| Buchkritiken : Quicktime 6 von rob Di, 31.Dezember 2002
Für viele ist Quicktime nur einer von den drei Media-Playern, mit denen sich Trailer im Internet anschauen lassen. Dass Quicktime eine eigene komplexe Medienfabrik darstellt, die sich mit wenig Aufwand zu einem Dia-Projektor, einem VR-Präsentationstool, einem selbstgestylten Medien-Player, ein Flash/Video-Player - und für die ganz Harten dank Java und XML zu einer dynamisch verwaltbaren Mediendistribution ausbauen läßt, ist den wenigsten bekannt. Das vorliegende Buch "Quicktime 6" von Frank Kastenholz und Michael Vogt aus dem Galileo-Verlag hat es sich zum Ziel gesetzt, uns den immer noch zu wenig bekannten "Giganten" Quicktime ein Stück näher zu bringen.
Der nicht zu knappe Umfang von 700 (!) Seiten mag zunächst erschrecken - ist jedoch gerechtfertigt und auch sinnvoll. Ein Blick in de Kapitelstruktur klärt auf: Vor allem die beiden großen Kapitel "Internet und Streaming", sowie "QuickTime interaktiv" können glatt als eigene Bücher durchgehen. Es sind vor allem diese beiden Kapitel, sowie das "Panorama"-Kapitel, die für fortgeschrittene Anwender von Interesse sein dürften. Die einzelnen Kapitel lesen sich wie folgt:
Grundlagen QuickTime bedienen - Benutzeroberfläche und Player Kompression Internet und Streaming QuickTime interaktiv Panoramen mit QuickTime VR Anhang
Die Autoren folgen in ihrem Buch der bewährten Devise von einfach nach komplex. Somit sei dieses QuickTime-Buch gleichermaßen Einsteigern als auch Fortgeschrittenen ans Herz gelegt. Selbst wer beruflich mit Quicktime-Streaming zu tun hat, findet hier noch Erhellendes: Mein Wort drauf ;-).
Gut gefallen hat darüber hinaus die solide Vermittlung von Basis-Wissen. Dazu zählt einerseits geschichtliches Background-Wissen: Wann welcher Codec für welche Problemstellung eingeführt wurde, sowie verständliche Erklärungen zum komplizierten Thema Kompression.
Bei den komplexeren Quicktime-Kapiteln in Sachen Interaktion und Panorama findet sich der Leser häufig mit Erklärung von sog. Authoring-Programmen konfrontiert. Dies macht durchaus Sinn. Zum einen haben sich im Laufe der Zeit gewisse Standard-Programme für die Bearbeitung von interaktiven Quicktime-Anwendungen herauskristallisiert, zum anderen achten die Autoren darauf, auf eine breite Palette an Open-Source-Tools für unterschiedlichste Bearbeitungsschritte zu verweisen. Viele finden sich auf der beiliegenden CD wieder.
Letztere glänzt mit einer Fülle an freien und kommerziellen Tools zur Bearbeitung von Quicktime. Das einzige, was hier vermisst wurde, ist ein Ordner mit "coolen Assets", will heissen: Es gibt eine Menge sehr ambitionierter Quicktime-Designs (im Web). Es wäre schön gewesen, hier ein wenig Stöbern zu können - dies aber nur am Rande.
Quicktime 6 von Frank Kastenholz und Michael Vogt ist die umfassendste deutschsprachige Ein- und Weiterführung in Quicktime 6. Der 700-Seiten-Schmöker wurde mit viel Sachverstand geschrieben, eignet sich gut zum Nachschlagen und gehört somit ins Regal eines jeden multimedial Bewegten.

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