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News : Filmfinanzierung durch Crowdfunding: Kickstarter verteilt 32 Millionen Dollar
von thomas Mi, 18.Januar 2012   


Im Jahr 2011 haben User des US-Crowdfunding Portals Kickstarter mit rund 100 Millionen Dollar 11.000 Projekte erfolgreich finanziert - bei 27.000 gestarteten heisst das, dass beinahe jedes zweite Projekt erfolgreich sein Ziel erreicht hat. Rund ein Drittel aller Gelder (32,4 Millionen Dollar) flossen an rund 3200 Projekte aus dem Bereich Film&Video, die damit den größten Bereich aller Projekte bilden (noch vor Musik und Design).

Gegenüber 2010 ist die von Kickstarter verteilte Summe stakt angewachsen und hat sich beinahe vervierfacht (bei 3x sovielen erfolgreichen Projekten). Die überwiegende Anzahl von Projekten bewegt sich im Rahmen zwischen 1.000-5.000Dollar (5321), 2123 im Rahmen von 5.000-10.000$, 1268 kosteten 10.000-25.000$, 259 25.000-100.000$ und 23 über 100.000 Dollar (davon 6 Filme).

Verteilung der Gelder



Damit etabliert sich das erst 2009 gestartete Kickstarter im englischsprachigen Raum immer mehr als Alternative (oder Zusatz) zu traditionellen Möglichkeiten der Filmfinanzierung und ermöglicht unabhängigen Filmemachern wirkliche Unabhängigkeit. Ein zusätzlicher Vorteil der Finanzierung per Kickstarter ist die von Anfang an vorhandene Publicity und der direkte Kontakt mit dem möglichen Publikum, das später, wenn der Film fertig ist, auch als Fanbase dienen kann. Und: im Gegensatz zu echten Investoren dürfen die Kickstarter-Unterstützer keine Vorgaben machen bezüglich des Inhalts, der Vermarktung oder z.B. der Besetzung, und müssen auch nicht am Gewinn beteiligt werden, sondern können mit DVDs, einem Dankes-Anruf, einem Filmpartybesuch oder einer Rolle belohnt werden - der Filmemacher bleibt damit unabhängig.

Zur allgemeinen Anerkennung als Filmfinanzierungsinstitution trägt bei, dass 3 per Kickstarter geförderte Dokumentarfilme für einen Academy Award (Oscar) dieses Jahr nominiert sind, und mehr als ein Dutzend auf dem legendären Sundance Festival dieses Jahr gezeigt werden - was für die Qualität der Kickstarter Projekte spricht. Und auch die seit Januar 2011 gestartete Zusammenarbeit von Kickstarter und Sundance, durch deren Hilfe schon 50 Filmprojekte mit über 1,5 Millionen Dollar (rund 35.000$ pro Film) gefördert wurden, trägt zur Förderung interessanter Filmprojekte bei.

Beim nominierten Dokufilm "Battle for Brooklyn" zum Beispiel half Kickstarter Geld zu sammeln, um die Produktion zu Ende zu führen und die Öffentlichkeitsarbeit zu starten. Businessweek hat darüberhinaus einige interessante Beispiele für von Kickstarter geförderte Filmemacher und deren Erfahrungen.

Kickstarter Film/Video



Man kann nur hoffen, dass Kickstarter auch in anderen Ländern/Sprachen startet, um auch dort die Möglichkeit zu bieten, dass potentielle Zuschauer und Filmemacher zueinanderfinden zu beiderseitigem Nutzen (wenn natürlich auch der englische Sprachraum das größte Potential hat, also mehr mögliche Finanzierer). Oder die hier gestarteten Klone (wie z.B. Startnext, mySherpas oder Pling) erfolgreich genug sind, um Gelder in Größenklassen einzusammeln, die dem Bedarf von Filmen gemäss sind (immerhin hat Startnext 2011 schon insgesamt 300.000 Euro verteilt).

Welche Arten von Filmen erfolgreich finanziert wurden und wie sie vorgestellt wurden, kann man gut auf der Übersicht der erfolgreichen Filmprojekte anschauen.


  

[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
filmdebuet   12:32   13.02.
Startnext und Co. funktioniert in Deutschland schon. Aber: die Bereitschaft Geld in Produktionen zu stecken wächst in Deutschland etwas langsamer. Das...weiterlesen
NEEL   21:55   18.01.
Kickstarter ist wohl die einzige Plattform, die - eine Projekteignung vorausgesetzt - wirklich funktioniert. In Deutschland ist die Mentalität anders,...weiterlesen
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