| Editorials : Hochauflösend in die Zukunft: HDV von rudi Mo, 17.Januar 2005 | 5 Seiten | diesen Artikel auf einer Seite lesen
Leichter Schnitt
Und auch beim Schnitt bringt das neue HDV-Format einige Vorteile mit sich. Als Übertragungsweg wurde das bereits weit verbreitete Firewire-Interface gewählt. Zwar sind die zu übertragenden Datenströme nicht zu DV kompatibel, dafür benötigt man für ein Schnittsystem keine besondere Hardware. Im besten Fall genügt ein einfaches Software-Update, um HDV schneiden zu können. Und trotz der vierfachen Bildgröße müssen auch keine größeren Festplatten angeschafft werden, da eine Stunde HDV-Video (wie auch DV) nur ca. 13 GB Festplattenplatz verbraucht. In der Praxis dürfte jedoch ein leistungsstarker Rechner eine große Hilfe darstellen. Denn für die Erzeugung von HD-Effekten benötigt man die vierfache Rechenleistung gegenüber normaler PAL-Auflösung.
Ausblick
Sollte die Bildqualität trotz der genannten Einschränkungen stimmen, wird mit Sonys neuem HDV-Modell sicherlich ein neues Zeitalter eingeläutet. Auch ohne einen eigenen HDTV-Fernseher im Wohnzimmer sprechen bereits viele Gründe für das neue Format. Wer beispielsweise plant, mit Video für die große Leinwand zu produzieren, der bekommt mit dem ersten HDV-Camcorder durchaus ein Instrument in die Hand, um gegenüber DV (oder sogar DigiBeta) mit deutlich höherer Schärfe zu produzieren. Solche Anwender dürfte ein Einstiegspreis um die 3000 Euro auch nicht abschrecken, denn 35mm-Material ist noch um einiges teurer. Dazu sollte man nicht vergessen, dass man mit einer HDV-Kamera auch einen guten DV-Camcorder mitgeliefert bekommt. So lässt sich beispielsweise schon heute auf HDV aquirieren, und dennoch das Material vorerst als DV bearbeiten. Auch unter dem Aspekt der Zukunftssicherheit ist HDV daher sicherlich eine Überlegung wert. Wie sich das Format tatsächlich in der Nachbearbeitung verhält (Stichwort Farbkorrektur , Effekte und Kompatibilität) wird sich sicherlich in der nächsten Zeit zeigen. Sollte es hier zu gravierenden Einschränkungen durch die starke Kompression kommen, kann man immer noch auf die Konkurrenz hoffen. Denn es ist durchaus möglich, dass Panasonic die Gunst der Stunde nutzt, um mit einem weniger „limitierten“ HD-Consumer-Format dagegen zu halten. Die Revolution ist zwar da, aber noch lange nicht entschieden...
 | | In der Vergrößerung ist klar der Unterschied zwischen DV (links) und HDV (rechts) zu erkennen | |
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