprozesses mit Dunning-Krüger.
Davon abgesehen, auch wenn man, wie ich, kein Colorist ist: wenn man in Resolve Color bereits in einer abgeflachten Lernkurve klettert, also, ähm,
fortgeschritten ist, kann man sicher in Premiere oder auch sogar in FCP sehr gut graden und empfindet vielleicht die Hemdsärmeligkeit des GUI als erfrischend. Auch in Resolve sollte es darum gehen, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen. Die meisten Sterne-Köche verwenden fünf Zutaten pro Gericht.
Na und? Im Fernsehen wird ja auch alles wiederholt ...