In Aperture 3 lassen sich Mediatheken nun sehr viel einfacher verwalten. Hierzu gehört einerseits der Export von Projekten in neue Mediatheken (sowohl einzelne Projekte als auch mehrere lassen sich auswählen und in Mediatheken exportieren / die einzelnen Projektstrukturen bleiben hierbei intakt) und andererseits das schnelle Laden einer weiteren Mediathek ohne Aperture dafür herunterfahren zu müssen. Neue Mediatheken können so über das neue Menü „Zur Mediathek wechseln“ unter „Ablage“ schnell aufgerufen werden. Zusammen mit dem bereits genannten neuen Export-Feature gewinnt Aperture so an Flexibilität. Für bestimmte Aufgaben, bsp. Präsentationen muss nicht mehr die gesamte Foto-Bibliothek in Aperture mitgeschleppt werden, sondern man lädt nur die Projekte, die man gerade benötigt.
Für zukünftige Versionen würden wir uns eine History wünschen, die anzeigt, auf welchen Festplatten oder anderen Speicherorten Fotos/Archive lagern, die irgendwann mal in Aperture genutzt worden sind. Ein solches Log-File würde bei sehr großen Bildbeständen helfen, die Übersicht zu behalten, gerade auch wenn mit unterschiedlichen Mediatheken gearbeitet wird.
Diashow mit Videounterstützung
Die Diashow-Funktion muss aus zweierlei Perspektive beurteilt werden. Zum einen im Vergleich zur Konkurrenz und zum anderen an den Bedürfnissen professioneller Fotografen. Der Vergleich zur Vorgängerversion und zur Konkurrenz fällt einfach aus: Derzeit bietet Aperture 3 die mit Abstand funktionsreichste und am einfachsten zu bedienende Diashow-Funktion. Punkt. Es lassen sich sowohl Fotos als auch Videos (in unseren Tests: H.264, MPEG4, ProRes, MPEG – wir vermuten alle Videocodecs, die auch QuickTime beherrscht) für eine Diashow nutzen.
Diashowfunktion mit zwei Audiospuren in Aperture 3
Es können zwei Soundspuren für die Diashow angelegt werden (bsp. O-Töne und Sprecher), die Diashow wird jetzt als eigenes Projekt behandelt und lässt sich obendrein in vielfache Formate exportieren: iPod, iPhone, MobileMe, YouTube, Apple TV, HD720p, HD 1080p (alles MPEG-4 oder H.264). AVCHD Videoformate müssen allerdings vor dem Import in einen QuickTime Codec (bsp. ProRes) extern gewandelt werden. Bei den Überblendungen lassen sich, je nach Vorlage, viele individuelle Parameter einstellen, auch die neue Timingfunktion, wie lange ein Bild zu sehen ist, hat uns gut gefallen.
Sehr gut einstellbare Überblendeffekte in Aperture 3
Soweit so gut und für einfache und auch ausgefeiltere, also persönlich angepasste Diashows ist die Funktionalität auch völlig ausreichend. Doch für professionelle Ansprüche reicht die Diashow-Funktion leider nicht ganz aus. Vor allem bei der Soundbearbeitung fehlen uns exakte, keyframebasierte Anpassungen und Regler-Funktionen. Auch eine Sprecher-Aufnahmefunktion hätten wir gerne gesehen (so bleibt nur der externe Weg über QuickTime oder Final Cut Pro). Für den professionellen Fotografen, der immer häufiger von Redaktionen gefragt wird, eine Diashow abzuliefern, bleibt, zumindest für eine effektive Audiobearbeitung, nur der Weg über externe Programme.
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