| Editorials : Startet Panasonic die 3D Revolution zuhause? von slashCAM Fr, 13.August 2010
Panasonic bestätigt seine Vorreiterrolle in Sachen 3D und hat mit dem HDC-SDT750 den ersten Consumer 3D-Camcorder vorgestellt. Mittels 3D-Zusatzobjektiv und spezieller Technik wird stereoskopisches 3D im ´side-by-side´ Verfahren aufgenommen. Für einen Preis von 1400€ macht er 3D erstmals massenfähig - jetzt wird sich zeigen, wie groß das Interesse, 3D zu sehen und auch selbst zu produzieren, wirklich ist. Und auch, ob 3D wirklich das Potential besitzt, das nächste große Ding zu werden (jetzt, beim wiederholten Anlauf...), das jeder haben will, und das die bisherige Hardware (Camcorder, TV, Monitor, Player) veraltet erscheinen läßt, und so zu einer großen Neukaufwelle führt - so wie sich das Panasonic und Sony wünschen, die als große integrierte Konzerne der Unterhaltungselektronik möglichst alle diese neuen Geräte verkaufen würden. Noch aber besteht das Henne-Ei Problem: Ohne genügend 3D Inhalte lohnt es sich nicht, einen der neuen, teuren, 3D-fähigen Fernseher zu kaufen. An dieser Stelle könnte es nun also unter Umständen interessant werden: wird dieses Dilemma durch die Möglichkeit gelöst, selbst 3D Filme herstellen zu können? Damit das wirklich massenwirksam wird, müsste 3D in der Lage sein, zum Reiz des Neuen auch einen dauerhaften Mehrwert hinzufügen, der User dazu bewegt, nie wieder einen Camcorder ohne 3D-Fähigkeit zu wollen...
Panasonic verspricht mit dem HDC-SDT750 problemloses 3D-Filmen - erkauft wird diese Einfachheit der Bedienung in Sachen 3D durch einen Mangel an diesbezüglichen Einstellmöglichkeiten - die gibt es erst beim Profimodell AG-3DA1 - das ist einerseits recht einschränkend, auf der anderen Hand aber auch sinnvoll, denn um diese neuen Parameter sinnvoll einzusetzen, muss sich der Filmer länger damit auseinandersetzen und kann nicht -- wie mit einem Consumercamcorder üblich -- relativ unbedacht losfilmen. Einem erstem Testbericht zufolge ist die Kalibirierung der 3D-Objektive allerdings noch etwas umständlich. Und die Einfachheit der Bedienung, die der festen Einstellung von Konvergenz und interaxialem Abstand geschuldet ist, führt zu einer Einschränkung der 3D-Wirkung auf einen Raum zwischen 1,2m und 4m - im Abstand darüber bzw darunterliegene Objekte werden nicht räumlich gestaffelt angezeigt. Und man muss beim Filmen für eine gute Beleuchtung sorgen, denn die aufgesetzte 3D-Linse schluckt Licht. Zusätzlich verdunkelt dann bei der Wiedergabe noch das eingesetzte Shutterverfahren das Bild, da abwechselnd die Gläser der 3D-Brille des Zuschauers abgedunkelt werden, um jedem Auge unterschiedliche Bilder präsentieren zu können.
Das von Panasonic verwendete Side-by-side Verfahren ist zwar gut etabliert als eines der Standardformate für 3D (das zB auch YouTube mit seinem 3D-Kanal verarbeiten kann - ausgegeben wird allerdings systembedingt anaglyph), aber die Technik leidet unter einer starken Verkleinerung der Auflösung (540x960 statt 1920x1080, also eigentlich 1/4), die aber interessanter- (und noch unerklärter-)weise durch den 3D Effekt kaum sichtbar wird - das Auge scheint bei 3D Bildern Auflösungen anders wahrzunehmen. Zwar kann die Kritik am notwendigen Tragen von 3D Brillen auch ein Hemmnis für einen 3D Boom sein, zumal der Lichtstärkenverlust gerade bei selbstgedrehtem Material ohne professionelle Beleuchtung evtl. die Bilder schlecht aussehen lassen wird. Möglicherweise aber gewöhnen sich auch immer mehr User einfach an die Brillen, sei es im Kino oder vor dem 3D-Fernsehschirm zuhause.
Panasonic verlangt für die HDC-SDT750 verglichen mit dem bis auf die 3D-Fähigkeiten weitestgehend identischen Schwestermodell HDC-SD707 rund 400 Euro Aufpreis - nicht allzu viel, wenn man bedenkt, dass man ja mit dem HDC-SDT750 auch noch einen sehr guten 2D-Camcorder in den Händen hält. Ein vertretbarer Preis also, um in das 3D-Experimentieren einzusteigen. Jeder kann nun für sich probieren, welche neuen Regeln beachtet werden müssen beim Filmen und Editieren der 3D Videos, um die Schein-Räumlichkeit richtig zu Wirkung kommen zu lassen, und auch um zu vermeiden, dass Effekte auftreten, die Zuschauer übel werden lassen. Aber das verspricht ja auch eine interessante Zeit: wenn allmählich durch 10,000 von Versuchen erforscht wird, was "gutes" S3D ausmacht - gerade Filmer, die sehr an Effekten interessiert sind, um den Zuschauer zu beeindrucken, oder für deren Sujet die räumliche Wirkung wichtig ist, werden sicherlich ganz gerne die neuen Möglichkeit aufgreifen. Auch wenn viel Spielerei produziert werden wird, die sich vor das "Filmische" (die Story, die Regie) schieben wird, vielleicht entwickelt sich allen Einschränkungen zum Trotz mit der Zeit ein neuer, angepasster Erzählstil?
Und wer mehr Kontrolle über den 3D Effekt haben will, bastelt sich halt zwei Camcorder per Mirror-Rig zusammen oder wartet auf die erste Semi-Profi 3D Cam, die das Segment zwischen der 1400.- Euro SDT750 und der 21.000 Dollar teuren Pansonic AG-3DA1 abdeckt. Wir sind allerdings gespannt auf das erste Testmuster der SDT750, um erstmalig selbst produziertes 3D Video sichten zu können.
[4 Leserkommentare] [Kommentar schreiben] Letzte Kommentare:
 | frm 13:06 22.08. | | Ich kann das nicth verstehen.
Ich bin ein großer 3D Fan. Ich finde das die Bilder bemerkenswert gut sind.
Ich mag auch das räumliche ...weiterlesen |  | Kabe 19:12 13.08. | | Ich kann zwar 3D sehen, doch trotzdem bin ich nicht so recht überzeugt.
Wo ist der Mehrwert für mich als Zuschauer? Die Mehrkosten s...weiterlesen |  | der_kleine_techniker 15:07 13.08. | | Tja, mir egal.
Wenn man zu dem Teil der Menschheit gehört, der nicht 3d sehen kann, dann geht einem das Thema am A. vorbei.
...weiterlesen |  | [ Alle Kommentare lesen]
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