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/// Einführungen : Videoschnittkarten

Einführungen : Videoschnittkarten
von rudi Mo, 9.April 2001 | 4 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen

  Einleitung
  Analoge Schnittlösungen
  Einfache Soft-DV-Lösungen.
  Soft-DV-Lösungen mit speziellen Video-Schnitt Treibern:
  Schnittlösungen mit spezieller DV-Hardware Unterstützung

Wer auf dem heimischen PC Videoschnitt betreiben will steht vor einer großen Auswahl an erhältlichen Schnittkarten. Die Auswahl der richtigen Schnittlösung hängt dabei in erster Linie vom geplanten Einsatzzweck ab.

Der Markt der erhältlichen Schnittkarten läßt sich grob in vier Bereiche unterteilen:

  • Analoge Schnittlösungen, die keine digitalen Ein- oder Ausgänge zur Videoübertragung bieten.
  • Einfache Soft-DV-Karten, die auf die Treiberunterstützung von Microsoft und Texas Instruments vertrauen.
  • Soft-DV-Karten, die mit selbstentwickelten Treibern ausgeliefert werden.
  • Spezielle Firewire-Karten, die explizit für den DV-Schnitt entwickelt wurden und durch zusätzliche Hardware diverse Schnittfunktionen optimaler unterstützen. Viele Karten in diesem Bereich ermöglichen zusätzlich auch die analoge Aufnahme.

    Jede Schnittlösung hat dabei ihre eigenen Vor- und Nachteile, auf welche im folgenden näher eingegangen wird:

    Analoge Schnittlösungen

    Seit über vier Jahren existieren die meisten analogen Videoschnittkarten mit praktisch unveränderter Hardware auf dem Markt. Und obwohl momentan MPEG2MPEG2 im Glossar erklärt (wegen seiner geringen Datenrate) und DV (wegen seiner verlustfreien Datenübertragungsmöglichkeiten) als die aktuellen Videoschnittstandards für den Prosumer vermarktet werden, spricht nach wie vor nichts gegen den Einsatz von diesen M-JPEG-Lösungen, solange man ausschließlich analoges Videomaterial bearbeiten will. Alternativ kann man mittlerweile auch zu einer billigen TV-Tuner-Lösung oder einer Grafikkarte mit Video In- und Out greifen. Dabei gibt es jedoch gravierende Vor- und Nachteile gegenüber speziellen Videoschnittkarten, so daß eine Entscheidung wohlbedacht sein will.

    Der größte Unterschied gegenüber den „klassichen“ analogen Lösungen alá FAST AV-Master oder Pinnacle DC30+ besteht darin, daß die Grafik und Tuner-Karten keine integrierte Hardware-Kompression bieten. Auf den meisten Boards befindet sich nur ein D/A-A/D Wandler, welcher das Videosignal unkomprimiert über den PCI-Bus in den Computer schleust oder entsprechend wieder ausgibt. Für eine Overlay-Dartellung auf dem PC-Bildschirm können diese Daten direkt in den Bildschirmpuffer geschrieben werden. Da ein unkomprimiertes Videosignal jedoch bei einer PAL-Vollbild-Auflösung von 768 x 576 rund 21 MB/sMB/s im Glossar erklärt benötigt, können diese Datenmengen ohne ein spezielles RAID-ArrayRAID-Array im Glossar erklärt nicht auf der Festplatte gespeichert werden. Aus diesem Grund muß das Signal in der Regel komprimiert werden. Spezielle Hardwarelösungen setzten hierfür üblicherweise Motion-JPEGMotion-JPEG im Glossar erklärt (M-JPEG) ein. Dies ist eigentlich nur ein Strom einzelner Bilder, die nach dem bekannten JPEG-Algorithmus komprimiert wurden. Hiermit läßt sich das Signal ohne sichtbare Qualitätseinbußen auf ca. 1/3 des Datenstroms (also ca. 7 MB/s) reduzieren. Für den Heimvideogebrauch sind auch Datenraten von 2-3 MB/sMB/s im Glossar erklärt noch ausreichend. Dieses Verfahren erfreut sich nach wie vor im professionellen Schnittbereich großer Beliebtheit, da auf jedes Bild im DatenstromDatenstrom im Glossar erklärt einzeln zugegriffen werden kann. Man spricht in diesem Fall auch von einer Intra-Frame-Kompression, da jedes Einzelbild separat komprimiert wird, ohne die Redundanz der vorhergehenden oder nachfolgenden Bilder auszunutzen. Bis vor kurzem, war es nicht möglich diese KompressionKompression im Glossar erklärt mittels Software in Echtzeit zu ermöglichen. Mit steigender Prozessorleistung und einiger Softwarekniffe ist es jedoch findigen Entwicklern gelungen funktionierende M-JPEGM-JPEG im Glossar erklärt Software-Codecs anzubieten. Ab einer Prozessorleistung von 400MHz können diese Codecs das unkomprimierte Videosignal in Echtzeit auf die Festplatte schreiben oder von dort darstellen. Der bekannteste MJPEG-Softwarecodec stammt von der Aachener Softwareschmiede MainConcept, auf deren Webseite sich auch eine kostenlose Demoversion herunterladen läßt. Ein ebenfalls sehr schneller M-JPEG-Codec findet sich unter morgan-multimedia.com/m3jpeg.htm . Gegenüber Karten mit Hardware-MJPEG-Codecs ist die Bildqualität dieser Karten jedoch meistens deutlich schlechter, da hier oftmals nicht sehr hochwertige Wandlerchips zum Einsatz kommen.

    Gerade bei der Unterstützung von Bearbeitungssoftware spielen teurere, spezielle Schnittlösungen die billigen Grafik- und Tunerkarten an die Wand. In der Regel erweitern die Hersteller nämlich durch Plug-ins die gängigsten Softwarepakte, um dadurch einen größeren Schnittkomfort zu ermöglichen. So beherrscht fast jede dezidierte Schnittkarte beispielsweise Timelineplaying in Adobes Premiere oder Uleads Media Studio. Ohne ein derartiges PluginPlugin im Glossar erklärt sieht der Anwender bei der Arbeit mit diesen Programmen nur ruckelige Bilder. Ausgelassene Frames und Probleme beim Herausspielen des fertigen Videos sind die Folge. Mit vielen teureren Modellen erhält der Anwender in der Regel auch die Vollversion eines „großen“ Schnittprogramms wie Premiere oder Media Studio Pro. Der Nachkauf einer solchen Lizenz ist oftmals teurer als das gesamte Schnittsystem.

    Ein weiteres Problem vieler videotauglicher Tuner- und Grafikkarten liegt im Audiobereich: Während semiprofessionelle Lösungen in der Regel einen eigenen Audiochip auf der Schnittkarte mitbringen, sind die von uns betrachteten Lösungen auf die eingebaute Soundkarte angewiesen. Hierbei kann es durch die getrennten Platinen zu Synchronisationsproblemen kommen. Dies äußert sich beispielsweise in einer fehlenden Lippensynchronität.

    Da die meisten videotauglichen Tuner- und Grafikkarten auf den bekannten Booktree-Chipsätzen beruhen und die Treiber für diese Chipsätze offenliegen, eröffnet sich gerade für die billigen Karten ein interessantes Anwendungsfeld: Viele dieser Karten können schon unter Linux eingesetzt werden. Unter dem alternativen Betriebssystem existiert bereits ebenfalls eine ausgereifte Multimedia Schnittstelle namens Video for Linux. Mit dieser lassen sich die TV-Tuner und Videoeingänge der getesteten Karten direkt ansprechen. Da unter Linux auch schon erste Videoschnittprogramme heranreifen (Z.B.: Broadcast2000, oder MainActor ) empfehlen sich alle Booktree-Modelle für Anwender, die auf diesem Gebiet erste Experimente wagen wollen. Professionellere Schnittkarten wie die AV Master oder die DC30+ arbeiten nach wie vor nicht unter Linux, da viele Hersteller sich noch immer weigern, die freie Programmierergemeinde mit Informationen zu versorgen.

    Einfache videotaugliche Tuner- und Grafikkarten eignen sich daher für alle Anwender, die erst einmal in das neue Gebiet Videoediting „hineinschnüffeln“ wollen. Der Aufpreis für Videoein- und Ausgänge bei Grafikkarten hält sich dabei in vertretbaren Grenzen, so daß man ohne große Investitionen zu seinem ersten Schnittplatz kommt. Wer außerdem nur plant VHS- oder Video8-Aufnahmen zu bearbeiten dürfte mit der Bildqualität hier vorgestellten Lösungen auf jeden Fall gut auskommen. Wer Videos für Web konvertieren möchte, kann ebenfalls bedenkenlos zugreifen, da momentan die Bildqualität der gängigsten Webcodecs noch weit unter der Qualität dieser Karten liegt. Für höherwertiges Material wie SVHS oder Hi8Hi8 im Glossar erklärt empfehlen sich mit Sicherheit eher Hardware MJPEG-Karten. Sollte der Anwender sogar einen DV-Camcoder besitzen, ist er mit einer billigen Firewirekarte zur Videobearbeitung besser beraten, als mit jeder analogen Lösung. Wer sowohl digitales, als auch analoges Video bearbeiten will, kann entweder zu einer Zwitterlösung greifen (siehe letzter Absatz) oder eine analoge Wandlerbox (spezielle Camcoder, externe Wandler) bemühen.

    Bewährte analoge Schnittkarten mit MJPEG-Hardware-Codec sind:

    FAST AV-Master 2000

    Die AV Master von FAST existiert bereits seit 1996 und beeindruckte damals nicht nur durch ihre technischen Werte. Sie ist auch nach wie vor die größte Karte in dieser Übersicht und paßt aufgrund ihrer Länge nicht in jeden PCI-Slot. Mit möglichen Kompressionsraten von bis zu 4:1 erreicht die AV Master eine Datenübertragungsrate von bis zu 5,5MB/s, was vor wenigen Jahren noch als absolut sendetauglich eingestuft wurde. Das mitgelieferte „FAST Capture“ unterstützt den Anwender bei der Aufnahme und Verwaltung seiner Videoclips. Zum eigentlichen Videoschnitt legt FAST die Vollversion von Media Studio 6.0 bei. Ein mitgeliefertes PluginPlugin im Glossar erklärt namens "Power Play" ermöglicht es mit der AV-Master Projekte direkt von der TimelineTimeline im Glossar erklärt ruckelfrei abzuspielen. Filter und Übergänge werden hierbei in temporären Verzeichnissen zwischengespeichert und müssen, solange sie nicht verändert werden nur einmal berechnet werden. Dies spart nicht nur Zeit sondern auch Festplattenplatz, da der fertige Film nicht noch einmal auf der Festplatte gespeichert werden muß. Wer seine Videos nicht nur auf Videocasetten ausgeben will, dürfte sich über den beigelegten Mediator 5 freuen. Dieser erlaubt es, Videos in interaktive CD-Roms einzubetten.
    Als AV-Master lite ist die Karte auch nach wie vor mit den älteren Media Studio 5.2 erhältlich.

    Pinnacle DC30+

    Die DC30+ ist eine technisch leicht verbesserte Version der DC30 von Miro, die vor 3 Jahren praktisch zeitgleich mit der AV Master in den Handel kam. Im Lieferumfang befindet sich eine separate Breakout-Box, die sämtliche Anschlüsse der DC30+ von der Computerrückseite herausführt. Die DC30+ ist in der Lage Datenströme von bis zu 7 MB/sMB/s im Glossar erklärt zu verarbeiten, was ungefähr einer KompressionsrateKompressionsrate im Glossar erklärt von 3:0 bei PAL-Videos entspricht. Zentrales Element zur Einrichtung der Karte ist das MiroCapture-Programm, mit welchen man jederzeit sämtliche Einstellungen der DC30+ zentral verwalten kann. Diese bietet zum Teil noch mehr Konfigurationsmöchlichkeiten als das Fast CaptureCapture im Glossar erklärt Utility, kann dabei aber auch Einsteiger eher verwirren.
    Als Schnittsoftware kommt bei der DC30+ die Vollversion von Premiere 5.1 zum Einsatz. Pinnacle hat hierfür ebenfalls ein PluginPlugin im Glossar erklärt namens InstantVideo entwickelt welches ruckelfreies Abspielen von Videoclips aus der TimelineTimeline im Glossar erklärt ermöglicht. Um den etwas rudimentären TitelerTiteler im Glossar erklärt von Premiere aufzuwerten, wird zusätzlich der rennomierte Title Deko-Schriftgenerator mitgeliefert. Dieses Titel-Programm integriert sich nahtlos in Premiere und erzeugt dank seiner vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten ansprechende Titel in kurzer Zeit.

    Como AVerMedia MV300

    Bei einer KompressionKompression im Glossar erklärt von bis zu 4:1 kommt die MV300 ebenfalls auf ca. 5 MB/sMB/s im Glossar erklärt Datenübertragungsrate. Auffällig ist die Möglichkeitet PAL-Videomaterial gleich im 16:9 FormatFormat im Glossar erklärt zu capturen, wodurch die Pixelauflösung 768 x 480 beträgt. Ansonsten gibt es eigentlich nichts, wodurch sich die MV300 von anderen Lösungen absetzt. Sie hat im Vergleich zu den oben genannten Konkurrenten in diesem Segment keinen Soundchip on Board, jedoch gab die Synchronisation mit einer separaten PCI-Soundkarte (Soundblaster 64) keinen Grund zur Beanstandung. Im Lieferumfang der Karte findet sich eine eingeschränkte Version von Media Studio Pro 5.2. Ein mitgeliefertes Tool namens "Smart Player" erlaubt dem Benutzer mehrere Dateien aus der TimelineTimeline im Glossar erklärt hintereinander ruckelfrei wiederzugeben, um die berüchtigte 2GB-Grenze von AVI-Dateien zu umgehen. Eine Anpassung für das aktuelle Media Studio 6.0 ist dagegen noch nicht erhältlich.



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    Schnittlösungen mit spezieller DV-Hardware Unterstützung
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    update am 5.September 2010 - 11:00
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