Logo Logo
///  >

Test : Panasonic AG-AC160

von Sa, 14.Januar 2012 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Einleitung
  Handling

Zeitgleich mit der AVC-Intra HD Cam Panasonic AG-HPX250 hat Panasonic eine AVCHD Variante, die Panasonic AG-AC160 vorgestellt, die nun ebenfalls den Weg in die slashCAM Redaktion gefunden hat und ihr Können sowohl im Testlabor als auch „auf der Straße“ unter Beweis stellen musste. Hier unser Testbericht.



Handling



Mit der AG-AC160 schickt Panasonic die AVCHD Variante seines Prosumer Henkelmanns AG-HPX250 ins Rennen. Auf den ersten Blick scheinen die Gehäuse der beiden Henkelmänner identisch, worauf auch die gleichen Abmessungen (180 mm x 195 mm x 438 mm) bei 2,4 bzw. 2.5 kg (exkl. Batterie) hindeuten. Allerdings fehlt der 160er die Synchronisationseinheit GENLOCK und natürlich finden sich (zwei) andere Card-Slots bei der Panasonic AG-AC160 wieder: Schließlich zeichnet sie auf preiswerte SD, SDHC oder SDXC Karten und nicht auf die proprietären P2 Cards der 250er auf.

Panasonic AG-AC160



Von Außen betrachtet war es das allerdings auch schon mit den Unterschieden. Länger wird die Liste, wenn man auf die inneren Werte sieht. Bei der AG-AC160 finden sich folgende AVCHD Videoformate und Frameraten:



Panasonic AG-AC160 Frameraten / Formate


59,94 Hz Betrieb:

PH Modus: 1080/59.94i, 1080/29.97p, 1080/23.98pN, 720/59.94p, 720/29.97p, 720/23.98pN

PM Modus: 720/59.94p

HA/HE Modus: 1080/59.94i


50 Hz Betrieb:

PH Modus: 1080/50i, 1080/25p, 720/50p, 720/25p

PM Modus: 720/50p,

HA/HE Modus: 1080/50i


Variabe Frameraten:

in 1080/24p oder 1080/30p:
2/6/9/12/15/18/20/21/22/24/25/26/27/28/30/32/34/36/40/44/48/54/60 Bilder

in 1080/25p:
2/6/9/12/15/18/20/21/22/23/24/25/26/27/28/30/32/34/37/42/45/48/50 Bilder



Die Panasonic AG-AC160 kann entweder im 59,94 Hz oder im 50 Hz Modus gebootet werden. Wer also viel in „60Hz Gefilden“ unterwegs ist, wird sich über diese Umschaltfähigkeit freuen. Für all diejenigen, die auf der suche nach 24 Bildern pro Sekunde sind, bitte daran denken, dass diese sich, wie mittlerweile bei einer Reihe von Camcordern üblich, nur unter 60 Hz betreiben lassen.

Wie beim Test der Panasonic AG-HPX 250 hat uns das allgemeine Schalter-Layout und Handling der Kamera sehr gut gefallen: Größere Schwächen Fehlanzeige. Panasonics Bedienphlilosophie konzentriert sich auf die wesentlichen Videofunktionen und verzichtet dafür im Zweifelsfall lieber auf ein Paar Spielereien als das Tastenfeld zu unübersichtlich zu gestalten – das weiss zu gefallen und unterstreicht die Ausrichtung der Panasonic Henkelmänner als robuste Arbeitstiere (einziger Ausrutscher in Sachen Schaltergöße sind die Umschalter für die XLR-Eingänge für Phantomspannng – deren Winzigkeit fällt völlig aus dem Rahmen).

Wie auch bei der Pansonic AG-HPX250 hat Panasonic in der AG-AC160 eine Zoomoptik mit gigantischer Brennweite verbaut und dabei sowohl einen guten Weitwinkelbereich als auch einen heftigen Telebereich abgedeckt. Die 22-fach (!) Optik reicht von (auf KB gerechneten) 28 mm im Weitwinkel bis hin zu 616 mm im Telebereich. Damit liegt Panasonic an der Spitze in Sachen Brennweitenbereich in diesem Camcordersegment. Wer sich einen Eindruck der Zoomleistung der Panasonic AG-AC160 machen möchte, findet im Reallive-Kapitel die dazugehörige Zoomfahrt.

Apropos Zoomfahrt: Die Zoomwippe ist unserer Meinung nach gut ausgelegt und ermöglicht bereits nach kurzer Eingewöhnung kontrollierte Zoomfahrten.

Ebenso wie bei der AG-HPX250 steht im Weitwinkel eine maximal geöffnete Blende von 1.6 zur Verfügung, die im maximalen Tele bis auf 3.2 abgeblendet wird.

Panasonic AG-AC160



Ein Novum bei den Henkelmännern von Panasonic, das wir erstmalig bei Panasonics 3D-HD-Camcorder HDC-Z10000 verbaut gefunden haben, jedoch schon länger von vielen Seiten gefordert wurde, stellt farbiges Peaking dar. Schön, dass Panasonic hier auf User-Wünsche eingegangen ist. Allerdings ist die Peakingfunktion recht dezent ausgefallen. Die besten Ergebnisse im farbigen Peaking haben wir mit zusätzlich verstärkten Bildkonturen über „EVF DTL“ erzielt.

Das farbige Peaking bei der AG-AC160 lässt sich über den Fokus Assist Button auf der linken vorderen Seite der Kamera aktivieren. Die AG-HPX 250 verfügt übrigens an gleicher Stelle über den gleichen Button, schaltet hierüber jedoch kein farbiges Peaking sondern eine Sucher-Ausschnittsvergrösserung hinzu. Also wieder so ein kleiner, feiner Unterschied bei den Internas der 160er im Vergleich zur 250er aus gleichem Hause.

Wer mehr Fokusunterstützung beim manuellen Fokussieren benötigt, hat zwei weitere Fousunterstützungen zur Verfügung: Den Fokus-Bar und den numerischen Fokus-Index von 0 bis 100. Wir hatten jedoch die besten Ergebnisse beim manuellen Fokussieren mit dem farbigen Peaking wie oben beschrieben mit verstärkten Konturen. Ansonsten gllt wie stets: Schärfe über externen Monitor beurteilen.

Gezieltere Belichtungs- und Autofokusoperationen lassen sich über den Function-Controler auf der linken Kameraseite realisieren. Hierüber stehen dann sog. Area Autofokus und Area Autoiris Funktionen zur Verfügung. Man kennt dies von der Fotografie her – ähnlich einer AF/AE-Lock Funktion, die sich auf einen bestimmten Bildausschnitt anwenden lässt.

Das Display (3,4“) der Panasonic AG-AG160 arbeitet mit knapp 1 Mio Punkten auf gutem Niveau, ebenso die Suchereinheit mit knapp 1.3 Mio Punkten, die sich, bei Bedarf, auf Schwarz/Weiss Betrieb schalten lässt. Unser bevorzugtes Setup sieht dann auch entsprechend aus: Sucher Schwarz/Weiss geschaltet und Display in Farbe.

Die Panasonic AG-AC160 verfügt (wie die 250er) über zwei Lüftergitter auf der rechten Kameraseite, die der internen Lüftereinheit entsprechend Luft zuführen. Wenn die Lüftung in Betrieb ist, muss man sich in sehr leisen Umgebungen genau konzentrieren um sie zu hören, aber man kann sie hören. Für die meisten Anwendungsfälle dürfte der Lüfter ohne Belang sein.

Bei den Anschlüssen muss sich die Panasonic AG-AC160 ebenfalls nicht verstecken – auch hier wird eine professionelle Ausrichtung deutlich: SDI Out, über den 8 Bit 4:2:2 ausgeben werden (zwischen HD und SD schaltbar), HDMI Out, Video/Audio Out (Cinch), Kopfhöreranschluss, 2 x Camera Remote (Blende / Fokus), TC Preset In/Out, 2 XLR Eingänge, integriertes Stereomikrofon, USB 2.0, DV-Out (6pin) sowie Index Remote.

Panasonic AG-AC160



Als Bildsensor findet sich die von der 250er bekannte, progressiv arbeitende 1/3“ 3MOS Einheit mit 2.2 MP Auflösung in der Panasonic AG-AC160 wieder - Full Raster Abtastung. Mit der 1/3“ Größe des Sensors verweist die Panasonic AG-AC160 ebenso wie die AG-HPX250 weniger auf szenisches Arbeiten mit Kinolook als vielmehr auf Event, Reportage (und mobile Zweitcam.): Also auf all diejenigen Anwendungsbereiche, bei denen eine übermäßig gestaffelte Schärfe bzw. langes Schärfe-Suchen eher hinderlich sind. Auch sollte in diesem Zusammenhang der enorme Telebereich bedacht werden, der noch einmal zusätzliche Anwendungsgebiete (Tierbeobachtung, Sport etc.) bereit stellt.

Ebenfalls mit an Bord sind 6 hinterlegte Scene-Files, die sich in F1 (SCENE), F2 (SCENE FLUO.), F3 (SCENE SPARK), F4 (SCENE B-STR), F5 (SCENE CINE V), F6 (SCENE CINE D) unterteilen. Die vielfältigsten Nachbearbeitungsmöglichkeiten hält CINE D parat. Hier wird besonders viel Spielraum für die Nachbearbeitung sowohl in den Highlights als auch in Schattenbereichen zur Verfügung gestellt.

Wir haben im Reallive-Kapitel die hinterlegten Scene-Flies bei Tageslicht mal durchgeschaltet und entsprechend beschriftet (Vorsicht - YouTube Kompression). Besonders augenfällig ist der Unterscheid zwischen den beiden letzten Einstellungen, die quasi auch das genau Gegenteil repräsentieren: Also CINE V (verstärkter Kontrast, höherer Schwarzwert etc.) und CINE D.

Darüber hinaus lassen sich, wie bei der 250er auch, bei der 160er nach Herzenslust `zig Bildparameterwerte einstellen und in eigenen Settings abspeichern (bsp. Gamma-Kurven, Farbtemperaturen, Knee, Farbmatrix, Hauttöne etc.pp.).

Die Panasonic AG-AC160 verfügt über 3 User-Buttons, deren Belegung aus 16 Funktionen ausgewählt werden kann. Das sind zwei weniger als bei der 250 und damit schon das unterste Ende an User-Buttons – gerne hätten wir hier 2 mehr gesehen.

An der Menüführung der AG-AC160 gibt es genauso wenig auszusetzen, wie bei der 250er. Hier hat Panasonic gerade auch im Vergleich zur Konkurrenz in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Das Durchblättern und Aktivieren der Menüs via Controller funktioniert schnell und zuverlässig. Der Joystick-Controller selbst ist gut ausgelegt und lässt sich intuitiv bedienen.

Zwei der wenigen Kritikpunkte der AG-AC160 teilt sie sich mit der 250er: Zwar ist es Klasse, dass Panasonic die Blende über Objektivringe regelt – doch mit den elektronischen Endlosreglern ohne mechanischen Stop können wir uns nur schwer anfreunden – aber sei es drum – es gibt nur wenige Kameras in dem Segment die „Mechanisches“ anbieten. Die optische Qualität der verbauten Linse ist hingegen über jeden Zweifel erhaben und bietet eine überzeugende Leistung.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die Ausführung der Stativgewinde auf der Unterseite der Kamera, die nicht in Metal sondern in Kunststoff gearbeitet sind. Aber das liegt eher im Bereich Bauchgefühl, denn heute gibt es Kunststoffe, die es mit der Robustheit von Metallen durchaus aufnehmen können. Ob es sich um einen solchen in der Bodengruppe der Panasonic AG-AC160 handelt, können wir natürlich nicht nachvollziehen – das müssen Langzeittests zeigen … auf unserem Sachtlerstativ war die Kamera auf jeden Fall ohne Probleme zu fixieren.



1 : 1 können wir den Absatz Waveformmoitor und Vectorscope vom 250er Review übernehmen: Mittlerweile Standard in diesem Segment aber immer wieder gern gesehen ist der zuschaltbare Waveformmonitor sowie das vereinfachte Vectorscope. Beide reaktiv und für zusätzliche Informationsgeber durchaus brauchbar, wobei wir die Waveform für deutlich aussagekräftiger als das Vectorscope halten.

Nicht unerwähnt lassen wollen wir die ebenfalls bei der 160er verbaute Synchro-Scan Funktion, die sich einfach über den Dial Sel Knopf aufrufen lässt und beim Abfilmen von Monitoren wertvolle Arbeit leistet – ein Feature, das man nicht missen möchte, wenn man einmal in entsprechenden Aufnahmesituationen gewesen ist.

1 : 1 ebenfalls die Audioausstattung der Panasonic AG-AC160 im Vergleich zur 250er: Die Tonabteilung ist der Kameraklasse entsprechend ausgelegt mit 2xXLR, die zwischen Line/Mic und Phantomspannung geswitched werden können (allerdings an viel zu klein geratenen Schaltern!) und dazugehöriger Aufzeichnung in 48kHz/16 Bit und insgesamt 4 Kanälen (inkl. verbautem Stereo-Mikro). Gepegelt wird an abgedeckten Pegelrädern auf der linken, hinteren Seite der Kamera. Auch für den Monitor-Pegel auf den Kopfhörerausgang stehen zwei Volume-Drucktasten auf der hinteren linken Seite der Kamera zur Verfügung.

Aus dem Messlabor / Reallive Aufnahmen


3 Seiten:
Einleitung / Handling
Aus dem Messlabor / Reallive Aufnahmen
Fazit
  

[32 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
groover    10:32 am 20.2.2012
Weil man dir helfen will, darum. Is es nicht so wie beim Autokauf. Die Sitzhöhe, den Abstand zum Lenkrad, die Aussenspiegel, der Innenspiegel usw. wird beim Kauf einmal...weiterlesen
Jörg    10:07 am 20.2.2012
na zur Klarstellung! Du wirfst oben ALLE Panas in Deinen Türkisfarbtopf, es betrifft aber kaum eine...bei der nicht Abhilfe geschaffen werden kann.
heinz    10:00 am 20.2.2012
Hallo, dann bist du einer von wenigen, die ein super Modell erwischt haben, in Foren liest man immer wieder von dem typischen Panasonic türkisem Farbstich. Ich selber habe die...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Panasonic HC-X1500, HC-X2000 und AG-CX10 - 4K Camcorder kompakt und komplett? Mo, 27.Januar 2020
Klein, aber dennoch komplett ausgestattet um auch professionellen Erfordernissen gerecht zu werden. Geht das? Panasonic versucht es mit den neuen 4K-Modellen HC-X1500, HC-X2000 und AG-CX10.
Test: Die Bildqualität der Panasonic HC-X1500, HC-X2000 und AG-CX10 Mo, 13.Januar 2020
Wir haben bereits die Panasonic HC-X2000 von Panasonic bei uns. Um die Wartezeit auf den ganzen Test zu verkürzen, veröffentlichen wir schon einmal vorab unsere Erkenntnisse zur Bildqualität.
Test: Hands On: Sony FX9 - 5.9K Vollformat-Camcorder mit Fast Hybrid-Autofokus und 16 Bit Raw Output // IBC 2019 Fr, 13.September 2019
Wir hatten bei einem Sony PRE-IBC Event Gelegenheit zu einem ersten Hands On mit der neuen Vollformat Sony FX9, die über einen 5.9 K Sensor (15+ Stops) verfügt und den aus der Sony Alpha Serie bekannten Fast Hybrid Autofokus erhalten hat. Hier alles zum Thema FX9 Sensorauslesung, Formate, Autofokus, Frameraten, elektronischer Vario ND-Filter, 16 Bit RAW-Optionen...
Test: Vergleich: DJI Osmo Action vs GoPro Hero 7 Black - wer baut die beste Action Camera? Teil 2 - inkl. Fazit Mi, 29.Mai 2019
Im zweiten Teil unseres DJI Osmo Action Camera Tests im Vergleich mit der GoPro Hero 7 Black dreht sich alles um die Bildqualität bei unterschiedlichen Videofunktionen in der Praxis: 240 fps High Frame Rates, Hypersmooth vs Rocksteady Stabilisierung, Timewarp vs Timlapse sowie D-Cinelike vs HDR vs Flat Bildprofile. Inkl. vielen Unterscheidungsmerkmalen und Fazit ...
Test: Vergleich: DJI Osmo Action vs GoPro Hero 7 Black - wer baut die beste Action Camera? Teil 1 Do, 23.Mai 2019
Test: Panasonic AG-CX350 - 4K-Camcorder mit allem drin und dran? Mi, 20.Februar 2019
Test: Canon XF705 - Teil 2: Sensor-Bildqualität und Bewertung Di, 12.Februar 2019
Test: Canon XF705 1" 4K-Camcorder - Teil 1: Ausstattung, Bedienung und Formate Fr, 8.Februar 2019
Test: GoPro Hero7 Black in der Praxis: Hypersmooth bei 4k 60p, Timewarp, Zeitlupe und Vergleich zur Hero 6 Mi, 30.Januar 2019
Test: GoPro Hero 7 Black - Mehr als nur mehr Bildstabilisation? Mo, 22.Oktober 2018
Test: Panasonic HC-VXF11 (und HC-VX11) - Es lebe der Camcorder im Jahr 2018 Mi, 30.Mai 2018
Test: Sony PXW-Z90 - 4K oder 10 Bit FullHD(R) Mo, 19.Februar 2018


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 13.April 2021 - 16:21
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*