Ansonsten gibt es praktisch keine sinnvollen externen Bedienelemente zur Filmgestaltung. An die meisten wichtigen Parameter kommt man nur über das interne Menü. Unnötigerweise spart sich Sony bei der Belichtung aussagekräftige Zahlenwerte und regelt Gain und Blende zusammen, weshalb man als Anwender leider keinen Einfluss auf die Zuschaltung der digitalen Verstärkung (Gain) hat. Die Spot-Fokus-Funktion akzeptieren wir mittlerweile als zweitbeste Alternative zu einem echten Fokus-Ring. Einfach am Touchscreen auf das gewünschte Objekt zeigen und schon ist es scharf. Wie bereits erwähnt lässt sich dabei nun auch die Belichtung gleich automatisch mit einstellen. Die Kamera dabei ruhig in der Hand zu halten ist jedoch praktisch unmöglich. Eine Shoot-Transition-Funktion, mit der sich Schärfeverlagerungen vorprogrammieren lassen, gibt es bei der HC9 leider wieder nicht. Schade, denn diese Funktion existiert im Sony Firmware-Baukasten und damit hätte man leicht gegenüber der HV20/HV30 punkten können.
Es gibt zwar in den Digitaleffekten sogar eine Cinegamma-Funktion (als Kinomodus getarnt), die allerdings auch die Belichtungszeit auf 1/25s festschraubt und nur sehr moderat in die Farbgebung eingreift. Eine Attacke auf den 25P-Modus der Canon HV20/HV30 stellt dies daher nur bedingt dar. Ausgesprochen gut gefällt uns weiterhin die Belichtungskontrolle per Histogramm. Canon bietet diese Funktion nur für Fotoaufnahmen, jedoch macht Sie auch bei Videofilmen durchaus Sinn. Zumal sie bei Sony mit dem zuschaltbaren Zebra kombinierbar ist.
Unter der Hand
Das interne Mikrofon nimmt „nur“ Stereo auf und ist unter dem Objektiv angebracht, wo es gerne von der stützenden linken Hand überdeckt wird. Dennoch eine bessere Postion, als die vielen nach oben gerichteten Konkurrenten. Für wirklich brauchbaren Ton lässt sich ein externes Mikro (sogar powered) über Miniklinke anschließen. Dieses kann manuell ausgesteuert und über einen ebenfalls anschließbaren Kopfhörer kontrolliert werden. Schön, aber weniger sollte man heute von einer HDV-Kamera über 1000 Euro auch nicht erwarten. Ein zuschaltbares Dämpfungsglied um Ton wie bei der Canon direkt einspielen zu können fehlt weiterhin.
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