Logo Logo
///  >

Test : Nikon D750 - Nikons beste Fullframe Video-DSLR bisher?

von Do, 23.Oktober 2014 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

 Einleitung
 Nikon D750 - techn. Daten und Ergonomie

Mit der Nikon D750 stellt Nikon eine Fullframe Video-DSLR vor, die bislang die meisten Videofunktionen aller Nikon-DSLRs in sich vereinigt. Hierzu zählen u.a. : Klappdisplay, Flaches Bildprofil, Zebra, Power-Iris, Live-Audio-Pegel, individuelles Videomenü, cleanes HDMI-Out. Wie gut ist die neue Nikon D750 in Sachen Video + Vergleich zur GH4 und Nikon D810 …

Nikon D750





Nikon D750 - techn. Daten und Ergonomie



Beim ersten In-die-Hand-nehmen fällt eine gegenüber bisherigen Nikons positiv veränderte Ergonomie auf. Die Handballenausformung der Nikon D750 ist deutlich gewachsen, so dass nun auch größere Hände und vor allem längere Finger einen guten Halt finden, bei dem die Fingerspitzen nicht an das vordere Kameragehäuse stossen.

Nikon D750 mit verbesserter Ergonomie



Für uns eine sehr willkommene Neuerung, auch wenn sie sicherlich je nach Handgröße individuell unterschiedlich beurteilt werden dürfte. In unserer persönlichen Sicht hat Nikon hiermit gut gegenüber Konkurrent Canon aufgeholt, auch wenn die Krone für gute Ergonomie unserer Meinung immer noch an Canon und hier vor allem an die 5D Mark III geht. Aber wie gesagt – Griffgefühl ist eine sehr persönliche Angelegenheit …

Völlig neu ist ebenfalls das von Nikon in Monocoque-Bauweise (aus einem Stück) gefertigte Front-Gehäuse der Nikon D750, das sich von der Verarbeitung und der gefühlten Festigkeit kaum von einem kompletten Magnesiumgehäuse unterscheidet.

Nikon D750 Magnesium und Carbon-Gehäuse



Nikon dürfte mit dem aus Carbonfaser bestehenden Monocoque-Gehäuse neben einer Gewichtsreduzierung vor allem die WIFI-Leistung im Blick gehabt haben, die bei kompletten Metallgehäusen bekannter Maßen eine Herausforderung darstellt. Die Verarbeitung ist auf Top-Niveau – auch was die Qualität der Dichtungen anbelangt und dürfte damit auch professionellen Ansprüchen genügen.

Die Nikon D750 ist Nikons bislang am sinnvollsten für den Videoeinsatz entwickelte DSLR (mal vom fehlenden Fokuspeaking abgesehen). Dies merkt man an einer ganzen Reihe von gut mitgedachten Details bei der Nikon D750. An prominentester Stelle dürfte hierbei das mit 8 cm Diagonale erfreulich groß gearbeitete, klappbare Display der D750 mit knapp 1.3 Mio Bildpunkten stehen.

Nikon D750 mit Klappdisplay



Am oberen Rad finden sich gut greifbare Einkerbungen, die auch ein Ausklappen während des Stativbetriebs erlauben. Anders als bei anderen beweglich gelagerten Displays, lässt sich der Monitor der Nikon D750 nicht zur Seite klappen sondern nur nach hinten, oben und unten. Für den Videobetrieb mag streng ergonomisch gesehen ein seitlich klappendes Display noch einen Tick angenehmer sein (wie bsp. bei der Nikon D5300 oder der GH4) doch wer mal Kopfhörer, externe Mikros und/oder HDMI an seiner VIDEO-DSLR betrieben hat, wird den seitlich klappenden Monitor auf der Kabel-Interface-Seite nicht mehr ganz so vorteilhaft finden …

Auch beim Moduswahlrad der Nikon D750 gibt es Positives zu berichten: So stehen für die Nikon D750 die von uns sehr geschätzten U1 und U2 Programmierslots zur Verfügung mit denen nahezu alle Kameraparameter auf zwei individuelle Profile gelegt werde können. Darüber hinaus ist das Modus-Wahlrad mit einem zentralen Riegel versehen, der es gegen unbeabsichtigtes Verstellen sichert.

Nikon D750 mit U1 und U2 Funktionen



Herzstück der Nikon D750 stellt der mit 24,3 MP effektiv auflösende CMOS Sensor dar. Wie bei der Nikon D810 spricht Nikon von einem weiterentwickelten Sensor gegenüber der Nikon D610 – auch wenn die technischen Daten den gleichen Sensor vermuten lassen. Wie dem auch sei – für die verbesserten Videofunktionen der Nikon D750 dürfte vor allem der EXPEED 4 Bildprozessor verantwortlich sein, der uns in einer ganzen Reihe von Nikons (s.a. unser Nikon D810 Test) bereits erfreulich gute HD-Videoqualität beschert hat.

Mit der EXPEED 4 Engine halten nun auch bei der Nikon D750 50 und 60p HD-Formate Einzug. Damit stehen in 1080 24, 25, 30, 50 und 60p zur Verfügung. Wie gehabt wird Video im High@L4.2 Profil in H-264 in einem Mov-Container mit 8 Bit enkodiert und erreicht eine max. Datenrate um die 40 Mbit/s (bei 1080/60p inkl. Audio). Ton wird ebenfalls wie gewohnt mit 16 Bit bei 48 KHz als uncompressed PCM aufgezeichnet. Getan hat sich bei der Nikon D750 in Sachen Audio allerdings etwas bei der Verteilung der Stereomikrofons im Gehäuse. Mit Einlässen links und rechts vom Objektivmount wird für Stereoaufnahmen eine bessere Räumlichkeit erzeugt (Wir raten trotzdem zum externen Mikrofon).

4K ist weiterhin kein Thema bei Nikon. Wer 4K benötigt ist bei der Nikon D750 falsch. An Stelle von 4K arbeitet Nikon am HD-Bild und dies bedeutet derzeit HD-Bewegtbild mit minimalen Artefakten und bemerkenswert guter Color-Science und Sensoren mit hohem Dynamikumfang.

Schön zu sehen, dass der Markt für diverse Anwendungsfälle das passende Tool zur Verfügung stellt. Wer in erster Linie Auflösung benötigt, ist bei 4K am besten aufgehoben. Wer hingegen eher auf der Suche nach einem möglichst cinematischen Bild ist, sollte auf hohen Dynamikumfang und gute „Colorscience“ achten. Mehr hierzu im Testlaborabschnitt sowie im Kapitel „Das wahre Leben“.

Und zum Schluß noch ein Wort was uns bei den Fotofunktionen der Nikon D750 aufgefallen ist: Das AF-System der Nikon D750 ist außergewöhnlich gut geraten. Es ermöglicht in unseren kurzen Foto-Tests bei geöffneter Blende erstaunlich sichere Gesichtserkennungen bei geringem Umgebungslicht. Wer eine Schwachlicht Schnappschuss Kamera sucht, findet hier ein bemerkenswertes Werkzeug. Die Nikon D750 meistert die schwierige Balance zwischen Foto- und Videofunktionen außerordentlich gut.

Doch nun zu den neuen Videofunktionen der Nikon D750

Nikon D750 neue Videofunktionen


5 Seiten:
Einleitung / Nikon D750 - techn. Daten und Ergonomie
Nikon D750 neue Videofunktionen
Testlabor Nikon D750 Schärfe / Testlabor Farben und Lowlight
Das wahre Leben
Fazit
  

[37 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
domain    17:21 am 2.11.2014
Bei uns in Österreich gibt es auch den Begriff Professionist = gelernter Handwerker, der aber im Pfusch z.B. nicht unbedingt professionell arbeiten muss. Ein Künstler hingegen...weiterlesen
Mrshuu    15:58 am 2.11.2014
Moin Die Frage ist: Was genau ist professionelle Qualität ? Das lässt sich leider nicht mehr nur über Datenrate oder Codec definieren. Es gibt zwar bei verschiedenen Sendern...weiterlesen
rush    15:00 am 2.11.2014
Sony ex1/ex3 oder auch eine teure PDW700 zeichnet ebenfalls nur in 8 bit auf... so what? Lässt man die PDW's deswegen im profesionellen Bereich links liegen? Eher nicht ;)...weiterlesen
[ Alle Kommentare ganz lesen]

Weitere Artikel:


Test: Nikon Z9 in der Praxis: Nonstop 8K 10 Bit Aufnahme, N-Log, internes ProRes, Hauttöne, 120p... Fr, 24.Dezember 2021
Mit seiner Z9 Flaggschiffkamera hat Nikon für ziemlichen Wirbel in der Videocommunity gesorgt und tatsächlich reiben auch wir uns leicht verwundert die Augen ob der technischen Leckerbissen, die Nikon hier seiner Z9 spendiert hat: Interne 10 Bit ProRes Log Aufnahme bis 4K 60p, interne 8K 10 Bit N-Log Aufnahme (demnächst sogar in RAW), verbesserte AF-Funktionen, duale CFexpress Kartenslots, neues Hitzemanagement uvm. Wie gut schlägt sich die Nikon Z9 also in der Video-Praxis?
Test: Canon EOS R3 Sensor Test - 6K Large Format RAW für 6K! Di, 21.Dezember 2021
Kurz vor Weihnachten konnten wir endlich auch einmal die Canon EOS R3 durch unser Testlabor schicken, weil wir kurzfristig eine finale Version der Kamera in die Hände bekamen. Also, was bietet das aktuell größte EOS R Modell für Filmer?
Test: Sony A7 IV Sensor-Test - heimlicher S35-Spezialist? Mo, 13.Dezember 2021
Die neue Sony A7 IV bietet interne 10 Bit 4:2:2 S-Log-Aufzeichnung für Filmer. Bekommt man hier nun eine A7S III für 2/3 des Preises?
Test: Rode Wirelesss Go II - die beste 2-Kanal-Funkstrecke für Indies inkl. Pro-Funktionen? Mo, 29.November 2021
Mit der digitalen Wireless Go II Funkstrecke hat Rode seiner Einsteiger-Funkstrecke eine 2-Kanal Option an die Seite gestellt, die neben der bekannten Nutzung als drahtloses Clip-On Mikro oder Lavalier-System jetzt auch über eine interne (Backup) Aufnahmefunktion, einen erweiterten Funktionsradius und die Option den Empfänger via USB-C auch an mobilen Geräten als Audio-Streaming-Lösung zu betreiben …
Test: Canon EOS R3 im Praxistest: 12 Bit 6K RAW 50p, Hauttöne, LOG/LUT, Stabilisierung, DJI RS2 uvm … Fr, 24.September 2021
Test: Canon EOS R3: Aufnahmezeiten und Hitzelimits bei 6K 12 Bit 25p/50p RAW und 4K All-I 50p Fr, 17.September 2021
Test: EOS R5 und Ninja V+: Canon vs ProRes RAW in der Praxis: Belichtung, Hauttöne, Postpro Do, 2.September 2021
Test: Canon EOS R5 ohne Hitzelimit bei 8K 25p und 5K 50p ProRes RAW mit dem ATOMOS Ninja V+ ? Mo, 23.August 2021
Test: Die Nikon Z 6II im Lesertest - 3x ProRes RAW in der Praxis Mi, 18.August 2021
Test: Vergleich: Sony A1 vs Canon EOS R5 in der Praxis - welche Highend Video-DSLM wofür? Fr, 25.Juni 2021
Test: Sony A1 in der Praxis: Die beste Vollformat DSLM für Foto und Video? 8K 10 Bit, 4K 120p, Hauttöne uvm. Mi, 9.Juni 2021
Test: Panasonic GH5 II - zweite (R)evolution? Mo, 31.Mai 2021


[nach oben]


[nach oben]















Artikel-Übersicht



Artikel-Kategorien:



update am 20.Januar 2022 - 17:24
ist ein Projekt der channelunit GmbH
*Datenschutzhinweis*