Logo Logo
Themen schraeg
Wissen
Codecs· Einführungen· Lexika
Hardware
Camcorder· Computer· DVD· Zubehör
Software
3D· Compositing· Download· DVD· Effekte· Player· Tools· Videoschnitt
Filmpraxis
Beleuchtung· Drehbuch· Filmen· Filmlook· Keying· Montage· Regie· Sound· Tips
DV-Film
Festivals· Filme
Sonstiges
Hersteller· Reviews· Technik
/// Workshop : Videoschnitt

Workshop : Spiegeltricks mit Premiere Elements
von rudi Di, 26.Juni 2007 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


Auf geht’s
Spiegeln durch kopieren
Nachpolieren



Vor ca. zehn Jahren begann die Zeit des „Drop Shadows“. Dieser Effekt, der einen einfachen, zweidimensionalen Schlagschatten hinter ein Objekt zeichnet, um es vom grafischen Umfeld etwas abzuheben, wurde enorm trendy und war im Laufe der Zeit schon praktisch überall zu sehen. Heute gehört es zum guten Ton jedes professionellen Grafikers, diesen Effekt zu hassen. Alleine schon deswegen, weil ihn jedermann mit einem Mausklick in praktisch jeder Grafikapplikation erzeugen kann. (Ich persönlich mag Drop Shadows noch immer, bekomme aber immer haue, wenn ich sie versuche bei slashCAM reinzuschmuggeln.)




Seit einiger Zeit gibt es jetzt wieder einen Effekt, der mit dem damaligen Drop-Shadow-Wahn vergleichbar ist: Die künstliche Spiegelung. Man bekommt diesen Effekt momentan praktisch überall aufs Auge gedrückt, und jeder Grafiker, der etwas auf sich hält liebt diesen Effekt. Denn noch gibt es es ihn kaum auf Knopfdruck, sondern man muss ihn noch von Hand erstellen (oder teure Plugins kaufen - auch wie seinerzeit bei den ersten Drop-Shadow-Plugins).

Die Grundidee hinter dem Effekt besteht darin, ein Objekt mit einer künstlichen Spiegelung zu versehen, die von einer echten Reflexion kaum zu unterscheiden ist. Normalerweise lässt sich so eine Spiegelung mit einem 3D-Animationsprogramm erzeugen, jedoch schießt man in diesem Fall mit Kanonen auf Spatzen. Denn selbst mit einem „kleinen“ Schnittprogramm wie Premiere Elements 3 lässt sich ein solcher Spiegeleffekt leicht erzeugen.


Auf geht’s

Für unser kleines Projekt werden wir insgesamt vier Videospuren benötigen. Daher wählen wir zu Beginn ganz links in einer Spurspalte der Zeitleiste mit der rechten Maustaste die Option „Spuren hinzufügen...“ und erweitern hiermit die Zeitleiste auf vier Spuren (Abbildung 1A).
Anschließend importieren wir das Objekt, das gespiegelt werden soll. Für unser Projekt haben wir den allgemeinen Filmvorspann gewählt, der ja direkt in jedem Premiere Elements erzeugt werden kann. Prinzipiell funktioniert das ganze aber mit jedem beliebigen Videoclip oder Standbild.
Dieses gewählte Objekt legen wir in die oberste Spur (Video 4, Abbildung 1B). Damit unter dem Objekt genügend Platz für die Spiegelung entsteht, sollten wir das Objekt in den Effekteigenschaften noch schön platzieren und skalieren (Abbildung 1C).


Abbildung 1 - Zuerst erweitern wir die Zeitleiste auf vier Spuren, danach skalieren und positionieren wir unser Ziel-Objekt.



Um noch etwas mehr Schwung in die Komposition zu bringen, drehen wir unser Logo außerdem etwas im 3D-Raum. Hierfür legen wir den Effekt „3D-Effekte“ auf unseren Clip (Abbildung 2A) und drehen das Objekt, bis es ungefähr so steht, wie in Abbildung 2B.


Abbildung 2- Über den Effekt „3D-Effekte“ drehen wir unser Logo leicht im Raum.




Spiegeln durch kopieren

Über „Bearbeiten/Kopieren“ und Bearbeiten/Einfügen“ legen wir nun eine Kopie unseres Clips auf die Videospur 2 (Abbildung 3A). Da die Kopie natürlich nicht spiegelkorrekt verzerrt wird, löschen wir in den Effekteigenschaften der Kopie den 3D-Filter. Anschließend drehen wir die Kopie um 180 Grad und positionieren das ganze dort, wo später ungefähr die Spiegelung erscheinen soll. Dies gelingt in den Bewegungs-Einstellungen des Clips (Abbildung 3B).


Abbildung 3 - Über die Bewegungseinstellungen platzieren wir eine Kopie des Logos unter dem Objekt.



Jetzt kommt der kniffeligste (und entscheidende) Part: Um der Spiegelung ihr typisches Aussehen zu geben, muss ihre Transparenz zum Boden hin zunehmen. Die Kopie des Clips soll also nach unten hin immer mehr verschwinden. Dies erreicht man durch eine Art Luminanz-Key:
Über einen Graustufenverlauf beschreiben wir, wie durchsichtig das Bild sein soll. Um einen solchen Verlauf zu erzeugen benötigen wir zuerst eine beliebige Farbfläche (oder irgend einen anderen Clip) als Dummy-Objekt. Dieses neue Objekt legen wir auf Spur 3 unserer Zeitleiste (Abbildung 4A). Dann legen wir auf dieses Objekt den Verlaufsfilter („Rendern/Verlauf“, Abbildung 4B). Ist der Filter in den Effekteinstellungen aktiviert, so kann der Verlauf nun über zwei Punkte direkt in der Videovorschau eingestellt werden (Abbildung 4C).


Abbildung 4 - Wir erzeugen auf Spur drei einen Graustufenverlauf mit dem Effekt „Rendern/Verlauf“.



Damit die Spiegelung nicht „seitenverkehrt“ wird, wenden wir auf die Kopie des Clips noch den Filter „Transformieren/Horizontal spiegeln“ an (Abbildung 5A).
Nun wollen wir den Verlauf der Videospur 2 als Transparenz-Verlauf zuweisen. Hierfür legen wir auf den Clip in Spur 2 den Filter „Keying/Spurmaske Key“ (Abbildung 5B). In diesem Filter können wir einstellen, dass der Verlauf aus Spur 3 als Transparenz auf Spur 2 wirken soll. Hierfür wählen wir in den Einstellungen „Hintergrund: Spur 3“ und „Compositing mit: Luminanzmaske“
(Abbildung 5C). In der Vorschau kann man nun die Spiegelung bereits mit einem weichen Verlauf beobachten (Abbildung 5D). Den Verlauf selbst justiert man ganz nach persönlichem Geschmack in Spur 3.


Abbildung 5 - Über eine Spurmaske wenden wir den Verlauf auf unsere Spiegelung an.




Nachpolieren

Grundsätzlich haben wir nun den Effekt erzeugt. Aber natürlich müssen wir noch unsere Spiegelung ebenfalls perspektivisch anpassen. Dies gelingt am besten, indem wir den Filter „Verzerren/Eckpunkte Verschieben“ auf unseren Spiegel-Clip in Spur 2 anwenden (Abbildung 6A). Ist der Effekt in den Effekteinstellungen aktiviert, so können wir die Verzerrung direkt in dem Vorschaufenster „live“ anpassen (Abbildung 6B), indem wir die einzelnen Bildeck-Punkte im Vorschaufenster verschieben.


Abbildung 6 - Wir passen die Spiegelung noch perspektivisch an.



In Spur 1 können wir jetzt noch einen beliebigen Hintergrund für unsere Animation legen. In unserem Fall haben wir einfach einen weiteren Farbverlauf mit einem schwarzen Horizont kreiert (Abbildung 7). Unser Objekt erscheint daraufhin inklusive Spiegelung vor diesem Hintergrund.


Abbildung 7 - Der fertige Effekt inklusive Hintergrund.



Das war´s auch schon. Natürlich geht das ganze nicht so leicht von der Hand wie ein Mausklick, dafür behält man durch die Kombination von Basis-Effekten immer die komplette Kontrolle über den Effekt und kann diesen nach belieben feintunen.




  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   
fpfg (unregistered)   12:27   05.10.
Genial. Vielen Dank.


[nach oben]

Weitere Artikel:

Workshop: Editing mit Blender Teil 2 – Vorschau und mehr... Di, 1.Juli 2008
In diesem zweiten Teil der Artikelserie wollen wir uns einmal mit den komplexeren Vorschaumöglichkeiten von Blender befassen.
Workshop: Editing mit Blender Teil 1 Fr, 27.Juni 2008
Nachdem immer wieder die Frage nach einem guten kostenlosen Schnittprogramm auftaucht, haben wir uns entschlossen einmal ein kleines Blender-Editing Tutorial in mehreren Teilen zu schreiben. Denn mit Version 2.46 wurden die Editing-Funktionen des Programms stark aufgebohrt...
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 11 : Export für Internet Mi, 17.August 2005
In diesem letzten Teil unserer Workshop-Serie zeigen wir, wie das fertig geschnittene Video für die Verbreitung über das Internet exportiert wird.
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 10 : DVD Export Di, 12.Juli 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 9 : Standbilder bearbeiten Sa, 2.Juli 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 8 : Titling Mi, 18.Mai 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 7 : Effekte und Keyframes Mi, 27.April 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 6 : Effekte Mi, 6.April 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 5 : Schnitt / Das Schnittfenster Mi, 16.März 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 4 : Schnitt / Das Monitorfenster Di, 22.Februar 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 3 : Medienorganisation Di, 1.Februar 2005
Workshop: Adobe Premiere Elements Workshop 2 : Capturing Di, 11.Januar 2005


[nach oben]















Artikel-Übersicht


Artikel-Kategorien:
Einführungen
Test
Grundlagen
Tips
Tutorials
Erfahrungsberichte
Workshop
Ratgeber
Buchkritiken
Scoop
Problemlösungen
Ausprobiert
Basiswissen Videoproduktion
Interviews
Kurztest
News
Essays
Editorials
Berichterstattung
Home Media
Aktionen
Werbung
Filmkritiken
Glosse

passende Forenbeiträge zum Thema
Videoschnitt:
Gibt es "www.digitalvideoschnitt.de" noch?
Config für HD Videoschnitt ok?
Videoschnitt: Wie behaltet ihr den Überblick über das gesamte Material?
PC Komponenten - für Videoschnitt geeignet?
EOS 60D Videoschnittworkflow auf Lowend-Laptop
PC Videoschnitt- ist der geeignet?
ich kann mein deinstalliertes Videoschnittprogramm nicht mehr installieren
mehr Beiträge zum Thema Videoschnitt

Adobe Premiere Pro:
Zacuto Sucher für PANASONIC AF101 und HPX250
4K RED Footage in Adobe Premiere Pro und After Effects verarbeiten
Was ist besser Windows oder Mac mit Adobe Premiere Pro CS 5
Shootout: Canon C300 vs Sony F3 vs FS 100 vs Panasonic AG-AF101 vs GH2 vs E
Nachfolger der Panasonic AF101
Frage zu gebrauchter AG-AF101
Aufhänger / Audiotreiberproblem Adobe Premiere Pro CS.3
mehr Beiträge zum Thema Adobe Premiere Pro




update am 9.Februar 2012 - 15:00
slashCAM ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*
ClipKanalschraeg

Aktuelles Video:
FMX 2011 Trailer: "A Maize"