Funless
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Funless » Mi 26 Feb, 2020 17:32

Frank Glencairn hat geschrieben:
Mi 26 Feb, 2020 17:21
Funless hat geschrieben:
Mi 26 Feb, 2020 17:19
Sie legen auch einen größeren Wert auf die sog. "work-life-balance" als unsere Generation.
Also mehr Quibi schauen als arbeiten ;-)
Du wirst lachen aber bspw. während der Pause. Ich habe hier im Job eine Menge an sog. Millennials als Kolleginnen und Kollegen, ich krieg's ja jeden Tag mit. Dieses klassische 9to5 praktizieren sie gar nicht auch nicht die Punkt 12 halbstündige Mittagspause. Mal zehn Minuten auf die Terasse, mal 10 Minuten zum Bäcker, mal für 15 Minuten zur Massage (die vom Arbeitgeber angeboten wird), mal für 8 Minuten kurz in die Office Lounge. Kein Witz! Die haben alle ausnahmslos Netflix, Amazon (schon allein wegen den Bestellbequemlichkeiten), Spotify, Apple Music, Apple TV+ gleichzeitig abonniert. Leben dafür größtenteils in WGs, fahren ausschließlich ÖPNV oder Fahrrad haben dennoch einen Führerschein der dann bei CarToGo oder DriveNow zum Einsatz kommt.
MfG
Funless

Sabine hat geschrieben:Ihr seid hier bei Frauentausch da kommt sowat schon mal vor!




Frank Glencairn
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 26 Feb, 2020 17:40

Muß jeder selbst wissen wo er seine Prioritäten setzt.
Ich könnte so nicht leben - keine eigne Wohnung, keine eigenen Fahrzuge, immer von anderen abhängig - WG, ÖPNV, Fahrrad, CarToGo etc. würden mich so dermaßen stressen daß meine Lifebalance komplett aus dem Fenster ginge :D




Funless
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Funless » Mi 26 Feb, 2020 19:42

Ist bei mir nicht anders, mich würde das auch an den Rand des Wahnsinns bringen. Aber wie gesagt, bei den sog. „digital natives“ ist es vollkommen okay und deswegen stimme ich Jott da absolut zu, dass der vertikale Konsum von AV Content kein Trend ist, sondern für diese Generation vollkommen normal.
MfG
Funless

Sabine hat geschrieben:Ihr seid hier bei Frauentausch da kommt sowat schon mal vor!




Frank Glencairn
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 26 Feb, 2020 20:55

Funless hat geschrieben:
Mi 26 Feb, 2020 19:42
.. dass der vertikale Konsum von AV Content kein Trend ist, sondern für diese Generation vollkommen normal.
Stimmt das den überhaupt? Ich meine, das wird immer wieder behauptet, aber irgendwie macht das keinen Sinn.

Netflix, Amazon, YT, Twitter, etc - eigentlich alles was Content streamt kann man gar nicht vertical anschauen.
Entweder man dreht das Handy richtig rum oder es gibt halt nur ganz kleines 16:9.

Konsumieren die diese Plattformen nicht?
Glaub ich ned, weil die ja genau wie wir über die aktuellen Filme reden, und über Zeug auf YT auch.
Also alles was für vertical bleibt ist Facebook - wobei das für Jugendliche schon raus fällt - Snapchat, Instagram, TikTok - sonst noch was? WhatsApp?




Funless
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Funless » Mi 26 Feb, 2020 21:15

Doch natürlich konsumieren die YT, Amazon, Netflix, etc. und das dann natürlich quer. Auch auf dem Smartphone.

Jetzt kommt das Aber:

Die Serien bei Quibi haben ja pro Folge eine Länge von max. 6-8 Minuten. Passt insofern zu der Länge der Clips die die Zielgruppe millionenfach pro Tag vertikal via Snapchat, Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, etc. „konsumiert“. Auch im Berufsleben werden immer mehr via Smartphone App Kollaborationstools wie bspw. Slack, Yammer, Microsoft Teams, etc. genutzt und auch dort sind die geposteten Videos vertikal, visuelle Kommunikation via FaceTime ist vertikal. Selbst auf der LinkedIn App begegnen mir täglich mind. zwei Vertical Videos, auch gepostet von Netflix.

Und genau da setzt Quibi an. Wie gesagt, ob‘s ein Erfolg wird hängt wirklich nur von der Qualität und Fülle des angebotenen Contents ab, nicht vom Abo Preis.

Für unsereins ist das schwer nachzuvollziehen, das ist unbestritten aber wir sind auch nicht die Zielgruppe.
MfG
Funless

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Blackbox
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Blackbox » Do 27 Feb, 2020 03:22

Ist doch ganz spannend, und auch die Kategorie 'Neues' ist ja fester Bestandteil von künstlerisch kultureller Weiterentwicklung in allen Künsten (naja, zumindest in vielen westlich geprägten Kluturen seit der Aufklärung).
Mal bereichert das langfristig, mal bleibt es ein kurzer Modetrend.
Zudem haben unterschiedliche Formate und Bildsprachen ggf. auch eine interessante Metaebene.
Horizontaler Überblick, die Sicht auf das Gesamte geht ja - auch ganz unabhängig vom Film - tendeziell verloren zugunsten partikularer Sichtweisen, die die von der Soziologie schon vor Jahrzehnten diagnostizierte und prognostizierte Atomisierung und Subjektivierung der Gesellschaft widerspiegeln.
Negativ formuliert ließe sich auch sagen: 'Scheuklappen'.

Vertikales Bild ist insofern ein ideales Format für solipsistische Weltwahrnehmung und ermöglicht wohl besser die Essenz von 'subjektiver Kamera', als es die horizontalen Formate können, zumal ja sozusagen präsent gemacht wird, dass da 'was fehlt' bzw. ausgeblendet ist, was ja gegenwärtig für viele Menschen in unserer immer stärker segmentierten Gesellschaft quasi den nicht weiter reflektierten Normalfall darstellt.
Kunst, Film und generell Kultur sind immer auch Zeitspiegel, immer auch Reflex auf die veränderten Wirklichkeiten der Welt, der Beziehungen und der sich in jeder Generation neu konstituierenden Innenwelten.
Der Narziss etwa ist nicht adäquatz horizontal darstellbar fühlt sich auch selbst wohl nicht horizontal, sondern ist quasi ein selbstbezügliches also vertikales Wesen, bei dem der Hochformat Film im Grunde nur das klassische Hochformat Portraitfoto, dass vereinzelnde Passfoto, das Portrait der 3-Personen Kleinfamilie adaptiert, und nicht das Mannschaftsbild der Fussballer, das Querformatfoto der Großfamilie des 19.Jhd.
Inwieweit das insgesamt ästhetisch aufgeht?
Wird sich zeigen.
Mag aber für nachfolgende Generationen im Rückblich ganz gut die geellschaftliche Situation im beginnenden 21.Jhd. spiegeln.




Frank Glencairn
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Do 27 Feb, 2020 08:27

Funless hat geschrieben:
Mi 26 Feb, 2020 19:42
Ist bei mir nicht anders, mich würde das auch an den Rand des Wahnsinns bringen. Aber wie gesagt, bei den sog. „digital natives“ ist es vollkommen okay
Ich frage mich schon die ganze Zeit wie das passieren konnte.
Ich meine früher hat man ne WG oder keinen eigenen Wagen während des Studiums als akzeptabel, weil temporär und als quasi Ausnahmesituation gesehen. Aber zu keinem Zeitpunkt hätte man sowas als Dauerzustand akzeptiert oder gar angestrebt.
Es war immer klar, daß man spätestens wenn man einen Job hat, auch ne eigene Wohnung, Fahrzeug etc. haben will.
Im Idealfall später dann Wohneigentum, womöglich mehrer Fahrzeuge undwasnichtalles.

Wobei jetzt Auto und Wohnung nur als prominente Beispiele dienen, das ist ja ein ganzer Themenkomplex.
Ich hab den Eindruck daß wir es mit einer zutiefst verängstigten und verunsicherten Generation zu tun haben, die sich vor kaum was so fürchtet wie die Festlegung auf irgendwas. Das fängt mit solchen Banalitäten an, das es quasi unmöglich ist einen Termin 14 Tage im voraus zu planen. Immer heißt es, ja ich schreib dir vorher nochmal schnell. Was mich direkt zum offensichtlichen Kommunikations-Handycap bringt. Reden - so mit Menschen und Sprache scheint ein Problem. Lieber Messenger, Whatsapp Text etc. was mich meschugge macht, weil es ineffektiv ist und zu Missverständnissen führt. Etwas daß ich am Telefon in 30 Sekunden eindeutig klären kann, kann sich via Message über Stunden hinziehen und am Ende ist garnix klar.

Ich könnte noch ewig so weiter machen, aber ich denke du weißt was ich meine.
Die Frage ist, was genau ist da passiert?




Cinealta 81
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Cinealta 81 » Do 27 Feb, 2020 12:00

Funless hat geschrieben:
Mi 26 Feb, 2020 21:15
Die Serien bei Quibi haben ja pro Folge eine Länge von max. 6-8 Minuten. Passt insofern zu der Länge der Clips die die Zielgruppe millionenfach pro Tag vertikal via Snapchat, Facebook, Instagram, Twitter, TikTok, etc. „konsumiert“. Auch im Berufsleben werden immer mehr via Smartphone App Kollaborationstools wie bspw. Slack, Yammer, Microsoft Teams, etc. genutzt und auch dort sind die geposteten Videos vertikal, visuelle Kommunikation via FaceTime ist vertikal. Selbst auf der LinkedIn App begegnen mir täglich mind. zwei Vertical Videos, auch gepostet von Netflix.
Dazu eine interessante (erwiesene) Beobachtung: Smartphone-Nutzer kennen sehr wohl den Unterschied zwischen Vertical und Querformat und wissen diesen entsprechend auch anzuwenden.

Ein gutes Beispiel dafür ist Fußball-Konsum auf Smartphones. Weit über 90% der DAZN-Nutzer gucken Fußball im Querformat - um Minuten später, ihr Smartphone für den alltäglichen Medienkonsum zu drehen. Warum? DAS Fragen sich auch viele Usability-Spezialisten und Medienkonsumforscher.
Es hängt - höchstwahrscheinlich - damit zusammen, dass ein Fußballfeld - zumindest in den Köpfen der Fans - stets ein Querformat hat, wobei dadurch ein relativ großer Überblick über Spielsituationen ermöglicht wird. Und dafür, drehen sie (fast) alle ihre Smartphones.

Vor meiner jetzigen Tätigkeit, war ich einige Zeit in der Autoindustrie an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und UX / bzw. Usability tätig. Ziemlich interessant und spannend. Aber manchmal gibt es Sachen, die sich kaum oder nur unzureichend begründen lassen, gerade wenn es darum geht, WARUM manche Nutzer eine Entscheidung X (und nicht Y) treffen.
Ein gutes Beispiel dafür ist die "Featuritis" der Autoindustrie, die potentielle Kunden mit einem ganzen Paket an Features zum Kauf zu bewegen versucht - wobei über 75% der Käufer diese Features niemals benötigen, geschweige denn bedienen können. Viele davon regen sich über die vermeintliche Komplexität diverser Funktionen furchtbar auf - aber erzählen ganz stolz dem Nachbar, was die neue Karre alles kann.

Paradox, aber stimmig. Man kann höchstens darüber spekulieren - oder freilich ganz abenteuerliche Erklärungen dafür aufbieten. Und Hochkant/Querformat gehört meiner Meinung nach zu diesem Bereich.




Funless
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Funless » Do 27 Feb, 2020 13:07

Frank Glencairn hat geschrieben:
Do 27 Feb, 2020 08:27
Ich könnte noch ewig so weiter machen, aber ich denke du weißt was ich meine.
Die Frage ist, was genau ist da passiert?
Ich weiß sehr gut was du meinst und die Frage was genau da passiert ist lässt sich aus meiner Sicht (und hier kann ich natürlich nur aufgrund von meinen persönlichen Beobachtungen in meinem doch ziemlich großen Umfeld berichten) eigentlich ziemlich einfach beantworten.

Es hat aus meiner Sicht bei der Generation Z ein (ziemlich fließender) Wandel stattgefunden.

Nehmen wir zum Vergleich meine Wenigkeit: ich bin Jahrgang 70 (die sog. Generation X) und für mich waren in meiner Jugend z.B. das iPad oder das iPhone pure Science-Fiction. Mit so etwas hantierten vor 30 Jahren nur die Besatzungsmitglieder der Enterprise D herum, genauso wie ein sprachgesteuerter Computer mit Zugriff auf gefühlt unendlichen Informationen und Daten ein Teil der Enterprise aber nicht ein Teil meines Alltags war.

Die Generation Z allerdings kennt nichts anderes als permanente Vernetzung, Echtzeit Kommunikation zu nahezu jeder Zeit mit nahezu jedem Menschen auf diesem Planeten. Während ich diese technischen Fortschritte nach wie vor faszinierend (aber auch manchmal gruselig) finde, weil ich das ja noch als Science-Fiction kenne, ist es für die Generation Z völlig normal.

Somit hat diese Generation auch ein völlig anderes Verständnis von Kommunikation. Wenn ich bspw. jemandem eine Nachricht (iMessage oder WhatsApp) schicke, dann nervt es mich eigentlich schon recht schnell, wenn ich eine Antwort erst nach Stunden bekomme, weil ich mit direkter (verbaler) Kommunikation sozialisiert wurde und deswegen nach wie vor lieber telefoniere. In meiner Jugend gab’s keine SMS, wollte ich mich mit Kumpels treffen dann telefonierten wir miteinander, um den Zeit- und Treffpunkt auszumachen. Bei der Generation Z wird sowas einfach in die jeweilige WhatsApp oder FB Gruppe gepostet.

Ebenfalls fand bei der Generation Z ein Wandel im medialen Konsum statt. Schau ich bspw. so gut wie gar kein (Privatsender) TV mehr, weil mir die permanenten Werbepausen auf den Sack gehen, kennt die Generation Z nichts anderes als ständige Werbepausen, sie wurden damit sozialisiert. Sie sehen kein Problem darin für werbefreien Content etwas zu zahlen, ich wiederum zahle für werbefreien Content immer mit leichtem Zähneknirschen. Darum benutze ich ja einige Posts zuvor den Begriff „Change“.

Zudem würde ich diese Generation auch nicht als zutiefst verängstigt und verunsichert bezeichnen, im Gegenteil. Viele der Generation Z wissen schon sehr früh welche Ziele sie erreichen möchten, sie haben nur völlig andere Werte und Definitionen von „Freiheit“ und „Wohlstand“ entwickelt als wir. Sie legen bspw. keinen Wert auf die Anschaffung eines eigenen Autos, dafür verreisen sie gerne öfter (machen mehr kurze Trips als einen oder max. zwei große Reisen), sie sehen keinen Bedarf sich bspw. CDs oder Blu-Rays zu kaufen wenn es all diesen Content doch jederzeit auf Abruf aus der Cloud gibt.

Diese von dir erwähnte Verängstigung, bzw. Verunsicherung war/ist aus meiner Sicht eher bei der Generation Y zu beobachten, bei der Generation Z eher weniger bis gar nicht.

Und ich denke hier ist auch der große Unterschied zu erkennen, während wir es gar nicht erwarten konnten, dass es 2015 wird damit auch wir wie Marty McFly mit fliegenden Autos zur Arbeit zischen können (denn so dachten und hofften wir 30 Jahre zuvor, dass es so eintreffen könnte), sieht die Generation Z keinen Bedarf nach fliegenden Autos, sondern eher wann endlich die mit erneuerbaren Energien angetriebenen Drohnen die Amazon Einkäufe oder den bestellten veganen Burger ausliefern. Es hat sich ein anderes Werteverständnis entwickelt.

Dass sich natürlich dennoch aufgrund dieses „Wandels“ auch (andere) gesellschaftliche Nachteile ergeben können (Verkümmerung von „realen“ sozialen Kontakten z.B.), das steht aus meiner Sicht völlig außer Frage. Allerdings (so hart das auch klingt) ist das eine Herausforderung für die aktuelle Generation, die sie zu meistern haben, so wie wir damals unsere gesellschaftlichen Herausforderungen meistern mussten.

Jetzt aber genug philosophiert. 😉
MfG
Funless

Sabine hat geschrieben:Ihr seid hier bei Frauentausch da kommt sowat schon mal vor!




teichomad
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von teichomad » Mi 10 Jun, 2020 17:36

Filme Hochkant zu produzieren anstatt das Handy quer zu drehen ist Verrat an gutem Film. Nur damit man die jungen Handyuser schon in der vertikalen mit Werbung bei Insta in Fullscreen zuballern kann. Top.




7River
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von 7River » Mi 10 Jun, 2020 18:09

Letztens mal umgeschaltet auf MTV. Da lief ein „Hochkant-Musikvideo“. Welche Gruppe das war weiß ich nicht mehr. Auf einem großen Smart-TV sieht das echt komisch aus. Ich hab mal eins gefunden... Das Vorschaubild täuscht.

„Wissen Sie, Ryback, aussehen tut's köstlich. Aber riechen tut's wie Schweinefraß. Ich hab' Ihren Scheiß lang genug geduldet. Nur weil der Captain die Art liebt, wie Sie kochen. Aber dieses eine Mal ist er nicht hier und wird Ihnen nicht helfen können.“




Frank Glencairn
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 10 Jun, 2020 19:01

Was ist eigentlich aus Quibi geworden?

Gooooogle....

Ahhh ja - Katzenberg macht den Virus für den Misserfolg verantwortlich - jetzt soll's ne sharing Funktion und die Möglichkeit zu TV zum streamen richten.
Quibi will add sharing features as the app struggles to find subscribers

Jeffrey Katzenberg blames the novel coronavirus for everything going wrong

To say that Quibi is off to a disastrous start would be an understatement. Co-founder Jeffrey Katzenberg attributes “everything that has gone wrong to coronavirus,” he told The New York Times in a new interview published on Monday. But Katzenberg is hopeful that rolling out new features will help, including giving subscribers the ability to share content from Quibi shows on social media.

Its shows haven’t received positive reviews, and interest in the streaming service has plummeted since its initial launch on April 6th. Comparatively, most other streaming services have seen an uptick in views. People don’t seem interested in Quibi, and that’s the issue Katzenberg is trying to fix. Whether the novel coronavirus is entirely to blame, as Katzenberg suggested, is questionable. Industry insiders argued before Quibi’s launch that it would be difficult trying to sell a product in a highly competitive market that didn’t seem like it was particularly needed.

But Katzenberg acknowledged the team is far from happy with the results. “Is it the avalanche of people that we wanted and were going for out of launch?” Katzenberg told the Times. “The answer is no. It’s not up to what we wanted. It’s not close to what we wanted.”
https://www.theverge.com/2020/5/11/2125 ... oronavirus
Quibi — the billion dollar streaming failure you’ve never heard of

A quick search reveals a plethora of stories of Quibi’s woes: that they’re considering laying off 10% per cent of their employees; that senior management are taking a pay cut to keep the company alive; and that, most crucially for advertisers, Quibi is failing to attract the expected number of downloads by a huge margin.

Part of the problem with Quibi (perhaps the biggest part) is that the highly experienced founders fundamentally misunderstand their young target market. In a misguided effort to combat piracy and avoid spoilers, Quibi blocks users from taking screen shots of their content, making it near-impossible to create memes from the content. Their two major competitors (TikTok and YouTube) are free, and Quibi can’t even attract viewers by claiming to be ad-free. It’s certainly poor timing that the world has been locked down, taking away commute viewing, but the fact that other streaming services are attracting record numbers of viewers while Quibi struggles points to bigger issues.
https://independentaustralia.net/life/a ... d-of,13979

War wohl doch nicht ganz so "disruptive" wie sich viel eingebildet haben, das mit dem "tolle neue kreative Möglichkeiten, Geschichten hochkant zu erzählen"




Jott
Beiträge: 18583

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Mi 10 Jun, 2020 19:44

Die "Gruppe" ist Lena. Nie gehört?

Echt jetzt, hallo, auf einem Fernseher guckt man das doch nicht. Denn es ist - öhm - eine Vertikal-Produktion für Mobilgeräte. Guck das Video mal auf dem Handy. Wie 7,5 Millionen vor dir, laut YouTube-Views.

Was Quibi angeht: ja, schade, am Coronavirus liegt's sicher nicht. Eher am Preis und an Desinteresse an immer mehr Streaming-Angeboten. Ich finde die Idee aber immer noch klasse, die Formatwahl und die Umkadrierung funktionieren einwandfrei. Frank könnte jederzeit auch quer gucken. Kein Zwang! Die Geschichten funktionieren in beiden Guckmethoden, das ist ja der Witz. So schwer zu verstehen? Offensichtlich. Tollen jungen und frischen Content haben sie auch, der perfekt passt. Der Katzenberg tut mir fast leid.

Die Tagesschau-App funktioniert übrigens seit vielen Jahren quer und vertikal, die meisten der über 2 Millionen Nutzer gucken hochkant. Nicht schlimm, sondern normal. Smartphones hält man nun mal in aller Regel einhändig hochkant.

Müßige Diskussion.




Cinealta 81
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Cinealta 81 » Mi 10 Jun, 2020 20:27

Es können nun mal nicht alle Streamingangebote sofort success stories werden. Das mediale Leben - auch das der vermeintlich ganz dicken Fische - ist momentan eh recht trostlos:

"SPIEGEL" dreht seiner For-ever-young-Brut "BENTO" den Hahn zu:

https://www.dwdl.de/nachrichten/78007/k ... bento_ein/

Die Medienapokalypse macht aus der Ferne richtig Spass. ;-)

Beste Grüße aus dem medial entschleunigten Irland!




Jott
Beiträge: 18583

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Mi 10 Jun, 2020 20:40

Jott hat geschrieben:
Mi 10 Jun, 2020 19:44
Die Tagesschau-App funktioniert übrigens seit vielen Jahren quer und vertikal
Bevor jetzt einer kommt und sagt, das geht doch mit jeder Website: auch die Videos wechseln bei der App à la Quibi von Quer- zu Hochformat, je nachdem, wie man das Smartphone hält. Mal gucken, auch wenn's dort keine Fake News und Hetze gibt (wegduck).




Frank Glencairn
Beiträge: 12327

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Mi 10 Jun, 2020 20:54

Cinealta 81 hat geschrieben:
Mi 10 Jun, 2020 20:27

"SPIEGEL" dreht seiner For-ever-young-Brut "BENTO" den Hahn zu:
Das wird keiner wirklich vermissen :D




Cinealta 81
Beiträge: 477

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Cinealta 81 » Mi 10 Jun, 2020 22:14

Das wird keiner wirklich vermissen :D

Natürlich nicht. Aber welcher hausinterne "Stratege" gibt das schon gern zu?

Über Buzzfeed Deutschland schwebt auch der Damokles-Schwert...Bzw. sie sind schon klinisch tot, jetzt muss nur der Amtsarzt (=Mutterkonzern) die Sterbeurkunde ausstellen. Tja, wird ebenfalls keiner vermissen... ;-)

https://taz.de/Buzzfeed-Deutschland/!5677522/

Irrglaube hat zahlreichere Anhänger als die Realität - weil letztere oftmals unbequem bis schmerzhaft daherkommt. Und wer mag schon gern Schmerzen? ;-)




Frank Glencairn
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Do 22 Okt, 2020 09:17

Jott hat geschrieben:
So 23 Feb, 2020 07:10

Quibi tritt selbstbewusst gegen Netflix an, mit Milliardenetat. Dahinter stehen keine Hipster, sondern Hollywoods big names. Die haben gemerkt, dass sich der Medienkonsum von TV auf mobil verlagert, und wie Smartphones gehalten werden. Ein Blick in den Alltag genügt ja für diese Erkenntnis.
Hat ja ganz großartig funktioniert :D
Quibi gibt auf.
Rund 1,4 Milliarden US-Dollar hat Quibi vermutlich verbraten und stellt seinen Dienst nun ein.
Quibi war mit dem Versprechen angetreten, Hollywood und neue Techniken aus dem Silicon Valley zusammenzubringen.
Told you so :-)




Jott
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Do 22 Okt, 2020 10:54

Eigentlich schade drum, hatte gut funktioniert, auch die duale Aufbereitung der Inhalte. Sehr lehrreich, denn was die konsequent gemacht hatten, wird ja auch im normalen Produktionsalltag ständig beauftragt. Ohne "told you so".

Das Problem ist/war wohl eher, dass die anvisierte junge Zielgruppe nicht im Traum dran denkt, für Inhalte jeglicher Art irgend etwas zu bezahlen.




rdcl
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von rdcl » Do 22 Okt, 2020 11:14

Ich glaube nicht unbedingt, dass das Bezahlen das Problem ist. Dann hätte ja auch niemand Netflix, Amazon oder Sky abonniert.

Ich glaube das Problem ist folgendes:
Nur weil unendlich viel Content über das Handy konsumiert wird, heißt das ja nicht automatisch, dass auch jegliche Art von Content so konsumiert werden will.
Auf dem Handy schaut man kurze Clips, Videos oder Gifs an. Sobald es aber längerer Content mit Story ist, wechseln meiner Meinung nach die meisten Leute doch wieder zu größeren Screens.

Kann man im Zug gut beobachten: Immer wenn Leute längere Zeit aufs Handy schauen ohne zu interagieren, also vermutlich ein längeres Video schauen, wird das Handy quer gedreht.
Zuletzt geändert von rdcl am Do 22 Okt, 2020 11:54, insgesamt 1-mal geändert.




iasi
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von iasi » Do 22 Okt, 2020 11:39

Die Frage ist eben auch: Was steht im Vordergrund?
Ist es die Aufnahmesituation? Dann ist die Hochkanthaltung eben beim Smartphone idealer.
Ist es die Betrachtungssituation? Dann ist das Breitformat nun mal näher an der natürlichen Wahrnehmung. Es mag sein, dass bei manchen Extremnutzern das Hochkantformat zur bestimmenden Wahrnehmungserfahrung geworden ist, aber dies dürften so viele nicht sein.




pillepalle
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von pillepalle » Do 22 Okt, 2020 11:41

Ich sehe das auch so wie rdcl. Alles was länger als 2 Minuten auf dem Smartphone dauert, schaue ich mir gar nicht erst an. Kleines Bild, schlechter Ton/Lautsprecher, warum soll man sich das antun?

VG
Eigene Gedanken müsste man haben...




Darth Schneider
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Darth Schneider » Do 22 Okt, 2020 13:17

Quibi...Was ist das denn alleine schon für ein beknackter Name für irgend ein Portal ?
Und, ausserdem, was die Hochkant Inhalte angeht. Da ist sicher sinnvoll wenn es von Seiten der Streaming Dienste die Möglichkeit gibt die Inhalte Quer oder Hochkant anzuschauen.
Aber einen Streaming Dienst, ein eigenes App dafür mit extra hochkant gemachten Filmen und Serien ? Sorry, aber das kann doch nur ein Flop werden, das ist einfach zu dämlich und ergibt ja auch gar keinen Sinn.
Filme und Serien sehen doch im Querformat einfach besser aus, und wir, die Zuschauer haben die Augen schliesslich auch nicht übereinander, sondern nebeneinander.
Ausserdem finde ich auch, das Smartphone ist nicht dafür gemacht, lange Inhalte darauf zu gucken, und die Zielgruppe braucht scheinbar keinen weiteren und noch dazu einen hochkant Anbieter und möchte schon gar nicht dafür bezahlen.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




Jott
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Do 22 Okt, 2020 13:44

Darth Schneider hat geschrieben:
Do 22 Okt, 2020 13:17
Und, ausserdem, was die Hochkant Inhalte angeht. Da ist sicher sinnvoll wenn es von Seiten der Streaming Dienste die Möglichkeit gibt die Inhalte Quer oder Hochkant anzuschauen ... die Zuschauer haben die Augen schliesslich auch nicht übereinander, sondern nebeneinander.
Gruss Boris
Der Witz an Quibi ist/war das automatische Switchen zwischen Quer- und Hochformat. Guten Morgen! Alle Inhalte, Dokus, Serien etc. wurden "doppelt" produziert, entsprechend wechselt der Stream.
Ich hatte die Demo (erstes halbes Jahr frei) und fand das durchgehend außerordentlich gut gemacht. Serienfolgen und andere Inhalte waren zielgruppengerecht immer sehr kurz (maximal um zehn Minuten).
Schade um's Konzept.

Hatte jemand hier mal Quibi genutzt und selbst beurteilt? Hört sich nicht so an. Schlechter Ton? Die Zielgruppe hat eingewachsene Earphones.

Das mit den Augen nicht übereinander ist übrigens - sorry - das blödeste Argument von allen! Hast du Schwierigkeiten, Hochkant-Fotos zu erkennen? Plakate? Hochhäuser? Bücher? Siehst du dein Handy irgendwie nicht, wenn du es in einer Hand hältst wie jeder andere auch, nämlich hochkant? Oh je. Wenn Quibi gescheitert ist, dann sicher nicht deswegen! :-)

Wieso es gescheitert ist, ist das Problem der Investoren. Überleben kann man auch ohne Quibi, Klopapier ist wichtiger.
Zuletzt geändert von Jott am Do 22 Okt, 2020 13:48, insgesamt 1-mal geändert.




rdcl
Beiträge: 1290

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von rdcl » Do 22 Okt, 2020 13:48

Jott hat geschrieben:
Do 22 Okt, 2020 13:44
Darth Schneider hat geschrieben:
Do 22 Okt, 2020 13:17
Und, ausserdem, was die Hochkant Inhalte angeht. Da ist sicher sinnvoll wenn es von Seiten der Streaming Dienste die Möglichkeit gibt die Inhalte Quer oder Hochkant anzuschauen ... die Zuschauer haben die Augen schliesslich auch nicht übereinander, sondern nebeneinander.
Gruss Boris
Der Witz an Quibi ist/war das automatische Switchen zwischen Quer- und Hochformat. Guten Morgen! Alle Inhalte, Dokus, Serien etc. wurden "doppelt" produziert, entsprechend wechselt der Stream.
Ich hatte die Demo (erstes halbes Jahr frei) und fand das durchgehend außerordentlich gut gemacht. Serienfolgen und andere Inhalte waren zielgruppengerecht immer sehr kurz (maximal um zehn Minuten).
Schade um's Konzept.

Hatte jemand hier mal Quibi genutzt und selbst beurteilt? Hört sich nicht so an. Schlechter Ton? Die Zielgruppe hat eingewachsene Earphones.

Das mit den Augen nicht übereinander ist übrigens - sorry - das blödeste Argument von allen! Hast du Schwierigkeiten, Hochkant-Fotos zu erkennen? Plakate? Hochhäuser? Bücher? Siehst du dein Handy irgendwie nicht, wenn du es in einer Hand hältst wie jeder andere auch, nämlich hochkant? Oh je. Wenn Quibi gescheitert ist, dann sicher nicht deswegen! :-)

Wieso es gescheitert ist, ist das Problem der Investoren.
Ich bin da sicher nicht die Zielgruppe, aber 10 Minuten sind mir schon viel zu lang um etwas auf dem Handy zu schauen.




Jott
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Do 22 Okt, 2020 13:50

Für's U-Bahn-Fahren war das echt nicht schlecht.




Darth Schneider
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Darth Schneider » Do 22 Okt, 2020 13:57

An Jott
Nein, Die Formate von Fotos und gemalten Kunstwerken mit Film Formaten zu vergleichen finde ich jetzt genau so dämlich.
Die allermeisten TVs, Monitore, und Kinos sind ja nicht Hochkant, die Leinwände und das Fotopapier aber, je nach Wunsch schon...
Und warum sollte man das FilmFormat ändern, oder warum brauchen wir überhaupt hochkant Filme ?
Nur wegen den paar Deppen die zu blöd sind das Smartphone zu drehen beim schauen, oder wegen den paar Modeschauen und Werbung auf Instagram die niemand sehen will ?
Das ist etwa der einzigen Gründe etwas nicht in Widescreen zu filmen, Faishon Shows und Werbung, aber deswegen macht doch keiner irgend ein Abo...
Abgesehen davon, hochkant Filme sind ganz einfach nicht schöner.
Gruss Boris
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Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Do 22 Okt, 2020 14:42

Jott hat geschrieben:
Do 22 Okt, 2020 13:44
waren zielgruppengerecht...
Offensichtlich war die Zielgruppe da aber völlig anderer Ansicht.
Jott hat geschrieben:
Do 22 Okt, 2020 13:44

Hast du Schwierigkeiten, Hochkant-Fotos zu erkennen? Plakate? Hochhäuser? Bücher?
Im Ernst?
Du willst uns doch nicht wirklich erzählen, daß du den Unterschied zwischen einem hochkannten Gemälde/Foto/Plakat, und dem Framing in einem Film nicht verstehst.




Darth Schneider
Beiträge: 5904

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Darth Schneider » Do 22 Okt, 2020 15:00

Die sollten anfangen kreisrunde Filme zu drehen und ebensolche Monitore und Smartphones zu bauen, dann erübrigt sich diese ewige Diskussion.
Gruss Boris
„Nothing travels faster than the speed of light, with the possible exception of bad news, which obeys its own special laws.“
Douglas Adams




klusterdegenerierung
Beiträge: 18419

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von klusterdegenerierung » Do 22 Okt, 2020 16:10

Die könnten auch quadratische Handys produzieren dann passen die Insta Fotos perfekt aufs Display.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




Jott
Beiträge: 18583

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Jott » Do 22 Okt, 2020 16:19

Aufträge für Vertical konsequent ablehnen, und alle sind happy! Wo ist das Problem?

Ich habe ein bisschen nachgelesen: der Management-Verkacker war wohl, stur an der Beschränkung auf iOS und Android festzuhalten. Also die teuren Inhalte - die ja auch in 16:9 vorliegen - nicht allgemein zu vermarkten, sondern überhaupt nur mit Smartphones/Tablets zugänglich zu machen. Die armen Leute mit Augen nebeneinander und Hochkant-Panik waren ausgeschlossen. Es sei denn, sie hätten rauskriegt, dass man das Smartphone für Quibi ja auch quer halten kann. Hatten sie aber wohl nicht, warum sonst der Vertikal-Shitstorm.

Schade. Wie gesagt, ich hatte Quibi für drei Monate als Kostenlos-Tester, und ich fand's klasse. Die Hochkant-Kadrierung war einwandfrei, der Wechsel zum Querformat war nahtlos beim Drehen des Smartphones. Die Produktionen hatten in beiden Formaten gut funktioniert.

Doppelformat-Produktionen sind bei uns seit Jahren immer wieder entstanden, Tendenz steigend, die Kundschaft braucht das für ihre Kanäle. Da schockt Quibi nicht, das ist vielmehr eine völlig naheliegende Idee. Aber ich bin offensichtlich zu wenige! :-)




Frank Glencairn
Beiträge: 12327

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Frank Glencairn » Fr 23 Okt, 2020 07:51





Cinealta 81
Beiträge: 477

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Cinealta 81 » Fr 23 Okt, 2020 09:38

@Frank Glencairn

Quibi hatte zu Anfang insgesamt ZWEI MILLIARDEN USD VC zur Verfügung. Nach sechs Monaten Betrieb, existiert angeblich noch ein dreistelliges Millionenguthaben.

Ihr geteiltes Video trifft es ganz gut: Wenn man sich als internetbasierten Dienst ausgibt, dabei einen Massenmarkt (an Konsumenten) anvisiert und in diesem Zusammenhang keine Social-Sharing -Funktionen anbietet, ist man erledigt. Viral (=Massenmarkt) funktioniert nur noch mit elementaren Sharing-Features, die heutzutage jeder erwartet - per Tap. Und OHNE Viral brauchen Sie wesentlich mehr als ZWEI Milliarden, um einen internetbasierten Dienst zu etablieren/pushen.
Quibi hat sich hingegen auf "Big Adverstisiong Budgets" verlassen und Elementares vernachlässigt.

Kleine Irrtümer, die den Hals kosten können, aber was solls, es war nicht deren eigenes Geld... ;-)

Ich möchte Ihnen mal in dem Zusammenhang einen meiner großen Irrtümer darlegen, nur um einmal zu visualisieren, wie schnell man sich täuschen kann:

Es war im Jahr 2007, da hatten wir unter Technik-Freaks (Maschinenbauer + Programmierer) eine Diskussion um das Thema "Fussbballübertragung auf Smartphones". Ich habe damals verhement abgewunken, meine Argumentation ging so: "Na klar, man läuft durch die Fußgängerzone und schaut dabei Fußball auf ein winziges Display...Vergiss es!"

Das war ein Jahrhundertirrtum meinerseits. Nur, es hat damals keinen beschädigt, weder finanziell noch strategisch. Es war trotzdem eine absolute Fehleinschätzung meinerseits...

Ich habe daraus gelernt und meinen späteren Arbeitgeber (Autobauer) damit beglücken wollen. Die Managementebene wollte es aber nicht hören und schon mal gar nicht daraus lernen.

Heute haben wir in der Bay-Area eine 4 x 2m große Trend-Map mit einer Zeitachse. Wir rennen zwar nicht jedem Trend sofort hinterher, aber wir beobachten akribisch markt- und kundenrelevante Änderungen und Neuerungen - branchen-, kulturspezifisch und auch global. Hat sich ziemlich bewährt, gerade auch in der momentanen Covid-Situation. Man muss es natürlich (hinnehmen) wollen, auch wenn man es manchmal persönlich nicht einsieht. Denn - im Gegensatz zum Fall Quibi - kosten uns Irrtümer eigenes Geld. Und schlimmstenfalls den Hals. ;-)




klusterdegenerierung
Beiträge: 18419

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von klusterdegenerierung » Fr 23 Okt, 2020 10:12

Cinealta 81 hat geschrieben:
Fr 23 Okt, 2020 09:38
Heute haben wir in der Bay-Area eine 4 x 2m große Trend-Map mit einer Zeitachse. Wir rennen zwar nicht jedem Trend sofort hinterher, aber wir beobachten akribisch markt- und kundenrelevante Änderungen und Neuerungen - branchen-, kulturspezifisch und auch global. Hat sich ziemlich bewährt, gerade auch in der momentanen Covid-Situation. Man muss es natürlich (hinnehmen) wollen, auch wenn man es manchmal persönlich nicht einsieht. Denn - im Gegensatz zum Fall Quibi - kosten uns Irrtümer eigenes Geld. Und schlimmstenfalls den Hals. ;-)
Hallo Cinealta,
bezieht sich das "wir" noch auf den Autobauer Arbeitgeber, oder ist mit wir Deine eigene Firma gemeint?

Wäre interessant, denn das hieße ja Du hättest sie doch überzeugen können und das wie würde mich im Umkehrschluß dann doch interessieren.
"Faulheit ist der Tod der Fantasie!"




Cinealta 81
Beiträge: 477

Re: 10 Millionen Dollar für Blockbuster-Produktion im Smartphone Hochkant-Format

Beitrag von Cinealta 81 » Fr 23 Okt, 2020 11:00

klusterdegenerierung hat geschrieben:
Fr 23 Okt, 2020 10:12
Hallo Cinealta,
bezieht sich das "wir" noch auf den Autobauer Arbeitgeber, oder ist mit wir Deine eigene Firma gemeint?
Nein. Ich war zuerst in der Automobilindustrie angestellt, an einer Schnittstelle zwischen Entwicklung, Produktion und Vertrieb. (Erweitertes) Aufgabenfeld UX.
80% der dargelegten Fakten (Untersuchungen, Umfragen, Statistiken, etc.), Analysen und Vorschläge wurden durch entsprechende Entscheider ignoriert. Nicht nur meine übrigens. Die jeweils entscheidenden Manager wussten es einfach besser, auch wenn die Fakten eine andere Sprache sprachen.
Auf diesen Abschnitt meines Arbeitslebens bezieht sich meine Aussage.

Danach habe ich in die PR-Branche gewechselt. Die "Trend-Map" wäre - auch noch heute - in der Autoindustrie einfach undenkbar: zu viele verkrustete Strukturen, zu viel Hochnäsigkeit und Ignoranz. Besserwisserei aufgrund von Realitätsverleugnung ist eine oftmals unheilbare Krankheit, gepaart mit hoher (wenn auch nicht sofortiger) Fallsterblichkeit. Im Fall der Autoindustrie (wie wir sie heute kennen), ist es kein "sudden death", sondern eher ein mühsames Dahinsiechen, mit immer schlimmer werdenden Beschwerden. Und zum Schluss kann auch der beste Arzt nichts mehr für den Todgeweihten tun...

In meiner jetzigen Firma läuft es komplett anders: Ich schneide nahezu jeden Tag Zöpfe ab - falls nötig. Ich war allerdings E1 (Employee No 1) in meiner jetzigen Firma und habe dafür einen vermeintlich sicheren Job "mit großen Karriereperspektiven" in der Autoindustrie aufgegeben. Hat damals nicht jeder aus meinem Umfeld verstanden, mehrheitlich habe ich dafür Kopfschütteln geerntet. Außer bei meiner Frau, die den Schritt befürwortet hat. Aber sie ist eben Irin und keine Alman Brigitte. ;-)




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