Mit der Einstellung von Ramen zeigte sich wieder einmal der große Nachteil von Open Source Projekten. Wenn die Entwickler die Lust verlässt, verschwinden hoffnungsvolle Ansätze und unzählige Stunden wertvoller Code-Entwicklung meistens wieder in der Versenkung. Und dies passiert leider gerade im Bereich der professionellen Videobearbeitung sehr häufig, weil es sich eben doch um einen Nischenmarkt handelt, der weder genügend Anwender noch genügend Programmierer anzieht. Während Linux als Betriebssystem oder OpenOffice LibreOffice als Office-Paket sehr gut funktionieren, weil viele Menschen ein Interesse an den entsprechenden Anwendungen haben, interessiert ein professionelles Compositing-System eben nur relativ wenige Anwender. Und genau hier beißt sich wieder einmal die Katze in den Schwanz. Denn der Preis eines Software-Pakets ist meistens im Verhältnis zur persönlichen Einarbeitung in ein Software-Produkt relativ egal. Um ein Compositing-Programm gut zu beherrschen, darf man schon ein paar Wochen Einarbeitungszeit einplanen. Und auf diese Einarbeitung lässt man sich natürlich nur ein, wenn man sich auch sicher ist, dass man das entsprechende Software-Paket auch ein paar Jahre benutzen wird. Und so bleibt das Anwender-Interesse an spannenden Projekten gering, bevor nicht eine voll funktionsfähige Version vorliegt, die sich in vielen Bereichen mit kommerziellen Alternativen messen kann. Aber vielleicht sehen wir die Sache auch zu schwarz. Die Codebasis von Ramen bleibt offen, was bedeutet, dass andere Programmierer das Projekt weiterentwickeln könnten. Wir persönlich glauben nicht unbedingt daran. Aber es gibt ja andere Projekte die wohl nicht so einfach sterben dürften (z.B Blender) weil die Entwickler- und Anwender-Basis bereits die kritische Masse überschritten hat. Hoffnung ziehen wir auch aus dem Audio-Bereich, in dem sich mit z.b. mit Ardour und Qtractor tatsächlich schon heute professionelle Open Source-Audio-Applikationen finden. Das traurige ist nur, dass sich Ramen so rasant entwickelt hatte, dass es fast so aussah, als gäbe es bereits Ende 2010 einen echtes OpenSource Compositing System, in das man seine Zeit investieren könnte.
Ich muss prime recht geben. Das kann einem bei kommerziell verkauften Software genau so passieren. Je spezieller der Bereich ist, desto eher kann eine...weiterlesen
prime 07:25 06.11.
Was ein Blödsinn. Im Gegensatz dazu verschwinden 'Closed-Source'-Applikationen komplett in der Versenkung.
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