| Test : Chromatte – Bluescreen leicht gemacht. von rudi Mi, 6.August 2003 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
Lichtersparnis
Während normaler Stoff oder Farbe Licht absorbiert, wird das Licht bei Chromatte reflektiert. Dadurch entfällt eine aufwändige und kostspielige Ausleuchtung. Aus diesem Grund muss auch das Objekt im Vordergrund nicht mehr so stark ausgeleuchtet werden, weshalb sich bereits mit einem sehr einfachen Lichtaufbau sehr gute Ergebnisse erzielen lassen.
Raumersparnis
Da bei Chromatte das Licht von Hinten reflektiert wird, gelingen die Keys um so besser, je näher das Objekt am Hintergrund steht. Beim traditionellen Verfahren ist dagegen ein Mindestabstand von 2 Metern zur Wand nötig, um problemlos keyen zu können. Dadurch spart Chromatte auch enormen Platz. Selbst kleine Räume lassen sich bequem und schnell zu einem Bluescreen-Studio umfunktionieren.
Flexibilität
Chromatte lässt sich leicht überall aufbauen. Um beispielsweise bei wichtigen Interviews einen geeigneten Hintergrund zu schaffen, kann man schnell irgendwo ein Chromatte-Tuch spannen. Doch was ist, wenn der Interviewpartner unglücklicherweise im blauen Hemd auftaucht? Dann spannt man einfach den grünen LiteRing auf die Kamera. Reflecmedia arbeitet bereits an einem Universalring, der mit roten, grünen und blauen Leuchtdioden bestückt ist. Dadurch kann man dann vor Ort eine beliebige Hintergrundfarbe aus dem RGB-Farbspektrum zum Keyen wählen.
In der Praxis
Mich hat natürlich brennend interessiert, wie sich Chromatte in der Praxis schlägt. Um das Material in einer Extremsituation zu testen habe ich einen besonders einfachen Lichtaufbau gewählt. Zur Beleuchtung meiner Wenigkeit habe ich nur zwei handelsübliche Neonröhren benutzt, die ungefähr 1 Meter seitlich von der Chromatte-Wand befestigt waren. Bei so viel Licht war meine alte Panasonic NV-DX100 gerade noch in der Lage ohne Restlichverstärkung einigermaßen passabel zu belichten. Dann drehte ich den LiteRing langsam auf und stellte mich nahe vor den Stoff. Das Ergebnis konnte wirklich schnell überzeugen. Der Hintergrund wirkte sehr gleichmäßig ausgeleuchtet, während der Vordergrund sich tatsächlich mit einem extremem Kontrast abfilmen ließ, ohne das blaue Licht des LiteRings einzufangen. Allerdings kam es -wie bei klassichen Verfahren auch- zu einem leichten Blue-Spill. Darunter versteht man den Effekt, dass das blaue Licht von der Rückseite sich an den Objektkanten wiederspiegelt. Allerdings lässt sich dieser Effekt mit einem guten Keyer nachträglich am Rechner herausrechnen.
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