| Scoop : Entdeckt!!! Eine professionelle 16:9 DV-Cam für 3500,- Euro!!!! von rudi Di, 11.März 2003
DV erlaubt an sich die anamorphe Aufnahme von 16:9 Material. Dabei wird das Bild gestaucht mit 720 x 576 Pixel auf das DV-Band geschrieben. Das Problem mit semiprofessionellen Camcordern wie der VX2000 oder XL-1 liegt darin, dass die CCDs mit ihren 440.000 effektiven Pixeln die Aufnahmefläche beschneiden müssen. Dadurch entsteht ein Auflösungsverlust der einen 16:9 Modus ad absurdum führt. Denn die selbe Streckung des Materials lässt sich auch nachträglich im Schnitt (mit dem selben Bildverlust) erreichen.
Eine Lösung ist ein sogenannter Anamorphot. Dieser staucht das Bild optisch in der Breite, bevor es auf den CCD trifft. Dadurch kann die volle Pixelauflösung des CCDs genutzt werden. Allerdings hat dieses Verfahren auch Nachteile: Erstens sind derartige Anamorphote nicht billig. In Europa bekommt man kaum ein Modell unter 1000 Euro. Und zweitens sieht man mit diesen Linsen auch im Sucher und auf dem Display alles verzerrt. Und drittens raubt ein solcher Aufsatz Licht und verzerrt durch die Doppellinsenkonstuktion leicht in den Ecken.
Die beste Lösung wäre ein CCD mit echter 16:9 Auflösung, welches 1024 x 576 Pixel aufzeichnen kann und somit das richtige Seitenverhältnis aufweist. Solche Camcorder waren jedoch bisher für Normalanwender unbezahlbar. Doch vor einem halben Jahr brachte Sony die DSR-PDX10P auf den Markt. Dies ist die professionelle Variante der TRV 950, die sich vor allem durch professionelle Tonanschlüsse und das DVCAM-Format von Ihrem kleinen Bruder absetzt. Doch auf den zweiten Blick besitzt dieser Camcorder ein Feature, welches aufhorchen lässt: Die integrierten Megapixel-CCDs lassen sich bei der DSR-PPDX10 so nutzen, dass echtes 16:9 aufgenommen werden kann. Dabei wird einfach die ansonsten nur für Photos zur Verfügung stehende Chipfläche in der vollen Breite genutzt. Wie das genau funktioniert könnt Ihr hier sehen.
Dadurch ergeben sich zahlreiche Vorteile: Erstens wird das 16:9 Bild in der vollen Auflösung aufgezeichnet und dann elektronisch gestaucht, was die bestmögliche Bildqualität verspricht. Und zweitens wird die Kamera automatisch weitwinkliger, so dass in den meisten Fällen ein zusätzlicher Weitwinkel entfallen kann. Also genau das Killerfeature, das man sich für filmähnliche Aufnahmen wünscht.

Die TRV-950 nützt übrigens ebenfalls eine vergrößerte Chipfläche im 16:9-Modus, allerdings ist diese gegenüber der DSR-PDX10P künstlich beschränkt worden (ungefähr auf 960 x 540). Schade, denn dies würde dem Consumer-Modell, welches in zahlreichen Vergleichstests eher schlecht wegkam ein solides Kaufargument in die Hand geben. Aber vielleicht lässt sich dieses Feature ja von findigen Bastlern ala DV-in freischalten. Schließlich sind die Modelle ja weitgehend baugleich.
Übrigens wird die neue TRV-80 (leider ein Einchipper) dieses Feature scheinbar als erste echte Consumerkamera von Sony ebenfalls besitzen. Es ist also zu erwarten, dass nach und nach viele Hersteller mit dieser Funktion nachziehen werden.
Die Frage ist nur, warum bisher niemandem dieses Feature aufgefallen ist.
Wer mehr über die DSR-PDX10P erfahren will, findet beispielsweise in diesem PDF zahlreiche Informationen
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