| Test : Mobile Nachvertonung von Holger Scheel Di, 22.März 2005 | 8 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

Notebooks sind in, keine Frage. Bei der Videoproduktion hört der mobile Luxus aber oft auf: Zwar bieten aktuelle Schlepptopps serienmäßig eine Firewire-Schnittstelle, hochwertige Anschlüsse für Mikrofone sucht man aber vergeblich. Wer also nicht nur mobil schneiden sondern auch nachvertonen will, ist auf Zubehör angewiesen. Dabei führen gleich mehrere Wege nach Rom.
Schon während des Schnitts soll der Ton kontrolliert werden, die wenigsten unter uns werden Stummfilme produzieren. Ein Kopfhörer gehört daher bei den meisten schon zur Standardausrüstung. Interessant sind dabei die Anschlüsse: An den meisten Notebook-Soundkarten findet sich eine so genannte Mini-Klinken-Buchse. Sie hat 3.5mm Durchmesser und ist in der Regel Stereo ausgelegt. Auch an den meisten Konsumer-Camcordern sind Mini-Klinken Standard, so dass Kopfhörer auch ohne Adapter gleichzeitig für Aufnahme und Schnitt verwendet werden können. Bei der Nachvertonung kommt z.B. für eine Sprachaufnahme natürlich ein Mikrofon dazu. Die Mikrofoneingänge von Notebooks sind ebenfalls als Mini-Klinke ausgelegt, bergen aber einen Nachteil: Kein Hardware-Hersteller legt hier Wert auf Qualität, so dass Rauschen und andere Fehler vorprogrammiert sind. Ein externer Mikrofonverstärker muss also her. Damit dieser auch tatsächlich mobil nutzbar ist, muss er einen eigenen Akku mitbringen oder sich den Strom von einem anderen Gerät abzapfen können. Prädestiniert ist dafür die USB-Schnittstelle, die etwa 500mA liefern kann. Auch Firewire funktioniert, leider ist die notwendige 6-polige Buchse bei Notebooks nur sehr selten anzutreffen.
Bei den Anschlüssen ist im Profi-Bereich natürlich XLR der Standard. Die symmetrische Leitungsführung verhindert Einstreuungen und kann 48Volt Phantomspeisung übertragen, außerdem sind XLR-Buchsen sehr stabil. Konsumer-Camcorder bieten XLR-Buchsen leider nicht, wer also seine Mikrofone gleichzeitig an Kamera und Notebook betreiben will, sollte beim Mikrofonverstärker auf zusätzliche Mini-Klinken achten.
Um komfortabel aussteuern zu können, sind Drehregler oder sogar Fader wünschenswert. Nur selten wird ein Sprecher in der Lage sein, völlig gleich laut zu reden. Dann jedes Mal zu einem Software-Regler zu greifen ist auf die Dauer nervig. Apropos Software: Auch Videoschnittsoftware wie Vegas oder Premiere unterstützt mittlerweile Treiber-Standards wie ASIO (AudioStreamingInputOutput). Dadurch ist z.B. das latenzarme Mithören der Aufnahme möglich, natürlich nur, wenn auch ein ASIO-Treiber mitgeliefert wird. Damit wären die Kriterien erst einmal abgehakt.
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