| Editorials : Hochauflösend in die Zukunft: HDV von rudi Mo, 17.Januar 2005 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
Neue Geräte
Neben einem digitalen Empfangsgerät (eine so genannte Set-Top-Box) benötigt man dafür allerdings auch einen neuen Fernseher. Denn die hierzulande üblichen PAL-Geräte können nur maximal 768 x 576 Bildpunkte darstellen. HDTV unterstützt dagegen Bildauflösungen von bis zu 1920 x 1080 Punkten. Dies äußerst sich in einer deutlich höheren Schärfe der Bilder. Selbst bei Projektionsgrößen von 5m oder mehr ist HD kaum noch von einer Kinoprojektion zu unterscheiden.
HDV-Fernseher?
Falls Sie gerade sowieso mit dem Gedanken spielen, sich einen neuen Großbild-Fernseher zuzulegen, sollten Sie bei Ihrer Auswahl besonders genau hinsehen. Denn obwohl alle neuen HD-Formate auf ein Bildverhältnis von 16:9 ausgelegt sind, gilt noch nicht der Umkehrschluss: Fast kein aktueller 16:9-Fernseher ist voll HD tauglich, wie leider immer noch viele Konsumenten glauben (und was entsprechend oft von der Werbung suggeriert wird). So bieten nach wie vor die wenigsten Plasma-Displays eine echte physikalische Auflösung von 1920 x 1080 Punkten. Die meisten Modelle schaffen gerade einmal eine optische Auflösung von horizontal 1300 Pixel. Ältere Auslaufmodelle, die momentan in bezahlbare Regionen kommen, liegen mit knapp 800 Bildunkten sogar noch deutlich darunter. Die Schärfe eines zukünftigen HD-Films mit 1920 horizontalen Bildpunkten wird ein solches Modell niemals darstellen können.
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Bei uns kommt HDTV bisher noch nicht in die Gänge, weil es praktisch keine HD-fähigen Endgeräte gibt, um solche Programme überhaupt empfangen zu können. Der momentan einzig bezahlbare Weg geht dabei über einen leistungsfähigen PC mit einer entsprechenden DVB-Tuner-Karte und einem HD-Software-Codec. Auf diese Weise lässt sich dann immerhin das HD-Bild auf einem Computermonitor in voller Auflösung anzeigen.
 | | Mit einer HDTV-fähigen Tuner-Karte wie der Technisat Skystar 2 (für ca. 60 Euro) lässt sich kostengünstig am PC hochauflösend fernsehen | |
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Doch auf der Produktionsseite verursacht die Umstellung auf HD enorme Kosten. Professionelle HD-Camcorder kosten deutlich mehr als die bisher üblichen SD-Modelle. Und die Umrüstung professioneller Schnittsysteme war bisher ebenfalls eine kostspielige Angelegenheit. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Produktionssysteme auf spezieller Hardware basieren, die komplett ausgetauscht werden muss. Da ein HD-Videobild vier bis fünf Mal mehr Information in sich trägt, muss man auch mit weitaus größeren Datenmengen hantieren, was in vielen Sendern eine komplett neue Infrastruktur erfordert.
Doch mit dem neuen HDV-Format könnte sich eine neue Revolution anbahnen, die -ähnlich wie seinerzeit DV- plötzlich deutlich günstigere Produktionformen ermöglicht. Denn HDV basiert einerseits auf der bereits eingeführten DV-Kasetten-Technologie. Diese hat sich bereits seit 8 Jahren bewährt und ist mittlerweile günstig zu fertigen. Dank großen Fortschritten in der Kompressionstechnologie werden diese Kasetten bei HDV jedoch nun im MPEG-2-Format beschrieben. Dadurch können bei der selben Datenrate von 25 Mbit/s nun auch hochauflösende Videobilder mit bis zu 1440 x 1080 Pixel aufgezeichnet werden (sog. MP@H-14-Format).
Natürlich wirft dies zuallererst Fragen über die erzielte Qualität auf. Reichen 25 Mbit/s wirklich aus, um auch komplexe Bewegungen und detailreiche Bilder ohne sichtbare Artefakte aufzuzeichnen? Wagen wir zuerst einen Rückblick, bevor wir auf diese Frage näher eingehen.
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