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Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von slashCAM » Mo 08 Jul, 2019 14:30


Die wachsende Zahl von Film- und Serienproduktionen für Streamingportale sind für Filmschaffende auch außerhalb den USA eine willkommene neue Möglichkeit, kreativ tätig z...
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Hier geht es zur Newsmeldung auf den slashCAM Magazin-Seiten:
Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?




Drushba
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Drushba » Mo 08 Jul, 2019 17:32

Mal wieder eine Warnung vor dem Ende des Kinobetriebes durch Monopolisierung.) Das erste Mal gabs diese Warnung in den 1920ern. Damals wütete ein Player, der so groß war, dass Frankreich um seine gesamte nationale Filmproduktion fürchtete und als erstes Land der Welt eine Filmförderung aufstellte. Andere Länder zogen nach, denn der Player war übermächtig. Sein Name war: Ufa.))

Heutzutage gibt es so viel Förderungen, dass eine Schwemme von Filmen daraus resultiert, die sich gegenseitig ausstechen. Über 1200 Kinoproduktionen in der Europäischen Union jährlich. Wer soll die sehen? Und Teams sind schwer zu finden? Klar, sind auch scheisse bezahlt in aller Regel. Nicht die Offiziere, die Mannschaften bekommen das zu spüren. Wer mit 19 irgendwo beim Film arbeitet, hat keine Sorgen. Aber wer mit 35 immer noch Aufnahmeleiterassi ist, hat ein finanzielles und existenzielles Problem. Ein 45-jähriger Produktionsleiter, der nicht total ausgebrannt ist und heimlich säuft? Zeig ihn mir. Film das war bestimmt bis in die Neunziger cool. Dann kamen die Privaten und die ganzen Landesförderungen. Seither steigt das Herstellungsvolumen, werden Löhne gedrückt, auf Masse produziert und Menschen verschlissen. Ähnlich wie in der Gastronomie - immer weniger Azubis wollen sich ein Berufsleben lang anbrüllen und schlecht bezahlen lassen - und das gleichzeitig.

Bei Netflix werden zumindest nicht vom Auftraggeber her die Löhne gedrückt, das weiss ich von einem Stabmitglied. Wenn ein paar Streamer als einzige übrig bleiben, wär das auch zu verkraften - wenn diese dann ausschliesslich gute Stoffe machen und auch genug Geld in die Produktion und Entwicklung stecken - der Qualität kanns nur förderlich sein. Und wie in der Gastronomie wirds dann auch beim Film zugehen: Die menschenschinderischen Landgasthöfe machen zu, die Döner, Ketten + Geldwäsche-Pizzerien bleiben und die Leute fangen zu Hause selbst an zu kochen. DV democracy 3.0))
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




Framerate25
Beiträge: 930

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Framerate25 » Mo 08 Jul, 2019 18:04

Ich schätze wir rollen auf viele neue Aufgaben zu. Das stimmt schon, wenn man sehenden Auges durch die digitale Welt läuft. Und ich spreche noch nicht mal von den großen Häusern. Einen schön gemachten und aussagekräftigen Film zu machen, ist technisch heute sicher keine Hürde mehr. Wer dieses Argument in den Saal wirft, hat schlicht ein Orga-Problem.
Ob das Werk nachher ankommt, steht auf einem anderen Blatt. Denn was Drushba schreibt ist richtig.
Wer soll aus der Flut der ganzen "Angebote" filtern? Zudem es oft in ewigem "Independence-gedudel" endet. Gut, Themen sind subjektiv.
Aber oft erinnert es mich doch zu sehr an die immer wieder sich inhaltlich wiederholende Castingshow´s in der "Killing me softly" vorgetragen wird. Nach 20 Sichtungen haste einfach keinen Bock mehr.
Ähnlich der Streamer. Und da kann ich nur für mich sprechen. Anfangs fand ich es noch cool - mal was neues. Und aktuell? Ich weiß gar nicht mehr wann ich zuletzt "gestreamt" habe. Ah, doch - Chernobyl. Aber das war bis dahin ne Ausnahme und ist sie bis dato.

Das erschreckende dabei, ich hab keine Idee wo die Reise enden wird. Aber ich bin gespannt auf die Entwicklung. Das Netflix und Co tatsächlich ein Monopol erreichen werden? Ich denke nein. Zumindest nicht für den "Filmkenner" und "Liebhaber".
Einfach mal anders machen - alles andere gibts schon.




iasi
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Mo 08 Jul, 2019 18:06

Bei Netflix geht die Sturm und Drang Zeit nun auch dem Ende entgegen.

https://www.serienjunkies.de/news/tripl ... 96999.html
http://www.filmstarts.de/nachrichten/18526099.html

Lange Zeit wirkte es fast, als ob Netflix jede mögliche Idee anbieten und produzieren würde. Doch die fetten Jahre sind wohl vorbei, wenn man Insider-Quellen Glauben schenken will. Denn von ganz oben kommt die Ansage: Geht besser mit eurem Geld um!
https://www.buffed.de/Netflix-Firma-259 ... e-1293822/

Da sich immer mehr Streamingsdienste die A-Produktionen teilen müssen, findet man immer mehr B-Filme und -Serien bei Netflix & Co.
Die dritte Staffel hiervon oder die letzte Staffel davon ... Will man dafür wirklich monatlich soviel Geld bezahlen, wie 2 BDs kosten?
Zumal man nie sicher sein kann, ob und wann Filme oder Serien aus dem Angebot fliegen.

Amazon, Disney und Warner haben noch weitere Standbeine - Netflix hüpft einzig auf seinem Streaming-Bein auf und ab. Gehen die Abo-Zahlen oder Einnahmen zurück, dann bricht der Aktienkurs ein und das Ende ist eingeläutet.




Drushba
Beiträge: 1618

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Drushba » Mo 08 Jul, 2019 18:38

iasi hat geschrieben:
Mo 08 Jul, 2019 18:06
Bei Netflix geht die Sturm und Drang Zeit nun auch dem Ende entgegen.
Mit Blick auf die negative Bilanz ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass Netflix verschwindet. Passiert immer wieder. Erinnert sich noch jemand an Netscape? StudiVZ oder AOL?)) Deren historische Bedeutung lag darin, eine Idee bzw. ein Prinzip bekannt gemacht zu haben. Ebenso hat Netflix mit House of Cards und der Kevin Spacey-Rede die neuen Regeln definiert, das ist das historische Verdienst. Aber Amazon ist um ein Vielfaches stärker und Google, Apple, Facebook sind als Giga-Player zumindest interessiert. Jede Wette, dass die schon mit den Hufen scharren und der Netflix-Konkursmasse freudig entgegenblicken.
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




Funless
Beiträge: 3179

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Funless » Mo 08 Jul, 2019 19:08

Das wage ich zu bezweifeln.
MfG
Funless

Cliff Booth hat geschrieben:Everybody who kills anybody accidentally goes to jail. That‘s called manslaughter.




iasi
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Mo 08 Jul, 2019 21:02

Wer am Ende übrig bleibt, hängt davon ab, wie Netflix und die anderen auf die neue Konkurrenzsituation reagieren.
Amazon hat noch weitere Standbeine, muss nicht alles auf eine Karte setzen und hat eben auch einen langen Atem.
Disney hat Filme und Serien - und eben die ganze Verwertungskette, was Filmbudgets möglich macht, die selbst Netflix nicht stemmen kann.
Warner mit HBO im Rücken ...
Netflix hat einen Kundenstamm und einen gewissen Grundstock an Eigenproduktionen - aber ob das genügt.

Interessant finde ich das mittlerweile recht ausgedünnte Filmangebot der Öffentlich-Rechtlichen. Da gibt´s nur noch die geförderten Koproduktionen aus deutschen Landen zu sehen. Lahme Einheitsware, die trotz der Masse bei internationalen Wettbewerben nicht zu sehen ist.




Benutzername
Beiträge: 2258

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Benutzername » Mo 08 Jul, 2019 23:13

was serien angeht, ist netflix nicht schlecht. aber filme können die nicht wirklich. den einen oder anderen film vielleicht, aber das ist zu wenig, um irgendwem die stirn zu bieten.
Ihr seht mich vielleicht, ´nen toten Rottweiler Gassi führen, im Park, ohne Kopf, aber mit Nietenhalsband, wie ich ihn anschreie, weil das Mistvieh nicht zu bellen aufhören will.




Jalue
Beiträge: 870

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Jalue » Di 09 Jul, 2019 02:48

Chapeau, Drushba!

Du bist der Einzige, der die Essenz aus diesem larmoyanten Erguss erfasst hat. Der Rest ergeht sich in wie üblich in Amateurmarktanalyse, aka „Ernst & Young goes Volkshochschule“.

Kern des Gewinsels: Die Marktpreise werden durch Streamingdienste versaut und es fällt zunehmend schwerer, billige, willige Sklaven zu finden, wofür das Label Independent Film nachgerade ein Stempel ist. Allein, wenn ich das Wort „Rückstellvertrag“ höre, kriege ich schon das Kot ..n!

Zahlt reale Marktpreise, dann bekommt ihr qualifiziertes Personal. Wenn ihr das nicht könnt, dann macht eure nutzlose Butze dicht! Die Zeiten, in denen hochqualifizierte Hochschulabgänger Schlange standen, um qua Taschengeld für „junge, dynamische Teams“ und den Tesla-fahrenden Chef-Bonobo den Bückling zu machen, sind over.

Deal with it!




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 07:08

Jalue hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 02:48

Zahlt reale Marktpreise, dann bekommt ihr qualifiziertes Personal.
Wer?
Du ja nicht, denn du willst dich ja bezahlen lassen.
Sehr bequem.

Zwischen Avengers Endgame und einer TV-Show im FreeTV gibt es eigentlich keinen Unterschied:
Sie bieten Unterhaltung und eben Einnahmen, die es erlauben, einem Jalue reale Marktpreise zu bezahlen. Und dann ist´s ja auch gut, denn etwas anderes brauchen und wollen die Leute aus der Filmbranche ja schließlich nicht. Sie wollen genauso Geld verdienen, wie die Arbeiter und Angestellten bei Daimler.

Netflix habe nun genug Anerkennung und Prestige in Form von Filmpreisen bis hin zum Oscar gesammelt - heißt es in einem Artikel - gut so, denn nun können sie sich auf das konzentrieren, das wichtig ist: Geld verdienen, um reale Marktpreise zu bezahlen.
Denn auch für Netflix gilt: Die Geldgeber wollen am Ende Profit sehen - in Höhe der realen Marktpreise




Jott
Beiträge: 16328

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Jott » Di 09 Jul, 2019 07:27

iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 07:08
du willst dich ja bezahlen lassen. Sehr bequem ... etwas anderes brauchen und wollen die Leute aus der Filmbranche ja schließlich nicht. Sie wollen genauso Geld verdienen, wie die Arbeiter und Angestellten bei Daimler.
Das liegt daran, dass die Leute aus der Filmbranche irgendwann nicht mehr bei Mama, in der Land-WG oder vom Staat leben, sondern vielleicht Familie haben wollen und mit selbstloser Kasteiung nicht weiter kommen. Aus Berufung in jungen Jahren soll doch ein Beruf werden dürfen?

Deine Meinung, in der Filmbranche dürfe man gefälligst kein Geld verdienen wollen, ist ... mir fällt nichts ein, was nicht beleidigend wäre.




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 08:02

Jott hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 07:27
iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 07:08
du willst dich ja bezahlen lassen. Sehr bequem ... etwas anderes brauchen und wollen die Leute aus der Filmbranche ja schließlich nicht. Sie wollen genauso Geld verdienen, wie die Arbeiter und Angestellten bei Daimler.
Das liegt daran, dass die Leute aus der Filmbranche irgendwann nicht mehr bei Mama, in der Land-WG oder vom Staat leben, sondern vielleicht Familie haben wollen und mit selbstloser Kasteiung nicht weiter kommen. Aus Berufung in jungen Jahren soll doch ein Beruf werden dürfen?

Deine Meinung, in der Filmbranche dürfe man gefälligst kein Geld verdienen wollen, ist ... mir fällt nichts ein, was nicht beleidigend wäre.
Ich sage es ja: Diese Leute aus der Filmbranche wollen wie beim Daimler ihr sicheres Einkommen, aber sich eben andererseits auch mit Film-Glimmer behängen.
Es soll aber auch Leute geben, die sehen im Film dann doch mehr als nur ein Produkt, das man herstellt, um gutbürgerlich, ganz so wie der Nachbar, der beim Daimler arbeitet, seine Familie versorgen zu können.
Das könnt ihr ja bei RTL&Co, Hochzeits- und Industriefilmen, steuer- und gebührenfinanzierten Koproduktionen und neuerdings auch bei Netflix machen, wo ihr eure realen Marktpreise, also Tariflöhne bekommt.
Aber - und ich versuchs mal so zu formulieren, damit es nicht beleidigend klingt: Es gibt auch Leute, die ihre "Berufung in jungen Jahren" nicht eingemottet haben.
Denn Filmemachen kann eben doch mehr sein, als der Bau eines Autos.




Jott
Beiträge: 16328

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Jott » Di 09 Jul, 2019 09:13

Dein hier veröffentlichter Plan, einen Spielfilm zu drehen mit einer Crew, der du nichts bezahlst, nicht mal Verpflegung, scheint ja nicht aufzugehen. Gut so.
Jalue hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 02:48
es fällt zunehmend schwerer, billige, willige Sklaven zu finden, wofür das Label Independent Film nachgerade ein Stempel ist. Allein, wenn ich das Wort „Rückstellvertrag“ höre, kriege ich schon das Kot ..n!

Zahlt reale Marktpreise, dann bekommt ihr qualifiziertes Personal. Wenn ihr das nicht könnt, dann macht eure nutzlose Butze dicht!




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 09:31

Jott hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 09:13
Dein hier veröffentlichter Plan, einen Spielfilm zu drehen mit einer Crew, der du nichts bezahlst, nicht mal Verpflegung, scheint ja nicht aufzugehen. Gut so.
Siehst du - wieder diese Mentalität:
der du nichts bezahlst

Eben Angestelltenmentalität ... daher kommt aus deutschen Landen eben auch nichts mehr, das z.B. bei Filmpreisen bedacht werden könnte.

Ein guter Plan verlangt übrigens Zeit für eine ordentliche Umsetzungen.

Jemand, der die Stechuhr bedient, plant nur mit seinem Gehalt am Monatsanfang.
Und dieser Jemand denkt dann:
der du nichts bezahlst - dieser du verteilt ja nur das Budget, das einfach da ist, weil es ja professionell ist.

Wenn diese du verschwinden, die dein Gehalt überweisen sollen - ja was machst du denn dann?
Du wirst zur Beamtenseele, die von Gebühren- und Fördersteuergeldern bezahlt wird. Bravo.

Ja - richtig:
willige Sklaven - hauptsache sie werden bezahlt, denn um mehr geht´s ihnen schließlich nicht.




nic
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von nic » Di 09 Jul, 2019 09:49

Also ich finde es durchaus sinnvoll, wenn man von dem, was man verdient auch ordentlich leben kann - und statt darüber nachzudenken, was man als nächstes pfänden lassen will, sich Gedanken über das Projekt macht an dem man eben arbeitet. Natürlich ist dann der eine oder andere Film dabei, den man nur für's Geld macht und nicht mit Leib und Seele dahintersteht. Wenn es gut bezahlt ist und man etwas dabei lernt (was man immer tut), ist das doch besser als auf der Couch auf 'die eine Idee' zu warten...




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 10:13

nic hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 09:49
Also ich finde es durchaus sinnvoll, wenn man von dem, was man verdient auch ordentlich leben kann ...
sinnvoll?
Es ist gutbürgerlich.
Es ist sicher und bequem.

Schau ich mir einen Unterhaltungsstreifen und die Werbefilmchen im FreeTV an, dann denke ich mir: Gut - hier haben die Filmschaffenden ihr Geld verdient, von dem sie ordentlich leben können.

Nur kann Film eben auch mehr sein, als reines Geschäft.

Dabei muss ein gewisser Anspruch das Geschäft nicht vollständig ausschließen. Denn auch Filme, die mehr wollen als nur zu unterhalten und profitabel zu sein, können letztlich Geld einspielen.

Es erfordert aber eben von allen Filmschaffenden mehr als diese Angestelltenmentalität:
Eben auch eine gewisse Risikobereitschaft und vor allem auch Selbstvertrauen.
Macht man einen Film, bei dem Thema, Aussage und künstlerische Umsetzung im Mittelpunkt stehen, so strebt man natürlich dennoch an, dass dieser Film möglichst viele Menschen - also Zuschauer erreicht. Diese Zuschauer erzeugen dann aber eben auch Einnahmen - diese sind dann ein erfreulicher Nebeneffekt, wenn auch nicht zentrales Ziel.

Wem natürlich das Selbstvertrauen fehlt, einen Film machen zu können, der auch viele Zuschauer erreichen kann, der sollte sich eben eine Stelle in der Filmindustrie suchen. Hier stehen dann eben die Zuschauerzahlen im Mittelpunkt und es ist ziemlich egal, wie und womit diese erreicht werden.




nic
Beiträge: 1982

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von nic » Di 09 Jul, 2019 10:23

iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 10:13
nic hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 09:49
Also ich finde es durchaus sinnvoll, wenn man von dem, was man verdient auch ordentlich leben kann ...
sinnvoll?
Es ist gutbürgerlich.
Es ist sicher und bequem.

Schau ich mir einen Unterhaltungsstreifen und die Werbefilmchen im FreeTV an, dann denke ich mir: Gut - hier haben die Filmschaffenden ihr Geld verdient, von dem sie ordentlich leben können.

Nur kann Film eben auch mehr sein, als reines Geschäft.

Dabei muss ein gewisser Anspruch das Geschäft nicht vollständig ausschließen. Denn auch Filme, die mehr wollen als nur zu unterhalten und profitabel zu sein, können letztlich Geld einspielen.

Es erfordert aber eben von allen Filmschaffenden mehr als diese Angestelltenmentalität:
Eben auch eine gewisse Risikobereitschaft und vor allem auch Selbstvertrauen.
Macht man einen Film, bei dem Thema, Aussage und künstlerische Umsetzung im Mittelpunkt stehen, so strebt man natürlich dennoch an, dass dieser Film möglichst viele Menschen - also Zuschauer erreicht. Diese Zuschauer erzeugen dann aber eben auch Einnahmen - diese sind dann ein erfreulicher Nebeneffekt, wenn auch nicht zentrales Ziel.

Wem natürlich das Selbstvertrauen fehlt, einen Film machen zu können, der auch viele Zuschauer erreichen kann, der sollte sich eben eine Stelle in der Filmindustrie suchen. Hier stehen dann eben die Zuschauerzahlen im Mittelpunkt und es ist ziemlich egal, wie und womit diese erreicht werden.
Das ist doch unsinnig. Um einen guten Film machen zu können, benötigst du eine intakte Filmindustrie. Die Menschen müssen davon leben können und geübt sein in dem was sie tun. Dann kannst du als visionärer Independentfilmer jahrelang über deine Filme nachdenken, ohne Gewinnabsicht und am Tag X ein Team zusammenbekommen, das mit dir (weil es ansonsten für Geld arbeitet) deinen No-Budget-Film realisiert.




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 12:17

nic hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 10:23

Das ist doch unsinnig. Um einen guten Film machen zu können, benötigst du eine intakte Filmindustrie. Die Menschen müssen davon leben können und geübt sein in dem was sie tun. Dann kannst du als visionärer Independentfilmer jahrelang über deine Filme nachdenken, ohne Gewinnabsicht und am Tag X ein Team zusammenbekommen, das mit dir (weil es ansonsten für Geld arbeitet) deinen No-Budget-Film realisiert.
Nein - unsinnig ist es, zu denken, Gewinnabsicht müsse nur der mitbringen, der das Budget stemmt und das Risiko trägt, während das Team als Lohnsklaven seinen Dienst verrichtet, damit ein Film produziert werden kann.

Es ist diese Hierarchiendenken, bei dem der Produzent das Geld ranschafft und dafür dann die eventuellen Gewinne einstreichen darf, der Regisseur das Sagen hat und das Team dann nach Tarif arbeitet.
Dieses Denken hatten wir in den 80ern auch schon.
Dann kam der Neue Deutsche Film.

Und nochmals:
Jemand der einen Film macht, weil ihn ein Thema umtreibt und nicht weil das Filmdrehen Selbstzweck oder Verdienstquelle ist, macht dies auch mit dem Ziel, dass der Film dann auch gesehen wird.
Der angenehme Nebeneffekt dabei sind Einnahmen, die man durch die Zuschauer erzielt.
Wer mal rausgeht und etwas filmt
oder
wer einen Kurzfilm dreht, der dann auf Festivals läuft,
der hat nicht das Ziel jemanden zu erreichen - dem geht es nicht primär darum, das möglichst viele den Film sehen.
Ja - diese Filmer haben wirklich keine Gewinnabsicht.
Wenn ein Team aber einen Film dreht, mit dem sie etwas aussagen wollen, dann streben sie hohe Zuschauerzahlen und damit letztlich auch mögliche Gewinne an.

Wer bei einem Kurzfilmprojekt mitmacht, weil er Lust dazu und gerade eh etwas Zeit hat, es sich in der Vita zudem gut machen könnte, der darf sich nachher nicht beklagen, wenn er damit kein Geld verdient. Kurzfilme sind halbherzige Projekte für Mutlose.

Wenn mir jemand mit einem echten Thema und einer durchdachten Idee kommt, für die er auch bereit ist, Monate zu investieren, bin ich auch bereit Material und Monate in dieses gemeinsame Projekt zu investieren. Aber Ziel muss eben sein, einen Film zu machen, der auch etwas bewegen soll. Dies kann er aber nicht, wenn er nicht wahrgenommen wird.
Somit ist das sekundäre Ziel eben auch, dass ich Einnahmen erziele.




Frank Glencairn
Beiträge: 9425

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Frank Glencairn » Di 09 Jul, 2019 20:22

Bei welcher Netflix Produktion wurde denn jemand schlecht bezahlt?




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Di 09 Jul, 2019 21:08

Frank Glencairn hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 20:22
Bei welcher Netflix Produktion wurde denn jemand schlecht bezahlt?
Bei jeder.
Die armen Anteilseigner bekommen 0,00$ - keine Dividende - nichts. :)

Aber wie auch - der KGV liegt bei 111 - bei
einem Börsenwert von 147.343 Mio. USD
wurde gerade mal ein Gewinn von 1.211 Mio. USD erzielte - und das war schon sehr viel mehr als die Jahre zuvor.




Jalue
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Jalue » Do 11 Jul, 2019 00:58

iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 07:08

Wer?
Du ja nicht, denn du willst dich ja bezahlen lassen.
Sehr bequem.
Nun, ich bin selbständig und buche öfter mal freie KollegInnen, denen ich konsequent marktübliche Honorare zahle, und zwar direkt nach Eingang der Rechnung. Einfach, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie Sch ..e sich das Gegenteil anfühlt. Oder du vielleicht sogar ganz leer ausgehst, weil der Kunde Insolvenz anmeldet, nur um gleich die nächste Butze zu gründen.

Ansonsten liegen wir vielleicht gar nicht so weit auseinander. Es ist ja gut und schön, wenn sich junge
Filmemacher zusammentun, um mit viel Enthusiasmus und Eigenmitteln einen Film zu produzieren, einfach weil sie glauben, dass er wichtig ist oder sei es auch nur für ihr noch schmales Portfolio. Haben wir alle mal gemacht und bis heute helfe ich bei wirklich sinnvollen Projekten gelegentlich umsonst oder unter Marktpreis aus.

Ganz anders, wenn dieser Idealismus als Geschäftsmodell missbraucht wird. Es gibt einige, branchenbekannte Firmen, bei denen Volos, Praktikanten, etc. einen Großteil der Arbeit stemmen und der Profit allein in die Tasche der Geschäftsführer fließt. Das sind keine idealistischen Rucksackfilmer a la Oberhausen, die betreiben Kino-/Serien- /Factual- /Werbefilm oder News-Butzen, machen oft aber immer noch auf junges Start-up, das leider, beim "allerbesten Willen", keine branchenüblichen Tarife zahlen kann. "Aber wir wachsen dann gemeinsam." Sprach's und stieg in seinen SUV.

Wenn Streamingdienste mit ihren Produktionsvolumina den Markt so okkupieren, dass "Praktikantenfarmen", notorische Rücksteller und sonstige Ausbeuter über die Wupper gehen, finde ich das uneingeschränkt positiv.




iasi
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Fr 12 Jul, 2019 10:45

@Jalue

Nicht in Schwarz-Weiß-Denken verfallen.

Auf der einen Seite der, der korrekt tariflich bezahlt, auf der anderen Seite der SUV-Fahrer, der SUV fährt, weil der andere ausbeutet.
In beiden Fällen arbeiten die Leute für jemanden - für "den Produzenten".

Dabei geht es doch um die Frage, warum diese Leute nicht an einem Film arbeiten. Das hat dann doch auch gar nichts mit Idealismus zu tun, denn wenn die Leute einen Film machen, damit sie einen Film machen, dann arbeiten sie eigentlich nur für sich.

Man kann auch an einem Film mitarbeiten, ohne den selbstlosen Idealisten geben zu müssen.
Warum nicht an einem Film mitarbeiten, weil man vom Thema und vom Projekt überzeugt ist - weil man den Film für wichtig erachtet.

Wer den Ansatz hat umsonst oder unter Marktpreis daran zu arbeiten, begeht einen Fehler.
Der bessere Ansatz ist nun einmal: Ich investiere mich, meine Ausrüstung und noch mehr in einen Film, der gemacht werden sollte.
"Investieren", weil ein Film, der etwas zu sagen hat, auch Ohren und Augen finden sollte.

Und da sind wir wieder beim Thema:
Netflix & Co. eröffnen weitere Verwertungskanäle und eine weitere Plattform um Zuschauer zu erreichen.
Die Chancen nicht umsonst oder unter Marktpreis gearbeitet zu haben, steigen also.

Ach ja:
Ich sehe einen Unterschied in Auftragsproduktionen, bei denen ein Kunde etwas bestellt, für das er auch bezahlen wird, und Eigenproduktionen, bei denen erst das Ergebnis zeigen wird, ob es Geld einspielen wird.
Hast du auch schon Eigenproduktionen gemacht und Leute tariflich bezahlt, bei denen keine finanzielle Absicherung durch Kunden, Verträge oder Fördermittel bestand?




nachtaktiv
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von nachtaktiv » Sa 13 Jul, 2019 02:30

netflix ist für niemanden eine gefahr. ich gucke am wochenende mit mausi ab und an mal in ihr netflix und ich muß sagen, daß die serien oft wie aus einem "how to" baukasten aussehen. und kommt mal was halbwegs anständiges, dann is oft nach einer staffel schon schluss, manchmal nach zweien. auf der hauptoberfläche siehts immer nach mega angebot aus, aber dann nur so wenig unter der haube - das wird ihnen früher oder später zum verhängnis werden.
Die Ignore Funktion ist ein Segen <3




Frank Glencairn
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Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Frank Glencairn » Sa 13 Jul, 2019 08:54

iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 12:17


Und nochmals:
Jemand der einen Film macht, weil ihn ein Thema umtreibt und nicht weil das Filmdrehen Selbstzweck oder Verdienstquelle ist, macht ...
Genau das ist die deutsche Krankheit. Wen ein "Thema umtreibt" wer belehren, aufmerksam machen, oder Missionen will, ist beim Film falsch. Wir sind im Unterhaltungsgeschäft und bestmöglicher Unterhaltung ist das einzige was wir unserem Publikum schuldig sind, denn dafür zahlen sie.




Framerate25
Beiträge: 930

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Framerate25 » Sa 13 Jul, 2019 09:08

Frank Glencairn hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 08:54
iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 12:17


Und nochmals:
Jemand der einen Film macht, weil ihn ein Thema umtreibt und nicht weil das Filmdrehen Selbstzweck oder Verdienstquelle ist, macht ...
Genau das ist die deutsche Krankheit. Wen ein "Thema umtreibt" wer belehren, aufmerksam machen, oder Missionen will, ist beim Film falsch. Wir sind im Unterhaltungsgeschäft und bestmöglicher Unterhaltung ist das einzige was wir unserem Publikum schuldig sind, denn dafür zahlen sie.
Was wie?? Der "Engel auf Erden" war keine Tatsachenverfilmung...öähm, Verserieung? Du hast soeben mein Weltbild zerstört!
Einfach mal anders machen - alles andere gibts schon.




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Sa 13 Jul, 2019 09:27

Frank Glencairn hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 08:54
iasi hat geschrieben:
Di 09 Jul, 2019 12:17


Und nochmals:
Jemand der einen Film macht, weil ihn ein Thema umtreibt und nicht weil das Filmdrehen Selbstzweck oder Verdienstquelle ist, macht ...
Genau das ist die deutsche Krankheit. Wen ein "Thema umtreibt" wer belehren, aufmerksam machen, oder Missionen will, ist beim Film falsch. Wir sind im Unterhaltungsgeschäft und bestmöglicher Unterhaltung ist das einzige was wir unserem Publikum schuldig sind, denn dafür zahlen sie.
Ja - und deshalb haben wir Unterhaltungsshows, "Traumschiff Surprise" und Fußballübertragungen.
Das ist ja ganz so, als würde man Literatur auf reine Unterhaltung verkürzen.
Konsalik als die Krone des Anspruchs statt Goethe.
Eben Unterhaltungsliteratur, die für den schnellen und leichten Konsum bestimmt ist.

Ein wenig mehr Anspruch hätte ich gerade von dir eigentlich schon erwartet.

Zumal - um bei der Literatur zu bleiben - Hochliteratur eben auch unterhalten kann.
Mal ein Beispiel vorgetragen vom genialen Kinski:




Drushba
Beiträge: 1618

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Drushba » Sa 13 Jul, 2019 11:55

Frank Glencairn hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 08:54
Genau das ist die deutsche Krankheit. Wen ein "Thema umtreibt" wer belehren, aufmerksam machen, oder Missionen will, ist beim Film falsch. Wir sind im Unterhaltungsgeschäft und bestmöglicher Unterhaltung ist das einzige was wir unserem Publikum schuldig sind, denn dafür zahlen sie.
Man muss nicht immer von sich auf die anderen schliessen. Die Mehrheit der Innovationen im Filmbereich wurde von Machern erfunden, die durch eine Idee umgetrieben wurden. Das beginnt bei Griffith, geht über Eisenstein, Chaplin, Murnau bis hin zu New Hollywood. Richtig ist, dass die Zuschauer kein plumpes Kino goutieren. Wer das Anliegen zum Thema macht, geht unter und das ist das Problem vieler deutscher Filme. Gefragt sind die eleganten, subtilen Töne. Und gerade für die Figurenentwicklung ist eine Missionsbereitschaft eines der höchsten Gütesiegel. Drehbuchautoren wie Dalton Trumbo stehen Pate für diese Strömung.)

Viele Werke, die aus der Literatur erhalten geblieben sind, wurden oft von Verlagen herausgebracht,die ihren Umsatz mit Unterhaltungsmüll verdienten, der zu Recht längst vergessen ist. Auch die Vertriebsinfrastruktur wie der Buchhandel konnte sich wohl eher damit etablieren. Ähnlich auch im Film und mit dem Aufkommen der Kinoinfrastruktur. Nicht zuletzt produzierte der unlängts verstorbene Atze Brauner Unterhaltungsfilme, um damit auch die ihm persönlich sehr wichtigen Filme finanzieren zu können, die sich mit dem Dritten Reich auseinandersetzten. Insofern ist der massenhaft produzierte Unterhaltungsmüll auch wichtig, da durch dessen Vertriebs- und Finanzierungsstruktur huckepack viele filmische und litererische Perlen erst ermöglicht werden.)
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274

Zuletzt geändert von Drushba am Sa 13 Jul, 2019 12:12, insgesamt 1-mal geändert.




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Sa 13 Jul, 2019 12:10

Drushba hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 11:55
Richtig ist, dass die Zuschauer kein plumpes Kino goutieren.
Wer das Anliegen zum Thema macht, geht unter und das ist das Problem vieler deutscher Filme.
Nein und nein.

Zuschauer lieben einfache Kost - man muss sich doch nur TV-Quoten und Kinobesucherzahlen ansehen.

Die wirklich guten Filme entstanden, weil die Filmemacher ihr Anliegen zum Thema machten und dies dann gekonnt mit den filmischen Mitteln umsetzten.

Die Avengers-Filme sind unterhaltend und sehr gut gemacht.
Die Winnetou-Filme sah ich mir genauso gerne an.

Aber es gibt eben doch auch noch eine andere Stufe.




Drushba
Beiträge: 1618

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von Drushba » Sa 13 Jul, 2019 12:21

iasi hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 12:10
Drushba hat geschrieben:
Sa 13 Jul, 2019 11:55
Richtig ist, dass die Zuschauer kein plumpes Kino goutieren.
Wer das Anliegen zum Thema macht, geht unter und das ist das Problem vieler deutscher Filme.
Nein und nein.

Zuschauer lieben einfache Kost - man muss sich doch nur TV-Quoten und Kinobesucherzahlen ansehen.

Die wirklich guten Filme entstanden, weil die Filmemacher ihr Anliegen zum Thema machten und dies dann gekonnt mit den filmischen Mitteln umsetzten.

Die Avengers-Filme sind unterhaltend und sehr gut gemacht.
Die Winnetou-Filme sah ich mir genauso gerne an.

Aber es gibt eben doch auch noch eine andere Stufe.
Ok, Korrektur. Richtig ist, dass die Zuschauer keim plumpes Missionskino goutieren. Elegante Sinnhaftigkeit führt dagegen oft genug zu Oscars und Welterfolg. Übrigens können wir selbst in Schland in Städten mit einer hohen Arthousekinodichte beobachten, dass die Umsätze in diesem Bereich überproportional zur Bevölkerungszahl ansteigen. Freiburg und Münster stehen für Arthouse-Verleihe klassischweise auf der Liste der Städte, die weit über ein studentisches Publikum hinaus die breite Masse mit intelligentem Film erreichen. Die vielen Arthousekinos führen zu einem Gewöhnungseffekt, guter Film wird "normal" und von vielen bevorzugt. In reinen schlandischen Dienstleistungs- und Maschinenschrauberstädten ohne Arthousekultur sieht das natürlich anders aus.)
"Was immer du tust, irgendwann wirst du es bereuen." Thomas von Aquin 1225-1274




iasi
Beiträge: 13342

Re: Netflix und Co. -- sind Streaming-Giganten eine Gefahr für die unabhängige Kinoproduktion?

Beitrag von iasi » Sa 13 Jul, 2019 12:48

Wenn es schlecht gemacht ist, schauen sich´s nur einige spezielle "Fans" an - ob nun Unterhaltungs- oder Missionsfilme - oder sie sind eben sehr gut vermarktet.




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