Ratgeber : Camcorder des Jahres 2008 von rudi Fr, 12.Dezember 2008 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

Jedes Jahr küren wir in der Vorweihnachtszeit die unserer Meinung nach besten Camcorder-Modelle in diversen Preisklassen. Kurz gehalten und sicherlich nicht unstrittig präsentieren wir euch nun unserer Favoriten 2008. Vorhang auf...

Nachdem unsere grundsätzliche Abneigung gegenüber AVCHD
gefallen ist und wir auch die Vorzüge des (mittlerweile endlich funktionierenden) rein digitalen Workflows zu schätzen gelernt haben, hat uns ein Trend dieses Jahr besonders überzeugt: Wenn bandlos, dann Flash. Da in den meisten Fällen ein PC in greifbarer Nähe ist (zur Not auch gerne ein Netbook) lassen sich Clips auch unterwegs schnell durch einfaches kopieren ablegen. Eine 8 GB-Karte reicht in den meisten Fällen schon für eine Stunde AVCHD-Video. Diese Begrenzung zwingt gleichzeitig pragmatisch zur Archivierung. Ansonsten verlässt man sich doch allzu leicht auf die Sicherheit der eingebauten Festplatte, wodurch im Falle eines Crashs meist alle Daten verloren gehen. Außerdem spart wechselbarer Flash-Speicher den doch meist happigen Aufpreis für integrierten Speicher.
Damit kamen für uns in der 1000 Euro-Klasse folgende Vertreter in die engere Wahl: Panasonic SD100, Sony CX11 und Canon HF100. Und der Sieger heißt:
Sieger in der 1000 Euro Klasse: Panasonic HDC-SD100

Keine andere Kamera bietet in dieser Preisklasse derart brauchbare manuelle Kontrolle. Die Bildschärfe liegt zwar einen Tick hinter den Spitzenreitern im Feld, aber das stört in erster Linie unser Messlabor. Grundsätzlich macht die SD100 dennoch sehr runde Bilder. Zumal man bei diesem Modell auch die für unseren Geschmack etwas zu knalligen Farben zurückregeln kann. Ach ja, einen Sucher hat die Kamera auch noch und die manuellen Werte, die man einstellt, sind auch im Klartext genannt. Damit ist diese Kamera im 1000 Euro-Bereich mit Sicherheit eine runde Lösung für alle Filmer, die etwas ambitionierter an Werk gehen wollen.
Zum Testbericht HDC-SD100EG
Warum nicht Sony CX11? Trotz gutem Objektiv und sehr guter Bildqualität empfinden wir die fehlenden Einstellungsmöglichkeiten (vor allem für die Belichtungszeit) als zu große Einschränkung. Auch die fehlenden Audio-Anschlüsse sowie der proprietäre MemoryStick, der an den Hersteller bindet und den Kaufpreis spürbar erhöht, haben hier Sony den Sieg in dieser Klasse gekostet.
Zum Testbericht Sony HDR CX11
Warum nicht Canon HF10 oder HF11? Die perfekte Schärfe allein kann hier nicht überzeugen, denn die Bedienung fällt mittlerweile hinter die Konkurrenten zurück. Ohne Zebra-Funktion und/oder manuelle Fokusmöglichkeit können die üppigen Bildmöglichkeiten in der Praxis nur schwer genutzt werden. Bei der Bedienung fällt Canon gerade deutlich hinter die Konkurrenten, bei denen Panasonic mit der SD100 den neuen (alten) Trend zu mehr Bedienungsmöglichkeiten setzt. Hoffentlich ein guter Anreiz für Canon hier in Zukunft etwas abzuschauen.
Zum Testbericht Canon HF10
Zum Testbericht Canon HF11
Ach ja, grundsätzlich missfällt uns an allen 1000 Euro-Modellen der geringe Weitwinkel, der mittlerweile eigentlich eine echte Zumutung ist. Dies führt uns zur besten Kamera in der 2000 Euro-Klasse. Und das ist die...
Sieger in der 2000 Euro Klasse: Sony HDR-FX7

Bei Markteinführung noch rund ein drittel teurer sah die Kamera gegenüber Canons XH-A1 nicht sonderlich gut aus. Mittlerweile findet man die Kamera jedoch bei Versendern deutlich unter 2500 Euro, was sie in dieser neuen Preisklasse vor allem durch ihre üppigen manuellen Möglichkeiten einzigartig macht. So viel Profibedienung bekommt man nirgends für weniger Geld. Allerdings muss man mit nicht allzu licht starken 1/4-Zoll-CMOS-Wandlern und relativ geringem Weitwinkel leben. Dennoch gibt es in dieser Preisklasse momentan nichts Vergleichbares, darum dieser „einfache“ Sieg für Sony.
Zum Testbericht Sony HDR FX7
Für ca. 500 Euro mehr bekommt man in Internet allerdings schon unseren Sieger der 3000 Euro-Klasse. Und das ist die
Sieger in der 3000 Euro Klasse: Sony HDR-FX1000

Ganz klar, hier fühlt man sich als Filmer erst richtig wohl. Dank scharfem Display, vielen professionellen Einstellmöglichkeiten und guter Lichtstärke mit 1/3-Zoll-Chips, handelt es sich bei dieser Neuvorstellung tatsächlich um eine wirklich runde Kamera. Einziger Konkurrent ist die Canon XH A1(s), die zusätzlich XLR-Audio bietet, dafür beim Display und dem Sucher in der Defensive steht. Ach ja, und natürlich stehen hier CCDs gegenüber CMOS-Chips.
Zum Testbericht Sony HDR FX1000
Zum Testbericht Canon XH A1s
Wer noch mehr ausgeben will muss sein Budget schon verdoppeln:
Sieger in der 6000 Euro Klasse: Sony PMW-EX1

Für uns außer Frage: Die EX1 von Sony stellt unter 10.000 Euro einfach gerade eine echte Referenz dar. Spitzen Low-Light dank 1/2-Zoll-Bildwandlern, erstklassiges Display, sehr gutes Objektiv mit brauchbarem Weitwinkel und digitaler CAC-Korrektur. Dazu manuelle Bedienmöglichkeiten satt. Die teuren SxS-Medien lassen sich durch mobiles Backup auf ein Minimum reduzieren. Und die teilweise etwas billigen Tasten muss man dabei wohl als Tribut an den Preis sehen.
Hier kann scheinbar erst die nächste Generation von DSLRs wirkliche Konkurrenz werden.
Zum Testbericht Sony PMW-EX1
So das war´s dann mal wieder von unserer Seite. Natürlich wird nicht jeder Anwender jedes Argument von uns genau so sehen, aber dafür gibt’s ja unser Forum. Und wer nochmal alle erwähnten Kameras im Gesamtüberblick in unserer Datenbank „auf einen Blick“ sehen will, findet
hier den totalen Überblick.
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