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/// Basiswissen Videoproduktion : Sonstige

Basiswissen Videoproduktion : Grafikkarten
von rudi Mo, 18.Januar 2010    


Ende 2009 nutzen Premiere und viele andere Applikationen im besten Fall OpenGL2.0-Spezifikationen der Grafikkarte. Hierbei werden diese 3D-Funktionen „nur“ dazu verwendet, das Bild beschleunigt zu skalieren, einfache Farbkorrekturen vorzunehmen und eventuell an einen zweiten Monitor zu senden. Dies beherrscht fast jede aktuelle Grafikkarte. Wichtiger ist dagegen nach unseren jüngsten Erfahrungen die Speicherbandbreite der GPU. So hatte der Sprung von 128 auf 256 BitBit im Glossar erklärt Speicheranbindung bei dem Tausch einer nVidia-Grafikarte enorme Auswirkungen auf die AVCHD-Performance von Premiere Pro CS4. Doch "nur" ruckelfreie AVCHD-Wiedergabe sollte eigentlich bei sorgfältiger Programmierung auch mit einer modernen CPU möglich sein, wie Canopus mit Edius Booster beweist. Ein revolutionärer Performance-Schub lauert allerdings woanders: Mittlerweile lassen sich die Chips der Grafikkarten nämlich auch für universelle Berechnungen programmieren. Da diese Chips enorm parallel rechnen, können sie gerade bei Videoeffekten theoretisch ungefähr um den Faktor 10 schneller sein, als eine normale CPU. Es gibt jedoch momentan gleich mehrere, konkurrierende Standards, die sich CUDA, Stream, OpenCL oder DirectCompute nennen:

CUDA läuft ausschließlich auf Nvidia-GPUs, Stream/Brook+ nur auf AMD/ATI-Modellen. DirectCompute läuft nur unter Windows 7 und Vista aber mit AMD/ATI, Nvidia und anderen. OpenCL läuft gerade ebenfalls auf AMD/ATI- und Nvidia-Grafikkarten, zusätzlich kann es aber auch noch Aufgaben an die CPU abtreten. Der größte Vorteil ist jedoch: OpenCL läuft sowohl am PC als auch auf dem Mac. Alleine deswegen dürfte sich OpenCL auch als Standard schnell durchzusetzen

In der Praxis gibt es allerdings noch einige Hürden zu umschiffen. Wie schon seit jeher dauert der Transfer zu und von der Grafikkarte noch immer so lange, dass sich echte Geschwindigkeitsvorteile nur selten ausnutzen lassen. Der optimale weg ist daher, die GPU sowohl die Videoströme komplett decodieren zu lassen und danach auch gleich noch die Effektberechnung und die Ausgabe zu übernehmen. Dann müssten die Frames nicht zwischen den Systemspeichern herumgeschoben werden. Tatsächlich kann eine moderne Grafikkarte AVCHD-Clips direkt auf der TimelineTimeline im Glossar erklärt mit Echtzeiteffekten abspielen.

Bei den verbreiteteren Applikationen von Adobe, Apple, Avid, Grass Valley oder Sony ist allerdings noch keinerlei durchgehende CUDA, Stream oder OpenCL-Unterstützung verfügbar. Ende 2009 gab es daher fast ausschließlich Plugins, die das das Encoding beschleunigen. Für 2010 hat Adobe allerdings eine CUDA-Effektunterstützung für Premiere mit Nvidia-Grafikkarten angekündigt (Mercury Engine). Die kleinste hierbei unterstützte Grafikkarte soll die GTX285 sein.

Wer heute eine Grafikkarte kauft, sollte also vor allem darauf achten, dass die Speicherbandbreite möglichst hoch ist. Momentan sieht es dabei so aus, dass Nvidia mit der parallelen Unterstützung von CUDA und OpenCL für Videobearbeitung die flexibelsten Lösungen anbietet.


   

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