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/// Buchkritiken : Sonstige

Buchkritiken : 3D Movie Making: Stereoscopic Digital Cinema from Script to Screen
von heidi Mo, 28.Februar 2011    


BildBernard Mendiburu3D Movie Making: Stereoscopic Digital Cinema from Script to Screen
Verlag: Focal Press
brochiert - 230 Seiten
Sprache: Englisch
Erschienen: Mai 2009
ISBN: 0240811372
Preis: ca. 32,95 Euro



Dies Buch ist nicht mehr taufrisch, sondern schon im Sommer 2009 erschienen (es wurde also vor Avatar geschrieben), daher sind die technischen Neuentwicklungen des letzten Jahres nicht darin berücksichtigt, wie etwa die Panasonic SDT-750 -- mit der jedoch eine anspruchsvolle 3D-Produktion, wie sie das Buch nahlegt, ohnehin nicht zu bewerkstelligen ist -- oder auch die Panasonic AG-3DA1. Hier gibt es jedoch drei "allerdings" hinzuzufügen: nämlich erstens muß man sagen, daß sich in diesem Bereich auch künftig einiges tun wird, sodaß Bücher zum Thema stereoskopisches Filmemachen zumindest was die vorgestellten Technologien angeht zwangsläufig recht schnell überholt sein werden. Zweitens stellt das Buch überhaupt relativ wenig konkrete Geräte vor, sondern weist auf allgemeine Lösungsansätze und Anforderungen an die verwendete Technik hin. Hier wird es sicherlich ein paar Verschiebungen und hoffentlich Vereinfachungen geben, trotzdem dürfte das Verfallsdatum der Informationen nicht allzu knapp einzuschätzen sein. Bestand haben drittens auch vor allem die optischen Gesetze und die Voraussetzungen unserer visuellen Wahrnehmung, und diesbezüglich gibt es viel zu lernen, um korrektes 3D zu produzieren.

Folglich sind genau die letztgenannten Themen ein Hauptaugenmerk des Autors, und so dauert es erstmal 90 Seiten, bis überhaupt die Grundlagen einigermaßen geklärt sind (wie funktioniert menschliches Tiefensehen, was macht ein stereoskopisches Bild aus, welches sind die wichtigsten Begriffe etc.). Übrigens oftmals erfolgreich; so haben wir (endlich) das Gefühl, einige wirklich wichtige Grundlagen begriffen zu haben. Der Autor versteht es sehr gut, kurz und prägnant auf die entscheidenden Faktoren einzugehen. Auch wenn es immer noch ungewohnt ist, soviel Rücksicht auf die Z-Achse zu nehmen, wird nachdrücklich klar, daß das stereoskopische Filmbild zwei weitere Ränder hat, nämlich vorne und hinten, also im Grunde keine Fläche mehr ist, sondern Volumen. Daß sich, wie so oft, je mehr man weiß auch um so mehr neue Fragen stellen, die wiederum nicht alle beantwortet werden, läßt sich bei einem komplexen Thema wie diesem wohl kaum vermeiden. Etwas ausführlicher hätte es an dem einen oder anderen Punkt für unseren Geschmack dennoch sein können. Auch wäre es hilfreich gewesen, wenn aus dem Text heraus öfter eindeutig auf die (etwas lieblosen) Illustrationen bezug genommen würde -- manche der im Text erklärten Vorgänge haben keine eigene Abbildung, dafür wird anderes nur in einer solchen abgehandelt.

Aber im Großen und Ganzen macht der Autor seinen Job sehr gut, sodaß man nach der Lektüre auf jeden Fall weiß, wie man an sein Projekt herangehen sollte, wo die größten Fallen liegen und worauf zu achten ist (nicht nur bei der Vorbereitung sondern auch beim Schnitt oder der Postproduktion). Wohlgemerkt gilt dies nur für die technische Seite: was sich kreativ mit 3D anfangen läßt, muß ja erst noch entdeckt werden...


Fazit: Gute und halbwegs zeitlose Einführung in die Grundlagen von s3Ds3D im Glossar erklärt (eine aktualisierte Neuauflage in ein-zwei Jahren wäre trotzdem nicht schlecht).


   

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