| Test : Fettleibig – WinOnCD 9 gegen Nero 7 Reloaded von rudi Fr, 3.November 2006 | 2 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
verSucht
Nachdem Google zu einer unaufhaltbaren Marktmacht herangewachsen ist, scheint jeder Hersteller nun ein Suchspezialist sein zu wollen. Das ist bei den beiden „Brennprogrammen“ ergo auch nicht anders. So durchsuchen sie automatisch die Festplatte des Anwenders nach sämtlichen abspielbaren Media-Dateien und stellen diese dann in Ihren Anwendungen zur Verfügung. Der Benutzer soll so leichter seine Video- und Musik-Dateien wiederfinden. Allerdings sorgen diese Desktopschnüffler immer wieder für Ärger (besonders wenn man WinOnCD und Nero gleichzeitig auf einem Rechner installiert hat, oder am besten noch Google Desktop Search und X1 dazu :) ). Denn um immer auf dem neuesten Stand zu sein, suchen beide Programme ständig im Hintergrund nach Veränderungen auf der Festplatte. Und das kostet wichtige Rechenpower. Wenn es beim Videoschnitt also ruckelt, ist wahrscheinlich einer dieser Suchagenten dafür verantwortlich. Außerdem kam es bei WinONCD 9 vor, dass sich das Suchprogramm einfach aufhängt. Der Index-Dienst von Nero (NMIndexStoreSvr.exe) nahm dagegen ungefragt des öfteren einen von vier Prozessoren komplett in Beschlag. Auf Single-Prozessor-Systemen kann so ein Verhalten den ganzen PC lahmlegen. Zur Ehrenrettung der beiden Programme sei gesagt, dass man das Suchverhalten auch von Hand einstellen kann. So kann man beispielsweise definieren, dass nur Nachts gesucht werden soll. Noch schlauer erscheint es uns allerdings, wenn man als Anwender einfach selber für etwas Ordnung auf seinen Festplatten sorgt, wodurch man dann solche Desktop-Suchmaschinen (zumindest für Medien) überhaupt nicht braucht.
Videotools
Sowohl Nero als auch WinOnCD 9 bringen eine eigene Videoschnittapplikation mit. Allerdings befinden sich beide Programme auf derart niedrigem Niveau, dass sie wirklich nur für Einsteiger zu empfehlen sind, die schnell (und planlos) ein paar Clips aneinander hängen wollen. Roxios VideoWave ist zwar noch etwas besser ausgestattet als Neros Vision, dafür gab es hier Codec-Probleme beim Import diverser Clips.
Auch die DVD-Authoring-Möglichkeiten sind auf einfachstem Niveau. Wer schnell eine DVD zusammenschustern will, ist mit ein paar Klicks am Ziel. Wer jedoch komplexe Menüs mit eigenen Grafiken und mehrere Ton- oder Untertitel-Spuren erstellen will, benötigt weiterhin Spezialsoftware. Obwohl beide Programme auf dem Papier bereits das Brennen von BluRay oder HD-DVD beherrschen, liefert keines ein Authoring-Tool für die hochaufgelösten Scheiben mit. Aber selbst Profiprogramme mit HD-Authoring-Funktionen sind momentan noch Mangelware.
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