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/// Test : Compositing

Test : Final Cut Studio 2 - Apple Motion 3
von rudi Fr, 22.Juni 2007 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


All in One
Anhängliche Audio-Eigenschaften
Pixel-Fluss
Nicht für Jedermann
Das Tor zur dritten Dimension
Sonstiges
Fazit



Schon seit Erscheinen der ersten Version schielen viele PC-Anwender neidisch auf Apples Motion. Denn im PC-Bereich gibt es weit und breit kein konkurrierendes Programm, das Compositing-Echtzeiteffekte mit einer so einfach zu bedienenden Oberfläche verknüpft. Allerdings sollte man Motion auch nicht als direkten Konkurrenten zu Adobe After Effects sehen, weil der Funktionsumfang nur eine kleine Teilmenge von After Effects darstellt.




All in One

Als einzelne Applikation ist Motion ja schon seit Version 2 nicht mehr erhältlich. Stattdessen ist das Softwarepaket jetzt fester Bestandteil der Final Cut Studio Suite.
Die Zielgruppe sind daher vor allem Final Cut Pro Cutter, die schnell zu sehenswerten Compositing-Ergebnissen kommen wollen, ohne sich allzu tief in die Materie einarbeiten zu müssen. Der größte Vorteil der neuen Version liegt daher in dem gelungenen Zusammenspiel mit Final Cut Pro: So stehen unter dem Schnittprogramm jetzt die Master-Templates von Motion direkt wie ein Effekt-Plugin zur Verfügung. Wer beispielsweise einen effektreichen Untertitel erzeugen will, erstellt jetzt in Motion ein Template hierfür. Dieses legt man in FCP beliebig oft auf die Timeline. Ändert man anschließend das Template eines solchen Titels in Motion, so passt Final Cut Pro automatisch alle Titel, die auf diesem Template basieren an. Ziemlich cool, zumal Details wie angepasste Texte dabei unverändert bestehen bleiben.

In Motion erstellte Templates können nun 1:1 in Final Cut Pro auf die TimelineTimeline im Glossar erklärt gezogen werden.



Doch Motion ist natürlich deutlich mehr, als nur ein aufgebohrtes FCP-Plugin. Gegenüber der letzten Version wurden wieder zahlreiche neue Effekte integriert. Mit dem feinen Unterschied, dass diese Effekte sich deutlich leichter als in After Effects und Konsorten bedienen lassen...


Anhängliche Audio-Eigenschaften

Ein ziemlich eleganter Wurf ist Apple mit den neuen Audio-Behaviours gelungen: Hiermit kann man zuerst mit einer Art EqualizerEqualizer im Glossar erklärt Frequenzbereiche einer Audiospur herausfiltern. Und nur diese Frequenzen verändern anschließend das Verhalten anderer Objekte. Hiermit lassen z.B. einzelne Objekte im Takt der Musik animieren. Im Unterschied zu anderen Programmen wäre hier jedoch auch nur eine Reaktion auf einzelne Töne, wie z.B. eine Base-Drum möglich, da man die gewünschten Frequenzbänder vorher filtern kann.

Über Regler lassen sich einzelne Frequenzbänder isolieren, bevor der so gefilterte Sound einen Objektparameter beeinflusst.




Pixel-Fluss

Shake-Anwendern ist sicherlich die OpticalFlow-Technologie ein Begriff. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, das versucht, einzelne PixelPixel im Glossar erklärt in einer Videoaufnahme zu identifizieren. Nach einem Analyse-Durchgang kann das Programm dann die Form und Bewegung einzelner Objekte im Videostrom erkennen. Mit den so gewonnen Daten lässt sich anschließend hochqualitativ Tracken, Entwackeln oder eine dynamische Geschwindigkeitsveränderung erstellen. Die Qualität der so erzeugten Effekte ist erstaunlich gut. Allerdings werden OpticalFlow-Effekte nicht in Realtime berechnet, sondern müssen (sogar ziemlich zeitaufwändig) gerendertgerendert im Glossar erklärt werden. Offensichtlich werden sie ausschließlich auf der CPU und nicht auf der GPU erzeugt. Immerhin muss jeder dieser Effekte nur einmal gerendertgerendert im Glossar erklärt werden, anschließend geht es wieder wie gewohnt in Echtzeit weiter, solange man die Optical-Flow-Parameter nicht weiter verändert.

Eigentlich ein Kennzeichen der Profi-Liga - Motion besitzt nun auch einen Motion Tracker.




Nicht für Jedermann

Da die überwiegende Mehrzahl der Motion-Effekte jedoch nach wie vor auf der Grafikkarte erzeugt wird, bleiben die Systemanforderungen relativ hoch gesteckt: Als unterste Systemgrenze nennt Apple einen Nvidia Geforce 5200- oder einen ATI 9600-Chipsatz. Dadurch bleiben Mac mini und MacBook offiziell außen vor, eine Test-Installation auf einem aktuellen MacBook funktionierte aber dennoch. Allerdings war die Vorschau-Geschwindigkeit ziemlich bescheiden und lag ungefähr bei 15-25 Prozent unseres Testrechners mit GeForce 7800GT-Karte. Wer dagegen einen Power Mac/Mac Pro mit potenter Grafikkarte besitzt, wird mit einem echten Effektfeuerwerk belohnt:

Denn sobald die Einzebilder eines Clips unkomprimiert im GPU-Speicher liegen, läuft Motion zu Höchstleistungen auf. Je mehr separaten Speicher (VRAM) die Grafikkarte zur Verfügung hat, desto mehr Einzelbilder kann sie zwischenspeichern und desto mehr Echtzeitleistung lässt sich aus Motion heraus kitzeln. Daher funktionieren die GPU-Effekte am besten, wenn man fast nur mit Standbildern, Texten oder entsprechend kurzen Clips arbeitet.
Sobald die importierten Clips jedoch zu lang werden oder sich ein CPU-Effekt in den Effekt-Stack einschleicht, muss Motion wieder über den System-Bus auf den Hauptprozessor und/oder den Hauptspeicher zurückgreifen. Das kostet entsprechend Zeit und bringt Motion dann auf den Boden der realen Konkurrenz zurück. Im Motion Design - das eindeutig zu den Stärkten von Motion gehört - sind üppige Realclips jedoch eher selten anzutreffen. Deswegen macht hier die Arbeit mit Motion am meisten Sinn und Spaß.


Das Tor zur dritten Dimension

Gerade im 3D-Raum können moderne Grafikkarten ja voll ihren Vorteil gegenüber CPUs ausspielen. So kommt es natürlich nicht überraschend, dass Motion in der neuen Version Ebenen jetzt auch im 3D-Raum platzieren kann. Allerdings stehen alle Ebenen-Elemente nur als Flächen zur Verfügung. Im Gegensatz zu ausgewachsenen 3D-Paketen wie Maya, Cinema 4D oder Blender verarbeitet Motion also keine 3D-Geometrie-Daten und der Import von „echten“ 3D-Objekten ist ergo nicht möglich. Doch andere Compositing-Pakete bieten hier auch kaum mehr. Immerhin dürfen sich die einzelnen Elemente der Text-, Partikel- und VerktorPaint-Effekte dreidimensional ausbreiten. Somit können Buchstaben oder einzelne Partikel zwar kein Volumen haben, können dem Betrachter aber dennoch um die Ohren fliegen.

Bei Partikeln, Paint- und Text-Effekten können einzelne Elemente sogar die parentale Fläche verlassen und dreidimensional im Raum herumschwirren.




Sonstiges

Wer bei ausgefalleneren Compositings öfters im Keyframe-Editor landet, freut sich vielleicht auch über das neuen Keyframe-Pen-Tool. Mit ihm lassen sich einzelne Keyframes im Funktionsgrafen direkt wie mit einem Stift malen. Da Motion in der Regel Objekte in Echtzeit aktualisiert, sieht man so bereits beim Zeichnen, wie sich die Keyframeveränderung konkret auf das eigene Projekt auswirkt.


Fazit

Auch wenn Motion 3 noch kein ausgewachsener After Effects Konkurrent ist, lassen sich schon heute viele Compositing-Aufgaben mit dem Programm lösen. Dank der einfachen Oberfläche und der GPU-Echtzeit-Technologie kommt man dabei gerade im Motion Desing oft sogar schneller und bequemer zum Ziel als mit den großen Compositing-Klassikern. Die neuen OpticalFlow-Effekte sowie der 3D-Raum machen Motion dabei immer größeren Anwenderkreisen schmackhaft. Für viele Final Cut Studio 2 Anwender dürfte die Anschaffung eines zusätzliches Compsiting-Programms sicher überflüssig werden, vorausgesetzt, sie haben eine schnelle Grafikkarte in Ihrem Mac stecken.


  

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
PowerMac   15:17   22.06.
Klar geht das! Ich habe schon ne Menge 3D-Sachen in Motion gebaut. War mir das schlüssigste bei erstem Kontakt,
TinoMac (unregistered)   13:29   22.06.
Kann dem Artikel nur zustimmen, habe Motion 3 mal auf einem MacBook Pro der ersten Generation mit einer ATI1600 mit 256 MB getest und das Programm läu...weiterlesen
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update am 10.Februar 2012 - 06:23
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