Mit einem Band lassen sich die eben dargestellten Vorteile nicht erzielen. Schließlich müsste jede Szene erst einmal angefahren werden, bevor man diese im Rechner bearbeiten könnte. Die Zukunft wird sich daher zwischen 3 möglichen Wegen aufspalten. Der einfachste (und heute bereits günstigste) Weg ist eine eingebaute Festplatte. Eine 80 GB-Festplatte in kompakter 2,5-Zoll-Bauform kostet heute gerade noch einmal 100 Euro. Diese würde umgerechnet Speicherplatz für über sechs Stunden (H)DV-Material bieten. Ist die Festplatte voll, lässt sich entweder Ersatz einschieben, oder man kopiert den Inhalt einfach auf den heimischen PC. Der einzige Haken dieser Technologie ist die mechanische Stabilität der Laufwerke: Sie vertragen Stöße nicht so gut, wie die alternativen Speichermöglichkeiten. Allerdings wurden auch hier schon Wege gefunden: Etwa gedämpfte Lagerung oder Betrieb von zwei Festplatten (RAID), wobei eine nur als Ausfallsicherung dient. Da sich der Preis von Festplattenspeicher ca. alle 18 Monate halbiert, könnten Festplatten spätestens in drei Jahren auch die erste Wahl sein, um sogar HD-Material praktisch unkomprimiert zu speichern. JVC hat diesen Weg ja bereits im Consumer-Markt beschritten, nur ohne sich den größten Vorteil dieses Systems zunutze zu machen: Nämlich auch Kameras mit höheren Datenraten und besserer Farbauflösung als DV und HDV anzubieten.
Auf normalen Notebook-Festplatten lässt sich Video schon heute bequem in großen Mengen speichern.
Um die mechanische Belastung zu minimieren, kann man auch mit Flash-Speicherkarten hantieren, die in heutigen Digitalkameras schon zum Einsatz kommen. Dies hat den Vorteil, dass sich in der Kamera überhaupt keine beweglichen Teile mehr befinden und diese dadurch extrem stoßfest gebaut werden kann. Panasonic hat ja bekanntlicherweise diesen Weg schon eingeschlagen. Allerdings wird Flash-Speicher auf absehbare Zeit immer ein relativ teures Speichermedium gegenüber den Alternativen sein. Außerdem ist die Schreibgeschwindigkeit (noch) nicht für hohe Datenraten von wenig komprimiertem HD-Video ausgelegt. Daher ist die Flash-Speichertechnologie bis auf weiteres mit starker Kompression und allen damit verbundenen Nachteilen verbunden. Doch nicht notwendigerweise: Kaum etwas ist momentan so günstig zu erstehen, wie ein Flash-Lese/Schreibeinheit. Ein Raid-System aus sagen wir einmal 8 SD-Karten (+1 oder 2 Parity-Karten zur Ausfallsicherheit) wäre mit 8 GB unter 500 Euro zu realisieren. Das könnte dann 10 Minuten HD-Video bei 100 Mbit/s speichern.
Ein Mittelweg zwischen diesen Varianten ist die Aufzeichnung auf eine optische Disk. Bei aktuellen DVD-Camcordern passen hier aber gerade einmal 1,4 GB auf eine Seite, was für anspruchsvolle Qualität auch recht wenig ist. So würden gerade einmal 6 Minuten DV-Material auf einer 8cm-Scheibe Platz finden. Mit der kommenden BluRay-Technologie wird sich diese Aufzeichnungsdichte zwar etwas erhöhen, jedoch steht man dann wieder vor dem Dilemma der Größe. Nur auf den 12cm-Scheiben lassen sich 25 GB unterbringen. Auf 8cm-Rohlinge dürften maximal 5 GB pro Seite passen. Ein 12cm-Brenner nimmt dagegen schon sehr viel Gehäusefläche ein, weshalb sich diese Camcorder nicht sonderlich kompakt bauen ließen.
Udo Schröer hat folgendes geschrieben: Die beste Kamera ist immer noch das Auge, und da es uns auch nicht nöglich ist immer alles gleich schar...weiterlesen
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