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/// Test : Camcorder

Test : Canon XL H1s und XL H1a – Im Osten nichts neues
von rudi Fr, 20.Juni 2008 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


Aufbau
Bedienung
Bildqualität
Sonstige Auffälligkeiten
Marktumfeld
Fazit



Wer auf SDISDI im Glossar erklärt verzichtet, bekommt die XL H1 als a-Variante demnächst zum Kampfpreis von 6.300 Euro. Mit SDISDI im Glossar erklärt kostet die neue s-Variante weiterhin knapp über 9.000 Euro. Dass dieser Preisabschlag virtuell ist, ist kaum zu bestreiten: Denn um ein unkomprimiertes HD-Videosignal samt Steuersignalen aus der Kamera herauszuführen benötigt man nicht sonderlich aufwändige Elektronik. Schließlich liegt das Signal vor der KompressionKompression im Glossar erklärt schon als solches bereit.
Vielmehr ist SDISDI im Glossar erklärt eben ein Feature, für das man im Profi-Segment noch richtig abkassieren kann. Positiv formuliert gibt dies umgekehrt den Firmen die Möglichkeit, Kameras ohne SDISDI im Glossar erklärt in einem Preissegment darunter anzubieten.

SDI-Anschlüsse sind bei Canon rund 3.000 Euro Aufpreis wert.



Aufbau

Das Gehäuse ist gegenüber dem Vorläufer-Modell identisch geblieben. Nachdem wir allerdings in letzter Zeit viele Pro-Camcorder in der Redaktion hatten, wirkt die XL H1 auch überhaupt nicht mehr so bullig wie früher, fast schon im Gegenteil: War der Korpus schon immer so schön flach? (Die Antwort:Ja). Hinter dem Wechselobjektiv mit Zoom-,Blenden- und Fokusring verrichten drei 16:9-Zoll-CCDs ihr Werk, die mit je 1,67 Megapixeln rechnerisch sogar ohne Pixelshift für volle HDV2-Auflösung sorgen können.

Optisch keine Veränderung- Die XL H1s



Auch der Sucher ist wieder frei justierbar, wodurch man theoretisch sogar mit dem linken Auge eine Sichtkontrolle hat. Durch Aufklappen ist der Sucher auch als Display nutzbar. Allerdings reichen die 215.000 PixelPixel im Glossar erklärt trotz Fokussierhilfen wie PeakingPeaking im Glossar erklärt und Ausschnittsvergrößerung nicht aus, um zuverlässig die Schärfe kontrollieren zu können. Hier zeigt Sony mit seinen neuen Displays klar einen deutlichen Vorteil.

Bedienung

Auch bei der Bedienung bleibt die neue XL 1H eine klassische XL-Kamera. Wenn man bereits mit den anderen Kameras der Serie gefilmt hat, findet man sich sofort zurecht. Damit erbt das neue Modell allerdings auch die alte Schwäche der Kopflastigkeit: Als Schultercamcorder trägt der Bedienarm des Kameramanns einen großen Teil des Kamera-Gewichtes, was zur schnellen Ermüdung beim Filmen führt. Der seitlich angebrachte Akku sorgt bei der Auswahl eines üppigen Modells dazu noch für eine leichte Schieflage. Auf einem Stativ fühlt sich die XL 1H daher deutlich wohler.

Die Akkubefestigung an der Seite kann für zusätzliches Ungleichgewicht sorgen.




Bei der Haptik reiht sich die XL H1 denn ziemlich genau zwischen S270 und Z7 ein. Das kann man auch negativ formulieren: Sie liegt schlechter auf der Schulter als die Sony S270 und schlechter in der Hand als die Sony Z7.

Wie es sich für eine professionelle Kamera gehört, finden sich alle wichtigen Einstellungsmöglichkeiten als separate Knöpfe und Drehregler am Gehäuse. Nur bisher ist uns scheinbar noch nicht aufgefallen, dass es keinen speziellen Knopf für Zebra „an/aus“ gibt. Aber wofür gibt es sonst zwei Custom-Keys? Ansonsten muss man wirklich nur für grundsätzliche Einstellungen in das Kamera-Menü.

Alles unter Kontrolle – Dank üppiger Schalter muss man kaum ins Menü.




Auf einer SD-Karte lassen sich bis zu sechs Kamera-Einstellungen speichern und bei Bedarf abrufen. Auch die Zoom-Wippe ist sozusagen erste Sahne: Butterweiche An- und Ausfahrten sowie die einstellbare Zoomgeschwindigkeit garantieren professionelle Bildfahrten. Das mitgelieferte 20fach-Zoom-Objektiv ist allerdings nicht so weitwinkelig wie das der neuen Sonys (39mm vs 32mm (kb)).

Bildqualität

Wie in unseren Messergebnissen bereits veröffentlicht, hat sich gegenüber dem Vorgänger-Modell nichts verändert. Die XL H1s/a reizt bei der Schärfe HDVHDV im Glossar erklärt praktisch voll aus und bildet dafür auch chromatische Aberrationen deutlich ab. Auch die Farben wirken sehr natürlich wobei sich alle Geräte in dieser Preisklasse so umfangreich farblich justieren lassen, dass ein Urteil eigentlich immer nur subjektiv ausfallen kann. Im Low-Light-Test neigt die Canon dagegen zu viel Rauschen, sobald der Gain dazukommt. Hier hat sich bei der Konkurrenz (und den neuen CMOS-Sensoren) in letzter Zeit viel positives getan, wodurch das Low-Light-Verhalten der XL H1 nicht mehr ganz „State-Of-The-Art“ ist.


Sonstige Auffälligkeiten

Der integrierte 25-Frame-Modus (25f) ist eigentlich ein integrierter Deininterlacer für die Zusammenlegung der beiden Halbbilder. Das Ergebnis konnte uns dabei nicht überzeugen und wirkt schlechter, als bei Sonys neuen HDV-Kameras. Dazu macht der proprietäre 25f-Datenstrom der Canon auch in manchen Schnittsystemen nach wie vor Ärger.
Im Gegenzug bleibt das separat erhältliche Console-Programm nach wie vor einzigartig. Hiermit lässt sich die Kamera via Laptop fernsteuern, wobei dieser auch gleich noch als Recorder und super-scharfer Vorschaumonitor fungiert. Dadurch lassen sich viele Nachteile der XL H1 in der Produktion abfedern. Schade, dass das Programm nach wie vor (für ca. 500 Dollar) zugekauft werden muss.

Marktumfeld

Die Canon XL-Serie hat schon eine ziemlich bewegte Vergangenheit als Profi-Kamera-Serie auf dem Buckel. Wir haben mal kurz recherchiert und die Erscheinungsdaten der verschiedenen XL-Modelle zusammengetragen:

1997 XL 1
2001 XL 1s
2004 XL 2
2005 XL H1
2008 XL H1s/a

Hierbei sticht vor allem das kurze Zeitfenster zwischen XL 2 und XL H1 ins Auge. Auch wenn es sich hierbei offiziell nicht um eine Nachfolgemodell-Abfolge handelte, nahmen dies dennoch viele Anwender genau so wahr. Manche waren auch durchaus verärgert, weil sie eigentlich mit einer späteren HD-Ablöse gerechnet hatten, und die XL H1 die XL 2 im Wiederverkaufswert deutlich drückte. Und so fragen sich jetzt wieder viele Filmer, ob denn die XL H1a/s nicht schon sehr bald einen Flash-basierten Nachfolger erhalten wird. Wir denken auf jeden Fall ja.

Andererseits setzen viele Firmen im Profi-Bereich nach wie vor gerne auf HDVHDV im Glossar erklärt, weil hier einfach ein sauber definierter und zuverlässiger Workflow vorliegt. Und das scheint vielen Käufern wichtiger zu sein, als FullHDFullHD im Glossar erklärt und AVCHDAVCHD im Glossar erklärt oder MPEG2MPEG2 im Glossar erklärt mit hoher Datenrate.
Dass dies noch ein wichtiger Markt ist belegen auch die neuen Sony-Modelle S270 und Z7, die gleichzeitig nun erstmals eine Konkurrenz zu Canons Wechseloptik darstellen. So gesehen muss sich Canon auf jeden Fall etwas neues einfallen lassen.
Mit minimalem Aufwand hätte Canon die XL H1 hierbei interessanter gestalten und den notwendigen Schritt in richtig Profi-Flash-Cam verzögern können: Wenn die XL H1s HDVHDV im Glossar erklärt (auch) auf CompactFlash oder SDHD aufzeichnen könnte. Eben genau das bietet Sony mit dem andockbaren CF-Recorder noch als zusätzliches Schmankerl.

So gesehen bietet die neue XL H1 kaum noch Alleinstellungsmerkmale gegenüber der neuen Sony Pro-HDV Serie und wirkt keinesfalls mehr so innovativ, wie bei der Einführung vor drei Jahren.
Da scheint es nur logisch, dass faktisch mit der XL H1a eine deutliche Preissenkung durchgeführt wurde.

Fazit

Die XL H1s/a ist nach wie vor eine gute Kamera, die durch ihre indirekte Preissenkung auch noch für einige Zeit ihre Fans finden wird. Allerdings hat Sony mit der Z7 und S270 mittlerweile zwei äußerst attraktive Konkurrenten im Rennen, die neben Wechselobjektiven das bessere Low-Light-Verhalten, ein besseres Display, deutlich mehr Weitwinkel sowie die gleichzeitige HDV-Compact-Flash-Aufnahme bieten. Und das bei ähnlichen Listenpreisen. Das lässt die XL H1 im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ aussehen. Mit einem klaren Pluspunkt glänzt die XL H1 im direkten Vergleich aber auch weiterhin: Dank CCDs gibt es hier keine Rolling-Shutter-Problematik. Und wer sich schon jeher mit der Bedienung der XL-Serie anfreunden konnte wird sicherlich auch das neue Modell lieben. Würde sich Canon endlich durchringen, Console auch noch mit ins Paket zu werfen, dürfte sicherlich die Entscheidung von mehr Anwendern in Richtung Canon kippen. Wer dagegen keinen zwingenden Wert auf die spezielle Kombination „Wechseloptik und HDV“ legt, findet bereits in weit günstigeren Regionen Geräte mit ähnlicher Bildqualität.

zum Vergleich der technischen Daten der Canon XL H1s und H1a in unserer Camcorder Datenbank
und im Vergleich mit der Canon XL H1



Canon XL H1A
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  5169 Euro Listenpreis: 6299 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
+ exzellente Auflösung in Helligkeit und Farbe
+ Wechseloptikanschluss
+ 4 Tonkanäle bei HDV
+ sehr gut ausgestattet
- unergonomisch auf der Schulter

Canon XL H1S
Plus Minus Derzeit niedrigster Preis (ohne Gewähr) :  7999 Euro Listenpreis: 9363 Euro (inklusive Mwst.)

MEHR INFO:
Alle technische Daten sowie Testbilder und Testergebnisse in unserer Datenbank
+ exzellente Auflösung in Helligkeit und Farbe
+ Wechseloptikanschluss
+ 4 Tonkanäle bei HDV
+ sehr gut ausgestattet
- unergonomisch auf der Schulter


Die Canon XL H1A und Canon XL H1S im Vergleich in unserer Camcorder Test Datenbank
  

[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
dominator-video   18:31   21.07.
Die XLH1a für 5.000 EUR findet sicherlich Ihre Liebhaber und Käufer. Auch die Sony HVR-HD1000E die hier schlecht besprochen wurde ist kaum lieferbar u...weiterlesen
David Zwadlo   00:44   27.06.
Jupp. Toller Bericht. Vielen Dank dafür und für die wichtige Beurteilung zum Schluss!
B.DeKid   02:24   21.06.
Danke für den ausführlichen Bericht / Fazit / Vergleich

Da weiss man ja woran man ist ;-)

MfG
B.DeKid
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