Was uns auch in diesem Test wieder einmal negativ auffiel: An einigen Monitoren (z.B. HP w2408h) gelang es uns nicht via HDMI eine echte HD-Darstellung zu erreichen. In solchen Fällen schaltete die Kamera immer auf eine SD-Ausgabe mit 720 x 576 Pixel. Die Kamera selbst bietet dabei keine Möglichkeit, das Format zu ändern sondern stellt sich fest und unbeirrbar automatisch auf den angeschlossenen Bildschirm ein. Bei Camcordern der Konkurrenz hatten wir noch nie derartige Probleme, aber wenn Canon einen Monitor nicht mag, hat man als Anwender schlichtweg Pech gehabt.
Trennungs-Angst
Und auch bei der USB-Verbindung scheint Canon seine liebe Not zu haben: Eine Übertragung der Daten aus dem internen Speicher kann nur erfolgen, wenn das Netzteil angesteckt ist. Für reinen Lesebetrieb ist so eine übertriebene Vorsicht unserer Meinung nach eher kundenunfreundlich. Noch dazu verschenkt man beim Anschluss leicht einen Akku-Ladezyklus, wenn man diesen nicht vor dem Bildtransfer von der Kamera entfernt. Und nicht zuletzt ergeben sich auch groteske Situationen unter Windows Vista, da hier oft das Signal für ein abgemeldetes Gerät offensichtlich fehlinterpretiert wird. So verharrte der Camcoder nach der Abmeldung des Geräts von Vista mit der Meldung „Während der Camcorder an einen PC angeschlossen ist, nicht das USB-Kabel oder Netzkabel abtrennen. Ausschalten und Betriebsmodus-Wechsel nicht möglich.“ In diesem Zombie-Zustand lässt sich die Kamera weder ausschalten noch sonst wie zur Trennung der USB-Verbindung überreden. Nur ein komplettes Ausschalten des PCs mit Netztrennung brachte den Camcorder wieder aus diesem Zustand. Scheinbar muss jeglicher Strom von den USB-Buchsen getrennt sein. Oder man zieht halt doch einfach entgegen der Warnhinweise das Kabel ab, wenn man sich sicher ist, dass gerade keine Daten geschrieben werden. Oder noch besser: Gleich auf den internen Speicher verzichten und das günstigere SDHC-only Modell HF S100 nehmen.
Telekonverter
Canon hat außerdem einen 1,7fachen „Telekonverter“ in die Kamera eingebaut. Dieser lässt sich über das neue Quickmenü mit dem Joystick aktivieren. Dabei wir jedoch keinesfalls eine weitere Linse vorgeschoben (so etwas müsste man beim Umschalten irgendwie hören). Stattdessen wird offensichtlich einfach eine kleinere Fläche des CMOS-Bildwandlers ausgelesen und entsprechend umskaliert. Sozusagen eine modifizierte Variante des Digitalzooms, die jedoch aufgrund der üppigen Pixelbestückung nicht in einer Bildverschlechterung resultiert.
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