| Filmkritiken : Video-DSLR Produktionen auf der Berlinale 2011 von rob Fr, 25.Februar 2011 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
Wir hatten Gelegenheit, uns 3 Video-DSLR Produktionen auf der Berlinale 2011 anzusehen. Die Spannbreite reichte von ambitioniertem Kunstfilm bis hin zur Doku-Fiction Produktion. Hier unsere Eindrücke und Empfehlungen, sowie ein Interview in Sachen Video-DSLR mit einem der Regisseure ...
Video-DSLRs scheinen spätestens mit der diesjährigen Berlinale 2011 bei den Low-Budget Film-Festival-Produktionen angekommen zu sein. Entsprechend konnten wir sowohl im Forums-Programm wie auch im Panorama-Programm der Berlinale 2011 Filme entdecken, die mit Video-DSLR produziert wurden. Die Spannbreite reichte hierbei vom ambitionierten Kunstfilm (Vampire) über den politischen Spielfilm (State of Violence) bis hin zur ausgesprochen sehenswerten Doku-Fiction (Halaw / Ways of the Sea).
So unterschiedlich die Filme, so unterschiedlich deren Anmutung und letztlich erzielter Look:
Vampire
Vampire (120 Min) ist ein Kraftakt des japanischen Regisseur und Filmemacher Iwai Shunji, der hier verantwortlich für Regie, Buch, Kamera, Schnitt, Musik und Produktion zeichnet - also in bester Indie-Rebel-Manier ans Werk geht.
Das Ergebnis ist ein erstaunlich professionell wirkender Film, dessen Ästhetik allerdings, obwohl mit DSLR gedreht, wenig mit der Imitation eines Kinolooks zu tun hat. Das Bild kommt zwar mit hoher Schärfe und gefühlt guter Auflösung aber gleichzeitig auch künstlich digital herüber. In gewisser Weise also durchaus verstörend, weil weder richtig Film noch Video, was jedoch bestens mit der erzählten Geschichte harmoniert:
Simon Wade, junger Biologielehrer an einer amerikanischen Highschool, durchstöbert regelmäßig das Internet nach suizidalen Mädchen/jungen Frauen, denen er beim Selbstmord „hilft“, indem er sie mit ihrem Einverständnis zu Tode bluten lässt und schließlich ihr gesammeltes Blut trinkt.
Es wimmelt im Film von suizidalen Teenagern, die sich von Simon Wade zum Sterben verführen lassen. Das Ganze ohne Angabe von Gründen oder eines Erklärungsangebots weder seitens der Opfer noch des Täters. Der Film entlässt den Zuschauer mit jeder Menge Fragezeichen und zugleich ziemlich verstört, weil man nicht versteht, was da vor sich geht.
Damit zeichnet Iwai Shunji eindringlich jene Verstörung nach, die ein Selbstmord in seiner Umgebung hinterlässt. Ein Film, der unter die Haut geht, im wahrsten Sinne des Wortes. Und damit ein gelungener, wenn auch sehr eigenwilliger Kontrapunkt zu den verblasenen Teenage-Vampir Filmen, die derzeit über die TV-Schirme flimmern.
Gefilmt wurde auf Canon EOS 5D MKII.
[3 Leserkommentare] [Kommentar schreiben] Letzte Kommentare:
 | -paleface- 21:06 26.02. | | Dachte beim dritten Film da wäre dick Rolling Shutter im Bild....aber ich glaube das Haus ist wirklich schief.
Aber sehr schön. Macht...weiterlesen |  | cantsin 23:29 25.02. | | Und höchstwahrscheinlich wird keiner dieser Filme jemals bei uns im Kino laufen oder im regulären Handel auf DVD erhältlich sein. Im besten Fall läuft...weiterlesen |  | [ Alle Kommentare lesen]
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