Die Bedienung der Kamera ist zwiespältig. Einerseits liegen beide Camcorder gut in der Hand und erlauben dank des guten optischen Bildstabilisators auch gelungene Aufnahmen aus der selben. Andererseits entsprechen die Hände des Testers auch wohl ziemlich genau einer japanischen Normhand. Wer mit größeren europäischen Fingern an die Kameras geht, dürfte die Bedienung als etwas frickelig empfinden, zumal man die meisten Parameter nur über den Joystick im Menü einstellen kann. Dieser Joystick ist nun unter dem eingeklappten Display gelandet und wird nun mit der linken, statt mit wie früher mit der rechten Hand bedient.
Die kompakte Bauform zwingt dabei zu einigen Kompromissen: Nicht nur, dass überhaupt entsprechend wenig externe Bedienelemente an der Kamera zu finden sind, auch einen Kopfhörer- oder Mikrofon-Anschluss sucht man vergebens. Unglücklich platziert ist der HDMI-Anschluss hinter dem Akku, wodurch er nur mit einer externen Stomversorgung genutzt werden kann. Zu allem Überfluss ist diese Buchse auch noch als momentan noch ziemlich unüblicher Typ C (Mini-HDMI) ausgelegt, wobei ein entsprechendes Kabel nicht Lieferumfang enthalten ist. Wie schon bei den Vorgängern üblich, weigern sich die neuen Panasonics immer noch ihre Daten über USB freizugeben, wenn kein Netzteil angeschlossen ist. Gegenüber der SD1 muss man jetzt hierfür aber sogar noch den Akku entfernen, um an die Netzteilbuchse zu gelangen. Vorsicht ist zwar die Mutter der Porzellankiste und Panasonic will wohl Datenverlust durch Stromanfall vorbeugen, aber nur lesend schnell ein paar Bilder oder einen Clip auf den Rechner ziehen will, kabelt sich hier erst mal einen Wolf. Eine Docking-Station wäre hier vielleicht ein willkommene Lösung, solange die Miniaturisierung zu solchen versteckten Buchsen zwingt.
Aus dem Testlabor
Bei der Bildschärfe liefern die drei 540k-CCDs trotz Pixelshift allenfalls durchschnittliches. Mit ca. 55 Prozent Auflösungsleistung schaffen viele direkten Konkurrenten etwas mehr. Die vertikale Auflösung liegt mit ca. 45 Prozent sogar noch etwas unter horizontalen Auflösung.
Auch mit bloßem Auge erkennt man, dass die neuen Panasonic-Modelle feine Linienstrukturen des ISO-Testbildes nicht besonders detailliert darstellen können. In der Folge werden auch leichte Moiré-Strukturen im Kreis sichtbar.
Bei der Farbauflösung zeigt die Panasonic jedoch gute Werte. 21 Prozent klingen zwar weit weg von theoretischen Optimum, sind jedoch für das AVCHD-Format mit 4:2:0-Aufzeichnung ziemlich viel. Soweit liegt bei den Farben also alles im grünen Bereich.
Die Verzeichnungen des Objektivs halten sich selbst im maximalen Weitwinkel in vertretbaren Grenzen. Mit den leichten Wölbungen muss man heute bei vielen Camcorder leben, sogar wenn das Objektiv nicht sonderlich weit winkelig ist.
Das eingebaute Mikrofon der HDC-HS9 brummt leicht zwischen 50 und 100 Hz, der übrige Rauschteppich ist mit -70 Dezibel nur sehr dezent wahrnehmbar. Die eingebaute Festplatte surrt somit deutlich leiser vergleichbare Band- oder DVD-Camcorder in dieser Klasse.
Bei guter Beleuchtung zeigt die Panasonic beinahe schon zu kräftige Farben. Besonders die schwierigen Neontöne neigen zu leichten Ausfransungen und zeigen keine Zeichnung mehr. Leider lassen sich die Farben nicht im Menü zurückdrehen.
Aufgrund der relativ kleinen CCDs rauscht es im Dunkeln deutlich. Die integrierte Rauschunterdrückung kämpft dagegen zwar wirkungsvoll an, macht das Bild aber auch entsprechend weich.
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