| Ratgeber : Erste Einschätzung: QuadCore mit AMD und Intel von rudi Fr, 10.November 2006
AMD hat mittlerweile seine neue 4x4-Architektur offiziell vorgestellt. Nachdem Intel ja bereits Anfang November mit seinem QX6700 Quad-Core Prozessor vorgeprescht ist, muss AMD jetzt auch mal in die Gänge kommen. So wie es aussieht, wird man die ersten Modelle der 4x4-Plattform aber erst Anfang 2007 kaufen können. Pikanterweise kommen die Mainboard-Chipsätze hierfür wohl erst mal nur von Nvidia. Die eigene Chipschmiede ATI ist noch nicht soweit. Die speziellen Prozessoren kauft der Kunde dann im Zweierpack, wobei das günstigste Duo (FX-70 mit 4 x 2,6 GHz) gerüchteweise rund 1000 Dollar kosten soll. Ungefähr so viel wie Intels QX6700. Allerdings soll es auch noch teurere Pärchen bis zu 3,2 GHz geben (FX-76). Fakt dagegen ist, dass sich die vier Kerne auf zwei Prozessorsockel verteilen, wodurch der FSB und insbesondere der RAM-Zugriff gesplittet wird.
 | | Das AMD-Prinzip - Jeder Sockel erhält seinen eigenen Speicher. | |
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Bei Intel bremst der Bus typischerweise das System etwas aus, weil vier Porzessoren gleichzeitig darauf zugreifen müssen. Doch AMDs Lösung hat nicht nur Vorteile: Erstens braucht man mehr Platz auf dem Mainboard für zwei Sockel und zwei Lüfter. Außerdem benötigt jeder Prozessorsockel seine eigene RAM-Bank, die optimalerweise mit zwei Modulen bestückt werden sollte. Und nicht zuletzt benötigt man eine teurere XP/Vista-Lizenz: Denn sowohl Windows XP Home Edition als auch die günstigeren Vista-Versionen unterstützen zwar mehrere Kerne pro Prozessor, aber lediglich eine CPU-Fassung pro Rechner. Im Klartext bedeutet dies, dass die die Quad-Core-Chips von Intel auch auf der Home-Edition laufen, AMDs „4x4“-System aber mindestens eine Pro-Lizenz benötigt. Die andere „4“ in der Bezeichnung „4x4“ steht ja bekanntlich für die Anzahl der Grafikkarten-Kerne. (Besonders) mit Nvidia-Grafikkarten lassen sich dann auf den neuen Boards über einen SLI-Verbund maximal zwei Karten mit je zwei Kernen betreiben, was im 3D-Bereich für einen deutlichen Leistungsschub sorgen könnte. Inwieweit das auch für OpenGL-Videoschnittapplikationen Sinn macht, bleibt aber abzuwarten. Denn bisher steckt unter Windows die Unterstützung der Grafikkarte beim Videoschnitt noch in der Kinderschuhen. Klar ist auf jeden Fall, das so ein 4x4-System im Vollaufbau deutlich komplexer wird, als ein Intel-System, in dem „nur“ eine Grafikkarte und ein Prozessor steckt. Besonders die Stromlast dürfte durch die Grafikkarten für AMD-Verhältnisse in ungewohnte Höhen steigen. Andererseits ist man ja nicht gezwungen, so viel Grafikpower einzubauen.
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