Ein toller Titel, "ist es lila, geht jemand drauf" -- endlich die ultimative Anleitung zur Farbgetaltung im Film? Nicht ganz. Die Dinge sind ja leider selten so einfach wie man sie gerne hätte.
Dabei fängt es vielversprechend an. "In wise hands, color can become a powerful tool for filmmakers to subliminally layer a story -- to make a situation ironic, or absurd." Ja! Einmal weise Hände bitte. Doch um ebendiese zu bekommen, muß man sich durch viele Seiten Filmbeschreibungen kämpfen, die durchexerzieren, warum ein Kleid in der ersten Szene grau sein muß, in späteren Szenen jedoch burgunderfarben. Und zwar Durchkämpfen deshalb, weil das Ganze extrem psychologisierend geschrieben ist. Farbtheorie sucht man vergebens.
Das Buch basiert auf Seminare, in denen die Autorin (immerhin eine Schülerin Josef Albers´) zusammen mit Studenten Experimente zu Farbwirkung und Assoziationen gemacht hat, nach dem Motto, welche Sachen sind "rot", "blau" etc, wobei mit Sachen nicht nur Farben, sondern auch Musik, Geschmäcker und ähnliches gemeint sind. Das ganze ist also durchaus recht subjektiv, jedoch versichert die Autorin, daß sich in zwanzig Jahren (solange macht sie die Experimente schon) eindeutige Tendenzen herauskristallisiert haben. Diese Kristalle hat sie nun zu einem Buch aufbereitet und nach Farben sortiert, von rot ("Powerful, Lusty, and Defiant") bis violett ("Mystical, Ominous, and Ethereal"). In jedem Farbkapitel werden dann Filme vorgestellt, in denen die jeweilige Farbe eine wichtige Rolle spielt.
Uninteressant ist das nicht, und auch lehrreich kann die Lektüre sein. Spaß hat es jedoch zumindest uns nicht gemacht. Eventuell hätte man sich beim Verlag auch ein paar Gedanken machen sollen über die Wirkung, die die Gestaltung eines Buches auf den Leser hat. Sowohl optisch als auch taktil kommt das Buch unseriös rüber: zu bunt, unangenehmes Papier (so betrachtet natürlich die passende Form zum Inhalt ..) Nun, über Geschmack läßt sich streiten, doch eines steht fest: dafür, daß es hier um die Wahrnehmung von Farben im Film geht, enthält das Buch definitiv zu wenig Abbildungen. Es findet sich nicht einmal ein Bild zu jedem besprochenem Film. Okay, es werden viele Filme besprochen, aber trotzdem: ein klarer Minuspunkt. (Allerdings kursieren anscheinend zwei Versionen des Buchs, wobei sich neben dem Cover auch die Seitenzahl unterscheidet. Wir beziehen uns hier auf die Ausgabe, dessen Cover u.a. von einem Still aus Chicago verunstaltet ist, s.o.)
Fazit: Ein Buch wie ein mittelmäßiges Selbstbedienungsbüffet. Viele ähnliche Gerichte, von denen manche trotz der geschmacklosen Anrichtung sogar ganz gut schmecken. Wird man dazu eingeladen, sollte man nicht meckern, doch wer knappe 40 Euro für den Genuß hinlegt, dürfte sich ärgern.
Coole, lustige Buch-Kritik! Wenn man sonst Buchkritiken aus dem Videobereich liest, schläft man ja fast ein. Bitte reviewt doch auch mal die "übliche...weiterlesen
Buchkritiken: Visual Style in Cinema. Vier Kapitel Filmgeschichte. Mo, 8.Juli 2002 Wahrscheinlich hätte ein Buch zu diesem Thema auch staubtrocken und kompliziert zugleich werden können, aber Bordwell gelingt es, eine geradezu mitreißende Geschichte zu erzählen, über die Darstellung von Bewegung und Zeit, über die Entdeckung der Montage, die Rückkehr der langen Einstellungen, die Wiederentdeckung der Montage – ja, und nichtzuletzt, darüber, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen.
Buchkritiken: Celluloid Mavericks - A History of American Independent Film Mi, 8.Mai 2002 Bücher zur Filmgeschichte sind entweder wissenschaftlich fundiert und
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