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/// Test : Camcorder

Test : Canon EOS 1D Mark IV – Profibolide + 1080p Video
von rob Do, 18.März 2010 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen   


Einleitung
Handling Allgemein
Handling Video
Sensorgrößen im Vergleich
Aus dem Testlabor
Videos mit der Canon EOS 1 D MKIV
Fazit



Mit der Canon EOS-1D Mark IV stellt Canon seine erste reinrassige Profi-Kamera mit APS-H CMOS Sensor und Full HD (1080p) Videofunktion vor. Grund genug, uns die Canon einmal genauer anzuschauen, nachdem wir das Konkurrenz-Model von Nikon (D3s) erst vor kurzem bei uns im Test hatten.

Profibolide - Canon EOS 1D Mark IV




Einleitung

APS-C dürfte den meisten Fotointeressierten als Angabe von Größen digitaler Kamerasensoren recht vertraut sein. Nahezu alle grossen Spiegelreflexhersteller haben in den letzten Jahren im Konsumer-Segment APS-C Sensoren mit Brennweitenverlängerungen von 1,5 oder 1,6 auf den Markt gebracht. APS-H hingegen mit seinem relativ moderaten Verlängerungsfaktor von 1,3 ist weniger bekannt, reicht jedoch bei Canon bis mindestens Mitte der 90er Jahre zurück, wo es bereits eine Canon EOS DCS1 mit APS-H Sensor gab. Seitdem hat die digitale Kameraentwicklung eine rasante Entwicklung hinter sich, um schließlich bei Profi-Boliden wie der aktuellen Canon EOS 1-D MK IV anzukommen. Ebenso wie die kürzlich hier getestete Nikon D3s markiert die Canon EOS 1-D MK IV die derzeitig höchste Entwicklungsstufe im digitalen Kleinbild-Kamerasegment. Mit ihren 16,1 Megapixeln APS-H CMOS Sensor bei 10 Bildern/s und einem komplett überarbeiteten Fokus-Modul richtet sich Canons neue EOS in erster Linie an Presse/Sportfotografen sowie an Wildlife-Fotografie – also all jene fotografischen Bereiche, in denen Tele-Optiken, auf Bewegung optimierte Autofokussysteme und schnelle Bildfolgen von zentraler Bedeutung sind (Im Gegensatz zu den klassischen Vollformat- und Mittelformat-Betätigungsfeldern, die tendenziell eher in der Portrait- und Weitwinkel-Fotografie (Landschaft, Architektur. etc. ) zu finden sind.

Blickt man in die Geschichte der Profimodelle von Canon zurück, findet man Produktzyklen, die zwischen 2 und 3 Jahren liegen. Die erste EOS 1D (APS-H, 4 MP) wurde im Februar 2002 vorgestellt, gefolgt von der EOS 1D Mark II (APS-H, 8,2 MP) im April 2004 und der EOS 1D Mark III (APS-H, 10,1 MP) im Mai 2007 bis hin zur aktuellen Canon EOS 1D Mark IV (APS-H, 16,1 MP) im Okt. 2009. In der Canon Nomenklatura steht die Canon EOS1-Reihe grundsätzlich für die Pro-Modelle, wobei sich diese wiederum in Vollformat und APS-H Sensoren unterteilt. Die Vollformat- Kameras tragen in der Bezeichnung ein kleines „s“ hinter dem D. Die derzeit aktuelle Canon Vollformat Kamera ist also die Canon EOS 1Ds Mark III. Auch hier dürfte in Kürze eine IVer Version zur Verfügung stehen, da Canon bisher seine APS-H- und Vollformat-Profimodelle im gleichen Jahr upgedatet hat.


Handling Allgemein

Bereits beim ersten In-die-Hand-Nehmen fallen die sehr gute Ergonomie und die hohe Solidität der Canon EOS 1D Mark IV auf. Letzteres macht sich bei Abmessung und Gewicht deutlich bemerkbar: Mit 156,6 x 156 x 79,9 mm (H x B x T) bei 1.180 g (ohne Akku) bringt die Canon EOS 1D Mark IV spürbares Gewicht mit, welches sich im Handling mit schwereren, lichtstarken Objektiven als gut ausbalanciert erweist (Zum Vergleich: Die kürzlich hier getestete: Nikon D3s liegt bei 157 x 159,5 x 87,5 mm (H x B x T) bei einem Gewicht von ca. 1240 g ohne Akku). Die Formung der Handaufnahme verdient bei Canon großes Lob: Auch bei großen Händen fügt sich die Canon EOS 1 D Mark IV bestmöglich in die Hand. Ähnlich wie das Konkurrenz-Modell von Nikon verfügt auch die Canon EOS 1D Mark IV über zwei Cardslots – allerdings nicht zwei CF-Card-Slots, sondern über einen CF-Card-Slot und einen SD-Card-Slot. Für die Aufteilung RAW auf CF Card und JPG auf SD Card eine elegante Lösung. Wer jedoch eine Kopie seiner RAW-Aufnahmen auf der zweiten Karte haben möchte, oder größtmöglichen Speicherplatz auf zwei Karten verteilt, für den hätten wir eine parallele CF-Card-Lösung vorgezogen. Dies ist zwar auch mit der SD-Card möglich aber ein einheitliches Kartensystem empfinden wir als konsequenter. Allerdings gibt es auch gewichtige Gegenargumente: Canon führt für die Etablierung eines SD-Card-Slots den Wunsch vieler Fotografen an, eine Kartenoption zu haben, bei der man überall auf der Welt einfach Nachschub organisieren kann, sollten die eigenen Karten defekt sein. Die Verfügbarkeit von SD-Karten, die man quasi an jedem „Bahnhofsshop“ kaufen kann, garantiert so gesehen die optimale Einsatzbereitschaft des EOS 1D Mark IV DSLR-Systems.

Canon EOS 1D Mark IV Schalter Layout auf hohem Niveau



Besonderes Augenmerk verdient das völlig neu aufgesetzte Fokussystem der Canon EOS 1 Mark IV – vor allem, weil dessen Vorgänger - zu recht oder zu unrecht sei hier offen gelassen - bei der Canon EOS 1 D Mark III teilweise in die Kritik geraten war. Hier hat Canon nun extrem nachgearbeitet. Das Fokusmodul weist insgesamt 45 AF-Meßfelder auf, wovon 39 als Kreuzsensoren gearbeitet wurden. Das neue Fokussystem der EOS 1D Mark IV lässt sich bis in kleinste Detail finetunen: Hierzu gehören neben der Auswahl des AF-System-Modus – AI Servo für kontinuierliche Objektverfolgung oder OneShot für Einzelfokussierung – auch die Konfiguration der Meßfelder (die Auswahl der aktiven Meßfelder kann von 45 auf 19 oder 11 oder lediglich die inneren 9 oder die äußeren 9 geschaltet werden) aber auch die genaue Belegung der AF-On-Taste, die spezifischere Meßfeldanwahl bei AI-Servo und vielfachen Prioritäten (Nachführung, Transportgeschwindigkeit, Auslösung etc.), das Fintunen der AI-Servo Geschwindigkeit, die Multicontroller-Belegung beim Autofokus, automatische Hochformat-Meßfeldanwahl etc.pp. Kurzum: Noch nie war soviel individualisierbare Autofokusfunktion verfügbar. Die manuelle Meßfeldansteuerung kann allein über mind. drei Tasten erfolgen: Über das Zeigefinger-Rad in horizontaler Richtung, über das Daumenrad in vertikaler Richtung und über den Multicontroller in alle möglichen Richtungen (inkl. schräger Meßfeldnavigation).

Fast möchte man meinen, dass es Canon bei der Autofokus-Anpassung etwas übertrieben hat – die individualisierbare Autofokuseinheit ist extrem komplex. Trotzdem lohnt sich die ausführliche Beschäftigung mit den Autofokus-Funktionen, weil nur so sichergestellt werden kann, dass für die jeweilige Anwendung die optimale Einstellung gespeichert werden kann. Wer diese Einstellungen in eigenen Voreinstellungen abspeichert, erhält ein optimal finegetuntes System. Wir haben zwar keine Sportanwendungen fotografiert, wofür diese Kamera ohne Zweifel bestens ausgelegt ist, konnten aber bei unseren normalen Autofokus-Tests bei AI-Servo und One-Shot Fokussierung keine Schwächen feststellen. Lediglich im direkten Vergleich mit der Nikon D3s empfanden wir die Nikon in extremen Lowlight-Situationen einen Tick zuverlässiger bei der Fokussierung. Dies muss jedoch nicht die Schuld der Kamera sein, sondern kann genauso gut einer nicht optimalen Feinjustage der AF-Einheit geschuldet sein. Wir sind uns ziemlich sicher, dass bei ausreichender Beschäftigung mit dem AF-System beide Kameras, sowohl die Nikon D3s als auch die Canon EOS 1D Mark IV hervorragende Ergebnisse bei der Sport- und Actionfotografie erzielen. Die Frage des Systems ist dann wie stets eher eine Frage, mit welchem System man bereits vertrauter ist oder eine größere Investition in Optiken/Zubehör bereits getätigt hat.

Wir empfehlen für schnellstmögliche manuelle Autfokusmeßfeldwahl die Reduktion der ansteuerbaren Autofokusmeßfelder von 45 auf 19 oder 11 zu reduzieren. Für die automatische Meßfeldwahl bleiben trotzdem alle 45 bestehen.

Ebenfalls wie die Konkurrenz von Nikon bietet die Canon EOS 1D Mark IV schwindelerregend hohe ISO-Performance. Im H3-Modus stehen ISO 102.400 zur Verfügung. Zwar kommt die ISO-Performance vom Rauschverhalten nicht ganz an den Spitzenreiter Nkon D3s heran (s. Testlabor) – trotzdem sind diese ISO-Werte extrem beeindruckend. In Sachen ISO gibt es jedoch auch Punte, die uns bei der Canon besser gefallen haben, als bei der Nikon D3s: Stichwort Auto-ISO-Aktivierung. Bei der Canon EOS 1D Mark IV lässt sich die sehr nützliche Auto-ISO-Funktion über die normale ISO-Taste aktivieren. Dies haben wir bei der Nikon D3s vermisst (hier muss man ins Menue hineintauchen oder sich einen Shortcut ins persönliche Menue legen, was mehr Handgriffe und damit mehr Zeit erfordert).

Vermisst haben wir bei der Canon 1D Mark IV die clever gelöste persönliche Konfigurierbarkeit aller externer Buttons, wie sie Canon bei der EOS 7D umgesetzt hat (auch der digitale Horizont wurde bei der EOS 1D Mark IV leider weggelassen). Zwar lässt sich aus Canons Sicht nachvollziehen, weshalb man hier eher beim vertrauten geblieben ist – die größte Käufergruppe dürfte bei Canon EOS 1D Mark III-Profis liegen, die auf das neue Modell upgraden und nicht mit einem neuen Bedienkonzept verschreckt werden sollen – trotzdem fühl sich die EOS 7D in Bezug auf clevere Shortcuts und Menues als das innovativere Konzept an. Wohlgemerkt auf das personalisierbare Bedienkonzept externer Buttons bezogen – bei der Bildqualität sowie beim Autofokus-Finetuning ist die Canon EOS 1D Mark IV über jeden Zweifel erhaben.

Anschlußfreudig – HDMIHDMI im Glossar erklärt, Stereo-Mikro, Blitzsystem, Fernsteuerung, Video ...



Abschießend in Sachen Handling vielleicht noch ein Paar Überlegungen zu den wichtigsten Unterschieden im Bedienkonzept zwischen den beiden großen Pro-Kamera Herstellern Nikon und Canon. Zunächst mal sind die Unterschiede für den Zugriff auf die zentralen Kamerafunktionen wie Programmwahl, BlendeBlende im Glossar erklärt, Verschlußzeit, ISO, Bildfolge, Belichtungs- und Autofokusmeßfeldauswahl bei beiden Kameraherstellern zumindest im Pro-Bereich (Nikon D3s, Canon EOS 1D MK IV) in der Regel ohne den Umweg ins Kameramenue möglich. Das bedeutet, dass über Schalter am Gehäuse direkt entsprechende Einstellungen vorgenommen werden können. Je nachdem, mit welchem System man in der Vergangenheit vertrauter gewesen ist, findet man sich schnell zurecht. Wir sind der Meinung, dass hier kein System objektiv als besser oder schlechter gewertet werden kann. Mit genügend Einarbeitungswillen dürfte der geneigte Fotograf mit beiden Systemen im professionellen Umfeld zu den gewünschten Ergebnissen kommen. Unterscheiden tun sich die beiden Bedienkonzepte jedoch durchaus in der Art der verbauten Schalter. Nikon setzt auf eine möglichst große Anzahl von Schaltern, die durch ihre Stellung bereits von außen kenntlich machen, welche Funktion aktiviert ist. Canon hingegen setzt eher auf Sensor-Druck-Schalter, die in Verbindung mit einem Drehrad die gewünschte Funktion aktivieren. Hierin sehen wir, zumindest in der Bedienung, die beiden wesentlichsten Unterschiede. Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile – es ist am jeweiligen Nutzer, das eine oder andere Konzept für seine persönliche fotografische Praxis zu bewerten.


Handling Video

Die Canon EOS 1D Mark IV bietet zwei Wege, um die Videofunktion zu aktivieren: Entweder der „klassische“ Weg über 1. die Aktivierung der Livebild-Funktion und 2. das Drücken der nahe am Auslöser befindlichen (sehr kleinen) FEL-Taste oder über die zuvor menueseitig zu aktivierende Shortcut-Funktion, bei der per Druck der FEL-Taste sofort in Live-View geschaltet wird und die Aufnahme sofort beginnt. So gesehen bietet die Canon EOS 1D Mark IV also ebenfalls wie die Canon EOS 7D eine eigene Videoaufnahme-Taste, auch wenn sie nicht so prominent ins Bedienkonzept integriert wurde, wie bei der Canon EOS 7D.

Canon EOS 1D Mark IV - hier gut zu sehen die FEL-Videofunktionstaste



In Sachen HD-Videoformaten bei DSLRs gibt Canon derzeit eindeutig den Ton an. Die Canon EOS 1D Mark IV bildet hier keine Ausnahme. Zu Auswahl stehen 1920x1080 mit 25 B/s, 1920x1080 mit 24 B/s und 1280x720 mit 50 B/s (sowie 640x480 bei 50 B/s). Aufgezeichnet wird, wie bei der EOS 5D MkII und der EOS 7D, mit einem H264 CodecCodec im Glossar erklärt in einen QuickTime-Container hinein. Die DatenrateDatenrate im Glossar erklärt liegt beim 1080er HD mit 25 B/s um die 45 Mbit/s. Damit bietet Canon nachwievor mehr als die Konkurrenz von Nikon. Zum mittlerweile guten Ton bei den höherwertigen Video-DSLRs von Canon gehört die optional komplett manuelle Belichtungseinstellung (manuelle BlendeBlende im Glossar erklärt, ISO und Verschlußzeit). Hier hinken andere Hersteller in der breiteren Etablierung innerhalb ihres Produkportolios noch etwas hinterher. Auch was die Aufnahmezeiten von Video anbelangt, setzt Canon derzeit die Maßstäbe: Während die Konkurrenz vielfach bei 5min HD-Video (720p) bzw. bei einem 2GB Filelimit für Videoaufnahmen liegt, punktet die Canon EOS 1D Mark IV mit 15 Minuten in 1920x1080 25 B/s und einem dazugehörigen Video-File-Limit von 4 GB - sehr überzeugende Werte.

Auch beim Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt und Wobble-Effekten waren wir angenehm überrascht. Unserem Eindruck nach stellt die Canon EOS 1D Mark IV die derzeit am besten gegen Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt gewappnete Video-DSLR dar.

Auch im Hochformat wurde die FEL-Videofunktionstaste integriert



Gut gefallen hat uns die gut platzierte Live-View Vergrösserungstaste mit ihren zwei Schritten (5x und 10x). Gerade die 10fache Vergrösserung erlaubt mit etwas Übung eine recht akzeptable manuelle Schärfenkontrolle. Fehlen tut in diesem Zusammenhang immer noch bei den VideoDSLRs eine Peaking-Funktion. Abhilfe schafft hier nur eine „ausgelagerte Schärfenkontrolle“ in Form eines via HDMIHDMI im Glossar erklärt angeschlossenen LCD Monitors. Hier gibt es mittlerweile auch Geräte, die u.a. ein farbiges PeakingPeaking im Glossar erklärt zur Verfügung stellen. Wer ernsthafter mit einer Video-DSLR filmen möchte, dem sei eine entsprechende Anschaffung nebst Schärfezieheinrichtung ans Herz gelegt. s. a. unser Artikel zum Thema GRUNDLAGEN : VIDEO DSLRS PRO & CONTRA - DIE ÜBERSICHT.

Die Canon EOS 1D Mark IV gibt zwar ein 1080er Bildsignal via HDMIHDMI im Glossar erklärt aus, jedoch nicht in voller Videoauflösung (sondern reduziert mit Kasch). Eine Schärfebeurteilung via angeschlossenem LCD Monitor stellt trotzdem die derzeit beste Kontrolle für manuell geführte Schärfe dar.

Audio wird bei der Canon EOS 1D Mark IV vorbildlich mit uncompressed PCM 16 BitBit im Glossar erklärt Stereo und 48 kHz aufgezeichnet (und nicht wie vielfach mit lediglich 44,1 kHz). Für optimale Audioaufnahmen ist ein externes Mikro trotzdem zwingend notwendig, welches sich über eine Miniklinke anschließen lässt.

Unsere Canon Teststellung wurde mit einer sehr hochwertigen EF 24-70mm 1:2.8 L USM Optik geliefert, die während unserer Tests sehr gute Bildresultate lieferte. Beeindruckend vor allem die extrem gute CA-Korrektur selbst bei anspruchsvollen Gegenlichtaufnahmen (s. unsere Reallive-Footage), sowie die sehr geringe Verzeichnung im Weitwinkel.

Hochwertig - Canon EF 24-70mm 1:2.8 L USM



Als preiswertere 50mm Option hatten wir uns ebenfalls das Canon 50mm EF 1:1,4 angeschaut, das mit seiner deutlichen Reibung/Dämpfung bei der manuellen Fokussierung sehr gut gerade für manuelle Schärfenkontrolle im Videobereich funktioniert. Hier darf der manuelle Fokus gerne etwas schwergängiger sein – man wird mit mehr Kontrolle und Gefühl beim Schärfeziehen im Videobereich belohnt. Und nochmal zur Schärfekontrolle in Sachen Video: Gut gefallen hat uns bei der Canon EOS 1D Mark IV ebenfalls die Möglichkeit bei manuell geschaltetem Objektiv-Fokus von Liveview in den Sucher-Modus zu wechseln und hier ein frei definierbares Fokussensorfeld auszuwählen, welches Auskunft am Bildrand bei Erreichen der optimalen Schärfe gibt. So muss nicht in den Autofokus-Modus gewechselt werden – für eine schnelle Schärfenkontrolle auf einen eng begrenzten Fokus-Punkt eine sehr gute Option.

Auch das Durchhaltevermögen des Batteriepacks gab keinen Anlass zur Beanstandung. Selbst im täglichen Mix von Videoaufnahmen und Fotografie war am Ende jeden Tages noch ausreichend Power da.


Sensorgrößen im Vergleich

Im Zentrum der Canon EOS 1D Mark IV steht deren lichtstarker CMOS-basierter APS-H-Sensor.

APS-H Sensor der Canon EOS 1D Mark IV im Vergleich



Anbei, wie gewohnt, unsere Vergleichsgrafik der Sensorgrößen, um den Canon-Sensor größenmäßig annähernd einordnen zu können – s. in der Grafik APS-H.


Aus dem Testlabor

Die Kamera zeigt einen befriedigenden Schärfeverlauf, der mit „typischer“ Nachschärfung arbeitet, die jedoch einstellbar ist. Verglichen mit AVCHD-Consumer-Camcorder-Topmodellen wie z.B. eine Panasonic SD-300 ist die Schärfe wie bei allen bisher getesteten VDSLRs eher bescheiden einzustufen – der subjektiv hohe Schärfeeindruck bei VDSLRs resultiert aus der gestaffelten Schärfentiefe im Raum bei offener BlendeBlende im Glossar erklärt und weniger aus der tatsächlich vorhanden Auflösung.

Luminanzauflösung



Das ISO-Testbild sieht entsprechend aus. Moires in den Keisen - die in erster Linie durch fehlende Filterung entstehen - prägen das Bild.

ISO-Testbild



Bei der Farbauflösung zeigt sich die Canon sehr sauber:

Chrominanz-Auflösung



Bemerkenswert ist die geringe Verzeichnung des Objektivs, das seine Stärke als hochwertige Wechseloptik auszuspielen weiss und in diesem Fall mit 24mm im Vergleich zu anderen Video-Cams sehr weitwinkelig ausgelegt ist.

Objektiv-Verzeichnung



Im 1200 Lux-Testbild zeigt die Canon satte Farben, die jedoch niemals ausfransen. Dazu lässt sich die Kamera in weiten Bereichen justieren. Hier das Testbild in voller Auflösung.

1200Lux-Testbild



Bei Schwachlicht zeigt sich die Canon von ihrer Sonnenseite. Das folgende 12Lux-Bild entstand bei einer BlendeBlende im Glossar erklärt von 2,8 mit 1/50s und ISO12600. Eine besseres 12LUX Bild unseres Testaufbaus ist bis dato nur der Nikon D3s gelungen - allerdings nur um einen Hauch. Sowohl die Nikon D3s als auch die Canon EOS 1D Mark IV setzen in der High-ISO-Klasse neue Maßstäbe. Hier das Testbild in voller Auflösung.

12Lux-Testbild bei BlendeBlende im Glossar erklärt 2,8 und ISO12600



Geht man in die High-ISO-Modes, war unser Testaufbau deutlich zu hell für die Kamera, was fast schon absurd für einen Low-Light-Test anmutet. (Grundsätzlich bietet die Nikon D3s bei den High-ISO-Werten das minimal rauschfreiere Bild – allerdings fallen die Unterschiede sehr knapp aus):

:


Videos mit der Canon EOS 1 D MKIV

Bei den Reallive-Aufnahmen wurden wir noch einmal daran erinnert, dass ein Paar Funktionen bei Video-DSLRs im Vergleich zu Video-Cams einfach fehlen. Die gilt für alle auf dem Markt befindlichen Video-DSLR: Stichwort: ND-Filter. Bei unseren traditionellen Schwenks über das Regierungsviertel in Berlin hatten wir mit sehr hellem Umgebungslicht zu kämpfen. Ein ND-FilterND-Filter im Glossar erklärt wäre hier das Korrektur-Mittel der Wahl gewesen. So müssen wir mit etwas hellen Bildern vorlieb nehmen: Reallive eben.

Im Folgenden wollen wir den Aufnahmen der Canon EOS 1D Mark IV die entsprechenden Clips der Nikon D3s und der Canon EOS 5D Mark II an die Seite stellen. Da an unterschiedlichen Tagen mit unterschiedlichem Umgebungslicht und Optiken aufgenommen sicherlich wie stets nur bedingt miteinander vergleichbar – aber für exakte Vergleiche ist ja unser Testlabor da – hier geht es um subjektive Bildeindrücke in freier Wildbahn. Voilá.

Schwenk Canon EOS 1D Mark IV:



Schwenk Nikon D3s:


Schwenk Canon EOS 5D Mark II:


Betrachtet man die beiden Canons im Detailausschnitt etwas genauer, fällt eine relativ gleiche Schärfeleistung auf, wobei die Treppchen-Artefakte bei der Canon EOS 1D Mark IV minimal stärker ausfallen, als bei der Filterung der Canon EOS 5D Mark II:

Canon EOS 1D Mark IV 200%



Canon EOS 5D Mark II 200%




Fazit

Die Canon EOS 1D Mark IV stellt mit ihrem neuen Autofokusmodul und den sehr schnellen 10 Bildern pro Sekunde ein beeindruckendes Arbeitsgerät für die moderne Sport- und Pressefotografie dar. Die hohe ISO-Performance ist auf Top-Niveau. Im ISO Grenzbereich erreicht sie in der Rauschreduktion nicht ganz die Performance der Nikon D3s. Dafür setzt sie sich in vielen anderen, für Video wichtigen Bereichen deutlich vom Konkurrenten ab: 1080p1080p im Glossar erklärt Videoauflösung, 48kHz Audio, 25 und 24 Bilder pro Sekunden, deutlich reduzierte Anfälligkeit gegen Rolling ShutterShutter im Glossar erklärt und 4GB Videofile-Limit (15 Min. bei 1080 25p). Zwar bietet die Canon EOS 7D unserer Meinung nach das innovativere Bedienkonzept – betrachtet man jedoch ausschließlich die (Video)Bildqualität setzt sich die Canon EOS 1D Mark IV – in den Grenzen derzeitiger VDSLRs - an die Spitze aller uns bekannten Video-DSLRs. Ob sich dies mit dem demnächst anstehenden Test der neuen Firmware der Canon EOS 5D Mark II ändert, bleibt abzuwarten – wir sind jedenfalls schon sehr gespannt ...


  

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
rob   14:22   18.03.
Hallo Hartmut,

die 550D ist bereits bei Canon angefragt - wir werden sie auf jeden Fall hier testen - nur kann ich leider noch kein g...weiterlesen
scrooge   14:05   18.03.
Hi Rob,

danke für den Test. Sehr interessant.

Werdet Ihr auch die EOS 550D testen ?
Da sie preislich schon n...weiterlesen
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update am 10.Februar 2012 - 06:23
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