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/// Test : Camcorder

Test : Panasonic HDC-SD1EG
von rudi Do, 7.Juni 2007 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


Flash rulez
Anmutung
Bildqualität
Eintellungssache
Audio-Sektion
Sonstiges
Eine (Grundsatz-)Frage des Formats
Fazit



Mit der HDC-SD1EG (und dem bauähnlichen DVD-Pendant HDC-DX1EG) ist endlich auch Panasonic im Land der hoch aufgelösten Consumer-Cams angekommen. Das Band spielt dabei allerdings keine Rolle mehr. Das Unternehmen setzt ausschließlich auf SD-Karte bzw. DVD.



Die DVD-Variante erscheint uns jedoch bei weitem nicht so attraktiv. Zum einen passen auf die größten DL miniDVD-Medien mit maximal 2,6 GB Speicherplatz bei höchster Qualität nur ungefähr 26 Minuten Videomaterial. Dazu kommt die Anfälligkeit durch bewegliche Teile im Laufwerk und kleinere Ärgernisse, wie das meistens immer noch notwendige Finalisieren. Nicht zuletzt fällt bei den AVCHD-Geräten der eigentliche Vorteil weg, dass man seine Filme direkt im heimischen DVD-Player ansehen kann. Immerhin sollen schon manche BluRAY- und HD-DVD-Player diese Scheiben lesen können.


Flash rulez

Angesichts der drastisch gesunkenen Flash-Speicherpreise, wirken die AVCHD-SD-Camcoder wie der hier getestete Panasonic HDC-SD1EG dagegen zunehmend interessanter. Auf der mitgelieferten 4GB-Karte finden immerhin schon 40 Minuten Video in höchster Qualität (mit 13 Mbit) ein digitales Zuhause.
Panasonic empfiehlt übrigens den Einsatz der neuen (und deutlich teureren) SDHC-Karten. Bei Modellen bis 2 GB können jedoch auch normale (aber möglichst schnelle) SD-Karten zum Einsatz kommen. Mit einer 60x No-Name 2 GB SD-Karte von Lexar gelangen uns jedenfalls problemlose Aufnahmen. Übrigens kann es laut Panasonic bei jeder Art von SD(HC)-Karte zu Aufzeichnungsproblemen kommen, wenn diese immer wieder mit neuem Material überspielt wird. Ähnlich einer Festplatte, wird der SD-Speicher dann fragmentiert und schreibt neue Szenen langsamer. In so einem Fall hilft einfach das Sichern der Daten am PC und das Formatieren der Karte in der Kamera.

Aufgrund des Flash-Speichers könnte die Kamera praktisch ohne bewegliche Teile auskommen und daher auch ohne Laufwerksgeräusche Ton aufzeichnen. Doch scheinbar zieht die Signalelektronik des Gerätes so viel Strom, dass die Kamera intern einen Lüfter benötigt (kein Witz!). Und dieser erzeugt tatsächlich ein leises Sirren, das einem Laufwerk nicht unähnlich ist.


Anmutung

Schön klein und griffig – die Panasonic HDC-SD1EG.



Gegenüber dem momentanen Klassenliebling HV20 wirkt die SD1 etwas massiver, solider verarbeitet und liegt ausgesprochen gut in der (kleinen) Hand. Bis auf das Display auf der linken Seite bildet die Kamera beinahe eine durchgehende Röhre. Kein klobiges DVD-, HDD- oder HDV-Laufwerk stört hier die Ergonomie, wodurch sich die Hand schön um den Kamerabody schmiegen kann. Allerdings dürften größere Hände sich hier nicht ganz so wohl fühlen, weil die Finger zur Bedienung dann entsprechend stark gekrümmt werden müssen.
Der Daumen bedient sowohl den Multifunktionseinschalter, als auch den Joystick. Zeige- und Mittelfinger bedienen Zoomwippe und Fotoauslöser. HDMIHDMI im Glossar erklärt und USB-Buchsen liegen praktisch an der Außenseite des Camcorders, Strom Mikrofon und Analog-Ausgänge liegen dagegen unter dem Display.
Die PC-Übertragung funktioniert nur, wenn die Kamera mit einem Netzkabel an einer Steckdose hängt. Das dient einerseits dem Schutz, dass es bei einem Akku-Einbruch nicht zu einem Datenverlust kommt. Andererseits ist es doch recht nervig, wenn man nur schnell ein paar Daten von der Kamera auf die Festplatte ziehen will. Zumal man den Strom nur bei ausgeklapptem Display anschließen kann. Dieses ist dann auch permanent gefährdet von der herausstehenden Buchsenschutz-Klappe zerkratzt oder sogar zerbrochen zu werden.
Apropos Display: Mit 250.000 Pixeln ist es für diese Preisklasse ziemlich scharf und mit drei Zoll auch ziemlich üppig. Es legt dazu eine gehörige Helligkeit an den Tag, wodurch auch unter Sonnenlicht noch viel vom Motiv erkennbar bleibt. Alles andere wäre auch ärgerlich, da auf einen Sucher komplett verzichtet wurde. Leider ist das Display auch gehörig winkelabhängig.


Bildqualität

Momentan haben wir leider einen kleinen Stau in unserem Testlabor, weshalb wir die entsprechenden Testbilder und Testnoten erst einmal schuldig bleiben müssen. Wir reichen diese jedoch schnellstmöglich nach, versprochen.
Bemerkenswert (und mittlerweile schon beinahe typisch für Panasonic) sind die drei CCD-Bildwandler. Der nächst günstigste Konkurrent mit drei Chips kostet immerhin fast das doppelte (JVC GZ-HD7). Allerdings fallen die Chips mit 1/4-Zoll gegenüber der direkten Einchip-Konkurrenz etwas kleiner aus und müssen sich die hochauflösenden Schärfe-Informationen über vertikales und horizontales Pixel-Shifting errechnen. Denn effektiv besitzt jeder der Chips nur knapp 500.000 Pixel. Dies muss jedoch nichts schlechtes bedeuten, zumal durch die geringe Pixelanzahl auch eine gewisse Lichtstärke zu erwarten ist.

Und tatsächlich: Im Low-Light-Bereich spielt die Panasonic in dieser Preisklasse auf jeden Fall in der Oberliga. Bei der Luminanzschärfe kann sie dagegen mit der knackigen (und gerade dominierenden) Canon-Konkurrenz nicht ganz mithalten, liegt aber etwas über dem aktuellen Niveau von Sonys Einchip-CMOS-Riege. Zusätzlich erwähnenswert: die Kamera besitzt eine ziemlich „runde“ Schärfe, d.h. Horizontal- und Vertikal-Auflösung liegen ungefähr auf dem selben Niveau. Dazu gesellt sich eine gute Farbwiedergabe, die dank der drei Chips auch sehr gut zwischen den Farbtönen trennt. Gegenüber den CMOS-Chips der Canon wirkt das Bild einen hauch runder, weicher und insgesamt etwas ausgeglichener. Auch die künstliche Nachschärfung ist nur leicht übertrieben, lässt sich aber leider nicht von Anwender selbst einstellen.
Dafür bekommt man bei der SD-1 mit 38,5mm KB-Brennweite spürbar mehr Weitwinkel als bei der Konkurrenz. Und das sogar ohne drastische Eckenverzerrungen. Bravo, mehr davon!
Noch ein kleines Detail am Rande: Bei bewegter Kamera verwischen die Motive irgendwie viel stärker, als bei bei HDVHDV im Glossar erklärt, dem ja ebenfalls schon ein entsprechendes Verhalten nachgesagt wird. Wahrscheinlich ist dies der starken KompressionKompression im Glossar erklärt geschuldet.


Eintellungssache

Bei den manuellen Einstellmöglichkeiten lässt sich die BlendeBlende im Glossar erklärt direkt über den Joystick steuern. Ist die BlendeBlende im Glossar erklärt offen, so lassen sich außerdem noch 18db Gain hinzuregeln. Und das schönste dabei: Man sieht im Sucher auch aussagekräftige Werte von BlendeBlende im Glossar erklärt und Gain. Auch die VerschlusszeitVerschlusszeit im Glossar erklärt lässt sich auf diesem Weg einstellen, geht jedoch nicht unter 1/50s. Schade, dass hier ein Full-Frame-Mode mit 1/25s fehlt, den man mittlerweile von Canon ja schon gewöhnt ist. Dies hätte der Kamera sicherlich bei szenischen Filmern viele Punkte gebracht, zumal die Lichtempfindlichkeit noch einmal deutlich gesteigert werden würde. Leider vermisst man andere verlorene Standards wie einen Fokus-Ring oder sonstige manuelle Einstellmöglichkeiten am Cam-Gehäuse. Immer für elementare Einstellungen den Joystick bemühen zu müssen ist auf Dauer einfach nervig. Sind 1000 Euro für einen Camcorder wirklich so wenig Geld, dass sich fast jeder Hersteller mittlerweile diese manuellen Kontrollmöglichkeiten in dieser Preisklasse spart? Gut, ein Zoomring kann tatsächlich was kosten, aber schon ein paar Rädchen und Schalter für ein paar Cent wären schon ein echter Komfort-Gewinn. Immerhin Automatik-Filmer dürfen sich freuen: Der Autofokus und der optische Bildstabilisator arbeiten ziemlich gut, sprich unauffällig.


Audio-Sektion

Bei der Audio-Austattung gibt es gemischte Gefühle: Schön, dass ein externer Mikrofoneingang über Miniklinke vorhanden ist, schlecht, dass ein Kopfhörer-Ausgang dagegen fehlt. Schön, dass man dennoch manuell aussteuern kann, aber unbequem, dass der Mikrofoneingang vor dem Display hinter der Schutzklappe liegt, die im offenen Zustand einfach nur stört. Würde dies nicht Ärger im Garantiefall nach sich ziehen, wäre unsere Empfehlung klar: Am besten diese Klappe einfach mit einem scharfen Teppichmesser abschneiden...


Sonstiges

Dass der Akku in der Kamera Platz findet, finden wir eigentlich sogar ziemlich sexy. Zwar lässt sich so kein größerer Akku einbauen, dafür bleibt die Kamera kompakt im Mitnahmeformat. Da sich die SD1 auch schlafen legt, wenn man das Display zuklappt und die Einschaltzeit aufgrund der SD-Kartenaufzeichnung unter 2 Sekunden liegt, lässt sich mit der Akku-Laufzeit von ca. einer Stunde in vielen Situationen leben. Alternativ stockt man halt noch auf zwei oder drei Zusatzakkus auf.


Eine (Grundsatz-)Frage des Formats

Zur Nachbearbeitung liegt der Kamera zwar ein kleines AVCHD-Schnittprogrämmchen bei, jedoch bietet dies praktisch keinerlei gestalterischen Möglichkeiten. Wer nachbearbeiten will, muss daher zu den neuen Versionen diverser Schnittprogramme greifen, die jedoch allesamt noch unter der enormen Decodierungs-Last von AVCHDAVCHD im Glossar erklärt schnaufen (wenn nicht sogar zusammenbrechen). Wer kein brandaktuelles Computersystem hat, kann noch nicht einmal ruckelfreie Hardcuts machen. Apple-Anwender bleibt die Nachbearbeitung zudem noch komplett verwehrt.


Fazit

Diese Panasonic HDC-SD1EG ist eigentlich in dieser Preisklasse ziemlich gut aufgestellt: Gute Verarbeitung, schön kompakt, runde Bildqualität, beeindruckendes Low-Light-Verhalten und mehr Weitwinkel als alle direkten Konkurrenten. Die Kür wäre allerdings noch ein Schärfering, ein Blendenrad sowie eine progessive Belichtungsmöglichkeit mit 1/25s, Kopfhöreranschluss und manuelle Bildeingriffsmöglichkeiten wie CinegammaCinegamma im Glossar erklärt, Farbe oder Schärfe. Würden dann noch die Clips (zumindest alternativ) auch als m2ts-Strom auf der SD-Karte landen können, hätten wir es hier mit einem echten Killercamcorder zu tun. So sehen wir dagegen „nur“ den momentan überzeugendsten AVCHD-Camcorder, was für Filmer mit echten Nachbearbeitungsambitionen jedoch bis auf weiteres nicht überzeugend genug sein dürfte.


  

[1 Leserkommentar] [Kommentar schreiben]   
bianco4 (unregistered)   00:42   30.06.
Diese Cam ist nur zu empfehlen! Habe sie zur Geburt meiner Tochter gekauft. Meine Frau wollte eine Cam, die hochauflösend, handlich klein und vorallem...weiterlesen


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update am 9.Februar 2012 - 15:00
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