| Basiswissen Videoproduktion : Capturing von rudi Mi, 20.Januar 2010
Unter Capturing versteht man die Aufnahme von (bandbasierten) Videodaten auf die Festplatte. Während man bei analogem Video einen Haufen von Einstellmöglichkeiten vorfindet, machen die digitalen (H)DV-Bandformate diese Prozedur deutlich leichter. Da das (H)DV-Format genormt ist, werden Videos grundsätzlich mit einer festen Auflösung bei einer festen Datenrate gespeichert. Da die Videodaten bereits auf dem Tape des Camcorders digital vorliegen, ist der Capturing-Prozess - technisch gesehen - sogar besonders einfach. Die Daten werden einfach 1:1 auf die Festplatte überspielt.
Dennoch mischen sich bei diesem Überspielvorgang manche Programme ein und "erlauben" sich bereits eine (nicht immer gewünschte) Beeinflussung der Originaldaten. So können die meisten Applikationen die Audio-Samplerate der Audiodaten bereits beim Capturen verändern. Da manche Programme hierbei jedoch nicht sonderlich auf Qualitätsverluste achten, sollte man immer mit der Samplerate capturen, mit welcher der Camcorder seinen Ton aufgezeichnet hat. Auch haben sich (vor allem bei DV) diverse Container-Formate gebildet, die nicht unbedingt immer miteinander kompatibel sind. Bei HDV wurde das m2t(s)-Format ziemlich einheitlich durchgesetzt und wird (bis auf Apple) auch auf breiter Front direkt unterstützt.
Mit dem Aufkommen von bandlosen Camcordern treten die üblichen Capturing-Probleme im besonderen sowie das klassische Capturing als ganzes immer weiter in den Hintergrund. Denn (meistens über USB) lassen sich die digital gespeicherten Clips direkt von einer Speicherkarte, Festplatte (oder selten auch noch DVD oder Blu-Ray) auf den Schnittrechner kopieren. Die Files liegen dabei als einzelne Dateien im direkten Zugriff bereit. Wenn es die USB-Verbindung und die Geschwindigkeit des Speichermediums erlaubt, kann man theoretisch seine Clips auch ohne Kopiervorgang direkt in die Timeline ziehen, was in zeitkritischen Situationen durchaus praktisch sein kann.
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