Wenn heute jemand von einer progressiven Aufnahmemöglichkeit bei Camcordern spricht, sagt dies leider ohne weitere Details nicht sonderlich viel aus. So kam es bei der Vorstellung des neuen HV20 auch zu einiger Verwirrung:
So heißt es im Original-Pressetext: „Im HV20 ermöglicht der HD CMOS Sensor mit 2,96 Megapixeln 1080i Videos mit einer tatsächlichen Auflösung von 1.920 x 1.080 für brillante und detailreiche Videos (...) Der HV20 bietet einen zusätzlichen 25-p(Progressiv)-Aufnahmemodus an (...) Dieser Modus ist möglich, weil der HD-CMOS sowohl interlaced als auch progressiv ausgelesen werden kann.“
Soweit, so unklar. Dass der Bildsensor echte 1920 x 1080 Pixel an den Signalprozessor weitergibt war ja schon der bei HV10 der Fall. Dass diese „Full HD“-Auflösung jedoch auch auf dem HDV-Band landet, halten wir jedoch für sehr unwahrscheinlich. Hierfür müsste Canon die HDV-Spezifikation eigenmächtig erweitern und würde gleichzeitig eines bessere Auflösung als die eigenen Spitzenmodelle ausliefern. Daher handelt es sich hierbei eher um bewusst unklar formulierte Marketing-Aussagen, denn um einen FullHD-HDV-Camcorder.
Vielleicht war ja ursprünglich mit der True-HD-Funktion des CMOS Bildwandlers einfach nur die Progressive-Option gemeint. Denn wie bereits oben erwähnt, lässt sich der CMOS-Sensor ja ohne Zeilensprungverfahren auslesen. Jedoch hatten wir eine ähnliche Möglichkeit in unserem HV10-Test festgestellt. Also alter Wein in neuen Schläuchen?
Nein, nicht ganz. Denn 25p ist nicht gleich 25p und hängt von der Belichtungszeit ab. Der Canon HV10 nimmt nur unter einer Voraussetzung mit 25p auf: Wenn die Belichtungszeit 1/25s oder länger ist. Ab 1/50s werden die Aufnahmen automatisch interlaced. Anders (offensichtlich) der neue HV20: Er erlaubt auch mit 1/50s Belichtungszeit eine progressive Aufnahme als Vollbild. Dies ist zwar eigentlich einer echten 35mm-Kamera ähnlicher, jedoch wird nur jede zweite funfzigstel Sekunde aufgezeichnet. Der Rest der Bewegungsinformaton fällt unter den Tisch, wodurch das Bild ruckeliger erscheint. Bei 1/25s Belichtungszeit fällt dagegen nichts unter den Tisch, sondern die Bewegungen werden unscharf abgebildet. Je nach Sehgewohnheit ist es reine Geschmackssache, für welche Form man sich entscheidet. (Allerdings gewinnt man bei 1/25s Belichtung noch ein besseres Low-Light-Verhalten.) Dazu kommt, dass der HV10 bei einer Belichtungszeit von 1/25 etwas an Schärfe verliert, als ob er selber ein einfaches Deinterlacing in der Kamera durchführt. Es bleibt abzuwarten, ob der HV20 hier schärfer arbeiten wird.
Und was lernen wir daraus? Ohne weitere Angaben, sagt das Wort "progressive" einfach zu wenig aus. Neben der Aussage, mit welchen Belichtungszeiten sich der progressive Modus betreiben lässt, sollte natürlich auch die maximale Framerate nicht fehlen. Denn viele Anwender sehen (durchaus begründet) erst bei 50 Bildern pro Sekunde einen echten Vorteil für die progressive Filmaufzeichung: Denn hier wird „jede“ fünfzigstel Sekunde in ein eigenes Vollbild aufgezeichnet, wodurch die volle Bewegungsinformaton erhalten bleibt. Jedoch gibt es im hochauflösenden Consumer-Sektor bisher noch keinen Camcorder der diese 1080p50 beherrscht. Und nicht zuletzt treffen die 50p-Aufnahmen auch nicht jedermanns Geschmack. Denn die exakte und besonders scharfe Bewegungsdarstelleung mit 50 Vollbildern erinnert doch stark an den geschmähten „Videolook“ und verhindert eine meist ersehnte Film-Ästhetik.
Debonnaire hat folgendes geschrieben: Zitat: Der Canon HV10 nimmt nur unter einer Voraussetzung mit 25p auf: Wenn die Belichtungszeit ...weiterlesen
(unregistered) 23:36 02.06.
Das kommt auf deinen Filmstil an.
Wenn du mehr wie im Kino smoth vom Stativ runter schöne Sachen filmst und sich nur der Hintergrund bewegt, i...weiterlesen
ThomasSV (unregistered) 23:10 02.06.
Moin! Bei dem Thema würde ich gerne eine Newbie-Frage loswerden:
Was sieht besser aus:
1. 1080i/50 aufnehmen und am Rechner auf 1080p/...weiterlesen
Axel 00:14 26.02.
Eva Maier hat folgendes geschrieben: Solltest vielleicht nochmal recherchieren mit wieviel hz die LCD Fernseher intern arbeiten.
<...weiterlesen
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