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/// Editorials : Filme

Editorials : Was macht eigentlich...3D?
von Mi, 20.Juli 2011 | 3 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen    


3D-Fernseher verkaufen sich nicht so gut wie erhofft: Es wurden in den USA 2010 nur 1,1 Millionen 3D-TVs verkauft, für 2011 wird mit einem Absatz von nur 2 Millionen Geräten gerechnet - weniger, als es die anfängliche 3D-Euphorie auch gerade der Hersteller erwarten ließ. Eine Hauptschuld daran tragen laut einer aktuellen US-Konsumentenbefragungen einerseits die noch immer hohen Preise für 3D-TVs, andererseits der Zwang, zum Betrachten des stereoskopischen 3Ds eine Brille tragen zu müssen. Hoffnung macht allerdings die kleiner werdende Preisschere zwischen 2D und 3D Fernsehern und die zunehmende Anzahl von auf Blu-ray erhältlichen 3D Filmen.

Panasonics Marketing Chef Andrew Denham macht dagegen Hollywood für die Kaufzurückhaltung verantwortlich. Seiner Meinung nach hat Hollywood, um auf der durch Avatar ausgelösten 3D-Erfolgswelle um jeden Preis mitzuschwimmen, einerseits zu viele Filme nachträglich in s3Ds3D im Glossar erklärt konvertieren lassen, ohne Rücksicht auf deren 3D-Tauglichkeit zu nehmen, andererseits oftmals ohne das nötige Fachwissen Filme nur notdürftig in 3D produzieren lassen - eine Gefahr, die in unserem Interview auch der 3D-Experte Josef Kluger äußerte.

Avatar war eine Ausnahme, die sehr hohe Masstäbe in Sachen 3D gesetzt hat, weil der Film von James Cameron speziell für 3D konzipiert wurde und sehr viel nachgedacht wurde über den Einsatz von 3D-Effekten bezüglich Technik und Story. Was von den überwiegend meisten anderen 3D Produktionen leider nicht gesagt werden kann - sie sind nicht nur schlecht überlegt, sondern führen im schlimmsten Fall (wenn 3D schlecht umgesetzt wird) zu Überlkeitsgefühlen und Ermüdungserscheinungen. Eine Erfahrung, die dem Zuschauer die Lust an 3D gründlich verderben kann - und anscheinend auch hat. Ein weiteres Problem ist die systembedingte Lichtarmut von 3D-Filmen, die durch die 3D-Vorsatzlinsen der Projektoren verursacht werden.

Auch der 3D-Enthusiast und Studiochef von Dreamworks, Jeffrey Katzenberg, sieht die Schuld bei Hollwood: statt wie noch vor eineinhalb Jahren Begeisterung und Freude auf 3D, regiere jetzt aufgrund schlechter Erfahrungen Misstrauen bei den Zuschauern gegenüber neuen 3D-Filmen. Hier siegte das Interesse am kurzfristigen Gewinn (alles in 3D umwandeln und raushauen, egal in welcher Qualität) und der Firmenegoismus (einige der attraktivsten 3D Filme waren/sind nur im Bundle mit der Hardware eines Herstellers erhältlich) über langfristige Strategien, wie etwa einer gemeinsamen Qualitätssicherung der Studios von 3D-Filmen, um Zuschauern ein ungetrübtes Erlebnis garantieren zu können. Das unglückliche Ergebnis: misstrauische Zuschauer bzw. Käufer.

Die Hoffnung der 3D-TV Hersteller (besonders Sony und Panasonic) liegt auch jetzt auf dem Erfolg der derzeit startenden 3D-Sender und der wachsenden Anzahl der als 3D Blu-Ray Disc erhältlicher Filme (Ende 2011 sollen es rund 100 sein) - bisher wurden nur 3,5 Millionen 3D Blu-Rays in den USA verkauft, wovon die Hälfte mit einem Gerät gebundelt war.




3D-Kino



An der Wallstreet jedenfalls häufen sich die Bedenken bezüglich der Zukunft von 3D im Kino: der Kurs von RealD, dem größten 3D-Ausstatter von Kinos, fällt seit einiger Zeit stark - zumal RealD angesichts sinkender Zuschauerzahlen von 3D-Filmen den Investoren nur Beschwichtigungen entgegenhalten konnte. Als kritisch für die Zukunft von 3D-Kino werden von Analysten die oft abschreckend hohen 3D-Ticketpreise und mangelnde 3D-Umsetzung von Filmen (zu dunkel, nicht immer orginal in 3D gedreht, schlechtes 3D) gesehen.

Ein Indikator für den sinkenden Zuschauerzuspruch zu 3D war jüngst die US-Premiere des Dreamworks Animationsstreifen Kung Fu Panda 2: im Gegensatz zu Vorjahres-Debut von Shrek Forever mit 60% waren die 3D-Ticketverkäufe hier hier trotz einer größeren Anzahl von 3D ausgerüsteten Kinosälen nur 45% Prozent. Gründe hierfür könnten im 40-prozentigen Aufschlag auf die 3D-Kinotickets zu finden sein, eine Marge, die vielen Zuschauern auf die Dauer zu hoch ist.

Quantel, ein Hersteller von 3D-Postproduktions-Tools und in den letzten Monaten auch an der Börse fallend, sieht zwar 3D weiter im Aufwind, aber die steigende Anzahl von 3D-fähigen Kinosälen weltweit bedeutet nicht zwingend, daß auch mehr Zuschauer 3D Filme sehen wollen (nur, dass sie´s könnten).

Die vorhergesagte Rolle von 3D als ultimativem Publikumsmagneten und damit Lebenselixier für alle umgerüstete Kinos scheint sich also nicht ganz so eindeutig zu verwirklichen. Vielleicht wurde auch einfach zu viel erwartet. Interessiert erwartet werden nun die 2D/3D-Zuschauerzahlen der Sommerblockbuster "Transformers : Dark of the Moon" und der letzten Teil der Harry Potter Saga. Wird sich 3D erholen, stagnieren oder weiter verlieren?


   

[54 Leserkommentare] [Kommentar schreiben]   Letzte Kommentare:
Alf_300   19:53   30.08.
Avatar 3D Blu ray gibts doch wirklich günstig bei
http://www.amazon.de/AVATAR-Blu-ray-Aufbruch-nach-Pandora/dp/B004KDXT2Y/ref=sr_1_1?ie=UTF8&a...weiterlesen
Scorp.ius   19:43   30.08.
Also ich habe mir letztes Jahr einen neuen TV geholt, und dabei dann auch gleich einen mit 3D Funktion genommen. Was mich anschließend wirklich geärge...weiterlesen
hubse   12:26   26.07.
Falls es jemanden interessiert, was Spielberg zu dem Thema sagt - das deckt sich so ziemlich mit der allgemeinen Meinung hier im Forum

weiterlesen
Lu-Wen   17:54   23.07.
3D wird sich dann durchsetzen, wenn es genügend Leute gibt die sich solche Produkte anschaffen. Es wurden wohl deutlich mehr Verkäufe von 3D-Ferseher ...weiterlesen
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