Die Gesichtserkennung in Aperture 3 hinterließ einen etwas zwiespältigen Eindruck. An der Genauigkeit gibt es wenig auszusetzen. Mit etwas „Übung“ - indem man der Gesichtserkennung korrekte Treffer bestätigt - liegt sie relativ schnell bei einer guten Trefferquote und lässt sich als zusätzliche Sortier-/ und Suchfunktion nutzen. Dies allerdings zu einem Preis, der einen wieder zweifeln lässt, ob man dieses zusätzliche Feature wirklich benötigt: Deutlich langsameres Ansprechverhalten von Aperture 3 insgesamt.
Dies hat auch Apple gemerkt und stellt eine Möglichkeit zur Verfügung, die Gesichtserkennung in Aperture 3 zu deaktivieren, was wir allen Aperture 3 Usern mit Hinblick auf ein sehr viel reaktiveres Gesamtprogramm auch wärmstens empfehlen: Unter „Aperture/Einstellungen/Allgemein“ findet sich de Menüpunkt „Gesichter aktivieren“. Löscht man hier das per Default aktivierte Häkchen, verschwindet die Gesichterfunktion aus Aperture 3 und man bemerkt einen ordentlichen Performance-Sprung. Wer also bei der Entscheidung Performanz versus Gesichtserkennung erstere bevorzugt (und dies dürften unserer Einschätzung nach die meisten Aperture 3 Nutzer sein): Einfach die Gesichtserkennung deaktivieren und gut ist.
Resourcen / Performance
Was uns bei den Tests der letzten Aperture Versionen immer wieder auffiel und was auch für das aktuelle Aperture 3 gilt, ist Apples Tendenz, die Software auf performance-starke Hardware der letzten Generation auszulegen. Dies hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen zählt sicherlich die Einarbeitung neuer Features, die auf entsprechend moderner Hardware ihr Leistungspotential gut ausschöpfen. Zu den Nachteilen zählt der Ausschluss älterer Systeme. Hier gilt es unserer Meinung nach, eine Balance zu halten. Verwundert waren wir ein wenig mit Blick auf den Speicherplatz, den Aperture 3 (ohne Beispielbibliotheken) benötigt: 711,5 MB. Zum Vergleich: Apples Final Cut Pro benötigt derzeit 516,2 MB, Adobes Lightroom Beta 2 knapp 50 MB.
Bei unseren Aperture 3 Tests fiel uns im Vergleich zu Aperture 2, abgesehen vom deutlich schnelleren Import von Mediatheken unter Aperture 3, kein wesentlicher Performance-Gewinn auf. Für Bildkorrekturen brauchen Aperture 2 und 3 in etwa die gleiche Zeit. Aperture 3 war schneller beim testweisen Export von 100 Bildern in das Photoshop-Format (8min 18 sek. = Aperture 2 versus 7min 09 sek. = Aperture3).
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