Test : Frisch gestrichen - Sony HDR-HC9E von rudi Di, 19.Februar 2008 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

Bildausstattung
Zwar kann die HC9 beim Weitwinkel gegenüber der HV20/30 ein paar Pünktchen gut machen, doch auch die gebotenen 40 mm (kb) sind für vielen Motive einfach zu wenig. Das ist bestenfalls noch als ausreichend einzustufen und macht einen Weitwinkelkonverter beinahe schon zum Pflichtkauf. Immerhin lassen sich Schärfe und Farbsättigung in der Kamera frei einstellen.
Aus dem Messlabor

Die horizontale Schärfe der HC9 ist mit ca. 65 Prozent gerade noch gut und muss sich dem Klassenbesten Canon geschlagen geben. Auch in der vertikalen Auflösung gibt es mit ca. 52 Prozent keine großen Überraschungen.

Im ISO-Testbild sieht man dann auch deutlich, dass fast alle Linien links vom Kreis unterscheidbar sind, dafür jedoch deutliche, bunte Moiré-Wolken sichtbar werden. Hier entstehen also Farben, wo gar keine sein sollten.

Bei der Farbauflösung patzten bisher fast alle Sony-CMOS-Einchipper und die HC9 ist hier auch keine rühmliche Ausnahme. Die Kamera liegt ca. 50 Prozent unter der Farbauflösung einer üblichen HDV-Kamera.

Die HC9 hat zwar keinen großen Weitwinkelbereich, leistet sich dafür im Gegenzug auch keine Patzer bei der Verzeichnung. Kaum Verbiegungen sorgen für eine sehr gute Motivdarstellung. Hier leistet die Carl-Zeiss-Optik offensichtlich gute Dienste.

Das interne Mikrofon würde eigentlich relativ rauschfrei mit ca. -60dB Rauschspannungsabstand arbeiten, jedoch stört ein leises Sirren bei ca. 600 Hz die störungsfreie Aufnahme. Typisch für Camcorder mit Bandlaufwerk und praktisch nicht herauszufiltern, aber dennnoch besser als viele Konkurrenten.

Bei guter Beleuchtung liefert die HC9 ein extrem neutrales Bild mit sauberer Farbwiedergabe. Keine ausfransenden oder übersteuernden Farben trüben den Bildeindruck.

Im Lowlight wird das Bild unscharf, jedoch lässt sich immerhin etwas erkennen und etwas Farbe ist auch noch vorhanden. Keine überragende Vorstellung, aber für die Preisklasse OK. Signifikant bessere Low-Light-Eigenschaften bekommt man erst in der 3.000 Euro-Klasse zu Gesicht.
Fazit
In der Verarbeitung, beim Weitwinkel, und eventuell bei der Bedienung kann die Sony HDR-HC9 tatsächlich einen leichten Vorteil gegenüber den vergleichbaren Canon-Modellen für sich beanspruchen. Dagegen stehen jedoch die etwas bessere Bildqualität der Canons sowie kleine Zusatzdetails wie 25p-Modus oder Dämpfungsglied auf Canons Habenseite. Die kaum wahrnehmbaren Unterschiede zum Vorgängermodell lassen den Verdacht aufkommen, dass bei Sony (und auch Canon) keine neuen HDV-Modelle mehr entwickelt werden und wir es hier mit den „letzten Ihrer Art“ zu tun haben.
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